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BJnD8
BJnD8,
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1369
Erfahrung:  dasdasd
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Ich möchte hier eine immer wiederkehrende Problematik im

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich möchte hier eine immer wiederkehrende Problematik im Bereich Partnerschaft schildern, in der Hoffnung eine Einschätzung bzw. professionelle Meinung hierzu zu erhalten.

Vorweg, ich habe 2008 die Diagnose "Zwangserkrankung" erhalten, war deshalb auch in einer psychosomatischen Klinik in Behandlung und nehme seit 10 Jahren Paroxetin, aktuell 10 mg täglich. Hinsichtlich meiner Kontrollzwänge bin ich dank der damaligen Therapie relativ beschwerdefrei, habe also keinen Leidensdruck. Meine Stimmung ist ausgeglichen und gut.

Hinsichtlich einer Partnerschaft war ich im Großen und Ganzen, mit einer kurzen Unterbrechung von 3 Monaten (2015) und einer weiteren Beziehung von ca. 5 Monaten (2016), 10 Jahre Single.

Nun bin ich seit April wieder in einer Beziehung. Anfangs entwickelte sich alles recht gut, wobei ich nicht sagen würde, dass ich unglaublich verliebt war bzw. dieses typische Verknalltheitsgefühl hatte (Hatte ich das letzte Mal 2008). Dennoch mochte ich ihn sehr gerne. Nun merke ich aber, dass meine Gefühle seit 2 oder 3 Wochen immer weniger werden, sich alles verflüchtigt, und ich ins Zweifeln komme (wie auch schon bei den vorangegangenen Beziehungen). Eine konkrete Ursache bzw. einen Auslöser gibt es meiner Meinung nach nicht.

Letztes Wochenende hat sich alles zugespitzt. Kleinigkeiten und Verhaltensweisen nerven und stören mich immens. Es staut sich alles an. Ich hatte das Gefühl aus der Zweisamkeit ausbrechen zu müssen. Zärtlichkeiten / Sex und Zuwendung seinerseits konnte ich fast nicht mehr ertragen und war froh, wenn ich wieder zu Hause war (Wochenendbeziehung). Statt Nähe wollte ich eigentlich Distanz. Ich verhielt und verhalte mich sehr kühl, was mir natürlich leid tut und meinem Partner auch auffällt.

Dieses fehlende Verliebtsein und die geringen Emotionen kamen auch schon in den letzten beiden Partnerschaften vor. Es ist wie ein Muster. Und ich frage mich, woran das liegt. Ich habe immer den Eindruck irgendwann - wie schon erwähnt - ausbrechen zu müssen, da ich zu wenig fühle.

Aktuell bin ich in keiner Psychotherapie, konsultiere aber ca. 2 Mal jährlich meine Fachärztin für Psychiatrie hinsichtlich meines Befindens und des Medikaments. Was mir bezüglich des Paroxetins recht plausibel erscheint, ist, dass man emotionstechnisch ja ein wenig in Watte gepackt ist. Soll heißen, ich bin stimmungsmäßig stabil und habe wenig Schwankungen, nach oben, wie nach unten. Unangehnehme Emotionen haben wenig Platz, aber auch angenehme Emotionen sind "gedeckelt". Nun habe ich in einem Artikel gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Antidepressiva und fehlender Verliebtheit/Liebe geben kann, da das Verliebtsein u. a. mit einem niedrigen Serotoninspiegel in Verbindung steht. Durch mein Medikament wird der Serotoninspiegel aber angehoben, was wiederum Dopamin und Noradrenalin unterdrückt. Ich erkläre mir das so, dass bei mir deshalb der Funke garnicht bzw. nur erschwert - durch die biochemischen Schwierigkeiten - überspringen kann. Die Voraussetzungen sind also schon garnicht die Besten. Wie sehen Sie das?

Ich finde es ist eine recht komplexe Problematik. Immer wieder befinde ich mich in der gleichen Zwickmühle und katapultiere mich in unangenehme Situationen, welche mich belasten. Ich zweifle natürlich auch an mir selbst. Es muss ja an mir liegen, so meine Vorstellung. Daweil wünsche ich mir nichts sehnlicher als mich zu verlieben, eine Partnerschaft zu führen und Gemeinsamkeit sowie Geborgenheit zu erfahren.

Ich danke ***** ***** schon mal für Ihre Antwort.

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Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Tag,

Sie haben recht. Paroxetin greift in die Funktionen des zentralen Nervensystems ein und verändert diese, primär mit dem Ziel, die psychische Krankheit positiv zu beeinflussen. Unausweichlich werden zusätzlich andere, an sich gesunde Funktionen beeinflusst, meistens im Sinne einer Beeinträchtigung.

Antidepressiva speziell verändern die gefühlsmäßige Reaktionsfähigkeit. Das betrifft nicht nur die depressiven Gefühle, sondern alle Gefühle. Die Gefühle werden gedämpft, Gefühlsausschläge - positive wie negative - werden seltener und schwächer.

Unter dieser Medikation werden daher auch erotische und Liebesgefühle gedämpft. Ein "Gefühlsrausch", der ja das Verliebtsein ausmacht, wird unwahrscheinlicher.

Deshalb ist es grundsätzlich problematisch, wenn Psychopharmaka langfristig konsumiert werden. Einerseits heilen sie die Krankheit nicht, sie "deckeln" sie nur und unter dem Deckel bleibt sie weiter erhalten. Andererseits beeinflussen sie generell das Lebensgefühl des Menschen, indem sie alle Gefühle flacher machen.

