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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 2382
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Weichen stellen für eine glückliche Zukunft. Was muss ich

Diese Antwort wurde bewertet:

Weichen stellen für eine glückliche Zukunft. Was muss ich dafür tun?Ich hinterfrage meine Werte und Moral und was es für einen Nutzen hat ein "guter" Mensch zu sein.
Ich fühle mich zurückversetzt in die eigentliche Realität wie sie war bevor ich meine Frau kennengelernt habe aber auch in die Gefühlswelten meiner Kindheit.Ich habe oft das Gefühl zu allem Übel damit bestraft worden zu sein ein guter, verantwortungsvoller und resilienter Mensch zu sein.
Bestraft von der Natur , von meinem angeblich mich liebenden Partner, von Gott/dem Universum, bestraft mit einer schlimmen Phase mit Krätze (Unser Sohn auch angesteckt im ersten Lebensjahr), unser erstes Kind durch eine Fehlgeburt verloren in der frühen Schwangerschaft.Im Rahmen der Aufarbeitung unserer gescheiterten Beziehung offenbarte mir meine Frau sie habe sich alleine gelassen gefühlt
weil ich im Urlaub war als sie schwanger gestürzt war uns sich das Bein gebrochen hatte (Schwangerschaft mit unserem jetzigen Kind).
In Folge habe ich einen Nervenzusammenbruch erlitten und lag dann selber im KH.Die komplette Entnabelung von mir geschah dann ihrer Aussage nach später weil ich nach der Geburt unseres Kindes nicht bei ihr war, obwohl ich es nicht durfte da kein Familienzimmer mehr frei war am tag des Notkaiserschnitts. Ich hatte alles versucht eines zu bekommen. Sie schrieb mir noch Nachts in Verzweiflung und ich hatte nicht schreiben können weil ich irgendwann ermüdet nach dem Tag der Geburt eingeschlafen war unter Tränen nicht bei ihr und meinem Kind sein zu dürfen.Ich habe selber so sehr darunter gelitten. Ich durfte unser Kind und meine Frau nicht begleiten und für sie da sein und musste nach Hause fahren.
Meine Frau hatte gelernt, dass sie mich nicht mehr brauchte - dass sie diese Entscheidung treffen musste / Erkenntnis fand, konnte sie mir wohl nicht verzeihen.
Dabei konnte ich in beiden Fällen einfach nichts tun und verzweifelte selbst daran. seitdem hatte mich meine Frau nicht mehr in die gleichwertige Rolle des fürsorglichen Vaters gelassen und mich von vielem ausgeschlossen. Der Kampf um unsere Beziehung war von dort an einseitig von meiner Seite. Stand / steht sie mir gegenüber in einer emotionalen Abhängigkeit? Wenn ja, ist dies was negatives / ist dies nicht menschlich?Es ist alles so ungerecht. ich verzweifel oft an dieser Ungerechtigkeit. Ich habe doch selbst an den selben Dingen gelitten.
Und wurde gefühlt zu etwas gemacht was ich mein Leben lang niemals werden wollte und durfte- ein Täter oder mehr ein "Schuldtragender".
Ich habe nichts tun können außer mein Bestes zu geben. Und es sollte nicht reichen und wurde sogar bestraft.
Ich wünschte jemand kennt meine Bürde und würde diese verstehen und wie stark und aufopfernd ich eigentlich bin.Ich wollte nie mehr in meinen Leben so machtlos und hilflos sein. Nie mehr zum Opfer werden oder gar mir selber ein Bein stellen. Die Illusion eines fairen /nur schönen Lebens.
Ich dachte ich hätte es geschafft. Ich dachte mir würde niemals mehr so weh getan werden und dass wenn ich nur alles gebe mir nur positives widerfahren würde.
Das ist ein Trugschluss und dessen bin ich mir bewusst aber es schmerzt umso mehr wenn einem diese Wahrheit von genau dem Partner aufgezwungen wird der mir das Gefühl gab "richtig" zu sein und der mir das Gefühl gab es verdient zu haben mit ihr glücklich zu sein.
Meine Frau ist derzeit mein Sinnbild von dem was mich unendlich glücklich gemacht hat aber auch eine Erinnerung daran was mir genommen wurde.
Und ICH muss dennoch damit leben ein anderer Mensch geworden zu sein obwohl ich nicht darum gebeten habe - ihr stand diese Entscheidung einfach nicht zu.
Das Gefühl, dass nur ich einen so hohen Preis bezahlt habe nur um etwas zu bekommen was ich nicht wollte. Meine Frau kann mir nicht in meine Welt folgen weil sie einen solchen Vertrauensbruch noch nicht erlebt hat Das macht mich wieder einsam und fühlt sich ungerecht an. Oder war o.g. Entnabelung ein Vertrauensbruch den sie erlebt hat?
Ich stehe tatsächlich in einer emotionalen Abhängigkeit zu meiner Frau - eine die wir uns gemeinsam aufgebaut haben (Thema Stabilität).
Ich löse mich dennoch mehr und mehr davon auch wenn es wehtut. Es muss aber sein.
Ich könnte mir ein Leben ohne sie vorstellen (zu schmerzhaft weil ich sie liebe) aber ich will es gar nicht denn das Leben mit ihr macht mich trotz der Kriese glücklich und Zukunftsperspektiven geben uns Kraft.Ich will, dass es meinem Sohn an nichts fehlt und möchte so sehr, dass er in einer stabilen und gesunden Familie aufwächst.
Ich habe Angst dass ich so bleibe wie ich mich jetzt fühle, meine Frau so bleibt wie sie es nicht möchte
und wir unsere Beziehung nur noch als krampfhaft und voller Ungeduld auf Verbesserungen erleben.Was kann ich tun? Was kann ich verändern? Was muss sich verändern?

