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Palatina
Palatina, Diplom Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 36
Erfahrung:  Psychotherapie - Notfallpsychologie - Opferhilfe-Therapie - Mediation
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Palatina ist jetzt online.

meine Tochter lebt bei mir, sie macht gerade eine Ausbildung,

Diese Antwort wurde bewertet:

meine Tochter lebt bei mir, sie macht gerade eine Ausbildung, hat ein Übernahmeangebot. Aber es wird ihr alles zu viel, sie hat Antriebslust, depressionen, weint viel. Dazu kommen die Probleme der nicht bewätligten Scheidung und dass ihre Schwester, die bei der Mutter lebt, magersüchtig ist. Sie ist 20 und bin ganztätig berufstätig.
Lieber Ratsuchender,

so ganz genau haben Sie Ihr Anliegen ja nicht formuliert, und ich hoffe, ich verstehe Sie richtig:
Sie machen sich Sorgen um Ihre Tochter, die so niedergeschlagen und bedrückt ist, und Sie möchten ihr helfen? Daß sie sich besser fühlt? Daß sie nicht etwa noch die Ausbildung hinschmeißt?

Was mir ins Auge springt, ist die, wie Sie selbst sagen, "nicht bewältigte Scheidung".
ich denke, daß da der Ansatzpunkt ist. Auch Ihrer anderen Tochter gehts ja nicht gut.

Ich frag mich, wie es zu dieser Scheidung kam.
Was ihr vorausgegangen ist.
Was sich dadurch im Leben für jedes verändert hat.
Wenn bei einer Scheidung Geschwister getrennt werden, kann das zusätzlich belastend sein für die Kinder. In Ihrem Fall waren sie aber offenbar beide schon erwachsen und konnten mitentscheiden. Ein Loyaltätskonflikt ist dennoch nicht auszuschließen.

Ich weiß auch nicht, wie lange die andere Tochter schon magersüchtig ist, aber sowas kommt ja auch nicht von ungefähr.
Daher jetzt die mir am wichtigsten erscheinende Frage:
Wie gehen Sie und Ihre Exfrau miteinander um?
Herrscht (noch) Krieg?
Kalter Krieg ist auch Krieg, und er besteht oft aus unausgesprcohenen Schuldgefühlen, Hilflosigkeit und dem Unvermögen oder der Ansgt, sich mitzuteilen.
Wie es bei Ihnen aussieht, weiß ich natürlich nicht.

Auch wenn die Scheidung durch ist und die Wohnverhältnisse umorganisiert sind - da scheint noch einiges Unaufgeräumtes rumzuliegen. Daher meine dringende Empfehlung:
Suchen Sie professionelle Hilfe in einer Familientherapie oder einer Mediation, letztere vorzugsweise bei einem Psychologen!

Auch wenn Sie nicht mehr verheiratet sind, sind Sie doch Eltern dieser beiden Töchter, und diese bleiben Schwestern, egal wer wo wohnt. Vor allem bei Magersuchtkranken wäre dringend eine Familientherapie vonnöten. (Sie brauchen nicht zu befürchten, daß ein Familientherapeut Sie wieder in die Ehe zurückbugsieren wollen würde. Schließlich sind ja auch nicht alle Eltern verheiratet.). Die Idee ist, daß Sie lernen, wie Sie entspannt miteinander umgehen können, und daß Dinge, die derzeit noch am Schwelen sind noch erledigt werden können. Alleine sind die Familienmitglieder damit meist überfordert, oft fällt man in die alten Streitmuster zurück, und bald ist wieder die bekannte Stimmung im Heim, ob das nun Vorwürfe und Herumschreien bedeutet oder in eisigem Schweigen zugeknallte Türen.
Da brauchts einen Katalysator, der allen Beteiligten ermöglicht, seine Gedanken zu äußern. Bedarf hätte sie sicher alle vier! Aber wahrscheinlich auch Angst.
Dafür gibts ja fachlich ausgebildete Helfer.

Ich wünsche Ihnen, allen vier, den Mut, sich auf sowas einzulassen,
und interessante, bereichernde und friedensstiftende Erfahrungen!


