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BJnD8
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1197
Erfahrung:  dasdasd
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ich leide seit 2 Monaten unter zerreißenden Liebeskummer

Diese Antwort wurde bewertet:

ich leide seit 2 Monaten unter zerreißenden Liebeskummer und habe bereits einen stationären Aufenthalt hinter mir. Allerdings tue ich mich schwer die Trennung zu akzeptieren. Ich habe große Verlustängste. Zu meiner Geschichte:

Mein Ex Freund (19) hat sich überraschender Weise im Januar nach über 3 Jahren von mir getrennt. Die Trennungssbsichten sind mir bis heute mehr oder weniger unbekannt. Er hat sich per WhatsApp getrennt und fortan jegliche Kommunikation unterbunden. Sie müssen wissen, dass er jemand war, der sehr geklammert hatte. Er hat viel in diese Beziehung investiert. Er hat sehr „kindlich“ geliebt, d.h., dass er keine Entscheidung ohne mich getroffen hat, er hat die Sicherheit und Stabilität bei mir gesucht, welches sich auch körperlich äußerte. Oft war er anhänglich und suchte ständig den Körperkontakt. Er hat sich immer nach mir gerichtet, was ich nicht gutheißen möchte. Er hat sich immer nur auf mich konzentriert, in seinen Plänen und Zielen, weshalb er auch seinen Freundeskreis vernachlässigte. Er brauchte nur mich. Ich war seine einzige Bezugsperson, der er sich geöffnet hatte. Er spricht jedoch nicht gern über Gefühle und ist prinzipiell ein Konflikt-vermeidender-Typ. - Sonst wirkte er stets ausgeglichen und ruhig.

