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InternetCoach
InternetCoach, Psychologin
Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1450
Erfahrung:  Familientherapeutin, Drogenberatung, Erziehungsberatung
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Hallo, ich hatte vor längerer Zeit einen schlimmen Unfall.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,

ich hatte vor längerer Zeit einen schlimmen Unfall. Natürlich hat dieser mein Leben ein wenig aus der Bahn geworfen. Ich spreche in diesen Zusammenhang jetzt mal von Kollateralschäden. Die Teilweise durch meine Lebenssituation für mich mehr als ärgerlich sind. In diesem Zusammenhang ist mir mehrfach von Leuten geraten worden mir Hilfe zu holen. Nun gehe ich davon aus das viele Leute nicht meine Situation einschätzen können aber wenn man mehrfach von verschieden Stellen den gleichen Rat hört, fange ich darüber nachzudenken aber mir ist nicht klar wie ein Psychologe meine Situation verbessern kann. Zudem habe ich in der Reha Klinik keine guten Erfahrungen gemacht mit Psychologen. Offen gesagt ich stehe dem jetzt etwas ablehnet gegenüber.
So habe ich, aus meiner Sichtweise mein Leben im Griff und brauche keine Hilfe. Aber mich verunsichert einfach das ich aus verschiedenen Stellen den gleichen Ratschlag bekommen habe. Vielleicht können Sie mich ein wenig Erleuchten. Vielen Dank XXXXX XXXXX Rückmeldung.
Sehr geehrter Fragesteller,
ich wuerde Ihnen gerne helfen und vielleicht erklaeren, warum diese Menschen, deren Meinung Sie ja anscheinend doch schaetzen, denken, dass Sie von psychologischer Hilfe profitieren koennten, aber dazu muesste ich ein bisschen mehr Information dazu haben, was diese Menschen beobachten, dass dazu fuehrt, dass Ihnen psychologische Hilfe empfohlen wird. Gibt es starke Stimmungsschwankungen? Hat sich Ihre Persoenlichkeit veraendert? Zeigen Sie Verhaltensweisen, die Sie in der Vergangenheit nicht hatten?

Es wuerde auch helfen, wenn Sie in groben Zuegen erklaeren koennten, was Sie fuer einen Unfall hatten und wie sich Ihre Lebensumstaende dadurch veraendert haben - was also die Kollateralschaeden sind.

Vielen Dank,
Annegret Noble
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrte Frau Noble,


also fangen ich ein wenig chronologisch an. Vor über einem Jahr hatte ich einen schweren Fahrrad Unfall während ich für meine Firma im Ausland (Italien) war. Resultat: Schädelhirntrauma, Wirbel gebrochen, Schultergelenk gebrochen. Nach einem Aufenthalt von 2 Monaten in einem Italienischem Krankenhaus bin ich in eine Rehaklinik in Deutschland geflogen worden. Da hatte ich dann ein sehr unschönes Erlebnis. Eine Assistenzärztin erklärt mir in welchem Stock mein Zimmer ist, und wie toll die Aussicht vom Balkon ist und fragt mich dann wann ich denn vom Balkon verschwinden will. Das habe ich eventuell nicht besonders klug beantwortet, sondern habe Ihr vorgerechnet wie hoch der 4.Stock ist und wie hoch die Aufprall Geschwindigkeit ist wenn man von da verschwindet. Resultat war dann das man mich als Selbstmord gefährdet eingestuft hat. Was ich bis heute nicht verstehen kann und auch nicht nachvollziehen. Wenn mir jemand genau erklärt was passiert sehe ich das als absolut Risikobewusst an. Meine Werksärztin meinte nur als ich der das erzählte: Das sind Ärzte und keine Ingenieure die können damit nicht anfangen und Ihr Lebenslauf ist einfach nicht Standard erwarten Sie nicht das man Sie versteht. Wohl wahr…. . Wenn selbst als ich meinen Eltern was aus China erzählt habe, die dumme Stationssekretärin meine Eltern mitleidig anschaut und meint schweres Schädelhirntrauma. Mir ist da der Kragen geplatzt und habe mir einen gestempelten Lebenslauf von meiner Firma organisiert mit meinen Auslandstätigkeiten.


