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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 2208
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Hallo, mir geht es seit ungefähr 4 Monaten psychisch nicht

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
mir geht es seit ungefähr 4 Monaten psychisch nicht sonderlich gut.
Ich habe seit Juni 2019 wieder einen Partner, nach dem ich ungefähr eineinhalb Jahre alleine war. Die vorherige Beziehung ging 1,5 Jahre und ich sah über vieles hinweg, verlor mich dann leider in dieser Beziehung, wurde immer wieder enttäuscht und die Trennung war dann für mich sehr schwer und enttäuschend. Ich habe mich von dem damaligen Partner sehr stark beeinflussen lassen, weil ich Angst hatte ihn zu verlieren.Nun nach 5 Monaten neuer, guter Beziehung, mit allem was ich mir gewünscht habe, schlug plötzlich etwas ein. Ich war mit von einem auf den anderen Tag unsicher, wachte mit komischen Bauchgefühl und Gedanken auf (ohne dass etwas sich verändert hat in der Beziehung) , konnte plötzlich nicht mehr „ich liebe dich“ sagen und bin geplagt von einer inneren Unruhe. Dies war von November bis Februar sehr belastend, zwischenzeitlich wurde es besser, jedoch die Gedanken/Bauchgefühl immer im Hintergrund da. Nun habe ich meinen Freund erneut darauf angesprochen und jetzt haben wir erst einmal so etwas wie eine Pause. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass mich etwas an ihm stört, kann ihm aber widerum nicht 100-prozentig sagen, dass ich ihn will/brauche/… Irgendetwas blockiert mich, und ich bin seit 4 Monaten dabei, herauszufinden, was es ist, bin aber leider noch nicht weitergekommen.Haben Sie Tipps für mich? Ich wäre Ihnen dankbar.
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: 20, weiblich, keine Medikamente,
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Psychologe wissen sollte?
Customer: Habe seit Januar 2020 den Verhütungsring abgesetzt, da ich gedacht habe, meine plötzliche Stimmung hätte was damit zu tun. Ich würde behaupten, ich bin nun weniger "weinerlich", dennoch ist die Stimmung wie oben beschrieben noch präsent, wenn aber nicht mehr so intensiv.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Hallo, vielen Dank dass Sie sich die Zeit nehmen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Den zusätzlichen Service lehne ich hiermit ab, ich bin Studentin und deshalb nicht unbedingt in der Lage nochmal 38 Euro zahlen zu können.

Guten Tag,

ich habe den Eindruck, dass Sie in den ersten Monaten in dieser Beziehung das Gefühl hatten, das große Glück gefunden zu haben. Und dann plötzlich im Oktober/November kam Ihr komisches Bauchgefühl.

Es gibt aus psychologischer Sicht bei Gefühlsdingen eine Regel: Das Bauchgefühl hat immer recht.

Ich möchte das jetzt nicht so pauschal auf Ihre Situation anwenden. Aber ich würde gern noch etwas fragen. Darf ich?

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Klar, fragen Sie mich etwas.

Irgendwann kam bei Ihnen die Unsicherheit. Versuchen Sie sich zurück zu erinnern.

War in den Tagen oder Wochen vorher irgendetwas anders in Ihrer Beziehung als vorher? Das kann eine winzige Kleinigkeit sein, die Ihnen bisher nicht aufgefallen ist. Lassen Sie sich Zeit und stellen Sie sich die damalige Zeit mit ihm vor.

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Nein, es war nichts anders. Ich hab mich das die ganze Zeit schon gefragt, ob irgendetwas anders war. Aber nein, es fällt mir nichts ein. Es ist auch bis heute im Grunde alles genau so, wie vor 8/9 Monaten, außer dass natürlich meine Situation die Beziehung beeinflusst. Wir können gemeinsam lachen, weinen und auch über alles reden. Wir waren vor zwei Wochen im Urlaub und auch hier hat es keinen Streit gegeben oder er hat mich auch nicht "genervt, gelangweilt". Im Urlaub und die Woche danach war auch alles soweit gut, ganz weg ist es natürlich nicht.

Ich habe ihm das alles ehrlich von Anfang an gesagt, wie es mir geht und er hat es immer "mitgemacht". Nun ist es auch bei Ihm mal an der Zeit, Zeit für sich zu nehmen. Er versteht mich zwar, dass es mir nicht gut geht, kann aber meine Gedanken/ Bauchgefühl/Unruhe nicht nachvollziehen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ich habe mich plötzlich komisch gefühlt, eine Antwort auf "ich liebe dich" zu geben und damit fing alles an. Ich habe viel geweint, nachgedacht, mich auch hineingesteigert, auch soweit dass ich beim weinen manchmal keine Luft bekam
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ich fühle mich auch eigentlich
wohl bei ihm und hab mich ihm auch in jeder Hinsicht geöffnet und anders herum

Sie haben bisher zwei sehr unterschiedliche Beziehungen geführt.

Die damalige war so, dass Sie sich von Ihrem Partner stark beeinflussen ließen und sich in der Beziehung "verloren" haben. Sie hatten Angst, ihn zu verlieren. Die Trennung war dann auch für Sie sehr schmerzhaft.

Die jetzige ist anders. Sie fühlen sich in Augenhöhe und fühlen sich wohl.

Können Sie noch kurz erzählen, wie die Beziehung Ihrer Eltern war?

