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BJnD8
BJnD8,
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1411
Erfahrung:  dasdasd
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Ich hatte eine sehr intensive Facebookfreundschaft mit einem

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich hatte eine sehr intensive Facebookfreundschaft mit einem Mann, den ich im nachhinein als borderliner sehe.Er hat mir in stundenlangen chats und mit vielen Fotos vor allem aus seiner Kindheit, mit Videos (er war Gitarrist und Sänger) sehr viel erzählt über sich und sein Leben, was alles passt zu dem , was ich seither über borderline gelesen habe. Die Freundschaft (wer haben uns nie persönlich getroffen,es war dennoch sehr nahe) ging kaputt, nachdem ich kritisch reagierte, als er sich an Sylvester betrank. Er bekam kurz darauf Panikattacken mit Selbstmordimpulsen, die einige Tage lang dauerten, schrieb mir dann noch, er würde jeden Menschen wegstoßen, der ihm emotional zu nahe käme. Ich sei coabhängig. Aber er bat mich um Verzeihung, er könne nicht anders. Das hat meine eigenen Trennungsschmerzen, auch aus der Kindheit, getriggert. Anfangs schrieb er noch, er würde mir berichten, wenn er einige Tests gemeacht hätte, es sah so aus, als sei die Trennung nur auf Zeit gedacht. Das ganze nimmt mich gegen jede Vernunft sehr mit, und ich bin zwar erschüttert über sein Leben, über den sexuellen Missbrauch, den er erlebt hat und voller tiefem Mitgefühl, aber doch nicht so empathisch und altruistisch und verständnisvoll, wie ich es gerne wäre. Er beantwort jetzt keine mail mehr, hat mich bei Facebook entfreundet und manchmal finde ich sein Verhalten grausam, erlebe sein Schweigen als eine Aggression. Ich weiß, dass er sexuelle Beziehungen früher beendet hat, wenn sie zu eng wurden und dass er sich nach seiner Aussage dafür schuldig fühlt. Da ich eher eine treue Seele bin, schmerzt mich der Gedanke ***** ***** er offenbar keinen Gedanken und kein Gefühl mehr an mich verschwendet, da seine Erzählungen derart plastisch beschrieben waren und er sehr sensibel auch über seine dysfunktionale Familie sprach. Ich weiß nicht, ob er mich innerlich völlig ausradiert hat und wie ich damit innerlich umgehen soll .

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Abend,

Sie haben eine sehr schmerzhafte Trennungserfahrung gemacht. Der Trennungsschmerz quält Sie offenbar sebr.

Ich möchte noch etwas nachfragen, darf ich?

Wie alt sind Sie? Haben Sie vor dieser auch schon eine oder mehrere Beziehung von ähnlicher Intensität gehabt?

Sie haben Ihre Trennungsschmerzen aus der Kindheit erwähnt - können Sie darüber noch etwas erzählen?

