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BJnD8
BJnD8,
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1485
Erfahrung:  dasdasd
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Ich stehe momentan vor einiger schwierigen Entscheidung und

Kundenfrage

ich stehe momentan vor einiger schwierigen Entscheidung und komme selbst nicht weiter. Ich bin 41 Jahre alt und verheiratet ohne Kinder. In den letzten 11 Jahren sind mein Mann und ich insgesamt 5 Mal umgezogen (aufgrund des Jobs meines Mannes), 3 Umzüge davon waren Umzüge in eine völlig fremde Stadt bzw. einer davon war ins Ausland. Jedes Mal bin ich nach einem solchen Umzug in ein tiefes Loch gefallen und habe 1-2 Jahre gebraucht, um wieder einigermaßen klarzukommen (ich leide an einer generalisierten Angststörung, die ich im Alltag gut im Griff habe, aber die bei Umzügen immer wieder ausbrach). Jedes Mal habe ich mein gesamtes Umfeld verloren und habe wieder bei 0 angefangen. Wenn ich mir dann so langsam ein Umfeld geschaffen und ein paar Freunde gefunden hatte, sind wir wieder umgezogen und alles ging von vorn los.

Nun hat mein Mann letztes Jahr im Herbst eine neue Stelle in einer anderen Stadt, 200 km von meinem jetzigen Wohnort, angetreten und wir führen seitdem eine Wochenendbeziehung, mit der wir beide nicht sehr zufrieden sind. Und ich weiß nicht, welche Entscheidung ich treffen soll. Hierbleiben? Ich fühle mich an meinem jetzigen Wohnort sehr wohl, er liegt im Umland einer Großstadt und ich habe die Ruhe und auch die Großstadt direkt vor der Haustür, habe ein paar Freundschaften/Bekanntschaften geschlossen, ich mag die Wohnung sehr und ich habe mich hier gut eingelebt und will eigentlich nicht weg.
Auf der anderen Seite vermisse ich natürlich den Alltag mit meinem Mann, den ich vorher 15 Jahre lang hatte und kann mir nicht vorstellen, jahrelang eine Fernbeziehung zu führen. Ich habe allerdings mittlerweile regelrecht Angst davor, bei einem Umzug wieder in ein tiefes Loch zu fallen und wieder in der neuen Stadt am Anfang nicht klarzukommen. Dazu kommt, dass ich mich zur Zeit einem Umzug nicht gewachsen fühle, da ich durch den Tod unseres Hundes, an dem ich sehr gehangen habe, vor einigen Wochen noch sehr angeschlagen bin und mir die vertraute Umgebung hier gut tut. Ich denke, dass ich wohl oder übel auf lange Sicht, umziehen "muss", weil ich von meinem Mann nicht verlangen kann, dass er diesen Job, der sein Traumjob ist und für den er viel getan hat, wegen mir aufgibt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie einen Rat für mich hätten.

Vielen herzlichen Dank!

Gepostet: vor 10 Monaten.
Kategorie: Psychologie
Experte:  BJnD8 hat geantwortet vor 10 Monaten.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Experte:  BJnD8 hat geantwortet vor 10 Monaten.

Guten Abend,

das ist wirklich eine sehr schwierige Entscheidung, vor der Sie stehen.

Eine solche Situation hat es ja schon mehrfach bei Ihnen und Ihrem Mann gegeben. Bisher haben Sie den Umzug immer mitgemacht. Es hat Sie aber auch jedes Mal in ein tiefes Loch geworfen, aus dem Sie nur mit viel psychischem Kraftaufwand wieder herauskamen.

Sie sagen, Sie leiden an einer generalisierten Angststörung. Bei so einer psychischen Krankheit ist häufiger Umzug wie Gift für die Psyche. Sie haben die Auswirkungen entsprechend zu spüren bekommen.

Andererseits sagen Sie, dass Ihr Mann jetzt seinen Traumjob gefunden hat. Das ist in der heutigen Zeit sehr viel Wert und deshalb nicht zu unterschätzen. Er arbeitet jetzt 200 km von Ihrem derzeitigen Wohnort entfernt.