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Tag,

bitte geben lassen Sie mir wieder Zeit, mich ausgiebig mit Ihrer Frage zu beschäftigen. Vielleicht kann ich Ihnen erst morgen antworten.

Guten Tag,

was ist ein "guter Mensch"?

Es gibt nicht weit von hier eine Welt, in der ist ein Mann ein guter ist, wenn er andere Menschen tötet. Anderswo ist er ein guter Mann, wenn er seine Frau unterdrückt. Anderswo ist er gut, wenn er sein Kind mit Schlägen züchtigt. Und dann gibt es auch noch die Welt, in der der Mann gut ist, wenn er viel Geld verdient und das Finanzamt betrügt. Welches Gutsein meinen Sie?

Bei Ihrer Beschreibung hatte ich ein Bild im Kopf:

Ein Kind/Mann hat lange in einer schrecklichen Höhle mit vielen Feinden gelebt. Irgendwann ist er aus der Höhle weg gelaufen und wollte für sich eine neue Zukunft finden. Leider hat er beim Weglaufen die Höhle mitgenommen, hinter sich hergezogen, mit all den schrecklichen Erlebnissen und Feinden. Er lief immer schneller und weiter und vergaß vollkommen, dass er eigentlich etwas suchen wollte, seine Zukunft. Und nun läuft er immer noch, hat sich verlaufen, weiß überhaupt nicht mehr, wo er ist. Und er leidet schwer daran, weil er beim Weglaufen ständig Wege übersieht, die ihn zu seiner Zukunft führen können.

Wer seine Zukunft sucht, muss deshalb vorher seine Vergangenheit aufräumen.

In meiner Antwort auf Ihre andere Frage habe ich Ihnen empfohlen, Ihre Eltern zu besuchen. Aber offenbar rennen Sie unverdrossen weiter vor Ihrer Vergangenheit, der Höhle weg. Bei Ihrer jetzigen Frage habe ich den Eindruck, dass Sie es nicht aus eigener Kraft schaffen können, Halt zu machen, sich umzudrehen und die Vergangenheit aufzuräumen. Ich möchte Ihnen deshalb empfehlen, sich vor Ort professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu holen.

Ich habe mir auch noch einmal angesehen, was Ihre Frau geschrieben hat. Dabei habe ich festgestellt, dass Sie beiden sehr gut zusammen passen. Aber Sie haben sich gar nicht genau angesehen. Sie beiden kennen sich gar nicht. Denn jeder von lhnen war und ist bis jetzt mehr mit seiner Vergangenheit beschäftigt. So fehlt Ihnen der Blick Ihr eigenes Leben. Sie rennen beide vor Ihrer Vergangenheit weg und verpassen dabei Ihre Zukunft. Das hat lange Zeit einigermaßen geklappt. Als Ihr Kind geboren wurde, stand plötzlich eine Zukunft vor Ihnen in Gestalt Ihres gemeinsamen Kindes. Aber Sie haben sich weiter mit der Vergangenheit beschäftigt, anstatt das Kind als Weg in die gemeinsame Zukunft zu sehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.