Danke ***** ***** für Ihre Ergänzungen.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Sehr geehrter Herr Schweißgut, vielen Dank für die rasche Antwort. Ich will jetzt nur relativ kurz antworten, weil ich müde bin und schlafen will. Die erste Frage ist schnell zu beantworten: Ich werde in dieser Woche 74 Jahre alt, was mir etwas peinlich ist angesichts meiner Gefühle. Der Mann ist 49 Jahre alt, und wir hatten beide nie vor, eine Art Liebesbeziehung zu beginnen. Ich denke, wenn wir uns persönlich begegnet wären, wäre die Beziehung wahrscheinlich nie so intensiv geworden. Es hat viel mit der Faszination der Sprache zu tun. Wir haben auf Englisch geschrieben. Für mich ist Sprache ein wichtiges Ausdrucksmittel, und soweit ich das beurteilen kann, kann er sich unheimlich gut ausdrücken, sehr genau Atmosphären und Zwischenmenschliches beschreiben. Er hat mal geschrieben, unsere chats seien wie ein Tanz.
Sie fragen nach der Trennungserfahrung in meiner Kindheit. Ich denke, das war ein traumatisches Erlebnis, das erste, an das ich mich erinnern kann. Meine Mutter war schwanger, als ich 3 Jahre alt war. Eines Nachts war sie verschwunden, und eine fremde Frau saß an meinem Bett und nahm mich mit sich. Meine Mutter hatte eine Eklampsie und war 3 Monate lang im Krankenhaus, während ich in der lieblosen frommen Familie meines Vaters Erfahrungen machte, die ich nie vergessen werde. Zu allem Übel starb das Kind, das meine Mutter gegen Warnungen der Ärzte zur Welt gebracht hatte, durch eine unsaubere Spritze. Mein Vater sagte, hätten die Deutschen Penicillin bekommen, das nur für die Amerikaner zur Verfügung stand, hätte es überlebt. Als meine Mutter nach 3 Monaten zurückkam, war sie depressiv und hatte täglich schwere Migräneanfälle bis zum Ende ihres Lebens. Die Beziehung zwischen uns war zerstört. Sie hat mich nicht nur zurückgewiese mit meiner Lebendigkeit und meinen Bedürfnissen, sondern auch meinem Vater zur abendlichen Bestrafung durch Prügel zugeführt. Von da an war ich das böse Kind, und das bin ich für meine Eltern bis zu ihrem Tod geblieben. Das ist jetzt eine Kurzfassung der Geschichten, die ich darüber geschrieben habe. Die Frage, ob ich schon vorher so intensive Beziehungen hatte, ist schwer zu beantworten. Man kann Gemeinsamkeiten in meinen Beziehungen sehen, aber jede Beziehung ist anders. Außerdem sieht manches nach Jahren im Rückblick anders aus, als es sich damals angefühlt hat. Ich hatte Mißbrauchsbeziehungen z.B., von denen mir gerade eine eingefallen ist mit einem Pfarrer, zu dem ich zur Seelsorge kam. Sie endete dramatisch, und ich wollte ihn anzeigen. Da war eher die Sexualität, das was mich an ihn innerlich band für lange Zeit und die Trennung so hart machte, besser gesagt das weggestoßen und niedergemacht werden. In Gesprächen haben wir uns eigentlich gar nicht verstanden. Er war ein Spießbürger mit einer Maske für die Welt, innen hohl. Was ich damals fühlte, war natürlich anders. Ich fühlte mich dem Facebookfreund viel näher und habe viel mehr Achtung vor ihm, eben weil er aus der Unterschicht kommt, schwer traumatisiert ist und dennoch so gut er es konnte, überlebt hat. Es gäbe noch viel zu sagen, aber ich muss jetzt ins Bett gehen, es ist schon ein Uhr.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Telefonieren möchte ich nicht, schon weil meine Finanzen das nicht zulassen. Einen Therapeuten werde ich auch nicht suchen. Sie wollen mehr wissen, um nicht eine kurze und falsche Antwort zu geben. Das ist richtig. Aber ich merke, um mich wirklich sehen zu können, wie ich bin, müßte ich einen Roman schreiben, was ich im übrigen auch will. So vieles kann von einem Experten, der sein Wissen im Kopf hat, falsch eingeordnet und falsch interpretiert werden. Das habe ich in meinen Therapieversuchen ständig erlebt, und es hat mir sehr geschadet. Ich sehe die Internetbeziehung zu John (so heißt der Mann) so: Gefunden haben wir uns über Facebook, weil wir beide in Veganergruppen sind, das Tierleid schrecklich finden und Videos über die Grausamkeiten, die Menschen den Tieren antun, teilen. Außerdem