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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 2127
Erfahrung:  Psychotherapeut
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich bin 46, weiblich und nehme seit 5 Jahren 10 mg

Diese Antwort wurde bewertet:

ich bin 46, weiblich und nehme seit 5 Jahren 10 mg Escitalopram. Mir ging es gut. Im November hat sich mein großer Wunsch erfüllt und ich habe einen Job und eine Wohnung vom Arbeitgeber eine Wohnung in München bekommen. Bin mit meinem 14 jährigen Sohn dann umgezogen. Ich habe mich super gefühlt. Bis vor vier Wochen. Da habe Weinattacken gehabt. Dann ging es mir wieder besser und letzten Dienstag bin ich mit einer Panikattacke bei der Arbeit zusammengebrochen.

Ich nehme auch noch L-Thyrox 50mg wegen einer leichten Schilddrüsenunterfunktion. Jetzt drehe ich mich wieder im Kreis und habe Angst. Morgens wache ich auf und weine und frage mich woher das kommt.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Morgen,

es ist für Sie nieder schmetternd, dass Sie nach einer langen Phase der Besserung Ihrer Krankheit plötzlich einen schweren Rückfall erleben müssen.

Das scheint eine paradoxe Reaktion zu sein, die bei Angsterkrankungen manchmal vorkommt: Ein Erlebnis der Befreiung von der Krankheit oder der großen Freude löst starke Gefühle aus und dann kommen manchmal die alten Angst- und Depressionsgefühle auch zurück.

Das ist in der Regel gut wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Sie könnten die Dosis von Escitalopram etwas erhöhen, dann könnte nach 1 Woche wieder Entspannung eintreten. Sie sollten das aber mit Ihrem Arzt besprechen, meinen Empfehlung kann ja nur vorbehaltlich sein, weil ich Sie ja nicht kenne und nicht untersuchen kann.

Darf ich aber auch noch nachfragen?

Was hat vermutlich Ihre Ängste und die Depression ausgelöst?

Begann das vor 5 Jahren oder schon früher?

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich bin mir nie ganz im Klaren gewesen, was der Auslöser war. Ich habe mich vom Exmann getrennt da war der Kleine 2 Jahre alt. Ich habe mir damals schon überlegt ob es Ängste waren, dass ich ihn nicht auf den richtigen Weg bringe und durch die Arbeit im Einzelhandel zu wenig Zeit habe. Auch die Arbeit selbst hat mich nicht mehr ausgefüllt. Das habe ich dann geändert. Habe mich in Buchhaltung weitergebildet. Hier habe ich jetzt auch einen guten Job mit netten Kollegen und gutem Verdienst. Gehe aber morgens um 7 aus dem Haus und komme abends um 19:00 zurück von Mo bis Do. Meinen Sohn habe ich eine Klasse runterstufen müssen weil das Schulsystem anders ist. Jetzt hat er große Probleme in Französisch und sagt er will runter auf die Mittelschule. Es ist aber nur eine Vermutung, dass es daran liegen könnte. Ansonsten stemme ich alles alleine den Umzug die Entscheidungen. Und ich war stolz auf mich und glücklich. Jetzt das. Diese Ungewissheit was es ist was mich aus der Bahn wirft. Nachdem ich so glücklich war hier.

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen.

Sie mussten jahrelang kämpfen: Nach der Trennung von Ihrem Ehemann allein die Entscheidungen treffen und Verantwortung tragen, Ihre Arbeitssituation verbessern, ein Umzug in eine neue Umgebung, die Schulprobleme Ihres Kindes. Wenn man sich in einer solchen Phase des "Existenzkampfes" befindet, entsteht immer auch Angst und Unsicherheit. Im Kampf mass man diese Gefühle so weit wie möglich unterdrücken. Das ist Ihnen gelungen, auch das Medikament hat etwas geholfen. Jetzt ist der Erfolg da und die Anspannung lässt nach - jetzt melden sich die unterdrückten Gefühle.

Diese Gefühle werden nachlassen, da Sie jetzt weniger zu kämpfen haben und eine Lebenssituation haben, die Sie zufrieden macht. Derzeit befinden Sie sich gefühlsmäßig im Übergang zwischen "Kampf" und "Entspannung". Nach einer Zeit des Übergangs wird es Ihnen besser gehen und Sie werden die neue Situation wieder genießen können.

Wie ich schon sagte, Im Übergang können Sie sich Erleichterung verschaffen, indem Sie das Escitalopram leicht erhöhen - nach Absprache mit Ihrem Arzt. Später können Sie das wieder reduzieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Guten Abend Herr Schweißgut,
danke für Ihre hilfreichen Worte. Sie haben mich gut aufgebaut. Gestern konnte ich zur Arbeit, ich hatte mulmige Gefühle und Gedanken. Bei der Arbeit versuchte ich mich abzulenken. Ging soweit auch gut. Heute Nacht eckte mich mein Sohn weil er Angst hatte, das hat mich wieder aus der Bahn geworfen. Heute Morgen habe ich es nicht geschafft zur Arbeit zu gehen. Mein Hausarzt hat mir empfohlen die Escitalopram von 10 mg auf 20 zu erhöhen. Das habe ich heute morgen gleich getan. Mein Körper fühlt sich schwer an und ich habe enorme Existenzängste wenn ich sehe wie es mir geht. Ich habe noch drei Monate Probezeit und die Wohnung habe ich auf den Arbeitgeber. Job weg Wohnung weg und das in München. Ich bin gerade am verzweifeln und nur am Weinen.
Mit dankbaren Grüßen
Sandra

Guten Tag,

hat Ihr Sohn häufiger nachts Angst?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Er hatte bis jetzt nur ein mal eine Panikattacke zu Weihnachten als er mit seinem Vater im Urlaub war. Heute Morgen habe ich ihn gefragt was war, er meinte er hat schlecht geträumt.

Ich habe den Eindruck, dass es jetzt vor allem Ihr Sohn ist, der Hilfe braucht. Der Umzug und Schulwechsel machen ihm doch sehr zu schaffen. Sie sollten mit zu einem Psychologen vor Ort gehen, evtl. zum zuständigen Schulpsychologen oder zu einer Psychologischen Beratungsstelle. Auch ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut kommt in Frage, aber die haben meistens lange Wartezeiten.

Sie haben ja eigentlich einen guten positiven Schritt gemacht. Sie waren 1 Tag zur Arbeit und haben es geschafft. Sie sollten sich jetzt nicht von dem Problem Ihres Sohnes anstecken lassen. Das muss er - mit Hilfe eines Psychologen - lösen. Da können Sie nichts mehr machen, er ist ja jetzt 14 Jahre alt.

Nach der Erhöhung es Escitalopram kann er vorübergehend noch einmal verstärkte Nebenwirkungen geben, die sich dann bald wieder auflösen. Sie sollten sich deshalb jetzt keine neuen Sorgen machen. Sie haben gestern gesehen, dass Sie es schaffen können. Das war ein sehr guter erster Schritt.