Der Unfall hat dazu geführt das ich nach Deutschland zurückversetzt worden bin. Auf eine andere Position, weil aus Sicht der Werksärzte die Genesung in Deutschland einfacher zu realisieren sei und Versicherungstechnische Gründe. So als Highlight, meine Freundin die ich während eines anderem Auslandsaufenthalt (2 Jahre China) kennen gelernt habe ist dann mich besuchen gekommen. Zu der Zeit war ich bei meinen Eltern untergekommen. Leider haben sich meine Eltern sehr asozial meiner Verlobten gegenüber Verhalten was dazu geführt hat das ich nach 11 Tagen mit Ihr ins Hotel gezogen bin. Dann habe ich mit Ihrer Hilfe den Umzug aus Italien nach Deutschland realisiert. Also meine tolle Position in Italien ist weg und jetzt in Deutschland bin ich nur bis meine Wiedereingliederung gelaufen ist. Was danach ist will noch keiner sagen oder es ist noch nicht entschieden.


Also es sind nicht nur Personen die ich persönlich schätze sondern auch Leute aus meiner Firma die mir nahe gelegt haben eventuell Unterstützung zu holen. Wenn jemand so einen Ratschlag gibt der für tausende von Menschen verantwortlich ist über die Welt verteil, hat das bestimmt was zu sagen. Leider können diese Personen mich mit Sicherheit nicht einschätzen bezüglich Persönlichkeit.


Daher kann ich nur eine Selbsteinschätzung geben, und ich meine mein Temperament ist unkontrollierter aber ansonsten denke ich bin der gleiche. Was ich auch von Leuten gehört habe die ich länger nicht kontaktiert habe. Mein Humor ist immer noch anspruchsvoll mit Spitzen.


 


Was sonst noch Kollateralschäden sind: Steueramt hat Zwangsgeld festgesetzt weil mein Steuererklärung nicht zum normalen Zeitpunkt da war, ein haufen Geld verloren durch Umzug, und jetzt musste ja ein Auto her, also mein Konto ist jetzt sehr leer. – Ja das sind Luxusprobleme verglichen mit Leuten in anderen Nationen. Darüber bin ich mir bewusst, aber ändert nichts daran das meine Situation schon mal besser war.


Sollten Sie noch weiter Fragen haben zögern Sie nicht mich zu kontaktieren.


 


Mit freundlichen Grüßen


 

Sehr geehrter Fragesteller,
von dem was Sie sagen, ist meine Vermutung, dass das Gehirntrauma vielleicht doch etwas mehr veraendert hat, als Sie "von innen heraus" erkennen koennen. Allerdings ist da eine Psychotherapie nur bedingt hilfreich. Ein guter Kollege von mir hat persoenlich und professionell viel Erfahrung mit Schaedeltrauma. Der effektivste Weg, um dem Gehirn zu helfen scheint "low energy neurofeedback", eine passive Art des Biofeedback, wobei ein Computer und das Gehirn direkt miteinander kommunizieren. Als "Laie" erklaere ich das so: Wenn man sich den Arm bricht und ihn einfach zusammenwachsen laesst, dann heilt er selten gerade, wenn man aber eine Schiene oder einen Gips benutzt, dann heilt der Arm richtig und ist wieder voll benutzbar. Es ist sehr schwer, dem Gehirn einen Gips anzulegen, aber um richtig zu heilen, braucht auch das Gehirn "Richtlinien" und diese kann das "low energy neurofeedback" bieten. Dabei spielt der Computer dem Gehirn sozusagen vor, wie es arbeiten sollte und das Gehirn imitiert das dann. Gerade fuer Themen wie Konzentration, Erinnerungsfaehigkeit, Kopfschmerzen, weniger Geduld ("schnelleres Ungehalten werden"), die oft nach einem Schaedeltrauma zurueckbleiben, scheint diese Behandlungsmethode ideal.
Ich arbeite in den USA und weiss auf Anhieb niemanden, der das in Deutschland anbietet, kann da aber fuer Sie etwas nachforschen.

Bezueglich der "Kollateralschaeden" kann ich mir gut vorstellen, dass Sie da den Trauerprozess durchlaufen muessen, um das alles "zu akzeptieren" und mit Ihrer neuen, nicht einfachen Lebenssituation Frieden zu schliessen. Ich wuerde Ihnen diesen Prozess gerne beschreiben. Vielleicht haben ja auch ein paar der Dinge, die andere an Ihnen beobachten, mit diesem Prozess zu tun?