Ich kann Ihnen natürlich nicht die Entscheidung abnehmen. Ich denke aber, dass Ihre Befürchtung realistisch ist - ein Umzug würde Sie sicher wieder in ein tiefes Loch stürzen. Nach der positiven Entwicklung für Sie in den vergangenen Jahren könnte dieses Loch noch tiefer sein als früher. Deshalb denke ich, dass Sie dieses Mal an für sich selbst besser sorgen und an sich selbst denken sollten.

Vielleicht lassen sich ja an Stelle eines Umzugs andere Lösungen finden. Die Entfernung von 200 km ist auch innerhalb der Woche nicht unüberwindbar. Sie könnten sich ja so organisieren, dass Sie sich innerhalb der Woche 1 oder 2 oder 3 Mal abends sehen. Mal kann Ihr Mann vielleicht - je nach seiner Arbeitsbelastung - nach hause kommen, mal könnten Sie ihn ja auch an seinem Arbeitsort besuchen. Das klingt möglicherweise etwas aufwendig, bringt aber sicher weniger Unruhe in Ihrer beider Leben als ein Umzug.

Sie sollten das mit Ihrem Mann mal besprechen, und dabei sollten Sie an sich selbst und an Ihre psychische Gesundheit denken.

Rückfragen beantworte ich selbstverständlich und gern.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Sehr geehrter Herr Schweißgut,
vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Denkanstöße. Leider ist es nicht möglich, dass wir uns mehrmals die Woche abends sehen, da mein Mann immer sehr lange arbeitet und die zusätzliche Fahrerei für ihn weiteren Stress bedeutet. Bisher haben wir es so gemacht, dass ich hin und wieder eine Woche dort verbracht habe (ich arbeite freiberuflich und kann von überall aus arbeiten). Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich dann keine stabile Basis mehr habe, wenn ich mal hier und mal da bin und es stresst mich.Dennoch denke ich, dass mir ein Umzug auch nicht besonders gut tun würde - zumal ich alleine bei dem Gedanken an einen erneuten Umzug einen sehr großen Widerwillen empfinde, was dem Einleben in der neuen Stadt vermutlich so gar nicht förderlich wäre (habe ich bei einem Umzug in eine andere Stadt schon erlebt). Wir haben letztes Wochenende wieder Gespräche geführt, sind aber zu keiner Lösung gekommen und drehen uns leider im Kreis. Und leider führt die ganze Situation zu zunehmender Gereiztheit und Streitigkeiten, obwohl wir sonst immer eine sehr harmonische Beziehung geführt haben. Mein Mann hat jetzt vorgeschlagen, dass er versuchen will, hier in der Stadt einen neuen Job zu finden und wieder zurückzukommen. Das wäre zwar für mich die beste Lösung ... allerdings fühle ich mich "egoistisch" dabei, wenn er wegen mir diese Stelle aufgibt (was objektiv betrachtet auch ziemlich unvernünftig wäre). Und wenn ich mich dabei schlecht fühle, ist das ja meiner psychischen Gesundheit ja auch nicht gerade zuträglich. Die Situation bleibt also leider verfahren.
Experte:  BJnD8 hat geantwortet vor 10 Monaten.

Sie haben bereits mehrfach nachgegeben und sind für Ihren Mann umgezogen, obwohl Ihnen das nicht gut getan hat.

Es ist für die eigenen psychische Gesundheit nicht gut, wenn man zu wenig an sich denkt und wegen dem Partner oder der Beziehung immer nachgibt, wie Sie es im Bezug auf die Umzüge gemacht haben.

Es ist deshalb gut, wenn Sie jetzt mehr an sich selbst denken, an Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit. Ihr Mann hat offenbar den Eindruck gewonnen, dass er dieses Mal dran ist mit dem Nachgeben. Deshalb hat er einen fairen Vorschlag gemacht.

Sie sollten diesen Vorschlag annehmen. Vielleicht wird er eine zeitlang Enttäuschun empfinden, aber nach einiger Zeit wird es sicher für beide wieder gut sein.