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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 2571
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich führe seit langer Zeit ein Doppelleben und komme damit

Kundenfrage

Ich führe seit langer Zeit ein Doppelleben und komme damit einfach nicht mehr zurecht. Eins kommt zum Nächsten und ich halte es nicht mehr aus.

Ich habe gesundheitliche Probleme und kann einfach nicht mehr schlafen. Ich habe noch nie mit jemandem über all das gesprochen und hab seit über einem halben Jahr noch immer keinen Therapieplatz bekommen.

Ich halte es wirklich nicht mehr aus!

27 Jahre, weiblich, Trulicity, Fiasp, Foster

Mein Bruder hatte ein Suchtprobleme und war über 1,5 Jahre in Therapie. Meine Schwester leidet unter Depressionen. Ich bin chronisch krank und habe seit dem letztes Jahr 20 kg abgenommen.

Mir fällt es schwer mich zu öffnen und deshalb habe ich manche Dinge noch nie ausgesprochen

Gepostet: vor 7 Monaten.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 7 Monaten.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 7 Monaten.

Guten Tag,

darf ich noch nachfragen?

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 7 Monaten.

Was meinen Sie mit "Doppelleben"?

Sie leiden offenbar an Diabetes und Atembeschwerden - leiden Sie auch an einer psychischen Krankheit?

Was belastet Sie gegenwärtig am stärksten?

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Ich war ca 7 Jahre Diabetiker. Mittlerweile weiß man, dass ich einen Seltenen Gendefekt habe (Mody1a).Mit Doppelleben meine ich, dass mir im Sommer 2017 ein ehemaliger Freund aus der Jugendzeit geschrieben hat. Wir haben da viel geschrieben. Er war zu dem Zeitpunkt ebenfalls verheiratet. Ich habe im August 2017 geheiratet. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich mit meiner Jugendliebe (Boris) nur geschrieben. Boris und ich hatten mit 16 Jahren eine Art Beziehung. Wir haben damals einmal miteinander geschlafen. Es war damals alles sehr romantisch mit Liebesbriefen etc. Aber ich dachte immer, in dem Alter kann man halt noch gar nicht sagen, was Liebe wirklich bedeutet. Im August 2017 habe ich dann meinen Mann (Max) geheiratet. Wir sind mittlerweile acht Jahre zusammen. In meinen Augen hatten wir immer die perfekte Beziehung. Keinen Streit, wie konnten über alles reden und ich wusste, dass ich mit ihm mein Leben verbringen möchte. Kurz nach der Hochzeit habe ich mich das erste mal mit Boris getroffen. Er hat mich dort geküsst und wir haben beide gesagt, dass bevor da irgendwas noch passiert, wir uns erst trennen müssen. So war es aber nicht. Wir haben uns weiterhin getroffen und nach einer gewissen Zeit lief dort mehr. Ich würde sagen, von Anfang an waren dort Gefühle von beiden Seiten. Es ging nicht ausschließlich um Sex. Im Dezember 2017 erfuhr ich, dass ich Schwanger bin. Rein rechnerisch hätten beide der Vater sein können. Ich wusste nicht, was ich tun soll und habe das Kind abgetrieben. Meine Familie und beide denken, dass ich das Kind verloren habe und deswegen auch eine kleine OP hatte. Ich wollte immer Mama werden. Und ich komme mit der Entscheidung von damals klar, allerdings bereue ich dies wirklich. Mein Mann denkt, wir sollten lieber keine Kinder kriegen wegen meiner Gesundheit. Damit kann er leben sagt er, denn er liebt mich. Mein Mann und ich wissen beide das die Beziehung nicht mehr gut ist. Ich k***** *****m noch mit ihm schlafen und muss mich wenn dann sehr dazu überwinden. Zärtlichkeiten sind sowieso nicht mehr. Er ist ein sehr sehr liebevoller Mensch und stand mir immer bei. Gerade gesundheitlich hat er schon viel mit mir mitgemacht. Boris gibt mir Liebe, die ich nie zuvor so gespürt habe. Er ist ein sehr emotionaler Mensch. Mein Problem ist, dass ich ein so schlechter Mensch bin und es beiden antue. Wir wohnen nicht weit auseinander. Und dennoch geht es schon über zwei Jahre. Ich kann mich irgendwie nicht trennen von meinem Mann weil er wirklich ein toller Mensch ist und ich ihm sein zu Hause und seinen Halt nehmen würde. Von Boris kann ich mich nicht trennen weil ich ihn emotional brauche... und ich denke ihn auch liebe. Er hat sich damals als er erfahren hat das ich schwanger bin sofort von seiner Frau getrennt und lebt seitdem allein und wartet quasi auf mich... er weiß nicht, dass ich noch mit meinem Mann zusammenlebe. Es ist ein riesiger Haufen voller Lügen. Und die Wahrheit kommt bekanntlicher Weise immer raus. Ich will das so nicht mehr. Ich hätte mich nie mit Boris treffen dürfen oder müsste mich von meinem Mann trennen. Es frisst mich einfach auf. Ich muss mich so oft übergeben weil mir wirklich einfach schlecht wird und ich mich selbst nicht ertrage. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und bin mir bewusst dass ich dafür selbst verantwortlich bin.Offiziell leider ich unter keiner psychischen Krankheit. Während meines Studiums hatte ich allerdings das Fach Psychologie und denke ganz klar, dass ich krank bin. In welcher Hinsicht auch immer.Gerne können Sie zu jeder Zeit Fragen stellen.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 7 Monaten.

