So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Johann Schweißgut.
Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1963
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich habe eine Frage zum Verhalten meines 20 jährigen Sohn

Kundenfrage

ich habe eine Frage zum Verhalten meines 20 jährigen Sohn der seit längerer Zeit absolut keine Motivation mehr hat die Schule weiter zu besuchen. Er steht kurz vor dem Abitur hat aber kein Interesse mehr die Schule zu beenden und hat viele Fehlzeiten. Er konsumiert regelmäßig Gras und seine Gedanken sind sehr weltfremd. Er sieht das Gesellschaftssystem als krank an, er fühlt sich eingeengt und akzeptiert keinerlei gesellschaftliche Vorgaben und möchte sich auch nicht in ein Wertesystem einfügen. Er hat keinerlei Interesse an einer Ausbildung, eines freiwilliges Soziales Jahr oder an Schule. Er denkt er wird automatisch eine Eingebung bekommen die ihm den richtigen Weg weist, bis dahin möchte er sich treiben lassen. Das sehe ich und meine Frau jedoch anderst und wir würden ihn gerne mehr lenken. Unterschiedliche Lösungen haben wir ihm aufgezeigt, doch immer wenn es darauf ankommt macht er einen kompletten Rückzieher und lässt sich total hängen. Er sieht selbst ein dass sein Verhalten mit den Kanabiskonsum zusammenhängt aber er schafft den nächsten Schritt aus der Abhängigkeit nicht. Wir sind ratlos und wissen nicht welche Möglichkeiten wir haben um aus dem Kreislauf heraus zu kommen. Können Sie uns einen Weg aus der Krise aufzeigen? vorab herzlichen Dank für ihr Verständniss.

Gepostet: vor 10 Monaten.
Kategorie: Psychologie
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 10 Monaten.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 10 Monaten.

Guten Morgen,

Sie machen sich große Sorgen um Ihren Sohn.

Darf ich noch etwas nachfragen?

Seit wann hat er diese "weltfremden" Gedanken?

Wieso steht er erst mit 20 Jahren vor dem Abitur?

Wie finanziert er seinen Gras-Konsum?

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Guten Abend,
gerne dürfen Sie nachfragen um detailliert antworten zu können, zu ihren Fragen:
1. die weltfremden Gedanken hat er seit dem er wieder verstärkt Gras konsumiert, das ist seit ungefähr Pfingsten diesen Jahr.
2. Er hat nach dem Realschulabschluss auf ein technisches Gymnasium gewechselt, hat die 11. Klasse abgeschlossen und hat in Klasse 12 sehr viel Fehlzeiten gehabt und ist nach dem ersten halben Jahr schon ausgestiegen. Danach hat er die Schule verlassen und nichts richtiges fortgeführt. Im Sommer 2017 hat er dann einen erneuten Anlauf in einer andern Schule (gewerbliches Gymnasium) gemacht, Klasse 12 abgeschlossen danach aber wieder eingebrochen und Schule abgebrochen. Er kann sich nicht motivieren und hat keine Motivation irgend etwas auf die Beine zu stellen.
3. Seinen Konsum finanziert er sich durch Kapital das er sich während einer Sommertätigkeit (4 Wochen) verdient hat.Wir (meine Frau und ich) sind ziemlich ratlos was wir denn jetzt tun sollen. Bei Gesprächen zeigt er sich zwar einsichtig aber er kann und möchte eigentlich nichts an seiner Situation ändern. Er sieht das Problem nicht bei sich sondern an der Gesellschaft und dem System. Er versteht nicht in welcher Situation er sich eigentlich befindet und dass er sich immer tiefer in eine ziemlich aussichtslose Situation manövriert.Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie mir einen guten Rat geben könnten wie wir uns verhalten sollen ohne die Situation weiter zu verschärfen. Wir möchten auf der einen Seite dass er sich wohl fühlt und einen Weg für sich findet andererseits möchten wir ihn nicht als Faulenzer zu hause sitzen haben.
Experte:  Johann Schweißgut hat geantwortet vor 10 Monaten.

