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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Hallo, mich bedrückt folgendes. Zunächst mal ich bin homosexuell.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,

mich bedrückt folgendes. Zunächst mal ich bin homosexuell. Das erkannte ich bei mir mit ca 14 Jahren. Leider war ich im diesem Zeitraum an einem Gehirntumor erkrankt und wollte meine Eltern nicht zusätzlich damit belasten. Mit 15 folgte die OP. Zuvor litt ich noch Epilepsie....die Anfälle habe ich auch erst verschwiegen. Ich komme zudem aus einem konservativen Elternhaus und wohne in einem dementsprechenden Umfeld. Nach der OP ging es leider nicht gut weiter. Zitterte mich durch die Klassen 9 und 10....brach danach 2 Lehren ab. Führerschein durfte ich erst mit 22 machen ….und dementsprechend war ich als Teenie auch nie raus auf Party etc, weil ich halt Medikamente einnehmen musste. Da ich als Jugendlicher nie so irgendwelche guten Freunde hatte, mit denen man durch dick und dünn konnte kamen die erst so mit 22- 24. Quasi im dem Jahr wo auch mein Vater plötzlich starb. Die Freunde, die ich etwas u.a im Internet kennen gelernt habe, wurden für mich irgendwie starke Bezugspersonen. Ich habe mit denen eine echt starke Freundschaft gehabt...viel gechattet und wir haben uns gegenseitig besucht. Leider beschränkt es sich heute nur noch auf sporadische Chats und Mails! Bei dem einen oder anderen komme ich schneller darüber hin weg....bei anderen hat es teilweise Monate gedauert, bis ich darüber hinweg kam.
Vor 3jahren lernte ich über das Web 2.0 einen anderen jungen Mann kennen. Wir freundeten uns auch an. Er half mir auch zudem mich etwas besser kennen zu lernen und auch etwas mehr zu mir stehen. Ich habe mich dann vor ihm geoutet und auch dann den Mut gehabt, bei anderen Freunden mich zu outen. Ich habe ihn auch gesteckt, dass er für mich halt ein idealer Partner wäre, nur leider hat er schon klar gesagt....dass er halt nur ein Freund sein kann und er halt heterosexuell ist. Ist ja auch ok. Nur in den letzten Tagen kamen mir wieder Gefühle hoch. Im eigentlich Facebook Chat ist er seltener...dafür chattet er lieber bis die tief in die Nacht dann bei einen anderen „Chat“ Anbieter. Mir sollte es ja im Prinzip schnuppe sein, dass er da mit nen Mädel chattet und so....aber ich bin halt sehr eifersüchtig, dann auf das Mädel, weil er halt dann mit meinen Freund chattet. Im Frühjahr war es halt nicht so krass....diese Gefühle....aber in letzter Zeit wieder schon. Er hat mir zwar beteuert, dass wir halt für immer Freunde sind. Aber manchmal habe ich halt Angst, dass ich so peu a peu aus seinem Leben verschwinde. Mich beschleicht halt dann ein Gefühl von Wut, dass er dann mit nen Mädel oder so chattet...!
Ich habe vor ein paar Jahren manchmal geträumt, dass ich nachts was esse....und beim essen hatte ich auf einmal alle Zähne im Mund ….die konnte ich dann so ausspucken.

Welche Strategie könnt ihr mir vorschlagen, dass ich weniger traurig und Angst haben muss vor einer erneuten Enttäuschung bzw. dass ich weniger Eifersüchtig bin!
Sehr geehrter Fragesteller,
unerwiederte Liebe ist etwas, das unabhaengig von sexueller Einstellung existiert - wenn Sie z.B. heterosexuell waeren, dann koennte es ja durchaus sein, dass die Frau, fuer die Ihr Herz schlaegt, sich fuer einen anderen interessiert. Und wenn dieser Freund homosexuell waere, dann koennte es ja auch sein, dass er sich fuer einen anderen Mann und nicht fuer Sie interessieren wuerde. Damit muessen wir als Menschen leider alle immer wieder leben, dass unser Herz fuer jemanden schlaegt, der unsere Gefuehle nicht erwiedert. Enttaeuschungen kann man also nicht wirklich vermeiden, man kann nur lernen, sie loszulassen und sie nicht persoenlich zu nehmen, denn meist sagen die Vorlieben einer anderen Person wenig uber uns aus und mehr ueber den Geschmack dieser Person. Die Aussage ist also nicht: Du bist nicht "liebenswert" sondern: Ich bevorzuge ... (Blonde, Dunkelhaeutige....)