hat er eine deutsche Mutter mit dem gleichen Vornamen wie ich, darüber kamen wir dann in ein intensives Gespräch. Ich habe mich sehr schnell reinziehen lassen, weil ich gründlich bin und ihm Fragen stellte, die er wiederum nicht mit einer kurzen Erklärung beantwortete. Ich habe, auch begünstigt durch meine sogenannten Therapien, Schwierigkeiten, mich abzugrenen. So blieb ich am Computer sitzen, auch wenn ich etwas anderes vorhatte, ins Bett gehen wollte, weil mir die Augen fast zufielen oder mir der Rücken wehtat. Er hatte immer so viel zu sagen, und ich stellte immer neue Fragen. Das ist sicher ein Muster bei mir, dass ich sehr auf die Probleme anderer Menschen eingehe und die mir sofort alle Probleme erzählen. Das passiert mir mit Männer und auch vielen Frauen, im Supermarkt und in der Straßenbahn. Ein Stück weit will ich das auch nicht ändern, weil ich gleichgültige Menschen nicht mag und nicht sein will wie sie. Ab einem gewissen Punkt aber schade ich mir damit, weil ich es nicht über´s Herz bringe, den Redefluß abzubrechen, selbst wenn wir irgendwo stehen, wo ich friere oder es dunkel wird und ich durch den Wald im Dunkeln heimgehen muss u.s.w. Die Menschen, die mir ihr Herz ausschütten, denken nicht im Traum daran, wenn es mir einmal schlecht geht, darauf einzugehen. Da denke ich schon, dass ich mich als Mülleimer mißbrauchen lasse, denn ich höre nicht distanziert zu, sondern mit viel Mitgefühl. Ich habe einige Jahre lang in einer Psychiatrischen Klinik als Musik-, Tanz- und Dramatherapeutin gearbeitet und war mit dieser Arbeit sehr zufrieden, war auch bei Patienten und und Mitarbeitern beliebt und anerkannt. Leider habe ich aufgehört damals, um noch ein volles Musikstudium zu machen. Zurück zu diesem John: Er hat mir viele Fotos aus seiner Kindheit geschickt, auch aus späteren Jahren, und ein Video für mich gedreht. Anfangs war mir vieles fremd. Er ist Rockmusiker, ich habe klassische Musik studiert und hatte nie etwas übrig für Rockmusik. Er hatte eine sexuelle Beziehung nach der anderen, manche "just for fun", was schon nach Sexsucht klang, ich hatte lange aber unglückliche Beziehungen. Die meisten meiner Partner waren beziehungsgestört, da Opfer von sexuellem Mißbrauch in der Kindheit. Anfangs war das noch kein Thema in der Psychoszene, aber ich war sehr blauäugig in punkto Psychotherapie. Ob die Beziehungen intensiv waren? Nicht so, wie die Internebeziehung. Sie waren für mich zu leidvoll. Anfangs stand ich John in einigen Punkten auch distanziert bis kritisch gegenüber. Ich mochte nicht, was er über sein Sexleben erzählte, aber er schien es zu bereuen bzw unglücklich darüber zu sein und beruhigte mich, das sei Vergangenheit. Mit seiner Musik konnte ich anfangs auch nicht so viel anfangen. Dann stieß ich auf ein youtube-Video, in dem singt er das Lied "Drugs don´t work". Der Text stammt nicht von ihm, aber er passt total zu einem Erlebnis aus seiner Kindheit, das er mir geschildert hatte: Seine Mutter hatte versucht, sich mit Antidepressiva das Leben zu nehmen, sein Vater hat sie verprügelt, und die 3 Kinder sahen die bewußtlose Mutter auf dem Boden liegen, dachten, sie sei tot und versuchten verzweifelt, sie wachzurütteln. Die Kinder kamen daraufhin für einige Monate in ein Waisenhaus. Ich habe eine lebendige Vorstellungskraft, und die Bilder in meinem Kopf sowie sein Gesang berührten mich so tief, dass mir noch heute die Tränen kommen, wenn ich daran denke. Ich komme aus dem Bildungsbürgertum, dem ich jedoch skeptisch gegenüberstehe und mich auch nie zugehörig fühlte. Obwohl ich die Musik von Bach, Beethoven und Brahms liebe und spiele. Aber es gibt viele arrogante, geistig beschränkte oder gar dumme Musiker, auch Ärzte und andere Berufe. Bei John hatte ich das Gefühl, dass er etwas lebt und ausdrückt, bei dem die meisten Menschen, die sich positiv nennen, lieber wegsehen. Ich stellte ihm immer mehr Fragen und verstand ihn immer besser. Allerdings hab ich nicht begriffen, wie seine "anxiety", also frei flottierende Angst (ein typisch deutscher, steifer Ausdruck) sein ganzes Leben prägte, wie sehr er ein Getriebener war in seinen sexuellen Beziehungen. Er sprach von rollercoaster. Achterbahn findet man
Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Warum auch immer, das Schreiben funktioniert nicht mehr. Vielleicht überschreitet es die Anzahl der Worte, die hier erwünscht sind. Also: Den Ausdruck "Achterbahn der Gefühle" findet man in allen Artikeln über borderline. So bin ich auf diese Störung, über die ich zuvor nichts wußte, gestoßen. Die Bilder in meiner Seele, die durch den Kontakt entstanden sind, sind intensiver als bei anderen Beziehungen, glaube ich, oder einfach gehäufter, auch wenn ich immer mit starkem Mitgefühl reagiere, wenn mir Menschen ihre Kindheitstraumata erzählen, die ich nicht vergesse.
Ich habe John auf seinen Wunsch hin auch von meiner Vergangenheit, hauptsächlich Kindheit, erzählt, ( er wollte eine Beziehung auf Gegenseitigkeit) und er hat liebevoll, sensibel, tröstend reagiert. Das habe ich kaum jemals erlebt und es weckte in mir die Hoffnung, in ihm den einfühlsamen Menschen gefunden zu haben, den ich weder in meinen Partnern noch in meinen sogenannten Therapeuten jemals gefunden hatte. Er sprach von parallelen Wegen, die wir gehen, wir seien soulmates und könnten uns gegenseitig spiegeln. Ja, ich war jeden Abend und jeden Morgen freudig erregt, wenn er sich meldete, auch wenn die chats viel länger gingen als ich es vorhatte. Erst ganz am Ende, als er Panikattacken hatte und Suizidimpulse, sagte er mir, dass er zweimal in seinem Leben, einmal als Kind und einmal als Erwachsener, von Männern vergewaltigt worden ist, dass er jedoch darüber nicht mehr reden will. Sexueller Missbrauch ist für mich schon seit langem ein Thema, und es empört mich, wie sehr er totgeschwiegen wird und wie sehr oft die Opfer für die Wirkungen verantwortlich gemacht werden. Auch ich sehe mich als Opfer von sexualisierter Gewalt durch meinen Vater (Prügelritual, zu dem ich mich nackt ausziehen mußte, emotionaler Missbrauch durch beide Eltern, Projektionen, Unterstellungen und abwertende Prophezeiungen) Das schuf für mich , nicht für die andern, die mich mochten und schätzten und nichts davon wußten, immer einen Graben zwischen mir und denen, die aus eigener Erfahrung sowas nicht kennen, sich nicht vorstellen können und entsprechen abwertend reagierten. Ich hatte gehofft, John und ich könnten lebenslang Freunde sein, weil wir beide wissen, wie Hölle auf Erden sich anfühlt, auch wenn ich mich im Vergleich zu ihm privilegiert fühle als jemand, der noch einmal davongekommen ist. Ich habe ihn überschätzt und überfordert mit meiner Sehnsucht auf Verständnis. Zu 90 % fühle ich mich solidarisch mit ihm und beschäftige mich in Gedanken und Gefühlen mehr als gut ist mit ihm. Gefühlsmäßig kann ich es nicht fassen, dass dieser(scheinbar?) so einfühlsame und auch reflektierte und dankbare Mann keine meiner mails mehr beantwortet, und das macht mich manchmal wütend. Ich denke dann, ich habe mich wieder missbrauchen lassen, auch wenn mein Verstand mir sagt, dass er wohl nicht anders kann. Es tut sehr weh, zu denken, dass er seinerseits keinen Gedanken mehr an mich verschwendet. Er hat mir geschrieben, dass seine Mutter jahrelang keinen seiner Briefe beantwortet hat und erst jetzt, wo sie kurz vor dem Tod steht, konnte er wieder ihre Liebe spüren. Er hat sie nach Jahren des Schweigens besucht, sie hat ihn umarmt, was ihm viel bedeutet. Anfangs hat er mich immer wieder mit seiner Mutter verglichen und gesagt, er wünschte, sie hätte etwas von mir. Er weiß, wie weh Schweigen tut und macht es dennoch genau so, während ich oft in leidvollen Beziehungen ausgeharrt habe, weil ich dachte, ich kann den Menschen nicht verletzen. Dass unsere zeit- und kraftraubenden chats nicht ewig weitergehen, finde ich in Ordnung. Dass kein einziges Wort mehr von ihm kommt und ich nach all den vertrauten Gesprächen für ihn nicht mehr zu existieren scheine, ist ein großer Schmerz, der sicher mit der Zeit nachlassen wird, aber jetzt spüre ich meine Einsamkeit, mit der ich mich vorher gut arrangiert habe, wieder mehr.