Die Gefühle, die man nach einem Verlust durchläuft, scheinen sich an eine bestimmte Ordnung zu halten. Die erste Reaktion auf Verlust ist oft der Versuch, die Realität wegzuleugnen. Man kann und will nicht glauben, dass das Geschehene wirklich passiert ist. Typische Gedanken sind: “Das ist alles nur ein Traum.” “Morgen ist alles wieder in Ordnung.” “Das kann einfach nicht wahr sein.” „Ist das wirklich passiert?“

Die Phase des Verleugnens kann von ein paar Minuten bis hin zu einigen Wochen dauern, je nach der Größe des Verlusts. Danach folgt normalerweise eine Zeit des Verhandelns. Man versucht mit Gott, der Welt, dem Universum, sich selbst oder anderen Menschen zu verhandeln, um das Geschehene ungeschehen zu machen. Typische Gedanken sind: “Wenn ich nur hart genug arbeite, wird keiner merken, was wirklich passiert ist.” “Wenn ich von jetzt an alles richtig mache, dann wird er wieder zurückkommen.” “Ich muss nur wirklich danach suXXXXX, XXXXXn werde ich es schon finden.” „Es wird schon besser werden, wenn ich nur....“ Für Erwachsene und Jugendliche, die in der Regel einen recht guten Realitätssinn haben, dauert die Zeit des Verhandelns normalerweise nicht besonders lange. Sie merken schnell, dass man noch so viel versprechen kann, letztendlich kann man den Verlust nicht ungeschehen machen. Jüngere Kinder, die noch eine rege Fantasiewelt haben, brauchen oft etwas länger, um den Verlust als Tatsache anzuerkennen.

Nach dem Verhandeln kommen Wut und Trauer. Diese beiden Gefühle wechseln sich oft ab. Vielen Menschen fällt es leichter, wütend zu sein als traurig. Wut gibt Energie und beschützt. Wenn man wütend ist, kann man wenigstens morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Man kann sich gegen die unbedachten Worten der Menschen wehren, die den Verlust nicht verstehen. Trauer dagegen nimmt Energie. Man kann sich kaum bewegen und es ist schwer, die einfachen Aufgaben des täglichen Lebens zu erfüllen. Manchmal führt Trauer zu Depressionen. Depressionen machen es nicht nur schwer sondern fast unmöglich morgens aufzustehen, zu essen, sich anzuziehen, zur Arbeit zu gehen, und im täglichen Leben zu funktionieren. Menschen, die nach einem Verlust in Depressionen verfallen, brauchen oft professionelle Hilfe, um den Weg zurück zu finden. Die Länge dieses Prozesses hängt natürlich von der Grösse des Verlusts ab. Wenn ein Kind oder ein Partner unerwartet stirbt, ist es normal 4-5 Jahre lang zwischen Wut und Trauer hin- und herzuschwanken. Sollten die Gefühle des Trauerns dann noch immer so stark sein wie gleich nach dem Verlust, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, um Hilfe zu bitten. Das Gefühl von Verlust und Leere wird vor allem an Verjährungsdaten wiederkommen. Aber es sollte mit der Zeit weniger akut und intensiv werden. Sowohl Trauer als auch Wut sind nötig, um den Verlust zu verarbeiten. Die Anteile der beiden Gefühle variieren von Mensch zu Mensch, aber Menschen, die nur eins dieser Gefühle zulassen, werden es schwer finden, den Verlust wirklich zu akzeptieren.

Nach der Zeit der Trauer und Wut, folgt dann irgendwann die Akzeptanz. Man muss akzeptieren, dass das Leben nie wieder so sein wird wie zuvor. Aber im Gegensatz zur Resignation, die den Verlust zwar akzeptiert, aber zwangsläufig entscheidet, dass damit das Leben schlechter und weniger lebenswert ist, bedeutet wahre Akzeptanz, dass man von ganzem Herzen glaubt, dass das Leben zwar anders, aber trotzdem im grossen und ganzen gut ist. Akzeptanz ist nicht nur ein Gefühl sondern auch, und vielleicht sogar vor allem, eine Entscheidung. Es gibt Verluste im Leben, bei denen man sich eine lange Zeit lang jeden Tag neu entscheiden muss, sie zu akzeptieren. Erst dann folgt irgendwann das Gefühl und macht das Akzeptieren etwas leichter. Nachdem man den Verlust tatsächlich akzeptiert hat, kann man sich erneut auf das Leben einlassen. Erst dann kann man neue Beziehungen knüpfen und die kleinen Freuden des Lebens wieder geniessen. Viele Menschen bemerken zu diesem Zeitpunkt, dass sie wieder unbedarft lachen, dass sie sich am Geruch einer Blume erfreuen, dass ihnen das Essen wieder schmeckt, dass sie wieder Lust haben, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.

