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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und zwar geht es um mein

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen und zwar geht es um mein Freund.

Mein Freund ist seit 10 Jahren pepabhängig.... Er war bereits schon 4 Jahre in Therapie, hat einige Entgiftungen hinter sich war bereits in Psychologischer Behandlung ..... Er hat in den letzten Jahren oft versucht aufzuhören aber immer wieder hat er Rückfälle gehabt (Ich habe gelesen, dass Rückfälle dazu gehören aber ständig?)..... Wir sind seit kurzem Zusammen, wir haben uns in der "pepfreien Zeit" die über 3 Monate ging kennengelernt .... und vorletzte Woche Samstag durch einen blöden Streit mit mir (Alkohol war auch im Spiel) hat er wieder mit angefangen.... Er hat es aber "nur" von Samstag bis Donnerstag durchgezogen da ich Ihn gesagt habe dass ich es nicht mehr kann und es keinen Sinn hat mit ihm eine Beziehung zu führen, als Freund wäre ich immer da aber nicht mehr als Partnerin...... Die ganze Nacht hat er mich versucht zu überzeugen, dass es alles halb so Wild wäre, er kann damit umgehen und ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen er hätte alles im Griff..... Ich bin hart geblieben und habe Schluss gemacht..... Am Freitag bin ich ganz normal zur Arbeit gegangen habe mich auch nicht gemeldet bis ein verzweifelter Anruf kam und er sagte mir er wäre wieder klar im Kopf.... dass er mit der Sch...... aufhören will, die Drogen machen sein ganzes Leben kaputt (er hat bereits seine Familie verloren er kümmert sich aber noch liebevoll um seinen 8-jährigen Sohn wenn er clean ist) und er will mich nicht verieren..... Nach Feierabend bin ich Heim er hat geheult, sich entschuldigt für das was er mir angetan hat und hat daraufhin seine ganzen "Drogenreserven" entsorgt... aber wirklich alles das ganze ging von ihm aus und ich war froh darüber...... seit dem mache ich mir Sorgen: Seit Freitag schläft er nur noch, ist depressiv, antriebslos aber nicht suizid gefährdert.... Er will damit 100%ig aufhören ohne Hilfe aber ich bin der Meinung dass er es nicht schaffen wird.... Was können wir machen? Er will auf keinen Fall in die Entgiftung oder Selbsthilfegruppe .... Was gibt es für Alternativen..... Was halten Sie davon wenn er einen kontrollierten Konsum macht unter ärztlicher Betreuung? Gib es sowas überhaupt? Kann man sich retalin einfach so verschreiben lassen? Oder wäre es besser radikal damit aufzuhören? Am 09.09. haben wir einen Termin beim Hausarzt um zu schauen was er machen kann.... Wie wird die Reihenfolge Sein? Hausarzt anschließend Psychater mit Schwerpunkt Sucht? Zahlt das die Krankenkasse? Was hätte er für Alternativen? Über eine Antwort und eventuell einen Ratschlag wäre ich Ihnen sehr dankbar.....
Sehr geehrte Fragestellerin,
es gibt keinen kontrollierten Konsum bei Pep und das waere auch nicht empfehlenswert. Ritalin wird verschrieben fuer Menschen, bei denen es beruhigend (nicht aufputschend) wirkt weil Sie ADHS haben.
Die Realitaet ist, dass er es wahrscheinlich nicht alleine schaffen wird. Er hat sicherlich schon mehrere Episoden hinter sich, wo er alles weggeschmissen hat und gesagt hat, jetzt wird es anders. Das hat sicherlich auch ein paar Wochen und ja auch Monate angehalten, aber langfristig schafft man das meist nicht allein, v.a. weil die Sucht ihn ja schon so lange begleitet.

Sein Verhalten im Moment ist "normal". Man erlebt einen grossen "crash" wenn man aufhoert. Oft schlaeft man ein paar Tage lang bis der Koerper "clean" ist - das ist bei Pep meist nicht gefaehrlich, wird aber 5-7 Tage andauern. Danach ist man "clean", braucht also keine Entgiftgung mehr.

Am hilfreichsten sind bei Sucht langfristige Klinikaufenthalte und Programme, denn je laenger man clean ist, desto einfacher ist es, clean zu bleiben. Wenn man also in einer "kuenstlichen" Umgebung ist und dort nicht konsumieren kann, dann hilft das dem Kopf auch langfristig weniger Drang zu haben, konsumieren zu wollen.

Koennten Sie sich vorstellen zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, um dort Information und Unterstuetzung zu bekommen? Die oertliche Drogenberatungsstelle hat da sicherlich Informationen fuer Sie. Es waere wahrscheinlich auch hilfreich, wenn Sie tatsaechlich Ihre Grenze aufrecht erhalten wuerden und ihn freundschaftlich begleiten und nicht als Partnerin.

Ich wuerde Ihnen empfehlen, sobald wie moeglich die oertliche Drogenberatungsstelle anzurufen und sich dort die Informationen zu den oertlichen Aerzten, Therapeuten, Therapiegruppen, Selbsthilfegruppen usw. geben lassen. Die Krankenkasse zahlt meist fuer die Behandlung - ambulant oder stationaer - allerdings brauchen Sie da die Hilfe des Hausarztes, um die entsprechenden Ueberweisungen und Antraege auszufuellen.

Es gibt mittlerweile auch online-Gruppen und -Therapeuten, die sich mit Sucht beschaeftigen und Hilfe anbieten. Allerdings wird eine Online-Therapie nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Meine Erfahrung ist, dass leider nur die Menschen langfristig clean bleiben, die sagen: Ich tue, was auch immer ich tun muss, um clean zu bleiben. Das heisst also, dass Sie keine Bedingungen stellen wie: Aber keine SElbsthilfegruppen, keine Entgiftung, kein das, nur das....; sondern einfach sagen: ich gehe, weil ich Hilfe brauche, auch wenn ich nicht wirklich will....

Darum deutet leider auch diese Bemerkung Ihres Freundes darauf hin, dass es wahrscheinlich (ich hoffe natuerlich dass ich falsch liege) nicht wirklich klappen wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte, auch wenn ich Ihnen nicht so ganz viel Hoffnung machen kann - aber ich denke, dass Sie lieber eine ehrliche professionelle Einschaetzung suchen als jemanden, der Ihnen falsche Hoffnungen macht. Fuer Nachfragen stehe natuerlich gerne zur Verfuegung.


Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.


Sehr geehrte Fragestellerin,
hatten Sie noch Nachfragen?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.


Vielen Dank Frau Noble.... Ich werde ihren Rat folgen.... Anfang September hat er bereits einen Termin beim Hausarzt und dann schauen wir mal......

Dann wuensche ich Ihnen alles Gute - und passen Sie bitte gut auf sich auf, Sucht hat die Tendenz andere Menschen in ihren Sog von Chaos und Traurigkeit zu ziehen....