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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1891
Erfahrung:  Psychotherapeut
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Mein fester Freund hat schon seit Kindesalter Depressionen.

Kundenfrage

Mein fester Freund hat schon seit Kindesalter Depressionen. Dazu kommt das seine Mutter paranoid Schizophren ist und sein Vater sie nach seiner Geburt verlassen und eine neue Familie gegründet. Er hat 2 ältere Brüder.
Da er der jüngste ist, wurde er von seiner psychisch kranken Mutter permanent bewacht und kontrolliert. Sie hat ihm alles weggenommen was er liebte und ihn eingesperrt. Es wurde bei ihm ADHS diagnostiziert und dementsprechend auch Medikamente als Kind bekommen.
Seit er im Kindergarten war, wurde er gemobbt und es wurde sich über ihn lustig und gemacht. In der Schule wurde es immer schlimmer. Zuhause war seine Mutter die ihn regelrecht misshandelt hat, die teilweise auch über Monate in eine psychiatrische Klinik musste, und in der Schule wurde er gemobbt.
Als er das erste mal Medikamente gegen ADHS bekommen hat, hat er schon gemerkt wie sehr ihn die Tabletten beeinflussen und wie extrem negativ sie sich auf seinen Verstand und Körper auswirkten.
Heute wissen wir, dass es an seiner Hochsensibilität liegt die niemand bei ihm bemerkte. Er reagiert sehr sehr empfindlich auf alle Medikamente und als er nach seinem ersten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach seinem Selbstmordversuch mit 16 Antidepressiva verschrieben bekommen hat, hat er auch durch die starken Nebenwirkungen und die Benommenheit die er spürte beschlossen keine Medikamente mehr zu nehmen.
Dadurch dass er Hochsensibel ist, nimmt er alles zu Herzen. Sein leben lang wurde er mit Füßen getreten und beleidigt und ausgelacht, weil er eben sehr emotional auf alles reagierte.
Es hat ihn so viel kraft gekostet in die Schule zu gehen das er jeden Tag nach der Schule weinend in seinem Zimmer lag und nichts tun konnte. Natürlich konnte er sich nie richtig ausdrücken (dazu kommt auch noch seine Legasthenie) und seine Gefühle mitteilen. Alles was er tat war seine tiefe depression und enttäuschung an den anderen Menschen runter zu drücken, sodass er auf Psychiater und Ärzte nur als faul und einfach depressiv eingestuft wurde. Niemand glaubte ihm dass ihm die Welt und die ganzen Reize zu viel sind.
Relativ früh hat er angefangen Alkohol zu trinken, weil er bemerkte dass es seine Gefühle betäubt. Später nahm er auch andere Drogen, mit denen er sich auch schon versucht hat umzubringen, ohne erfolg. Jedoch war sein erster Suizidversuch mit 16, als er Versucht hat sich zu erhängen, wobei das Strick gerissen ist.
Er ist extrem emphatisch und ist in jedem Aspekte Hochsensibel. Er hat einen sehr guten Geruchssinn, er hört sehr gut etc. Seine Fähigkeit sich Sachen in seinem Kopf bildlich vorzustellen ist sehr ausgeprägt. Er hat dazu auch ein sehr gutes Gedächtnis und erinnert sich an Ereignisse von vor über 15 Jahren, die ihn bis heute noch im Kopf herum spuken und ihn beschäftigen.Wenn er raus geht, ist er sofort überfordert und hat eine Reizüberflutung. Sein Kopf ist so aktiv, dass er jedes Geräusch, jedes Gespräch und alles um ihn herum wahrnimmt und nicht ignorieren kann, was dann zu der überforderung führt.
Er weint oft und ist einfach überfordert mit allem und der Welt um sich rum, mit den Anforderungen des Jobcenters von dem er aktuell Harz4 bezieht weil er einfach nicht das haus verlassen kann (und schon 26 ist und damit Anspruch auf Harz4)
Therapie hat ihm nie was gebracht, er ist sich selbst schon sehr bewusst und weiß genau wie sein Verstand funktioniert. Er hat schon so oft versucht sich zu ändern, aber wie ändert man dass sein Körper und sein Geist einfach extrem reizempfindlich sind? Er kann seine Biologie nicht ändern, auch wenn er es noch so sehr versucht. Dazu ist er auch sehr anfällig für Erkältungen und schmerzen. Er hat täglich schmerzen und kann nicht richtig schlafen, was ihn zusätzlich fertig macht und ihm die kraft raubt.
Er redet so oft davon einfach keine Kraft mehr zu haben und am liebsten Selbstmord begehen würde, wovon ich ihn abhalte.
Wir kennen uns erst seit 2 Jahren und ich bin der erste Mensch dem er sich so öffnen konnte, da jeder andere den er vor mir kannte ihn nur ausgenutzt, belogen, verarscht und ausgelacht hat.
Ich bin nie wütend und nehme niemandem etwas übel, da er zu starken Emotionen neigt, wird er manchmal wenn ihm alles zu viel wird etwas lauter und hasst sich im Nachhinein dafür weil er nicht so sein will. Ebenso braucht er viel Zuneigung weil er diese nie bekommen hat.
Er kann mit keinem Arzt darüber reden, da er vorher schon versucht hat sich einem Psychiater zu öffnen aber dann ausgelacht und runtergemacht wurde. Von einem Arzt der ihm eigentlich helfen sollte. Das war wahrscheinlich auch die Krönung dass er nicht mehr zu Ärzten möchte.
Wissen sie ob es irgendeine eine Möglichkeit gäbe für ihn endlich etwas ruhe zu bekommen? Wäre es möglich ihn früh berenten zu lassen dass er nicht mehr die Verpflichtung hat zum Amt zu gehen etc? Ich glaube er braucht einfach ein paar Jahre um von allem Abstand zu bekommen und zu heilen, wobei ich ihn Unterstützen möchte. Was denken sie?
Gepostet: vor 16 Tagen.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 16 Tagen.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 16 Tagen.

