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webpsychiater
webpsychiater, Dr
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1617
Erfahrung:  Ärztlicher Psychotherapie (Verhaltenstherapeie
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Hallo, mein Bruder leidet seit längerem an Angstzuständen.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, mein Bruder leidet seit längerem an Angstzuständen. Hat sich aber oft in Griff bekommen und als uns Vater letzte Jahr (Juli) an Krebs gestorben ist, hätten wir Angst das mein Bruder wieder rückfällig wird. Doch er hatte sich gut im Griff. Doch Ende letzten Jahres passierte dann folgendes: Er klagte an Herzschwäche und lies den Notarzt kommen. Der Arzt konnte aber nichts am Herzen feststellen obwohl mein Bruder fest davon überzeugt war gleich zu sterben. Ab Februar diesen Jahres fing er an über Schmerzen an beiden Handgelenken zu klagen, doch der Arzt findet weder ein Probleme am Kapaltunnel noch kann er eine Sehnenscheidenentzündung feststellen. Bis heute klagt mein Bruder aber an Schmerzen. Irgendwie kommt er mir auch wieder so panisch vor und total überdreht. Ich vermute das die Schmerzen psychische folgenden haben und seine Psyche sich einbildet Schmerzen zu haben. Er streitet dies demonstrativ ab, aber das hat er bei seinen Angst Attacken auch immer. Eine Termin beim Psychologen ist aussichtslos wenn nach 6 Monaten. Wie kann ich ihm helfen? Er ist schon so lange krank geschrieben und ich fürchte das er dadurch auch bald seinen Job verliert. Waskann ich tun?

Guten Tag !

Sie als Angehörige können für ihn eigentlich eher wie eine gute Freundin oder Vertrauter agieren, müssen aber aufpassen, dass Sie sich nicht zu sehr von seinen 'Ängsten und damit ausgelassen Vermeidungsverhalten instrumentalisieren und anstecken lassen. Anstecken meine ich, dass Sie im schlimmsten Fall ihre eigenen Grenzen aufgeben und selber krank und erschöpft werden könnten.

Wenn er schon so lange krank geschrieben ist, dass bald eine Aussteuerung durch die Krankenkasse droht, dann hat er was die Suche nach Psychotherapeuten angeht, möglicherweise sich nicht besonders angestrengt.

Es gäbe jetzt folgende (ggf. auch gleichzeitige) Möglichkeiten :

1. Tagesklinik für Psychiatrie (ggf. auch Psychosomatik) , häufig angeschlossen an eine psychiatrische Abteilung

2. Institutsambulanz einer Psychiatrie

3. Ausbildungsambulanzen für Psychotherapeuten in grösseren Städten, die dann eine sehr qualifizierte Psychotherapie anbieten

4. Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen nach Termin beim Psychiater fragen

5. Sich an die Krankenkasse wenden UND bei mindestens 4 bis 5 Psychologen anrufen (lassen von ihrem Bruder) und sich bestätigen lassen, dass es keine freuen Termine gibt. Dann kann eine Psychotherapie auch über das sog Kostenerstattungsverfahren bei anderen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung erfolgen.

6. Antrag auf medizinische Reha stellen für eine stationäre Therapie in einer Psychosomatik.

7. Medikamentöse Therapie z.B. mit SSRI wie Cipralex

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo, vielen Dank für Ihre Antwort.
Das er sich nicht genug um eine Therapie bemüht, da stimme ich Ihnen zu. Was aber daran liegt das er nicht einsieht das er die Hilfe eines Psychologen benötigt. Seiner Meinung nach hat er schmerzen und er versteht nicht das es seine Psyche ist die Ihn das glauben lässt. Wie also kann ich Ihm klar machen das er sie wirklich benötigt?
Bitte erläutern sie mir das Kürzel SSRI Cypralex.
Danke

SSRI steht für Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, einer bestimmten Form von Antidepressiva. Diese Gruppe von Medikamenten wird gerne bei Angststörungen und auch Somatisierungsstörungen eingesetzt. Cipralex ist eines der moderneren Vertreter dieser häufig eingesetzten Substanzen.