Nach dem Abitur änderte sich dies jedoch. Er hat sich kurzer Hand entschieden ein FSJ zu machen, ohne wirkliche Überzeugung. Er tat dies, weil ich schon lange vorhatte ein Auslandsjahr zu machen. Da er mich nicht verlieren und zeitgleich ein Studium mit mir beginnen wollte, entschied er sich für diese Form der Brückenbeschäftigung. Dafür musste er jedoch umziehen. Er freute sich auf die Selbstständigkeit und versprach sich viel von dem Alleineleben. Er wurde allerdings enttäuscht. Schon in den ersten Wochen fühlte er sich einsam und leer. Auch seine Arbeit machte ihm keinen Spaß. Zeitgleich fing ich an im Schichtsystem zu arbeiten (um Geld vor der Ausreise anzusparen) und arbeitete demnach auch am Wochenende. Immer wieder äußerte er sich zu seiner Einsamkeit und bat mich mehrere Male zu ihm zu ziehen. Die Treffen waren durch diese Umstände auch stets mit Stress und Hektik gepaart. Er verbrachte die Wochenenden bei mir, wartete manchmal alleine, bis ich fertig mit der Arbeit war. Er entwickelte Heimweh, trotzdem wollte er mich weiterhin sehen. Zeitgleich bastelte er schon an unserer Zukunft. Er wollte mit mir nach Wien ziehen. Im September waren wir auch für ein paar Tage dort. Es war sein Traum. Ich wollte allerdings nicht in Wien studieren und beichtete ihn dies auch. Ich sagte ihm jedoch, dass ich ihn in seinen Zielen unterstütze und nicht wolle, dass er sich für mich umentscheidet. Dies tat er allerdings. Im Oktober hatte er einen neuen Studiengang gefunden, in unmittelbarer Nähe zu meinem Wunschstudienort. Im November hatte er eine Tiefphase. Er wirkte zunehmend leer und antriebslos, hatte kaum Motivation früh‘s aufzustehen. Aber über seine negativen Gefühle wollte er sich patou nicht unterhalten. Er merkte, dass er alleine ist und kaum Freunde hat. Als dann noch mein Auslandsjahr real wurde, und ein Termin stand.. wurde alles schlimmer. Er verleugnete seine Ängste mich zu verlieren, aber ich weiß er hatte sie. Er sagte mir: „Tu es für dich, auch wenn ich dir sage du sollst nicht.“ Allmählich wurde er gereizter. Immer wenn ich Treffen verschieben musste, wurde er kühler und entgegnete mir mit desinteressierten gleichgültigen Antworten „Whatever“. Es entstanden mehr Reibungspunkte. Ich bin ein ziemlich selbstzweifelnder Mensch und projizierte seine Launen auf mich. Ich gab mir die Schuld. Im Dezember manifestierte sich sein Schreibverhalten, im persönlichen Kontakt war er aber verliebt wie immer- redete in der Wir-Form, distanzierte sich nicht körperlich, plante noch sehr euphorisch unseren kurzen Urlaub etc. Ich war verwirrt, aufgrund seines ambivalenten Verhalten und fing an die Gespräche zu suchen. Ich fragte ihn, ob was nicht stimme, ob er mich weniger lieben würde etc. Er würgte diese Gespräche ab. Es wäre alles in Ordnung. Es änderte sich jedoch nichts. Immer wenn wir geschrieben haben, wirkte er kühl. Ich fing an zu weinen und meine Unsicherheiten zu kommunizieren, immer wieder buhlte ich nach Aufmerksamkeit um sicher zu gehen, dass er auch noch wirklich da ist. Beim nächsten Treffen sagte er mir, dass er mich weniger liebe. Ich war schockiert, immerhin habe ich im persönlichen Kontakt seine Liebe immernoch wahrnehmen können. An diesem Abend wirkte er auch verliebter als zuvor. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt und er hielt immer meine Hand, weil er mich nicht verlieren wollte, wir schliefen auch miteinander und teilten unsere Liebe. Ich war so verzweifelt. Was stimmt denn nun? Seine Worte oder seine Taten? Ich versuchte auf seine Taten zu vertrauen. Er sagte auch, ich solle in die Liebe vertrauen, wenn er Stress empfindet kann er das nur nicht so ausdrücken. Die zwei Wochen darauf waren jedoch angespannt, immer wieder musste ich weinen und fragte ob dieses Ungleichgewicht unserer Beziehung nicht schaden würde. Kurz danach trennte er sich zum ersten Mal. Wir waren in seiner Wohnung. Er hat mich kurz vorher auch nochmal zu Skifahren eingeladen, welches ich jedoch ablehnen musste. Er kam auch noch eher von der Arbeit und stellte seinen Wecker auch immer 10 Minuten eher, um mit mir kuscheln zu können. Was mich am meisten umgehauen hat, war die Tatsache, dass er sogar über Kinder sprach. Trotzdem empfand ich Spannungen. Sein Gesagtes hallte immer nach. Ich weinte wieder. Er machte Schluss. Ich brach zusammen und flehte. Er macht dicht, wird immer kühler und sagte, dass er mich nicht mehr liebt. Allerdings fängt er auch an zu weinen, und versucht der Situation zu entfliehen. Nach einigen Gesprächsversuchen zog er die Trennung zurück. Sofort war er wieder anhänglich und legte sich auf mich, klammerte. Zu meinen Fragen, ob er mich wirklich nicht mehr liebt, äußerte er sich nicht mehr. Es beschäftigte mich sehr. Drei Tage nach dieser Auseinandersetzung, genauer gesagt zu Weihnachten bin ich bei ihm und seiner Familie. In versuche ihn von Lösungsansätzen zu überzeugen, um die Spannungen abzubauen. Die Gespräche werden ihn zu viel und er trennt sich wieder. Ich breche wieder zusammen, werde hysterisch und verzweifelt. Erst am Morgen, als ich vor seinen Eltern die Trennung ankündigte, brach er erneut in Tränen aus, und kam auf mich zu. Nachdem er den ganzen Abend gleichgültig und kühl war, wolle er uns doch eine zweite Chance geben. Er war wieder der Alte. Liebevoll und besorgt. Er brauchte nur eine Auszeit und Abstand, um alles zu verarbeiten, aber er möchte zurück und gehe auch davon aus. Diese Auszeit war der Horror. Ich hasste diesen Schwebezustand, ich aß und trank nichts mehr, hatte Nervenzusammenbrüche. All‘ meine Freunde waren schon im Ausland. Ich hatte quasi auch nur noch ihn. Ich hielt mich nicht an die Kontaktsperre und meldete mich, schrie ihn aus Verzweiflung an, wieso er das mit mir mache. Er legt immer wieder auf und ignoriert meine Anrufe. Am 3. Januar macht er Schluss. Seit dem ist er ein anderer Mensch. Ist mir gegenüber kalt, abwertend und erniedrigend. Er redet die gesamte Beziehung sowie meine Person schlecht. Ich hätte ihn immer manipuliert, und ihn aufgezeigt, wie er sich zu fühlen hat. Wir würden keine schönen Erinnerungen teilen. Es ging sogar soweit, dass er mir an den Kopf wirft, ihm egal zu sein. Er interessiere sich nicht mehr für mich und mein Wohlergehen. Man muss dazu sagen, dass er sich nach der Trennung nie mehr gemeldet hat, obwohl er wusste wie schlecht es mir geht und das ich eine Therapie mache. Er empfindet keinen Verlust, und nachdem er sich getrennt hat, wurde alles, auch sein FSJ und die Situation in seiner Wohnung besser. Er will mich nie wieder sehen und würde am liebsten auch ein Zusammentreffen vermeiden.