Wenn Sie also davon wegkommen koennen, die Entscheidungen Ihrer Freunde und dieses Freundes im Besonderen weniger als "gegen Sie" und mehr als "fuer etwas anderes" sehen koennen, dann tun Sie zwar nicht unbedingt weniger weh, aber die Verletzungen gehen weniger tief.

Oberflächlich betrachtet erscheint Eifersucht als Gefühl, das äußere Ereignisse und andere Menschen in einem auslösen können. "Weil der andere das oder jenes tut, reagiere ich mit Eifersucht." Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir unsere Eifersucht selbst auslösen. Hinter der Eifersucht verbergen sich in der Regel Selbstzweifel und eine geringe Selbstachtung.

Betroffene glauben oft tief im Inneren, sie seien nicht gut genug, nicht intelligent genug, nicht attraktiv genug, nicht liebenswert genug und haben deshalb Angst, für ihren Partner oder ihre Freunde nicht gut genug, attraktiv oder liebenswert genug zu sein.



Meist ist die Eifersucht eine Reaktion auf die Angst vorm Alleinsein oder vor Ablehnung.

Wenn wir uns abgelehnt fühlen, dann bewerten wir eine Reaktion, eine Aussage oder ein Verhalten eines anderen als Ablehnung. Die meisten Menschen haben Angst vor Ablehnung und fühlen sich verletzt, wenn sie sich abgelehnt fühlen. Warum ist das so?

Die Angst vor Ablehnung ist eng mit der Selbstablehnung verbunden. Je mehr wir uns selbst ablehnen, je mehr wir uns selbst für minderwertig oder nicht liebenswert halten, je mehr wir an unserem Wert zweifeln, umso mehr haben wir Angst vor Ablehnung, umso mehr leiden wir unter einer negativen Bewertung unserer Mitmenschen und umso schmerzlicher empfinden wir eine Ablehnung durch diese.

Woher kommt die Angst vor Ablehnung?

In den meisten Fällen entsteht die Angst vor Ablehnung schon in unserer Kindheit, genauer gesagt in den ersten 7 Lebensjahren. In dieser Zeit lernen viele von uns:

  • Ich werde nur akzeptiert, wenn ich lieb bin.

  • Ich bin nur liebenswert, wenn ich lieb bin.

  • Ich werde nur akzeptiert, wenn ich eine gute Leistung bringe.

Wenn wir von unseren Eltern nur angenommen und gelobt werden, wenn wir uns so verhalten, wie sie es sich wünschen, und sie uns ablehnen, wenn wir uns anders verhalten, dann lernen wir: gemocht werde ich nur dann, wenn ich tue, was andere von mir verlangen. Tue ich, was ich will, stoße ich auf Ablehnung.

Dabei reicht es schon, dass wir als Kinder den Eindruck haben, nicht um unserer Selbstwillen gemocht zu werden. Es müssen keine Worte fallen und wir müssen nicht geschlagen werden, um das Gefühl zu haben, nicht in Ordnung zu sein und abgelehnt zu werden. Schon ein strafender oder tadelnder Blick reichte vielleicht, um uns in Lebensgefahr zu sehen.

Warum nehmen wir uns als Kinder solche Worte so zu Herzen und warum reagieren wir als Erwachsene immer noch so verängstigt? Der Grund ist: Wir sind als Kinder völlig abhängig von der Zuwendung und Fürsorge unserer Eltern. Ohne sie können wir nicht überleben. Eine Ablehnung empfinden Kinder immer als ein im Stich-Gelassen- und Verstoßen-Werden. Und das kommt für ein drei- oder fünfjähriges Kind gefühlsmäßig einem Todesurteil gleich.

Haben wir als Kind kein Grundvertrauen, dass man für uns sorgen wird, dann entwickeln wir eine große Angst vor Ablehnung.