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Offenheit.

Sie haben sich offenbar sehr viel mit sich selbst und anderen Menschen geschäftigt, mit ihren Gefühlen, Verletzungen, Demütigungen. Das verbindet Sie mit manchen, vor allem mit denen, die Ähnliches erlebt haben wie Sie. Es trennt Sie aber auch von anderen, die bei solchen Themen nicht mirfühlen können.

Zu John ist auf diese Weise eine besondere, einmalige Verbindung gewachsen. Sie sind sich beide über das Leid Ihres Lebens sehr intensiv begegnet. Das hat Ihnen beiden gut getan. Ihm hat es wohl auch deshalb gut getan, weil seine Mutter ihm gefehlt hat und Sie in seinem Gefühl diesen Platz eingenommen haben.

Bei ihm hat sich das wohl plötzlich verändert. Vielleicht schon in dem Moment, als er wieder Kontakt zu seiner Mutter bekam. Sie hat dann wieder ihren angestammten Platz bei ihm eingenommen.

Er hat den Kontakt zu Ihnen nicht dehalb beendet, weil Sie ihm nichts mehr bedeutet hätten. Im Gegenteil. Wenn man sich von jemandem trennt, der einem sehr wichtig ist, dann kann das manchmal nur verkraftet werden, wenn die Trennung vollständig und konsequent vollzogen wird. Seine Art der Trennung ist deshalb wohl eher ein Beweis dafür, wie wichtig Sie für ihn immer noch sind. Aber Sie können ihm leider auf die Dauer nicht die Mutter ersetzen.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Vielen Dank für Ihre Antwort, in der Achtung für uns beide, für John und mich, zum Ausdruck kommt. Nun muss ich sagen, dass ich einerseits das Etikettieren verabscheue, weil in den sogenannten Diagnosen immer etwas Abwertendes steckt, dass ich andererseits so sehr davon geprägt bin, dass ich es selber praktiziere, was Zweifel an meinem Erleben, meinen Wahrnehmungen und an meiner Person auslöst.
So habe ich in letzter Zeit sehr viel über borderline gelesen und bin immer wieder auf Aussagen gestoßen wie die, dass der borderliner den andern nicht wirklich wahrnehme, sondern nur als Spiegel, als Objekt letzten Endes, das ersetzbar sei und dass er bei Trennungen eiskalt sei. Diese Vorstellung hatte mich in der letzten Zeit gequält.
Ich wünsche mir sehr, dass das, was Sie über unsere Trennung schreiben, stimmt,es ist ja viel menschlicher, aber es kommen eben auch durch meine eigene Psychologisiererei Zweifel, die mir nicht guttun. Am Ende hat John mich als codependent bezeichnet, was mich sehr gekränkt hat, er hat es jedoch sicher nicht als Kränkung gemeint, weil er das auch über sich selbst einmal sagte. Ich habe daraufhin einiges über die dependente Persönlichkeit gelesen, und da ich immer wieder auch rebelliert habe in meinem Leben, hatte ich es bislang weit von mir gewiesen, selbst so zu sein. Jetzt muss ich aber gestehen, dass ich an vielen Stellen in meinem Leben mich andern unterworfen habe zu meinem Schaden.
Es gibt im Internet auch einen Trend, von Energieräubern und negativen Menschen zu reden, die man aus seinem Leben rausschmeißen soll, was ich, bezogen auf traumatisierte Menschen, unmenschlich finde. Dennoch denke ich oft, dass ich mit meiner Illusion, zu glauben, ich könnte solchen Menschen helfen (ein Stück weit konnte ich es tatsächlich) mir selbst vieles verbaut habe, auf jeden Fall mein Leben sehr schwer gemacht habe.Und es gibt auch Menschen, die mich als negativen Menschen bezeichnen.
Alle diese Konzepte haben ja den Hintergrund: Derjenige, der etikettiert, diagnostiziert, wird, ist nicht in Ordnung und muss sich ändern.Es kommt immer auf ein Diskriminieren heraus. Ich wehre mich einerseits dagegen, wenn es mir von andern gesagt wird und merke doch, dass ich selber oft diese Sichtweise habe.
Nun haben Sie als Psychologe menschlicher und mit größerem Respekt vor dem einzelnen reagiert, was mir guttut. Doch aus meinem jahrzehntelangen Leben in der Psychoszene kommen mir Zweifel. Das geht über die Erfahrung mit John hinaus und ist etwas Grundsätzliches, das mir gerade erst richtig bewusst wird: Ich bin mir sicher, dass mir meine Erfahrungen mit Psychoanalytikern u.s.w. sehr geschadet haben und merke jetzt, dass ich eine Art, mich und andere zu betrachten, die das Selbstwertgefühl schädigt und gegen die Menschenwürde ist, selbst immer noch betreibe, so als säße ein gewaltiges destruktives mit psychologischen Schlagwörtern gefüttertes Über-Ich in mir. Ich weiß nicht, ob Sie verstehen, was mich gerade quält. Es hat schon mit meiner Beziehung zu John zu tun, aber es geht auch darüber hinaus. Es wäre schön, wenn ich Ihre Worte einfach so nehmen könnte, wie ich es vor wenigen Stunden empfunden habe, ohne diese Zweifel, die jetzt wieder da sind. Das wäre nicht nur für Sie, sondern auch für mich befriedigender

Sie haben diese Etikerrier-Hype gut beschrieben. Alle paar Monate kommt ein neues Etikett raus, mit dem man Menschen diskrminieren kann. In begrenzbaren Bereichen sind solche Etiketten sinnvoll vor allem für eine schnelle Verständigung der Profis untereinander. Aber für die Kommunikation mit dem Patienten sind sie immer problematisch. Der problematische Effekt ist: Wenn es einem Menschen schlecht geht oder er für andere seltsam erscheint, dann ist es schwer für alle Beteiligten, damit umzugehen. Alle sind herausgefordert, sich mit der eigenen Individualität und der des anderen auseinander zu setzen. Dafür fehlt es zunehmend an Bereitschaft und Fähigkeit. Dann ist es für slle viel leichter, ein Etikett an die Hand zu bekommen, das gewissermaßen Handlungsanweisungen gibt. Diese sind allerdings leider für den Betroffenen eine Art von Zwangsjacke, aus der er schwer wieder herauskommt.

Sie sollten auch vorsichtig sein mit psychologischen Online-Foren. Ich habe zur Erkundung eine kurze Zeit in solchen Foren miitgewirkt und es haben sich mir die Haare gesträubt. Das ist für die psychische Befindlichkeit aller Bezeiligten auf die Dauer ungesund.