Wie soll ich sein Verhalten verstehen? Kann man aus Überforderung so handeln? Projiziert er jetzt all die negativen Empfindungen auf mich? Bin ich sein Ventil für seine Frustration? Verdrängt er seine Liebe? Diese Fragen bringen mich um.

Mittlerweile sagt er, er hätte schon seit dem Abitur oft über eine Trennung nachgedacht und mit sich gekämpft. Er hätte sich in der Beziehung nur noch unwohl gefühlt. Ich kann ihm das nicht glauben. Auch zu Trennung hat er seine Zweifel nie erwähnt. Vor anderen hat er auch nie gesagt, dass er sich aus fehlender Liebe getrennt hat.. aber mir gegenüber äußert er sich so. Ich verstehe sein Verhalten nicht.... und mir tut es so unendlich weh, wie man seine Liebe so verschmähen kann. Von Liebe auf Hass, innerhalb paar Wochen.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Sie beschreiben einerseits eine wunderbare tiefe Liebe zwischen Ihnen und Ihrem Freund und andererseits eine für Sie extrem schmerzliche Trennungsphase. Sie sind verzweifelt und möchten immer noch Hoffnung auf eine Rückkehr zu einer Liebesbeziehung mit ihm haben.

Darf ich noch etwas nachfragen?

Wann beginnt Ihr Auslandsjahr? In welches Ausland wollen Sie gehen? Stehen Sie derzeit vor Ihrem Abitur?

Welche Art von Therapie machen Sie? Was geschieht in der Therapie und inwieweit hat sie Ihnen schon geholfen?

Vielen Dank ***** ***** für Ihre Ergänzungen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Abend Herr Schweißgut,mein Auslandsjahr hätte am 05. März begonnen. Ich musste es jedoch aufgrund meiner momentan emotionalen Instabilität absagen. Ich wollte als Au-Pair in der USA arbeiten. Ich habe mein Abitur im Jahr 2017 gemacht, woraufhin ich für ein halbes Jahr arbeiten gegangen bin.
In meinen stationären Aufenthalt wurde die Schematherapie aufgegriffen. Es wurden bindungstechnische Probleme angesprochen und aufgearbeitet. Mir hat die Struktur in der Klinik Sicherheit gegeben und ich konnte durch die Einzelespräche schon vieles verstehen lernen, warum ich massive Verlustängste habe. Allerdings komme ich in meinen Kummer nicht weiter, da ich gerne verstehen würde, wieso er so reagiert. Seit dem ich zu Hause bin werde ich wieder rückfällig und reagiere verstärkt emotional.

