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BJnD8
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1367
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Ist das eine Depression? Ich fühle mich gefangen in der Situation

Diese Antwort wurde bewertet:

Ist das eine Depression?
Ich fühle mich gefangen in der Situation mit meinem Mann und weiß nicht mehr was ich machen soll. Wir haben ein 1,5 Jähriges Kind und sind verheiratet. Ich habe meinen Mann sogar schon soweit, dass er zu einem Psychiater gegangen ist. Das Problem: Er kann sein Verhalten gar nicht richtig reflektieren. Er sieht viele seiner Verhaltensweisen als "normal" an und findet für alles Begründungen, die aber für einen "normal denkenden Mensch" völliger quatsch sind. Sorry für diese drastische Formulierung. Ich habe die große Sorge, dass es nicht zu der richtigen Diagnose kommt bzw. zu gar keiner. Er kann sich perfekt verstellen. Vor anderen Menschen tut er völlig normal und niemand kann sich vorstellen, durch was für eine Hölle ich gehe, wenn ich alleine mit ihm bin. Es vergeht so viel Zeit ohne Diagnose und HIlfe und es wird immer schlimmer... Kurze Beschreibung zu ihm: Er hat nur schlechte Laune, normal war es morgens und bis mittags wurde es besser. Mittlerweile zieht es sich bis abends. Er diskutiert mit mir über Lappalien. Er ist nicht fähig Alltagsaufgaben zu übernehmen. Als "Schimpfworte" würde ich bezeichnen: Alltag, Regeln, Vereinbarungen, planen, Verpflichtungen. Die Wörter lassen ihn regelrecht ausrasten. In Diskussionen wird er sehr wütend und auch aggressiv. Er hat keine sozialen Kontakte mehr. Freunde, Familie, Nachbarschaft - alles stresst ihn und er hat keinen "Bock" drauf. Wenn ich ihn Frage, wie er sich sein Leben vorstellt: keine Ahnung. Er kritisiert alles und kann aber auch nicht sagen, wie er es sich vorstellt. Am schlimmsten sind die Wochenenden: wenn ich nicht morgens das Haus verlasse sondern da bleibe. Das führt immer zur Eskalation. Es ist aber auch nicht machbar zu vereinbaren, dass ich den Vormittags wegbleiben und wir ab mittags etwas gemeinsam machen, weil er immer seine Begründungen hat, warum es eskaliert und wenn ich etwas alleine machen würde, würde er genau das in dem Moment wieder kritisieren, ohne zusehen dass es vielleicht uns beiden hilft.
Ich kann nicht mehr! Ich mache alles alleine, seit unser Kind auf der Welt ist bringe ich es alleine ins Bett, mache es alleine fertig, bin komplett alleine für die Versorgung verantwortlich, was er einerseits zwar kritisiert aber es andererseits einfach nicht schafft mir zu Helfen. Es passt ihm nicht wie es läuft aber er kann mir auch nicht sagen, was passieren müsste damit er zufrieden wäre.
Es ist aber nicht erst seitdem unser Kind auf der Welt ist. Das ist natürlich eine Extremsituation aber es war auch schon vorher. Eigentlich geht es mittlerweile über Jahre…
Er sitzt zu Hause, stundenlang, starrt auf sein Iphone und ich spiele Alleinunterhalter für unser Kind. Er sagt, er fühlt sich überflüssig und möchte sich nicht "dazwischendrängen"?! Dabei freuen sich unser Kind und ich, wenn er mitspielt. Der Kleine geht oft hin und versucht mit seinem Papa in Kontakt zu treten. Es zerreist mir das Herz, wenn er ihm keines Blickes würdigt.
Er empfindet überhaupt keine Freude oder Zufriedenheit mehr. Mich zieht das Ganze nur noch runter. Wenn ich mich distanziere und mehr für mich mache - ohne ihn, wird es noch schlimmer. Er besteht quasi darauf, dass ich seine schlechte Laune ertrage. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich habe das Gefühl, ich kann es nur falsch machen.
Ich bin kurz davor mich dieser Situation zu entziehen und mich zu trennen, weil es mich zermürbt. Aber was passiert dann? Wie tief ist das Loch, in das er fällt?