Sie haben aus dem richtigen Gefühl heraus eine kritische Haltung zu Diagnosen. Aus Ihrer professionellen Erfahrung wissen Sie, dass die Diagnosen bei der Arbeit hilfreich sein können. Sie sollten das Eine von dem Anderen gedanklich und gefühlsmäßig trennen. Die "Patienten" haben menschlich gesehen ein Recht darauf, individuell zu sein, so lange sie nicht andere und sich selbst gefährden. Und die Profis sollten das Recht behalten können, sich die Arbeit mit strukturierenden Diagnosen zu erleichtern.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Guten Morgen! Ich hatte gestern Geburtstag und deshalb nichts geschrieben. Diese Internetbeziehung nimmt mich mehr mit als mir lieb ist, es arbeitet in mir weiter. Ich denke ohne es zu wollen viel an John und über die Beziehung nach, aber es kommt auch sehr vieles aus meinem Leben hoch und viele Selbstzweifel. Ich denke schon, dass die Mutterbeziehung von John eine wichtige Rolle spielt, aber da ist auch vieles im Dunkel. Z.B. ist seine Oma ermordert aufgefunden worden, der Mörder wurde nie gefunden, und wir haben beide an seine Mutter gedacht. Der Besuch bei seiner Mutter war extrem kurz, was ich nicht ganz verstanden habe, ein wenig schon.Ich weiß auch nicht, warum seine Mutter jahrzehntelang keinen seiner Briefe beantwortet hat. Ich habe nur einiges von ihr verstanden, wie Bruchstücke. Die Beziehung zu John hat mir nur partiell gutgetan, vieles, was er erzählt hat, hat mich sehr belastet, wobei ich gestehen muss, dass mich total unkomplizierte Menschen weniger interessieren. Aber vieles ist wie ein Krimi ohne Lösung am Ende, und so arbeitet es immer weiter in mir. Ich denke, dass ich seine Panikattacken herbeigeführt habe und damit das Ende der Freundschaft, weil ich mich kritisch geäußert habe, als er schrieb, dass er sich an Sylvester betrunken hat und geschlafen wie ein Baby. Er hatte anfangs geschrieben, dass Alkohol ihm nicht guttut und er damit aufhören will. Sein Opa war Alkoholiker, aber er ist es nicht. Ich dachte an meinen letzten Freund, auch er als Jugendlicher sexuell mißbraucht, von der eigenen Mutter, der ein großes Alkoholproblem hatte, und habe überreagiert. John hat mich zwaram Ende beruhigt: "You need not be sorry, it is my anxiety", aber ich mache mir doch Selbstvorwürfe. Er hat mich nie beschuldigt oder abgewertet, aber dieses totale Schweigen empfinde ich, auch wenn mein Verstand versucht, es zu erklären, als gemein, und es macht mich wütend. Ein Schulfreund von mir, der Psychiater wurde, sagte mal in einer Vorlesung, die ich besuchte: Schweigen ist die größe Aggression. So empfinde ich es jetzt. Er kennt es von seiner Mutter, er hat sich reumütig gezeigt, als er über die Frauen sprach, die ihn liebten und die er verlassen hat. Er hat geschrieben:" I am very sorry, I abandon you. But I have to. Please forgive me". Damals habe ich ihm vergeben, doch jetzt spüre ich eine verspätete Wut. Ich denke auch, dass ich immer noch den Fehler mache, zu sehr auf andere einzugehen und fühle mich am Ende auch missbraucht. Er hat bestimmt, wann wir chatten, wie lange und was das Thema ist, und ich brachte es nicht übers Herz, abzubrechen.Ich stellte hauptsächlich Fragen, um ihn besser verstehen zu können. Manchmal war es schön, oft aber belastend. So hat er mich gebeten, bei den chats mit seinem Sohn, der kein Englisch kann und in Deutschland lebt, zu übersetzen, was ich einerseits gern machte, was andererseits zeitraubend war.
Trennungsschmerz dauerte immer extrem lange bei mir, und ich kann mir nur sagen, dass es eines Tages vorbei ist. Was aber bei John anders zu sein scheint als bei allen früheren Beziehungen, ist, dass meine eigenen emotionalen Reaktionen schwanken zwischen Extremen. In der Hauptsache hatte ich liebevolle Gefühle, sowohl Mitgefühl ( die habe ich für jedes Missbrauchsopfer, außerdem hat er einen Gehörschaden, weswegen er seine Musikerlaufbahn abbrechen musste) als auch Achtung ( Er hat es geschafft, trotz seiner chronischen Angstzustände und seiner schlechten Startbedingungen noch eine Ausbildung zum Bibliothekar zu machen und das Geld dafür selbst zu verdienen. Er ist reflektiert, sieht auch seine Fehler) . Aber sein Sexleben mit ständig wechselnden Partnerinnen und wie er am Ende andeutete wohl auch Männern ist etwas, womit ich mich schwer tue, das geht mir gegen den Strich, auch wenn ich es als Folge von Traumatisierung einordne. Er hat verschiedene Gesichter, auch auf den Fotos und Videos, die er mir geschickt hat, fast wie ein Schauspieler, der verschiedene Rollen spielt. Das macht mir sehr zu schaffen, löst völlig verschiedene Gefühle in mir aus. Auch mein Vater hatte verschiedene Gesichter, eins für die Öffentlichkeit und eins für seine Frau und mich. Aber ich bin am Ende nicht mehr auf ihn reingefallen und habe jeden Kontakt in den 10 letzten Jahren seines Lebens eingestellt --Bei meiner besten Freundin aus der Schulzeit, auch sie Mißbrauchsopfer, brach während des Studiums- und einer Psychoanalyse- Schizophrenie aus. Ihr Verhalten mir gegenüber blieb bis zu ihrem Tod immer das gleiche, und ich konnte gut mit ihr umgehen. Ich versuche ständig, Ordnung in meine Gefühle gegenüber John zu bringen.
Was zudem noch passiert, ist, dass die Selbstzweifel, die mein Leben leider bestimmt haben, wieder aktiviert werden. Die wurden hauptsächlich durch üble Unterstellungen meines Vaters und der Psychoanalytiker genährt und wirkten wie eine self fulfilling prophecy:
Vater: Du hast schlechtes Erbgut, bei Dir ist Hopfen und Malz verloren----Du bist nur auf der Welt, um uns das