Vielen Dank.

Sie beschreiben eine sehr vielschichtige Beziehung und einen außerordentlich widersprüchlichen Trennungsprozess. Ich kann gut verstehen, dass Sie damit gar nicht klar kommen.

Ich brauche Zeit für meine Antwort. Geben Sie mir bitte Zeit bis morgen früh.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Selbstverständlich. Vielen Dank, ***** ***** sich diese Zeit nehmen!

Guten Morgen und danke für Ihre Geduld.

Sie und Ihr Freund hatten über ca 3 Jahre offenkundig eine sehr liebevolle, innige Beziehung. Das war in einer Zeit, als Sie

beide am selben Ort wohnten, beide in die Schule gingen, beide auf das Abitur zuarbeiteten. In dieser Phase war es relativ einfach, die jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse aufeinander abzustimmen. Das war wohl vor allem für Ihren Freund wichtig. Er richtete sich stark nach Ihnen aus, holte sich bei Ihnen Orientierung bei allen Entscheidungen.

Nach dem Abitur war die äußere Situation plötzlich eine ganz andere. Jetzt stand das Thema der räumlichen Trennung im Raum. Sie lebten jetzt an unterschiedlichen Orten und die Zukunft war in diesem Punkt ungewiss. Vor allem stand Ihr Auslandsjahr bevor, das eine Trennung ohne persönlichen Kontakt mit sich gebracht hätte.

In dieser Phase geriet Ihr Freund in eine für ihn sehr schwierige Lage. Sie waren jetzt nicht mehr ständig anwesend. Die Orientierung, die Sie ihm vorher gegeben hatten, war im Alltag nicht mehr in gleichem Maße gegeben. Er konnte sich auch nicht mehr von Ihren Wünschen und Vorstellungen leiten lassen. Jetzt wurde es für ihn notwendig, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen und als Leitlinie für sein Leben gelten zu lassen. Damit war er hoffnungslos überfordert.

Ich vermute er hatte jetzt viele Ängste. Angst davor, allein zu sein und selbst zu entscheiden. Angst, Sie zu verlieren. Angst, seinen inneren Halt zu verlieren. Damit konnte er nicht umgehen. Er war es gewohnt, sich an Sie zu lehnen und Ihren Vorstellungen zu folgen.

Er kam dadurch in eine schwere persönliche Krise. Die Grundstruktur dieser Krise war bei ihm allerdings bereits angelegt, als Sie zu Freunden wurden. Es ist die Struktur eines innerlich unsicheren und unselbstständigen Menschen, der aus sich heraus wenig persönliche Stabilität hat, wenn er in eine schwierige Lage gerät.

Ich nehme an, Sie machen sich auch viele Gedanken darüber, was Sie falsch gemacht haben könnten. Ich kann Ihnen dazu sagen: Ihre Geschichte zeigt aus psychologischer Sicht ganz deutlich, dass Ihr Freund schon immer eher ein lebensuntüchtiger Mensch war. Das konnte er für sich verdecken, indem er Sie als Freundin hatte, der er immer folgen konnte. Als jetzt die äußeren Umstände mehr Selbstständigkeit und Lebenstüchtigkeit von ihm notwendig machten, brach bei ihm die schon lange angelegte Krise auf. Daran hat niemand ein Schuld.

Ich nehme an, dass er sich in eine Psychotherapie begeben hat. Nur so kann ich mir vorstellen, dass er jetzt den Mut aufgebracht hat, sich zu entscheiden. Wenn er die Therapie ernst nimmt, kann sie bei ihm eine positive Entwicklung zum Erwachsenwerden einleiten. Das wird ihn sehr verändern. Falls Sie sich dann noch einmal begegnen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass er ein Anderer geworden ist als er in Ihrer gemeinsamen Zeit war.