Palatina und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Palatina, vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort. Hintergrundinfos sind folgende: die scheidung liegt schon 8 Jahre zurück, die Kinder waren 7 und 11. Beide lebten erst bei der Mutter, die älteste kam dann binnen 2 Jahre zu mir, weil sie ständig gegen die neuen Verhältnisse rebellierte und die Mutter nicht mehr mit ihr zurecht kam. Die jüngste wollte dann auch zu mir aber die Mutter wollte nicht und ich als Betrogener hatte keine Kraft und hätte vor Gericht als Mann damals auch null Chancen. Die jüngste ist seit einem halben Jahr magersüchtig und die älteste leidet unter dem Leiden der Schwester aber sie kann auch nicht allein sein, da ich den ganzen Tag arbeite. Beide Kinder sind etwa 500 km entfernt. Meine Ex-Frau hatte sich damals einem anderen Mann zugewandt und ich war darüber und über die Trennung von den Kindern sehr niedergeschlagen, wenigstes 5 Jahre.. So viel zur Vergangenheit und nun sind die Kinder die Leittragenden. Meine älteste macht nun eine Gesprächstherapie und hat Antidepprisiva bekommen, die jüngste soll in eine Klinik. Kalter Krieg beschreibt das Verhältnis richtig, ich grolle nachwievor etwas über den Betrug und dieses Gesellschaftssystem, das diesen "erlaubt", sie über den "Verlust" der einen Tochter und starke finanzielle Einbussen nach der Scheidung bis zum Verlust des eigenen Hauses (das gehört nun mir alleine).
Ich wollte mal gemeinsam mit allen wieder Urlaub machen, aber das wird abgelehnt, meine Ex-Frau ist wieder verheiratet, ich nachwievor Single.Grund für den gemeinsamen Urlaub ist dass ich schon seit langem sehe, dass beide Kinde wollen, dass etwas gemeinsam gemacht wird, Wie Sie sagen: Eltern bleiben Eltern, Ich muss nun erkennen, dass diese Trennung nicht gut ist, vorallem reichen die Narben der Kinder weiter und belasten ihre Zukunft. Das muss aufhören. Zusammenkommen werden die Eltern aber nicht mehr, das will ich auf keinen Fall.

Nachtrag
Daß die äteste Tochter eine Therapie macht, ist doch schonmal ein Anfang.

Die größte Hürde für eine Therapie, wo alle einbezogen sind, ist jedoch die große räumliche Distanz. Aufgeben würde ich dennoch nicht. Man muß ja auch nicht wöchentliche Termine haben.

Sie haben noch zwei Joker im Ärmel, zwei Möglichkeiten, die Sie nutzen können:
1. Wenn Ihre Tochter einverstanden ist, könnten Sie in einem Gespräch zu dritt mit deren Therapeut besprechen, welche Möglichkeiten es gäbe, mal zusammen an einem Tisch zu sitzen. Vielleicht gibt es ein Institut oder eine Beratungsstelle, die geographisch irgendwo in der Mitte liegt, oder wo alle mal hinkommen können.
2. So schlimm es vorkommen mag, daß die jüngere Tochter in die Klinik muß, so großartig ist die Chance, die Sie damit haben! Man wird sicher mit der ganzen Familie sprechen wollen, dagegen kann auch die Mutter der Kinder oder ihr neuer Mann nichts haben. Es geht ja nicht um Schuldzuweisung und die Frage, wer ist gut oder böse, sondern darum, wie man aus diesem Krampf rauskommt.

Was den gemeinsamen Urlaub betrifft, ich denke, das hatte von vornherein keine Aussichten, seien Sie also bitte nicht enttäuscht, daß Ihre Exfrau das abgelehnt hat. Wie immer Sie zu ihr stehen, ihrem neuen Mann wäre so ein gemeinsamer Urlaub seiner Frau mit der früheren Familie sicher nicht besonders recht. Stellen Sie sich mal vor, Sie wären in dieser Lage.
Was aber keineswegs ausgeschlossen ist, ist ein Urlaub mit den Töchtern! Aber auf das Naheliegndste kommt man meist zu zuallerletzt. Und im Moment steht ja auch erstmal die Klinik an.

Zum Schluß möchte ich eine Geschichte erwähnen, die Sie sicher kennen:
Erinnern Sie sich an die Familie Lot, die eines abends die dringende Aufforderung erhalten, schnell das Nötigste zusammenzupacken und in die Berge zu flüchten, weil die Stadt (Sodom oder Gomorrha, so genau weiß ich das nicht mehr) zerstört werde?
Dazu hieß es, sie sollten vorwärts eilen und nicht zurückschauen. Sie wissen, was dann geschah: Frau Lot konnte sichs nicht verkneifen, zurückzuschauen, und in dem Moment erstarrte sie zur Salzsäule.
Vielleicht geht es Ihnen und/ oder den Töchtern ähnlich: 8 Jahre zurückschauen und darin erstarren, und ein Zurück gibts ja nicht. So kommt man nicht vorwärts, erst recht nicht zu besseren Zukunftsperspektiven. Zum Glück sind Sie ja nicht Salzsäulen, sondern können noch immer die Richtung wechseln...

Ich wünsche Ihnen alles Gute!
I. Scarpatetti



Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Frau Scarpetti gute Ratschlaege ich hoffe nur dass die aelteste noch die kurve kriegt denn so ein gutes angebot bekommt sie kaum wieder und dass es die pysc


hologen der klinik schaffen was die eltern nicht konnten ich sehe darin auch dass trennungen vorallem fuer die kinder zu leiden fuehren und nur in notfaellen sein sollten.

Ob es die Trennungen an sich sind, oder die Art, wie sie vollzogen werden, und wie sich Eltern den Kindern gegenüber verhalten, das sei mal dahingestellt.
Auf jeden Fall haben Sie ja jetzt ein paar Ideen, die Sie umsetzen können!

Damit verabschiede ich mich für den Moment.
Vielleicht möchten Sie ja zu einem späteren Zeitpunkt wieder berichten, was sie alles erreicht haben werden.

Alles Gute!