Auf lange Sicht ist es daher sinnvoll, mit einer Depression und mit Zwangsgedanken eine Psychotherapie zu machen. Sehr häufig kann damit erreicht werden, dass die Beschwerden verschwinden oder dass sie so weit gemindert werden, dass eine dauerhafte Medikamenteneinnahme nicht erforderlich ist.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Danke für Ihre Antwort. Ich bin froh, dass sie die Thematik ähnlich sehen.Ich denke, dass ich auf jeden Fall, in Absprache mit meiner Ärztin, Paroxetin langsam ausschleichen kann. Bin, wie erwähnt, stimmungsmäßig sehr ausgeglichen und stabil und die Zwänge sind auf einer Skala von 1 bis 10 bei 2.Vielleicht ist dies der erste Schritt in die richtige Richtung. Eine andere Idee meinerseits ist, dass ich Angst habe mich zu binden. Seltsam finde ich auch diese unerträglichen und unangenehmen Gedanken, Emotionen und Körperempfindungen, die nach einer gewissen Zeit in den Beziehungen aufkommen. Ich lehne dann den anderen so stark ab, dass mich dies selbst schockiert. Was könnte das sein?

Darf ich dazu noch etwas nachfragen?

Wie haben Sie während Ihrer Kindheit die Beziehungen in Ihrer Familie erlebt?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Die Beziehungen aller Familienmitglieder untereinander waren sehr schwierig und sind es auch heute teilweise noch. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich meine Eltern einmal umarmt haben oder ein liebevoller Umgang miteinander stattfand. Manchmal hat meine Mutter mit meinem Vater - und umgekehrt - tagelang nichts geredet. Dann galt es sich immer vorzutasten und herauszufinden wie die Stimmung ist.Meine Mutter hatte eine Affäre, ist dann ein paar mal ausgezogen und teilweise aber wieder zurückgekommen. Es wurde auch einmal kurz eine Familientherapie versucht. Ich stand als Kind immer zwischen den Stühlen. Habe versucht es jedem recht zu machen und mich korrekt zu verhalten. Soll heißen, vor dem einen nur nicht zeigen, dass ich zum anderen halte. Auf Äußerungen bedacht sein etc. Meine Kontrollzwänge haben sicherlich auch in der Zeit meines Heranwachsens ihren Ursprung.Auch heute spricht meine Mutter noch schlecht über meinen Vater und umgekehrt. Ich "darf" mich da nicht äußern, da ich nur sehr wenige Erinnerungen habe und mein Vater mir das auch übel nehmen würde, wenn ich konkret Partei ergreife. In unserer Familie gibt es keine direkte Kommunikation, sondern alles läuft über Dritte. Eine Streitkultur existiert nicht.

Vielen Dank für Ihre Offenheit.

Der Hauptgrund für Ihre Schwierigkeiten, mit Gefühlen in der Beziehung und wahrscheinlich auch allgemein umzugehen, liegt in Ihren Erfahrungen in der Herkunftsfamilie. Die Beziehungsmuster in der Familie und Ihre Rolle darin haben es Ihnen unmöglich gemacht, Ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu kommunizieren. Das wäre aber die Grundlage für funktionierende jede Beziehung.

Zugleich hat sich eine Angst entwickelt, dass es für Sie zu einer Katastrophe kommt, wenn Sie irgendwann Ihre Gefühle offen zeigen.

Diese beiden Muster machen es Ihnen als erwachsenem Menschen schwer, eine Beziehung dauerhaft einzugehen und mit Ihren Gefühlen in der Beziehung so umzugehen, dass es für die Beziehung gut ist.

Ich denke auch, dass auch Ihre (Kontroll-)Zwänge in dieser Geschichte ihren Ursprung haben.

Das alles spricht dafür, dass eine Psychotherapie die beste Hilfe für Sie wäre.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ja, ich werde das mit meiner Fachärztin für Psychiatrie besprechen. Ich kann ja ohne weiteres einige probatorische Sitzungen ausmachen. Wäre Ihrer Meinung nach eher eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologische PT ratsam? Bisher hatte ich nur VT's.Würden Sie die Problematik in der momentanen Beziehung offen ansprechen? Habe immer noch die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet..Danke ***** ***** helfen mir wirklich sehr!

Bei den Kassen-Psychotherapeuten gibt es sowieso zunächst 5 probatorische Sitzungen.

Am besten für wäre wohl eine Systemische Psychotherapie. Das ist der neueste und mit Abstand wirkungsvollste Ansatz, aber es gibt vorerst nicht so viele systemische Therapeuten. Aber wenn Sie jemanden finden, würde ich Ihnen das empfehlen. Wenn das nicht gelingt, würde ich eine tiefenpsychologische Therapie empfehlen.

Sie sollten die Problematik in ihrer Beziehung ansprechen. Das zeigt ihrem Partner, dass Sie es ernst meinen mit der Beziehung. Wenn er es ebenfalls ernst meint, wird er sicher verständnisvoll reagieren. Wenn er es nicht ernst meint - naja.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

BJnD8,
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1369
Erfahrung: dasdasd
BJnD8 und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Dann werde ich das mal angehen.Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe und die schnellen Antworten! ��