Ich vermute, diese Erkenntnisse werden Ihren Trennungsschmerz kaum lindern können. Sie sollten sich aber immer vor Augen halten:

Sie haben keine Schuld. Er hat es leider versäumt, altersgemäß selbstständig und innerlich unabhängiger zu werden. Deshalb ist er in diese Krise geraten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute. Rückfragen beantworte ich selbstverständlich und gern.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Ich möchte nur dazu sagen, dass er sich nicht in Therapie begeben hat. Momentan kann er sich seine eigenen Schuldanteile sowie seine Ängste und Unsicherheiten in keinster Weise eingestehen. Er sieht sich nicht als den Menschen, den Sie beschrieben haben. Er schiebt seine Überforderung und Tiefphase einzig und allein auf mich und die Beziehung und vernachlässigt die externen Faktoren total. Er ist sehr unreflektiert und lehnt auch die „Hilfe“, d.h. Angebote mit ihm darüber zu sprechen, ab. Ich verstehe eben nicht, wie er den Mut fassen konnte, sich zu trennen. Aber all‘ dies hat ihn wahrscheinlich in eine Enge getrieben, aus der er nur durch eine Trennung vorerst ausbrechen konnte. Ich habe das Gefühl er projiziert jetzt all’ das schlechte auf mich, um seine Entscheidung vor sich zu rechtfertigen. Ich verstehe nämlich nicht, wie er sonst zu derartigen übertriebenen Schlüssen kommt, dass ich ihm nie gut getan hätte, die Beziehung schlecht war und jetzt plötzlich alles besser ist, ich ihm egal bin. Er verleugnet, ignoriert und verdrängt mich bzw. hat mich und die Beziehung abgewertet. Es fällt mir schwer, ich zweifle sehr an mir und meiner Wahrnehmung. Ich hatte eben aufgrund seines Verhaltens immer gedacht, dass er mich liebt und jetzt behauptet er von jetzt auf gleich das Gegenteil? Geht das, kann man innerhalb weniger Wochen sich entlieben und verachten?
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Allgemein möchte ich gerne wissen, warum er plötzlich so gemein zu mir ist, obwohl ich ihm so wichtig war?

Wenn er nicht in eine Therapie gegangen ist, d***** *****egt sein Problem tatsächlich tiefer als ist oben angenommen habe. Ich kann Ihnen zustimmen, das er die Entscheidung zur Trennung aus reiner Überforderung getroffen hat. Aber dem liegt wohl doch eine schwere psychische Störung zu Grunde. Das ist eine Störung, die seine Erinnerung und Wahrnehmung jetzt verzerrt und die ihn dazu bingt, Gefühle, die zu seiner Wahrnehmung nicht passen, zu verdrängen. So verdrängt er, dass er Sie in der Vergangenheit geliebt hat, und schiebt jetzt eine andere Deutung vor. Und so verdrängt er auch seine eigenen Anteile an der Entwicklung und schiebt die Schuld auf Sie. Das sind alles Anzeichen einer tiefen psychischen Störung. Ich fürchte, ohne Therapie wird er diese kaum bewältigen können.

Wenn seine Liebe sich jetzt in Hass verwandelt hat, dann ist das ein Teil dieser Verdrängung einerseits und der Schuldverschiebung auf Sie.

Es tut mir leid, ich habe jetzt den Eindruck, es steht um ihn noch schlimmer als ich oben angenommen habe. Aber wenn er eine psychische Störung hat, dann trifft Sie rest recht keine Schuld. Auch die Tatsache, dass Sie das nicht bemerkt haben, kann nicht Ihnen angelastet werden. Seine Störung war vorher latent, d.h. nicht wahrnehmbar, vorhanden und ist jetzt erst in Form einer wahrnehmbaren Krise ausgebrochen.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Muss da sofort eine psychische Störung zu Grunde liegen? Er wirkt auf mich einfach nur... unreif und unreflektiert? Ist es nicht ein gängiger Verteidigungsmechanisumus, dass man verdrängt, um vielleicht auch nicht den Verlust so zu spüren? Ich heiße nicht gut, dass er sich so ablehnend verhält und es verwundert mich tatsächlich, dass er so extrem verleugnen kann, aber, dass er psychisch krank ist, glaube ich nicht. Zudem weiß ich ja nicht, ob er das nicht sogar bewusst verzerrt, um mich wegzustoßen? Er hasst Auseinandersetzungen, besonders mit seinen eigenen Gefühlen. Kann dieses abwertende Verhalten nicht einfach ein
Schutzmechanismus, um seine Verzweiflung und Unsicherheiten zu überspielen? Um mich alias den Konflikt fernzuhalten?