Ja, das ist eine tragische Geschichte. Sie haben sich in einem Stacheldraht-Gewirr aus widersprüchlichen Gefühlen und vielen Lügen verfangen und finden nicht mehr heraus.

Ich habe den Eindruck, dass es zwei wichtige Gefühle bei Ihnen gibt: Die Fürsorge für Max und die Liebe zu Boris. Beide Gefühle sind stark. Dadurch sind Sie nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen.

Ich fürchte, es ist auch objektiv kaum möglich, in so einer Situation zu entscheiden. Sie sollten deshalb nicht versuchen, sich zu etwas zu zwingen. Und es gibt auch keinen Grund, sich selbst wegen dieser Gefühle Vorwürfe zu machen. Sie sind in eine Situation geraten, in der heute viele Menschen leben: Sie lieben auf unterschiedliche Weise zwei Partner. Das ist keine Krankheit und das ist in Wirklichkeit auch nicht unnormal, denn Viele machen das wie Sie.

Aber es macht sehr viel Stress. Und es macht Angst, dass es mal auffliegt.

Haben Sie selbst schon mal darüber nachgedacht, wie Sie sich - vielleicht in kleinen Schritten - aus dieser Lage befreien könnten? Bitte erzählen Sie Ihre Gedanken dazu.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Ja darüber mache ich mir täglich Gedanken. Tatsächlich war meine erste Hoffnung mal, dass mein Mann sich von mir trennt und mir dieser Schritt bzw. die komplette Entscheidung abgenommen wird. Es kam aber nicht so. Ich habe über einen kompletten Neustart nachgedacht. In einer anderen Stadt. Allerdings bin ich dazu nicht mutig genug und ich bin davon auch nicht überzeugt, weil ich mich ja nicht distanzieren möchte. Ich habe meine Arbeit gekündigt und fange im Juli eine ganz andere Tätigkeit an. Nur ist mir bewusst, dass der eine Schritt nichts mit dem anderen zu tun hat. Kleine Schritte sind mir bisher nicht wirklich eingefallen, weil bei mir im Kopf einfach immer die Entscheidung ist. Ich denke nicht, dass Boris noch ewig wartet. Denn das tut er schon seit knapp drei Jahren mittlerweile. Würde ich mich für meinen Mann entscheiden wäre es so oder so eine kurze Entscheidung, da Boris ihm alles erzählen würde und mein Mann sich dann trennt und ich ihn dadurch noch mehr verletzen würde. Ich finde einfach keine Richtung, in die ich meine Gedanken lenken kann, damit dies ein Ende hat und ich mein Leben endlich wieder leben kann. Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Vater aus verschiedenen Gründen. Nun werde ich ihm immer ähnlicher. Ich bin wirklich verzweifelt, weil ich auch einfach mit keinem darüber sprechen kann.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Ich habe mit meinem Mann ein Haus und einen Hund. Er kann gut mit Geld umgehen und gibt mir eine Art Sicherheit. Boris lebt in einer zwei Zimmer Wohnung, hat keinen Führerschein, kommt aus sehr schlechten Verhältnissen und der Umgang mit Geld ist auch nicht sehr gut. Verstehen Sie mich nickt falsch. Ich bin nicht sehr materiell. Aber die Sicherheit ist dort einfach anders. Ich hatte schon immer Probleme mich zu entscheiden und auch Veränderungen fallen mir sehr schwer. Schon allein mal anders geschminkt zu sein oder die Haare anders zu haben ist für mich eine Schwierigkeit.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 7 Monaten.

Danke für Ihre Ergänzungen.

In so einer Lage hat man ja grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Man entscheidet sich, wie auch immer, oder man entscheidet sich nicht und lässt alles so weiter laufen.

Sie beschreiben, dass im Falle einer Entscheidung von Ihnen viel von Ihrem Leben zusammenbrechen würde. Und Sie beschreiben, dass auch dann, wenn Sie keine Entscheidung treffen, etwas geschehen kann, das zu solchen Zusammenbrüchen führen würde.

Wie ich schon weiter oben sagte, eine ähnliche Situation haben vielen Menschen der Gegenwart, Sie stehen damit also nicht allein da.

Und Ihre Beschreibung zeigt zuletzt ganz deutlich, das es gleichgültig ist, ob Sie sich entscheiden oder nicht entscheiden. Wenn es Ihnen also schwer fällt, sich für den einen oder den anderen zu entscheiden, dann warten Sie einfach ab. So oder so wird die Situation sich mal auflösen, auch ohne eine Entscheidung von Ihnen.

Sie haben vermutlich gehofft, dass ich Ihnen hier die Entscheidung erleichtern könnte. Das geht aber leider nicht. Wir als Psychologen können anderen Menschen die Entscheidung leider nicht abnehmen, auch wenn sie es sich noch so sehr wünschen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.