So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Johann Schweißgut.
Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom Psychologe
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1925
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Psychologie hier ein
Johann Schweißgut ist jetzt online.

habe das Problem, dass ich mich immer selbst runter ziehe

Diese Antwort wurde bewertet:

ich hoffe Sie verstehen mich und können mir weiterhelfen;        

Ich habe seit ca. einem Jahr das Problem, dass ich mich immer selbst runter ziehe. Ich kann nicht mehr positiv denken. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich kann eigentlich so zufrieden mit meinem Leben sein, bin aber trotzdem so unzufrieden mit allem.

Zum Beispiel habe ich eine neue Arbeitsstelle bekommen in der Firma in der ich es mir so sehr gewünscht hatte. Aber anstatt mich zu freuen denke ich ständig, dass ich die Arbeit sowieso nicht schaffen werde und sowieso wieder gekündigt werde und die mich bestimmt nur haben wollten weil andere Bewerber abgesagt haben oder so.

Ich mache mir ständig über alles und jeden Gedanken und sehe alles nur noch negativ. Ich traue mich auch gar nicht anderen etwas zu erzählen weil ich immer Angst haben dass alle schlecht von mir denken oder über mich reden könnten.

Ich fühle mich ständig als würde ich alles falsch machen und gebe mir für alles was passiert die Schuld (z. B. wenn mein Freund krank wird denke ich, ich habe die Wohnung nicht gut genug geputzt oder habe zu ungesund gekocht....)

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich das alles beschreiben soll, hoffe aber trotzdem dass Sie mir weiterhelfen können, da es mich einfach so sehr belastet und ich aufgrund meiner Ängste etwas falsch zu machen auch gar keine Lust mehr habe etwas zu unternehmen. Und vielleicht hört es sich so an als wäre mein Problem eine Kleinigkeit, aber es ist so schwierig für mich so weiterzuleben, deshalb möchte ich mich an Sie wenden.

Es tut mir leid, dass ich so viel geschrieben habe, trotzdem vielen Dank ***** ***** für Ihre Geduld und Hilfe.

Zusätzliche Angaben:
Geschlecht: Weiblich
Alter: 21

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Tag,

ich sehe, dass Sie schon sehr lange auf eine Antwort warten, das tut mir leid.

Ich verstehe, dass Ihr Zwang, alles negativ für sich zu sehen, und Ihre Ängste Ihnen das Leben sehr schwer machen. Es geht so weit, dass Sie Ihr Leben nicht als lebenswert empfinden.

Darf ich noch etwas nachfragen?

Sie sagen, diese Probleme seien etwa seit 1 Jahr da.

Können Sie noch erzählen, was sich vor ca 1-2 Jahren sonst noch in Ihrem Leben geändert hat?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Tag Herr Schweißgut,
Danke ***** ***** mich verstehen.
Ich war nie so ein Mensch... ich habe immer positiv gedacht und war ein sehr glücklicher Mensch deshalb ist die Situation für mich umso schwieriger.
Also vor einem Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen gezogen und habe meine Ausbildung abgeschlossen. Vor 2 Jahren wurde ich ständig von einem Arbeitskollegen angefasst und belästigt und mein ehemaliger Chef hat mir nicht geglaubt. Allerdings have ich dies sehr gut verarbeitet mit Hilfe von Freunden und Familie. Ansonsten gab es keine Veränderungen oder besondere Ereignisse in den letzten 2 Jahren.

Ja, das ist wirklich verwirrend. Vor 1 Jahr haben Sie für Ihr Leben zwei große Schritte nach vorne getan, Sie haben Ihre Ausbildung abgeschlossen und sind mit Ihrem Freund zusammen gezogen. Sie sind damit endgültig in das Erwachsenenleben eingetreten.

Und ausgerechnet dann beginnt Ihre tiefe Unsicherheit und Angst.

Kennen Sie solche Probleme vielleicht aus Ihrer Herkunftsfamilie? Hatte jemand solche Probleme? Ihre Mutter? Ihr Vater? Sonst jemand?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Genau das belastet meinen Freund deshalb auch sehr weil ich ihn dann sehr oft auch unfair behandle und ihm sage dass er an allem schuld ist weil er eine sehr schwierige Mutter hat die mich behandelt hat als wäre ich sein Kindermädchen.Nein also ich habe es zumindest noch nicht gehört dass es jemandem aus meiner Familie genauso geht wie mir

Lieben Sie Ihren Freund? Auf den ersten Blick hört sich das nicht so an.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ja ich liebe ihn über alles. Kann nur seine Eltern nicht leiden.

Vor diesem Problem stehen die meisten Partnerschaften in Deutschland. Das Schwiegereltern-Thema wird ja entsprechend auch in vielen Witzen verarbeitet.