Guten Abend,

für eine Frühberentung braucht er ein oder mehrere Gutachten von einem Arzt oder mehreren. Damit hätte er sicher Schwierigkeiten.

Er hat ein extrem schweres Schicksal. Es ist kein Wunder, dass er damit nicht fertig wird. Es ist in einer Sackgasse des Lebens gelandet, aus der er allein nicht mehr heraus findet.

Sie sollten sich über Ihre Möglichkeiten keine Illusionen machen. Als Freund oder Partner kann man in einer solchen Situation nicht wirklich helfen. Sie können ihn verständnisvoll und freundschaftlich liebevoll begleiten, das tut ihm sicher gut, aber das wird ihm nicht aus der Sackgasse heraus helfen.

Sie könnten ihn aber vielleicht dazu bewegen, eine Psychotherapie zu machen. Er könnte sich an eine Psychologische Praxis vor Ort wenden. Mit dieser professionellen Hilfe könnte er es langsam und schrittweise schaffen.

Ich wünsche Ihnen und ihm viel Erfolg.

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Das Problem ist ja dass er keine Therapie machen will weil er genau weiß was das Problem ist, aber die körperlichen Symptome und die Reizüberflutung kann er nicht ändern und genau das ist ja sein Problem. Medikamente wird er auch nicht nehmen können weil er zu sensibel darauf reagiert und weil es seinen Kopf benebelt, er hat schon ein paar versucht ohne Erfolg.
Gäbe es keine andere Möglichkeit?
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 15 Tagen.

Guten Morgen,

Sie lieben ihn offenbar sehr und setzen sich für ihn. Er kann sich glücklich schätzen, dass er Sie hat.

Er ist leider so weit in seiner Sackgasse drin, dass er allein und aus eigener Kraft da nicht mehr heraus kommt. Er braucht professionelle Hilfe.

Er war wohl bisher bei Psychiatern. Dort wird man überwiegend mit Medikamenten behandelt. Ich habe oben eine Psychotherapie bei einem*r Diplom-Psychologen*in vorgeschlagen. Da läuft es anders. Da geht es darum, dem Patienten zu helfen, sein Verhalten zu ändern, und dies dann fachkundig zu begleiten. Ich bin sicher, das wäre das Richtige für ihn.