Als Erwachsene hängt unser Leben nicht mehr vom Urteil anderer Menschen ab. Dennoch empfinden wir bei Ablehnung reflexartig so, wie das drei- oder fünfjährige Kind, das seinen Eltern auf Gedeih und Verderben ausgeliefert war. Der Grund ist: Wir tragen quasi immer noch den kleinen verängstigten Jungen oder das kleine verängstigte Mädchen in uns, die eine Ablehnung als existenzielle Bedrohung empfinden.

Eine andere Lektion in unserer Kindheit und Jugendzeit bestand vielleicht darin, uns auf sehr persönliche und verletzende Weise auf unsere Fehler und Schwächen aufmerksam zu machen. Wir mussten uns vielleicht häufig anhören: Du taugst nichts. Du bist ein Tollpatsch. Du bist so was von blöd. Wegen dir muss man sich schämen.

Dadurch haben wir gelernt, an uns zu zweifeln und haben kein Selbstvertrauen entwickelt. Wir haben Angst zu versagen oder nicht zu genügen und deshalb abgelehnt zu werden.

Und natürlich hatten auch Erfahrungen mit unseren Spiel- und Schulkameraden einen Einfluss auf unsere seelische Entwicklung. Vielleicht wurden wir in der Schule gemobbt. Vielleicht hatten wir eine körperliche oder persönliche Auffälligkeit und wurden deshalb zur Zielscheibe von Spott und Hänseleien, die an unserem Selbstwertgefühl genagt haben und von denen wir uns nie mehr erholt haben.

 

Wenn wir lernen, unseren Selbstwert und damit unser Selbstwertgefuehl zu stärken, dann machen wir uns unabhängiger von der Reaktion anderer und erleben eine Ablehnung nicht mehr als Todesurteil. Eine Ablehnung ist dann nur noch bedauerlich und schade, aber nicht mehr bedrohlich. Und damit verlieren wir unsere Angst vor der Ablehnung.


Koennten Sie sich vorstellen, zusammen mit einem Therapeuten an dieser Unsicherheit zu arbeiten?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Hallo,


 


vielen Dank für die ausführliche Antwort. Natürlich wurde ich in der Schule auch gerne gehänselt....sei es wegen meinen Haaren (Locken = Momo) =/ oder damals auch wegen Fussball Schalke 04....! In der 9. Klasse habe ich mal in Mathe, die einzigste 6 geschrieben....es gab keine 5...! In der Pause kamen dann 3 Mitschüler und haben höhnisch gefragt/gelacht Hast Du nicht gelernt?

In der Ausbildung durfte ich vor mir den anderen Azubis hören: Gibt es doch zu, dass Du für den Beruf nicht geeignet bist vom Ausbilder. Aufgrund meiner Geschichte war ich halt sehr lange im "Tal der Tränen"!


 


Ich denke auch : man gibt immer so viel den anderen ...man ist für andere da...ist immer bemüht, den Eimer an Selbstbewusstsein dem Freund aufzufüllen. Aber selber bekommt man den eigenen Eimer nicht voll! Vielleicht sollte ich auch versuchen Freunde als Freunde zu sehen und nicht als "Partner-Ersatz"! =( Auch wenn es mir halt mega schwer fällt!


 


Ich könnte mir schon vorstellen, zusammen mit einem Therapeuten an dieser Unsicherheit zu arbeiten.

Sehr geehrter Fragesteller,

Die meisten Menschen, die wie Sie viel vor andere tun und gleichzeitig innerlich trotzdem oft das GEfuehl haben, "nicht gut genug zu sein", haben irgendwann in ihrem Leben entschieden, dass sie minderwertig, nicht liebenswert, unwichtig oder wertlos sind, wenn sie alleine - also ohne Partner oder "Partner-Ersatz" sind. Darum setzen sie alles daran, nicht alleine zu sein, denn dann koennen sie vermeiden, sich so zu fuehlen. Oft fuehrt das dazu, dass sie versuchen, anderen deren Wuensche und Beduerfnisse vom Gesicht abzulesen und oft entsprechend handeln bevor ein Wunsch ausgesprochen wurde. Oder, dass sie sich nie eigene Beduerfnisse goennen, denn das koennte ja dazu fuehren, dass die andere Person einen als Last empfindet und verlaesst.
Oft leben Menschen, die diese Schlussfolgerung gezogen haben, in staendiger Angst, etwas falsch zu machen und darum verlassen zu werden. Diese Menschen sind aber auch bewundernswert sensibel und haben ein riesengrosses Einfuehlungsvermoegen, was sie zu wunderbaren Freunden macht. Andererseits, werden sie leider auch oft ausgenutzt.