Sehr geehrte Ratsuchende,guten Tag und vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrem Problem justanswer anvertrauen.Sie beschreiben ein sehr großes Problem mit Ihrem Mann, das Sie extrem belastet.Ich habe dazu noch Rückfragen an Sie. Ich schreibe jetzt einige davon auf und bitte Sie dazu noch etwas zu erzählen. Ich werde dann sobald wie möglich antworten.Sie beschreiben ein sehr extremes Verhalten Ihres Mannes. Und Sie sagen, er war beim Psychiater. Was hat dieser Besuch ergeben?Ihr Bericht erweckt bei mir den Eindruck, dass Ihr Mann jeden Tag zuhause ist. Ist er berufstätig? Was arbeitet er? Falls er nicht arbeitet - wovon finanziert sich Ihre Familie? Wie alt ist Ihr Mann?Sie schreiben, sein Verhalten war immer schon so extrem. Wie lange kennen Sie ihn? Verhielt er sich von Anfang an so? Oder ist es schlimmer geworden? Seit wann?Kennen Sie seine Herkunftsfamilie? Wie ist sein und Ihr Kontakt dahin?Vielen Dank ***** ***** und freundliche Grüße
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Guten Tag Herr Schweißgut,vielen Dank für die Antwort. Siehe unten, meine Ergänzungen:Sie beschreiben ein sehr extremes Verhalten Ihres Mannes. Und Sie sagen, er war beim Psychiater. Was hat dieser Besuch ergeben?
Der nächste Termin ist am 04.11., was schon mal positiv ist, dass ich mitkommen kann. Laut erster Aussage der Psychiaters glaubt er nicht an eine Depression. Er hat meinem Mann gute Tipps mitgegeben, wie z.B. Männerfreundschaften zu pflegen. Es kam mir so vor, das er ihn wohl zwar in einer Lebenskrise sieht nicht jedoch erkannt hat, dass er dringend Hilfe braucht.Ihr Bericht erweckt bei mir den Eindruck, dass Ihr Mann jeden Tag zuhause ist. Ist er berufstätig? Was arbeitet er? Falls er nicht arbeitet - wovon finanziert sich Ihre Familie? Wie alt ist Ihr Mann?Er ist selbständig und arbeitet daher überwiegend von zu Hause. Teilweise ist er auch Weltweit unterwegs. Im Moment ist eine ruhige Phase. Einerseits ist es für ihn positiv, da ihn seine Jobs auch sehr belasten und er eigentlich in diesem Jahr keine Lust mehr hat zu arbeiten (was finanziell auch OK wäre), andererseits rutscht er in diesen ruhigen beruflich ruhigeren Phasen immer tiefer in die Tiefs und ist noch deutlich unausgeglichener.Sie schreiben, sein Verhalten war immer schon so extrem. Wie lange kennen Sie ihn? Verhielt er sich von Anfang an so? Oder ist es schlimmer geworden? Seit wann?Wir sind nun seit 6 Jahren zusammen und seit 2012 verheiratet. Am Anfang war es nicht so, sonst wäre ich nicht bei ihm geblieben. Aber rückblickend war es schon immer da. Besonders die Tatsache nichts mit ihm planen zu können, keine Alltagsverpflichtungen zu übernehmen. Ich kann nicht mehr sagen, wann es mit diesen extremen Tiefphasen angefangen hat, aber es war schon vor der Hochzeit. Nur haben diese damals immer nur ein paar Tage angehalten und wir hatten auch viele schöne Phasen, in denen ich es noch für seine Eigenschaft gehalten habe, dass er viele Verantwortungen nicht übernommen hat. Die guten Tage haben ´mir in dieser Zeit genug Kraft gegeben das zu überstehen. Mittlerweile würde ich sagen, kommt er seit Monaten gar nicht mehr aus dieser absoluten "schwarzen" Phase raus. Mein Gefühl sagt mir, dass er schon seit Jahren, vielleicht sogar seit der Pubertät unter Verstimmungen leidet und es immer schlimmer wird.Kennen Sie seine Herkunftsfamilie? Wie ist sein und Ihr Kontakt dahin?