Leider erlauben sich nur wenige Menschen, dem Prozess des Trauerns seinen Lauf zu lassen. Es gibt so viele gute Gründe, schnell wieder funktionieren zu wollen. Da sind die Arbeit, die Erwartungen der Familie und der Freunde, die zeitgebundenen Projekte, die Bedürfnisse der Menschen um einen herum. Sechs Monate nach dem Tod einer geliebten Person bekommt man keine Karten mehr zugeschickt oder Worte der Anteilnahme zu hören. Es wird normalerweise erwartet, dass man seinen Verlust „weggesteckt“ hat. Und wenn sich dann doch jemand nach dem persönlichen Befinden erkundigt, sagt man, dass man über den Verlust hinweg ist, denn man hat sich mittlerweile selbst davon überzeugt, dass sechs Monate mehr als genug sind, um zu trauern. In einer Gesellschaft, die wenig Raum zum Trauern lässt, ist es darum kein Wunder, dass viele Menschen versuchen, diesen Prozess abzukürzen oder ganz zu vermeiden.

Man kann sich einreden, dass der Verlust gar nicht so schlimm war, dass man jetzt mit dem Trauern fertig sein sollte, dass man keine Zeit hat, dass das Leben einfach weitergehen muss. Damit verdrängt man die Gefühle, stopft sie tief in sich hinein und hofft, dass sie irgendwie verschwinden. Wenn man sich weit genug von seinen Gefühlen abgegrenzt hat und nur auf den Kopf und nicht auf die Seele hört, dann kann man sich oft selbst davon überzeugen, dass man nicht wirklich trauern muss. Oder man kann versuchen, sich von seinen Gefühlen abzulenken. Drogen, Alkohol, Essen, Arbeit, Glücksspiele oder Sport sind beliebte Wege, von den den unangenehmen Gefühlen abzulenken und sie nicht spüren zu müssen. Menschen werden oft sehr kreativ, um diese Gefühle zu vermeiden. Leider funktioniert keine der beiden Strategien wirklich. Entweder kann man irgendwann die Gefühle nicht mehr unterdrücken oder die Ablenkungsmanöver haben einen zu hohen Preis. Die unterdrückten oder ignorierten Gefühle kommen einem dann mit voller Kraft ins Bewusstsein. Man spürt sie so klar und deutlich, als ob der Verlust gerade erst passiert sei. So kann es sein, dass ein Alkoholiker, der endlich clean ist, 30 Jahre nach dem Tot eines geliebten Menschen auf einmal weint und trauert als ob der Mensch gestern gestorben sei. Wenn sich jemand jahrelang durch unermüdliche Arbeit davon abgelenkt hat, dass er ein Kind verloren hat, kann es passieren, dass er während des nächsten Urlaubs (auf den er sich nur widerwillig eingelassen hat) auf einmal Gefühle von Wut und Traurigkeit spürt, die keine wirkliche Ursache zu haben scheinen. Die unverarbeiteten Verluste machen es ihm unmöglich den Urlaub zu geniessen. Ohne sich auf seine Arbeit konzentrieren, und dadurch von seinen Gefühlen ablenken zu können, erlebt man auf einmal Gefühle, die man verloren gehofft hatte. In anderen Worten, man kann das Trauern aufschieben, aber nicht wirklich vermeiden. Irgendwann wird man sich den Gefühlen stellen müssen.


Was denken Sie, koennte das passen?
Mit freundlichen Gruessen,
Annegret Noble
Sehr geehrter Fragesteller,
welche zusaetzliche Information wuerde Ihnen im Moment weiterhelfen?
Mit freundlichen Gruessen,
Annegret Noble
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