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Meine Eltern? Meine Eltern sind seit 26 Jahren verheiratet, es gibt schon oft Streit zwischen beiden. Mein Papa ist zwar ein guter, hilfsbereiter Mensch, jedoch oft grimmig, stur und mit festgefahrenen Meinungen. Das belastet mich schon auch ein bisschen, jedoch bin ich das mittlerweile gewohnt. In der Pubertät und auch heute noch komme ich eher mit meinem Vater in Konflikte, als meine Schwester mit ihm.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ich hätte noch eine Frage: Kann es sein, dass mich die Enttäuschungen der letzten Beziehung noch so beeinflussen, dass es mir heute so geht? Manchmal vergleiche ich schon noch die zwei Beziehungen oder erinnere mich daran zurück, was mir "passiert" ist.

Darauf antworte ich gleich.

Vorher noch eine Frage: Welcher der beiden würde Ihren Eltern besser gefallen?

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Welche der beiden Partner? Eindeutig der jetzige Partner würde ihnen besser gefallen, weil mich der Ex Partner beeinflusst hat, was ich essen soll, wie ich mich in bestimmten Hinsichten verhalten soll etc. und sie es natürlich auch gemerkt haben, dass ich mich durch ihn(für ihn) stark verändert habe.

Vielen Dank.

Aus meiner Sicht spielen alle drei Beziehungen bei Ihrem "Bauchgefühl" eine Rolle:

Die Beziehung zu Ihrem Vater, über den Sie sich ärgern konnten, mit dem Sie streiten konnten, aber die Beziehung blieb (natürlich) immer erhalten, bis heute. Die Vater-Tochter-Beziehung ist meistens das "Vorbild" für die Beziehungen danach.

Bei Ihrem ersten Partner hatten Sie Angst, ihn zu verlieren, wenn Sie bei ihm Ihren Willen durchsetzen wollten, mit ihm streiten wollten, wie Sie es bei Ihrem Vater gemacht haben. Deshalb haben Sie sich zurück gehalten. Aber da waren Sie nicht Sie selbst, da haben Sie sich ihm zuliebe verändert. Das hätte Sie auf die Dauer krank gemacht.

Ihre jetzige Beziehung beschreiben Sie als sehr harmonisch. Kein Streit? Keine Meinungsverschiedenheiten? Sind Sie jetzt Sie selbst? Er ist wirklich außerordentlich verständnisvoll. Ihnen zuliebe. Ist er denn er selbst?

Sie sollten auf sich achten. Nicht die total harmonische Beziehung ist auf die Dauer gut für Sie. Das sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl. Auch eine Beziehung in der Sie abhängig waren, war nicht gut für Sie.

Ich vermute, Sie haben Ihre persönliche Balance zwischen Harmonie und Konflikt und noch nicht gefunden. Beides gehört unabdingbar in eine Beziehung. Ihre Eltern haben es Ihnen vorgemacht und Sie haben es mit Ihrem Vater "geübt".

Ich denke deshalb, Ihr Bauchgefühl kommt aus dem Unbehagen, dass Sie empfinden, weil Sie diese Balance noch nicht gefunden haben. Denn: Was würde Ihr Partner machen, wenn Sie wirklich Sie selbst wären, eine Kombinaten aus Konfliktfähigkeit und Liebesbedürfnis.

Es geht nur beides zusammen.

Wenn keine Konflikte, dann keine Liebe (Sie können ja auch nicht sagen "ich liebe dich") und

wenn keine Liebe, zerstören Konflikte die Beziehung.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Rückfragen beantworte ich selbstverständlich und gern.

 

Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und hasse Streit. Trotzdem habe ich manchmal etwas von meinem Papa und deshalb manchmal stur. Da wir in mancher Hinsicht also beide Stur sind, kommt es zu Konflikten mit meinem Papa. Ich würde schon sagen, dass ich ich selbst bin, und natürlich gibt es auch mal Reibungen zwischen mir und meinem Freund. Wir reden dann kurz darüber und dann hat sich das dann wieder erledigt. Er kennt mich auch, wenn ich mal konfliktbereit bin und ich kenne ihn wenn er mal genervt/wütend ist. Dennoch kann ich schon verstehen, was Sie meinen. Wie würde denn daraus dann ein Tipp Ihrerseits lauten? Ich wüsste jetzt nicht, wie ich weitermachen sollte, bzw. wie ich dann die Balance finde? Oder sind Sie der Meinung diese Balance findet sich nicht in dieser Beziehung und deshalb zum Scheitern verurteilt?

Nein, Sie haben in dieser Beziehung eine gute Ausgangslage.

Sie sollten auf sich selbst achten. Sich selbst lernt man als letztes kennen und meistens gar nicht. Sie haben auch etwas von dem Charakter Ihres Vaters. Das sollten Sie nicht wieder vor sich selbst verleugnen wie in der früheren Beziehung. Ich vermute, Sie halten sich zurück, weil Sie Angst haben, ihn zu verlieren wie ihren früheren. Wer sich in Konflikten zurück hält, kann auch nicht wirklich lieben.

Das kann ich jetzt keinen Verhaltens-Tip geben. Nur soviel: Denken Sie nicht, dass Sie sich und ihn schon kennen. Und nehmen Sie sich selbst ernst, Ihre Streitlust und Ihre Liebe.

 

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Tagen.
Okay, danke für Ihre Ratschläge und Vermutungen!