Das Problem ist halt, dass sich häufig psychische Konflikte und Spannungen in Form von körperlichen Beschwerden äußern können. Ich gebe aber gerne zu, dass Handschmerzen ein sehr ungewöhnliches Symptom sind, so dass ich da auch immer erst orthopädische Ursachen im Bereich der Halswirbelsäule einschliesslich des Rückenmarks ausschliessen lassen würde. Nichts ist schlimmer in einer Psychotherapie als wenn dann körperliche Dinge übersehen wurden. Das vergrault verständlicherweise dann lebenslang jeden Patienten.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo,
das man vorher alles andere ausschließen sollte ist mir auch bewusst. Mein Bruder verfolgt schon seit ca. 15 Jahren einen krankhaften Gesundheitswarn. Seine Frau und seine Tochter werden schon ewig davon in Ihrem täglichen Leben beeinträchtigt um nicht terrorisiert zu sagen und niemand hat bisher das für so schlimm empfunden das wir der Meinung waren er benötigt unbedingt Hilfe. Daher sei es Ihnen versichert das ich hier nicht vorschnell mit so einer Behauptung an Sie ran trete. Er gefährdet mit seinem Verhalten seine Ehe, weil seine Frau daran zu Grunde geht und seiner Tochter geht es damit auch nicht gut, sowie gefährdet er auch seinen Arbeitsplatz. Jede etwas vertraute Person in seinem Umfeld, ist der gleichen Meinung wie auch ich. Er benötigt wirklich Hilfe.
Bitte, ich will nur von Ihnen wissen, wie kann ich Ihn überzeugen das er einsieht das er Hilfe braucht und Hilfe aufsucht?
Denn leider kann ich ihn nicht zu einem Therapeuten zerren, sonst hätte meine Schwägerin genauso wie auch andere Familienangehörige und ich ihn schon lange dahin gezerrt.

Was Sie beschreiben grenzt ja schon an einen Wahn. Im Bereich Essstörungen gibt es sowas wie eine Ortho-rexie. Menschen, die sich extrem gesundheitsbewusst verhalten und ernähren und dadurch krank werden.

Das Problem : Mit Argumenten oder Überzeugen kommt man da meist überhaupt nicht ran.

Allein auf der Verhaltensebene könnte sich etwas ändern. Wenn seine Familie / Frau damit droht bzw. es auch umsetzt auszuziehen. Denn natürlich zerstört ein solches übertriebenes Verhalten die Familie und Ehe.

Dazu müsste aber dann das gesamte Familiensystem mitmachen bzw. geschlossen sich "gegen" den Patienten stellen. Das wiederum erscheint ja fies und zu hart (schliesslich ist er ja auch krank).

Meistens bildet sich aber gerade in diesem Konflikt eine bzw. die Ursache für die Spannungen und Schmerzen im Körper ab.

Es wird also möglicherweise auch auf anderen Ebenen in der Familie bzw. in der Biographie Gründe geben, dass Ärger und Konflikte nicht offen angesprochen und gelöst werden. Sondern eben indirekt = tomatisiert ausgedrückt werden.

Das wäre jedenfalls die psychosomatische Hypothese dazu.

Eine Veränderung durch "Reden" wird also nicht gelingen. Zerren zum Therapeuten natürlich auch nicht.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Und was würden Sie mir raten?
Was würden Sie, mit Ihrem Hintergrund wissen als Psychologe tuen, wenn Sie an meiner Stelle wären?
Bitte, ich will nur einen Rat um mit meinem Verhalten Ihm gegenüber richtig zu agieren und es nicht noch zu verschlimmern wenn ich als Leihe, die keine Ahnung von der Psyche hat, Ihm helfen will aber Angst habe es dadurch nicht zu verschlimmern.

Sie können nur ruhig mit ihm sprechen und davon reden, wie SIE sich mit der Gesamtsituation fühlen. Also sinngemäss :

Ich mache mir ständig Gedanken, wie es mit deinem Gesundheitsverhalten weiter geht. Ich will mich nicht einmischen, aber ich fühle mich damit unwohl. Einerseits, weil es nervt, andererseits weil ich erlebe, dass deine ganze Familie darunter leidet.

Kann ich dir helfen ? Wie möchtest Du, dass wir (ich) damit umgehe ?

Also keinen guten Rat für das ganze Leben geben. Aber eben auch ausdrücken, dass Sie damit überfordert bzw. hilflos sind, es aber eben auch nicht so hinnehmen können.

Letztlich werden Sie aber NICHTS machen können. Es gibt ja weder eine rechtliche noch eine sonstige Handhabe ihn in Therapie zu zwingen. Zumal das dann auch gar keine Aussicht auf Veränderung hätte, wenn der Antrieb und die Motivation nicht von ihm selber kommt.

Sie können also weder Ersatztherapeut noch Helfer spielen, wenn er sich nicht helfen lassen will (oder dies krankheitsbedingt nicht zulässt). Leider !

webpsychiater und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Mühe und Hilfe.