Guten Tag, wie geht es Ihnen? Sie haben den letzten Satz mitten drin abgebrochen.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Geld aus der Tasche zu ziehen. Alternativ: um uns zu quälen. Und das schon als Kleinkind. In der Pubertät ein prägender Satz:" Dich heiratet mal kein Mann. Du willst diskutieren. Ein Mann will abends seine Pantoffel anziehen und seine Ruhe haben. Zu Dir kommen die Männer mal wie die Sau zum Trog". Mein Vater hat sich auch später in mein Leben ständig eingemischt und die Analytiker so beeinflußt, wie ich es damals nicht sehen konnte, weil ich sie für klüger hielt. Auch deren Sätze hatten ein große Wirkung in meinem Leben, für mein Selbstwertgefühl und meine Beziehungen. Da war Prof. Kutter, von dem ich mich immer, wenn ich aufhören wollte, weil ich nach jeder Sitzung depressiv war, zurückholen ließ, leider. In der letzten Stunde schrie er: "Sie haben hier nicht zu analysieren, analysieren darf nur der Analytiker. Ich habe Sie immer gehaßt. Menschen wie Sie muß man hassen". Selbst nach Jahzehnten, jetzt wo ich denke, ihn zu durchschauen, wo er tot ist, tut das noch weh. Da war ein weniger bekannter mit Sätzen wie:" Auf Sie fällt kein normaler Mann herein", und über meine erste Liebe gehässig: "Sie passen zusammen wie ein kaputter Deckel auf einen kaputten Topf". Es gibt noch mehr dergleichen. Natürlich mache ich mir Vorwürfe, das alles so lange ausgehalten zu haben und diesen gehässigen Männern mehr geglaubt zu haben als denen, die sich ernsthaft für mich interessierten damals. Da war auch noch ein Satz meiner Mutter, als ich vom Schüleraustausch in England zurückkam und freudig erzählte, dass mich alle gemocht haben, in der Hoffnung, sie merkt, dass ich liebenswert bin: "Dann haben sie dich nicht wirklich gekannt. Wenn man Dich wirklich kennt, kann man Dich nicht gern haben. Andere Eltern hätten Dich längst verstoßen" Mir wird erst in den letzten Jahren bewußt, wie sehr all diese Sätze mein Leben beeinflußt haben. Natürlich hat es mir auch deshalb besonders gut getan, dass John mich so positiv sah (was früher allerdings viele taten, und ich bin immer davon gelaufen voller Angst, die Abwertungen würden am Ende stimmen.) Ich versuche zur Zeit, mein Selbswertgefühl zu verbessern durch englische Video-Serien wie" the tapping solution" und Hypnose-Videos von Marissa Peer. Denn obwohl ich weiß, dass das alles nicht stimmt und die verbliebenen Freundinnen das auch bestätigen, ist mein Verstand relativ schwach dagegen. Manchmal denke ich, ich habe gelebt wie eine Magersüchtige, die sich für zu dick hält. Mein Leben hätte viel besser laufen können,doch ich kann die Uhr nicht zurückdrehen. Aber ich habe so vieles überlebt und denke, ich werde auch diese Trennung überleben. Ich hatte halt tatsächlich den Worten John´s geglaubt, wir seien Seelenverwandte. Und jetzt muss ich mich wieder mit dem Alleinsein abfinden

Ihr ganzes Leben war die Suche nach Liebe. John hat ihnen noch einmal die Hoffnung gegeben, dass es diese Liebe gibt.

Vielleicht hätte er Ihnen gern weiter Liebe gegeben. Aber zum Schluss war er wohl überfordert durch den Tod seiner Mutter.