Ob ich den Ausdruck "psychische Störung" anwende ist - denke ich - eigentlich nicht so erheblich. Ich meine damit vor allem, dass er derzeit nicht bewusst und vernunftgesteuert entscheidet und handelt sondern aus unbewussten Mechanismen heraus. Und dabei verwendet er Lösungsversuche, die ihn recht weit von der Realität seines Lebens entfernen.

BJnD8 und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Okay, das verstehe ich. Vielen Dank für Ihre Antwort. Sie hat mir schon sehr geholfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Abend Herr Schweißgut,mittlerweile habe ich mich mit meinen Ex-Freund getroffen, um über die Trennung zu sprechen. Nachdem er recht kühl und abwertend geschrieben hatte, wirkte er beim Treffen dafür umso unsicherer. Er war nicht aggressiv, versuchte sich aber anfänglich noch stark zu rechtfertigen. Im Verlauf des Gespräches gab er aber immer mehr zu z.B. dass es eine Kurzschlussreaktion war, dass es gut möglich ist, dass er versucht alles wegzudrängen und vor allem, dass er nach wie vor verwirrt ist. Zudem gestand er mich auf den „letzten Eindruck“ reduziert zu haben, sprich weinend, anstrengend, hysterisch und das er nicht geglaubt hätte, dass wir uns noch so gut unterhalten könnten. Er ist mit mir noch spazieren gegangen, hat immer wieder verlegen gelacht und hat mich dann sogar nach Hause gefahren. Er hat viel von sich aus erzählt, wie sein Urlaub war etc. und es fielen Nachsätze wie „da hättest du dabei sein müssen“. Er hat mir sogar angeboten, dass ich mich, wenn ich das Bedürfnis nach Kontakt habe, gerne melden kann und bezog mich auch erneut in eine Entscheidung mit ein und fragte nach Rat. Er ließ sogar Berührungen meinerseits zu. Trotzdem betonte er, dass es nie wieder so wird und, dass er von sich aus nicht die Initative ergreifen würde, um Kontakt herzustellen. Er hat auch immer wieder versucht das Treffen zu beenden und meinte die Berührungen seien ihm unangenehm, allerdings mit einem spielerischen Unterton, weggestoßen hat er mich nie und hat auch immer wieder nachgegeben, wenn ich weiter spazieren wollte.
Er betonte, dass ihm meine Zusammenbrüche und die ganze Konfliktsituation zu anstrengend geworden sind. Er gestand jedoch auch, dass er gerade in den letzten Monaten zunehmend meine Liebe und Aufmerksamkeit wollte, welches ich ihm, aufgrund der Umstände nicht jederzeit geben konnte. Ich vermute, er ist deswegen so verletzt und enttäuscht und hat auch große Angst, dass es wieder so kommen könnte. Er hat mich höchstwahrscheinlich abgewertet, um den Verlust nicht so stark zu spüren.
Allerdings bin ich jetzt noch verwirrter, aufgrund seines ambivalenten Verhaltens. Heißt das jetzt, dass er doch noch recht unentschlossen ist? Heißt das, dass er das er doch verdrängt hat und beim Treffen kamen jetzt seine Gefühle wieder hoch?

Guten Abend,

Sie schreiben, er sei verwirrt und Sie seien verwirrt.

Seine wichtigste Aussage: Es wird nie wieder so sein wie früher.