Sie sollten sich klar machen, was Ihnen wichtiger ist,

  1. dass Ihr Freund Sie liebt oder dass seine Eltern Sie lieben
  2. dass Sie Frieden mit Ihrem Freund haben oder dass Sie seine Eltern umerziehen.

Sie wollen sicher eine langfristige Beziehung mit Ihrem Freund. Wenn Sie seine Eltern bekämpfen, haben Sie langfristig Krieg in Ihrer Beziehung, 30 Jahre und länger. Deshalb sollten Sie Ihre Prioritäten noch einmal überprüfen.

Sie haben sich nicht wieder gemeldet, deshalb möchte ich meine Antwort noch einmal zusammenfassen:

Sie sagen, Sie ziehen sich immer runter und denken und erwarten immer das Negative. Nachdem wir das jetzt am Beispiel Ihrer Beziehung besprochen, das gilt aber wohl für Sie allgemein:

  1. Haben Sie immer klar für sich, wo Ihre Priorität liegt, also was für Sie wirklich wichtig ist? Bei Ihrem Freund (wie besprochen), bei der Arbeit usw..
  2. Stellen Sie vielleicht zu hohe Ansprüche? An Ihren Arbeitgeber (nätürlich kündigt er Ihnen die Stelle, wenn Sie die Arbeit nicht schaffen)? An Ihren Freund (soll er sich neue Eltern anschaffen)? Und vor allem an sich selbst?
  3. Was ist es tatsächlich, womit Sie unzufrieden sind? Mit Ihrem Freund (glaube ich nicht)? Mit Ihrem Erwachsensein (wollen Sie lieber zu Ihren Eltern zurück ziehen)?

Wenn man solche Sachen für sich nicht klar hat, dann ergibt sich quälende Unsicherheit und Angst. Sie leiden ja schon sehr darunter. So sehr, dass Ihnen die Freude am Leben vergeht. Vielleicht sollten Sie es mal mit den o.g. Fragen probieren, es könnte helfen.

Falls das nicht hilft, geht das Problem wohl tiefer. Dann könnte es sinnvoll sein, dass Sie eine Psychotherapie machen. Das können Sie in einer Psychologischen Praxis vor Ort machen, die Krankenkasse bezahlt das.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ja das möchte ich. Ich weiß nur nicht wie ich das machen soll. Mein Freund hat schon mit den Eltern gesprochen und sie haben auch endlich aufgehört mich so zu behandeln und eigentlich bin ich auch kein nachtragender Mensch aber trotzdem kann ich die Eltern einfach nicht leiden....Können Sie sich vorstellen dass die Eltern schuld an meiner Situation sind weil sie mir immer das Gefühl gegeben haben ich muss alles richtig machen oder liegt das alleine an mir?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Tut mir leid ich bin eingeschlafen deshalb habe ich nicht gleich zurück geschrieben.
Habe ihre zweite Nachricht zuerst übersehen. Anfangs dachte ich auch dass es die Unsicherheit ist wie alles funktionieren wird mit dem zusammen ziehen und alles aber normal sollte dass ja auch wieder vorbei gehen aber bei mir wird es immer schlimmer und das seit einem Jahr.

Guten Morgen,

zum ersten Teil: Das kommt aus Ihnen heraus und wird von den Schwiegereltern nur verstärkt. Sie sollten deshalb mehr an Ihrer Haltung arbeiten.

Zum zweiten Teil: Ihre Unsicherheit ist nicht die Ursache sondern die Folge. Ihr eigentliches Problem habe ich oben mit den Punkten 1, 2, und 3 angesprochen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Guten Morgen,
Ok, das heißt ich stelle zu Höhe Ansprüche? Aber ich kann das ja nicht einfach abschalten.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Haben Sie da eine Idee wie ich da lockerer werden kann?

Sie sollten nicht den 2. vor dem 1. Schritt machen.

Die Klärung der Prioritäten ist das ersten. Also was ist Ihnen wirklich wichtig und was steht in der 2. und was in der 3. Reihe.

Wenn das klar wird, dann verändern sich Ihre Ansprüche teilweise von allein oder sind leichter von Ihnen zu ändern. Bei den zweit- und drittrangigen Angelegenheiten kann man die eigenen Ansprüche leichter überprüfen und abbauen. Insgesamt ergibt sich dann eine Erleichterung. Und wenn Sie dann noch den Punkt 3 klären, dann kann Ihre Zufriedenheit sich verbessert. Damit steigt dann auch das Wohlbefinden.

Aber wie ich schon sagte, es kann auch sein, dass diese Selbsthilfemaßnahmen nicht helfen. Dann sollten Sie eine Psychotherapie ins Auge fassen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ok dann werde ich das so versuchen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Vielen Dank. Schönen Tag noch.