Guten Morgen und vielen Dank für die ausführlichen Ergänzungen.

Sie machen sich große Sorten wegen Ihrem Sohn und Sie haben recht damit. Er befindet sich offenbar in einer desolaten persönlichen Situation, aus der er bislang keinen Weg heraus gefunden hat.

Die Entwicklung zu dieser Situation hat ja offenbar schon vor Jahren angefangen, jedenfalls seit Beginn der 12 Klasse. Seit damals verweigert er Besuche und Leistungen der Schule. Mitte vergangenen Jahres ist dann der Gras-Konsum hinzu gekommen, dass ist aber "nur" ein weiteres Symptom und nicht die Ursache für die Entwicklung. Aber der Gras-Konsum zeigt auch, dass es schlimmer wird mit ihm. Denn die Abhängigkeit von einer Droge macht es noch viel schwerer für ihn, die Richtung zu ändern.

Inzwischen ist er volljährig. Rechtlich gesehen haben Sie nicht mehr über ihn zu bestimmen, auch nicht bei gesundheitlichen Problemen. Er hat ein gesundheitliches Problem mit seiner Psyche. Darin liegt der Grund für diese problematische Entwicklung. Ich kann von hier aus keine exakte Diagnose treffen, weil ich ihn nicht persönlich untersuchen kann. Aber eine psychische Störung halte ich für sehr wahrscheinlich.

An dem Punkt, an dem er jetzt steht, können Sie als Eltern leider nicht viel helfen. Er braucht eine Psychotherapie. Dafür müsste er sich an eine psychotherapeutische Praxis vor Ort wenden. Über die folgende Adresse finden Sie Psychotherapeuten in Ihrer Region, die mit der Krankenkasse abrechnen können:

https://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html.

Ich fürchte, er wird nicht ohne Weiteres zu einer Therapie bereit sein. Eigentlich fehlt ihm ja auch an seinem privaten Leben bisher nichts und der Sinn für persönliche, schulische und berufliche Anstrengungen fehlt ihm offenbar ganz und gar. Wie Sie selbst schon geschrieben haben - aus seiner Sicht könnte es so weiter gehen mit ihm.

Sie schreiben, Sie möchten, dass er sich einerseits wohl fühlt und andererseits auch für sein Fortkommen anstrengt. Den Anstrengungen ist er in den vergangenen Jahren erfolgreich aus dem Weg gegangen. Aber ich bin sicher, er fühlt sich zuhause sehr wohl - vielleicht auch zu wohl. Er ist in dem Alter, in dem man sich auch den unbequemen Seiten des Lebens stellen muss. Wenn er aber alles, was er persönlich braucht, täglich hat, gibt es für ihn keinen Grund, sich anzustrengen. So muss er für nichts Verantwortung übernehmen. Das wiederum liegt auf der Linie seiner psychischen Störung.

Zusammenfassend kann ich also sagen:

Er braucht eine Psychotherapie, um mit den Aufgaben, die das Leben ihm stellt, fertig zu werden und vom Gras los zu kommen. Sie wollen und können ihn nicht dazu zwingen, aber Sie können ihn dafür motivieren.

Sie sollten deshalb versuchen, es ihm zuhause nicht allzu schön zu machen. Er sollte für seine Angelegenheiten die Verantwortung übernehmen müssen und auch die Unannehmlichkeiten tragen müssen, die sich einstellen, wenn er sich nicht um sich kümmert.

Er sollte die Erfahrung machen, dass seine Lebensführung es mit sich bringt, dass er auf bestimmte Dinge verzichten muss. Wenn er zuhause alles bekommt, dann muss er auf nichts verzichten und kann die Vorteile eines selbstständigen Lebens nicht erkennen.

Wenn Sie diese Haltung ihm gegenüber einnehmen, wird er nach einiger Zeit auch offener sein für eine Therapie.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Ihrem Sohn und Ihnen alles Gute.