Es gibt in seiner Familie einen Onkel, der manisch depressiv ist. Die Familie ist mit der Verwandtschaft in keinem guten Verhältnis und hat keinen Kontakt. Das Verhältnis zu seinen Eltern war eigentlich gut und ist was mich betrifft immernoch gut. Es ist wieder enger geworden, zwischen ihm und seinen Eltern wieder enger geworden seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin. Es gab wohl auch sehr angespannte Zeiten mit seinen Eltern, als er noch zu Hause gewohnt hat. Ein Zusammenleben mit seinen Eltern war wohl damals auch nicht mehr möglich und er ist ausgezogen (allerdings in einem normalen Alter). Seine Mutter hat in dem ersten Jahr der Geburt unseres Sohnes einmal die Woche die Betreuung für ihn übernommen. Seit diesem sehr regelmäßigen und engen Kontakt ist das Verhältnis schlecht geworden. Er ist genervt, das Verhältnis zu seiner Mutter ist ihm zu eng geworden. Stehen Verabredungen mit seinen Eltern an, setzt ihn das so sehr unter Druck, dass er schon morgens so schlechte Laune hat und nur schwarz sieht, obwohl es eigentlich unbegründet ist und die Treffen immer sehr harmonisch ablaufen. Seine Mutter hat den Fehler gemacht, dass sie erkannt hat, wie "miesepeterich" ihr Sohn ist und versucht hat ihn darauf anzusprechen mit Floskeln wie z.B. "Lach doch mal", "Freu dich doch mal, wenn du deinen Sohn siehst". Seitdem ist die Situation eskaliert. Telefonieren ist OK, treffen möchte er seine Eltern eigentlich nicht.
Vielen Dank für Ihre umfangreichen Ergänzungen, sie haben mir bei der Einschätzung geholfen.Zunächst zu dem Termin beim Psychiater: Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Psychiater schon nach dem ersten Termin darum bittet, dass die Partnerin des Patienten beim nächsten mitkommen soll. Ich vermute, dieser hat bemerkt, dass er von Ihrem Mann "geschönte" Informationen erhält, und möchte daher auch Ihre Sicht kennen lernen. Da werden Sie dann Gelegenheit haben, ihm über das Verhalten Ihres Mannes genau zu berichten. Diese Vorgehensweise des Psychiaters spricht auch dafür, dass er vermutet, dass es sich wohl um eine ernste Diagnose handelt, er aber bislang noch nicht genügend Belege dafür hat.Ich denke, Sie können guten Mutes zu dem Termin mitgehen und dort reden, der Psychiater scheint einer von den guten zu sein.Ich kann und darf hier ja keine Diagnose machen, weil ich den Patienten ja nicht persönlich untersuchen kann. Ich kann Vermutungen anstellen: Nach Ihrem Bericht könnte Ihr Mann an einer Depression leiden - aber kann auch eine andere psychische Störung sein, z.B. eine Angststörung: Angst vor dem Alleinsein, vor der Verantwortung, vor Auseinandersetzung. Das alles hat er ja wohl auch schon in der Beziehung zu seiner Mutter gezeigt. Auf jeden Fall leidet er wohl an einer psychischen Störung, die behandelt werden sollte. Aber nach Ihrem Bericht bin ich sicher, dass der Psychiater sehr kritisch hinschauen wird.Sie sollten sich aber immer wieder klar machen: Das Verhalten Ihres Mannes hat nichts mit Ihnen zu tun, Sie sind nicht die Ursache, egal was Sie machen. Sie haben einen psychisch kranken Mann, dessen Verhalten weitgehend durch seine Krankheit bestimmt ist. Da können Sie tatsächlich - wie Sie sagen - machen was Sie wollen, es ändert gar nichts.Ein Zusamenleben mit einem psychisch Kranken dieser Art ist für Sie als Partnerin eine schwere Belastung, Sie haben das auch überzeugend dargestellt. Das wird Ihren Mann aber nicht davon abhalten, so weiter zu machen. Versuchen Sie, innerlich etwas mehr Abstand dazu zu bekommen, das könnte Sie erleichtern.Ich möchte Ihnen auch empfehlen, jetzt noch keine weiter gehende Entscheidung zu treffen. Warten Sie den Termin beim Psychiater ab. Vielleicht beginnt Ihr Mann dann eine Therapie. Oder es wird noch einmal klar, dass er nicht an sich arbeiten will. Sie werden dann jedenfalls eine bessere Grundlage für Ihre Entscheidungen haben.Ihre Rückfragen beantworte ich selbstverständlich gern.
BJnD8 und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.