In jeder Beziehung gibt es eine Phase, in der Wertschätzung und Liebe herrscht. So war das auch mit John. Vielleicht macht es Ihnen das Alleinsein leichter, wenn Sie sich ein Tagbuch anlegen und darin für jeden Menschen, zu dem Sie eine Beziehung hatten, die positive Zeit der Beziehung aufschreiben.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Danke!
Kunde: hat geantwortet vor 6 Monaten.
Ich weiß nicht, ob John´s Mutter gestorben ist. Sie ist so alt wie ich und sehr krank, sie sollte operiert werden und ist lebensmüde. Er hat sie nur im Kreis seiner Familie gesehen, wo sie ihn dann plötzlich umarmte. Dann ist er nach Hause gefahren, obwohl er eine Woche Urlaub hatte. ...Das mit dem Tagebuch ist eigentlich eine gute Idee, aber mir fällt keine Beziehung ein, in der es eine wirklich schöne Phase gab. Vielleicht zu dem Pfarrer, aber ich kann das im nachhinein nur als Missbrauch sehen. Darüber hab ich eine längere Erzählung geschrieben, als ich noch Liebe für ihn empfunden habe, die sogar gedruckt wurde, doch Liebe und Achtung waren einseitig. Er hat sich vielleicht seine Männlichkeit bewiesen mit einer Eroberung. Ich war gutgläubig um nicht zu sagen naiv. Er sagte Dinge wie: "Gott hat Dich nur für mich geschaffen". Dann gibt es noch einen Mann, der etwas jünger war als ich, der war nett, aber sehr gestört, traumatisiert, was ich damals nicht ganz verstanden habe. Von sexuellem Mißbrauch wußte ich wenig. Er hatte Zwangsstörungen und konnte nur mit viel Alkohol und nur allein schlafen, was unsere Beziehung von Anfang an schwierig machte. Am Ende schrieb er:" Du hast mir sehr geholfen, vielen Dank, ***** ***** brauche ich Dich nicht mehr". Wenigstens hat er sich bedankt für meine Unterstützung.Er hat dann Klavier studiert und Komposition. Aber es ist traurig: Von seiner Schwester und einem gemeinsamen Bekannten oder Freund weiß ich, dass er nie mehr eine Beziehung hatte, alle Post zurückgehen lässt und völlig zurückgezogen lebt. Im großen und ganzen also eher eine sehr traurige Erinnerung. Es gibt tatsächlich auch einige gute Erinnerungen in meinem Leben, entweder an Menschen, zu denen ich keine engere Beziehung eingegangen bin, aus lauter Angst, ich sei nicht gut genug, vor allem aber wenn ich in Gruppen das tun konnte, was meinem Wesen und meinen Begabungen entspricht: Gemeinsam musizieren, Theater spielen, auch Solo mit Musik Märchen erzählen. Einmal habe ich im Fernsehen die Tänze einer indischen Tempeltänzerin simultan erklärt, so dass der Zuschauer bei jeder Bewegung die Bedeutung wußte. Dabei habe ich mich wohl gefühlt. Bei solchen Tätigkeiten wird die Welt plötzlich einfach und überschaubar. Es gibt ein Kreidekreuz auf dem Boden, auf dem man zu stehen hat, alle sind freundlichich, und alle Probleme fallen von einem ab. Ich hab auch eine berufsbegleitende Ausbildung in Ausdruckstanz gemacht. Dabei war ich richtig glücklich. Danach hab ich mich aber nicht getraut, mich für eine gute Stelle zu bewerben. Auch durch das rabiate Eingreifen bzw Verbieten meiner Eltern und später der sogenannten Therapeuten sind die Erinnerungen an künstlerische Tätigkeiten mit Schmerz gemischt, aber solange ich diese Dinge machen konnte, war ich in meinem Element und fühlte mich dazugehörig, gemocht, anerkannt.
Heute früh habe ich nach einem Video Gymnastik gemacht und hatte für diese kurze Zeit ein gutes Gefühl. Ich sollte wieder Klavier spielen und mich bewegen, womit ich schon vor einigen Jahren resigniert aufgehört habe. Ich habe zuviel Zeit und Kraft mit der vergeblichen Suche nach Liebe am falschen Platz verbracht

Sie haben recht.

Übrigens kann man nicht finden. Sie steht einem auch nicht zu. Aber manchmal wird sie einem geschenkt. Vielleicht nur für einen Winpernschlag, vielleicht für Wochen und Monate. Keine Liebe hält dauerhaft. Wenn man Glück hat, entsteht Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl, das kann lange halten. Aber auch das kann man nicht einfordern - es kann einem nur geschenkt werden.

Sie haben einige schöne Momente aus Ihrem Leben bechrieben: Gymnastik nach einem Video, Klavier spielen, sich bewegen, künstlerische Tätigkeiten, Theater spielen, mit Musik Märchen erzählenk, anderen Menschen Bewegungen erklären.

Vielleicht können Sie das eine oder andere davon wieder aufgreifen. Hören Sie dabei nicht auf andere Menschen, die Sie davon abbringen wollen. Machen Sie hin und wieder etwas, das Ihnen ein gutes Gefühl gibt, wenn auch jeweils nur für eine kurze Zeit.

Wir haben uns hier lange unterhalten. Inzwischen sind wir ein wenig von ursprünglichen Thema abgekommen - vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen.

Ich unterhalte mich gern weiter mit Ihnen. Ich möchte Sie aber bitten, diesen Chat hier mit einer Bewertung zu beenden, damit der Bezahlvorgang abgeschlossen werden kann. Sie können gern einen neuen Chat eröffnen und mich wieder ansprechen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

BJnD8 und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.