 

Hier ist ein “Teufelskreis”, den ich immer wieder sehe in Menschen wie Ihnen.

Man hilft, man ist fuer andere da, man steckt zurueck, man stellt die eigenen Beduerfnisse in den Hintergrund. Oft bekommt man wenig zurueck. Ab und zu mal ein “Danke”, aber meist weird es als selbstverstaendlich hingenommen, dass man da ist, wenn man gebraucht wird. Man goennt sich selten etwas, man fuehlt sich oft sogar schuldig, wenn man Zeit, Energie und Geld fuer sich selbst beansprucht. Aber irgendwann ist man dann “leer”. Man hat alles gegeben, was man hat (und meist sogar mehr als man wirklich hat). Man fuehlt sich muede, erschoepft, depressiv. Typische Gedanken sind: “Warum immer ich?” “Wieso kann niemand so fuer mich da sein, wie ich fuer alle da bin?” Das Leben ist zu anstrengend.” “Ich kann nicht mehr.” “Auch wenn ich die ganze Nacht geschlafen habe, fuehle ich mich nicht ausgeschlafen.” “Es fuehlt sich so an, als ob sich die ganze Welt gegen mich verschworen hat.”

Wenn man dann diese Muedigkeit nicht mehr aushaelt, dann wird man wuetend. Denn Wut gibt zumindest ein bisschen Energie. Ausserdem kann man die ganze Frustration, die sich aufgesaut hat, rauslassen. Meist sind diese “Explosionen” sehr laut und erstaunen die Menschen um einen herum, denn “man ist doch sonst so ruhig und hilfreich.” Das Problem ist, dass man sich ja eigentlich als “netter Mensch” sieht und sich das sehr schwer mit diesen Wutausbruechen vereinbaren laesst. Darum entwickelt man schnell Schuldgefuehle (“Eigentlich sollte ich...” “Wie konnte ich nur...”)

Das beste “Gegenmittel” gegen Schuldgefuehle ist – richtig geraten – wenn man genz besonders nett ist und ganz viele nette Dinge fuer andere Menschen tut (v.a. fuer die, die den Wutausbruch erlebt haben) und damit steht man wieder am Anfang des Kreislaufs. Ist das ein Kreislauf, der Ihnen bekannt vorkommt?

Wenn einiges von dem, was ich hier aufgezeigt habe, auf Sie zutrifft, dann wuerde ich tatsaechlich eine Therapie empfehlen.Wie gesagt, meine Empfehlung waere die kognitve Verhaltenstherapie, weil die sich insbesondere mit diesen "alten Glaubenssaetzen" und Aengsten auseinandersetzt.

Wenn Sie eine Therapie in Erwaegung ziehen, gibt es mehrere Moeglichkeiten, einen Therapeuten zu finden. Um relativ schnell einen Termin zur Diagnostik und/oder zur Therapie zu bekommen, wenden Sie sich am besten an eine nahegelegene psychotherapeutische/ psychiatrische ambulante Fachklinik, an eine Universitätsklinik mit einer psychotherapeutischen/ psychiatrischen Ambulanz oder an ein psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut. Es dauert oft recht lange, um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen zu bekommen, aber auch das ist eine Moeglichkeit. Fragen Sie dazu bei Ihrer Krankenkasse nach einer Liste von geeigneten Therapeuten. Hier finden Sie ebenfalls Listen von Therapeuten (mit und ohne Kassenzulassung) nach Postleitzahl geordnet:

http://www.psychotherapiesuche.de/
http://www.netzwerk-psychotherapie.de/
http://www.therapeuten.de/

http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/

Hier finden Sie psychologische Ausbildungsinstitute:

http://www.therapie.de/psyche/info/ausbildung/adressen-und-links/



Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte. Fuer Nachfragen stehe ich natuerlich gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichem Gruß,

Annegret Noble

Ueber eine positive Bewertung meiner Antwort wuerde ich mich freuen. Vielen Dank.

Meine Ausführungen und Meinungen ersetzen keine psychologische Diagnostik oder Therapie. Sie beinhalten nur Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze.

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