Bei mir verdichtet sich der Eindruck, dass er durch die Situation im vergangenen Jahr total überfordert war. Für ihn passte die neue äußere Situation nicht mehr zu der Art von Beziehung, die Sie hatten. Er hat diesen (wirklich großen) Konflikt nicht ertragen. Er ist nicht gegangen, weil er nicht mehr mit Ihnen zusammen sein will, vielmehr weil Ihre (alte Form) der Beziehung ihn überfordert hat.

Es wird nie wieder so sein wie früher - hat er gesagt. Er kann also die Beziehung, die unverändert so wie früher bliebe, nicht weiter führen. Er hat sich verändert.

Wenn er sich verändert hat, muss sich auch Ihre Beziehung ändern, oder sie zerbricht endgültig. Er möchte sie scheinbar aufrecht erhalten, ist sich aber nicht sicher, ob die Beziehung sich ändern kann.

Sie kann sich nur ändern, wenn auch Sie sich in Bezug auf ihn verändern.

Die alten "Regeln" in der Beziehung (die Sie am Anfang hier beschrieben haben) gelten nicht mehr. Sie sind durch die äußeren und inneren Veränderungen (Studienortwahl, zeitweise räumlliche Trennung, mehr Selbstständig bei ihm) außer Kraft gesetzt.

Es ist erstaunlich. Er hat sich offenkundig gefangen. Aus eigener Kraft, ohne Therapie o.ä..

Das Bild, das Sie von ihm anfangs hier beschrieben haben, stimmt nicht mehr. Er ist viel stärker und eigenständiger als Sie beschrieben haben.

Jetzt sind Sie dran. Er hat gezegt, dass er sich positiv verändern kann. Jetzt sollten Sie nicht mehr über ihn nachdenken. Jetzt sollten Sie darüber nachdenken, was Sie an sich ändern müssen, wenn es zwischen Ihnen wieder passen soll. Mütterliche Bevormundung geht nicht mehr, Erwartungen, die er erfüllt, gelten nicht mehr.

Wenn Sie damit ernst machen (so wie er mit sich ernst gemacht hat), dann kann es zwischen Ihnen wieder gut werden. Aber sicher ganz anders als vorher.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Okay, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Das sehe ich ein und ich persönlich empfände eine Veränderung auch als notwendig, da ich ja genauso unzufrieden war. Wie kann ich ihm diese Sorge abnehmen bzw. wie kann ich ihm signalisieren, dass ich (unter Anderem durch die Therapie) auch an mir arbeite, mich und ihn auch besser verstehen gelernt habe. Ich möchte ja ihn nur nicht so schnell verlieren und die Beziehung aufgeben. Ich habe ihm auch verständlich gemacht, dass ich die Trennung akzeptiere und die alte Beziehung hinter mir lasse, alles was ich mir wünsche ist, dass wir uns nicht sofort vor einen Neuanfang versperren. Aber ich glaube, ihn hat erstmal die Situation überfordert, dass plötzlich Gefühle hochgekommen sind.. obwohl er sich ja ziemlich stark eingeredet hatte, das da nichts mehr wäre. Am Ende hat er gemeint, ich soll ihm Zeit lassen. Ich habe aber Angst, dass er das alles nur sagt, um mich fernzuhalten.

Vielleicht ist das so bei ihm.

Problematischer scheint mir aber, dass Sie alles machen, um ihn zurück zu ziehen. Wenn er das spürt, dass die alte "Mütterlichkeit" weiter wirkt, zieht er sich weiter zurück. So wird ein Neuanfang sicher nicht gelingen.

Sie sollten ihm tatsächlich Zeit lassen. Sie können ja in ein bis zwei Wochen wieder Kontakt aufnehmen. Erzählen Sie ihm, dass Sie an sich arbeiten. Auch Ihre Absicht, eine Therapie zu machen, sollten Sie erwähnen. Aber Sie sollten ihn auf keinen Fall bedrängen.

Er wird sich nicht für Sie entscheiden, weil Sie es wollen. Über dieses Muster ist er hinaus gewachsen. Er wird sich wieder für Sie entscheiden, wenn Sie ihm die Entscheidung wirklich frei überlassen.