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diplompsychologe
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Kategorie: Psychologie
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Dipl.- Psychologe (Uni) & Verkehrspsychologe
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Meine Tochter, 43 Jahre alt, Musikp dagogin leidet seit l ngerer

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Tochter, 43 Jahre alt, Musikpädagogin leidet seit längerer Zeit an Depressionen und war diesbezüglich bereits in psychotherapeutischer Behandlung, die vor etwa einem Jahr beendet wurde. Sie hat mir heute anvertraut, dass sie schon längere Zeit an einem Borderline Syndrom leidet und erwägt, einer Selbsthilfegruppe beizutreten. Ich habe dies als einen Hilferuf an mich aufgefasst, ihr zu helfen. Ich bin 70 Jahre alt und Rentner. Wie kann ich meiner Tochter in dieser schwierigen Situation am besten helfen, ohne dass ich ihr Vertrauen verliere und sie mir dann vielleicht nichts mehr von ihren Problemen erzählt. Ich bitte Sie um Ihren Rat. R. S.

Sehr geehrte Fragestellerin,

 

vielen dank für Ihre offene und ehrliche Frage, die versuchen möchte Ihnen zu beantworten.

Um Ihnen eventuell erst ein Mal etwas zu helfen, möchte ich versuchen mit einfachen Worten zu beschreiben, worum es sich bei einer Borderlinstörung handelt.

 

BS (Borderlinestörung) ein seelisches Grenzgebiet/-linie (border im engl. Grenze) zwischen Psychose und Neurose ABER auch zu anderen Persönlichkeitsstörungen ( z.B. narzisstische oder dissozialer Persönlichkeitsstörung ) eine Vermischung aus ALLEM und NICHTS

 

Es ist sehr schwierig mit Borderlinern zusammen zu leben, da es immer wieder zu einem Wechsel zwischen Distanz und Nähebedürfnis und das in extremer Form kommt ohne vorherige Ankündigung oder auch zu gravierenden Stimmungsschwankungen kommt.

 

Aus meiner Sicht ist es nicht nur sehr wichtig für Ihre Tochter sondern auch für Sie sich durch den Besuch einer Angehörigenselbsthilfegruppe für Borderline (auch im Internet möglich) z.B. http://www.borderselbsthilfe.de/, http://www.borderlinecommunity.de/, www.borderline-angehoerige.de, usw. Anregungen und Hilfestellungen zum Umgang mit Borderlinern in Beziehungen zu holen. Bitte bedenken Sie, dass es sich hierbei um eine sehr tiefgreifende Störung der Persönlichkeit handelt und eine Heilung nur bedingt erfolgen kann, nur eine Linderung und eine "Hilung" nur bedingt erfolgen kann. Sein Sie sich bewusst und Ihre Mutterliebe zu Ihrer Tochter sehr stark sein, dass Sie sämtliche Höhen und Tiefen die noch vor Ihnen liegen werden bewältigen können. Zum Teil wird es soweit gehen, dass Sie sich dem Problem der Co.- Abhängigkeit stellen müssen und am Ende wohl selber eine Therapie benötigen. Bitte wendenj Sie sich rechtzeitig an einen niedergelassenen Kollegen und beugen Sie der psychischen Belastung die durch die Hilfe entstehen kann, rechtzeitig vor.

 

Wesentlich hierbei möchte ich noch anfügen, dass bei einer Persönlichkeitsstörung sehr häufig gravierende diagnostische Fehler gemacht werden und all zu oft es sich um gar keine Persönlichkeitsstörung handelt oder einfach, weil es am einfachsten erscheint die Diagnose Borderline gestellt wird. Vielleicht sollte unabhängig udn ohne die Vorbefunde zu kennen eine erneute differenzierte psychiatrisch/ psychologische Abklärung erfolgen. Bitte verstehen Sie diese Anmerkung als einen Hinweis, ohne mir Anmassen zu wollen über die Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen zu richten, nur erlebe ich diesen Umstand ständig in meiner praktischen Arbeit und das gerade auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen.

 

Ihr Gedanke, XXXXX XXXXX Ihre Tochter eventuell medikamentös begleiten lassen sollte, ist sehr gut und ich finde diesen Gedanken als richtig. Hierzu wenden Sie sich einfach an einen psychiatrische Ambulanz einer Universitätsklinik (oder Fachklinik) oder wenden sich an einen niedergelassenen Psychiater in Ihrer Nähe.

 

Ich möchte an dieser Stelle ein Mal versuchen Ihnen ein paar ausgewählte Denkanstösse zu geben, die ich durch meine langjährige Arbeit mit Borderlinern gesammelt habe. Diese Hilfsmöglichkeiten entstanden unter aktiver Beteidigung von Betroffenen.

 

MERKSATZ = 3 x „S" des Borderliners

 

S = Struktur in der äußeren Umwelt des Borderliners è Regeln, Normen und daraus entstehende Konsequenzen

S = Stabilität und unbedingte Konstanz sowie Aufrichtigkeit in der emotionalen Beziehung

S = Sicherheit geben, dass eine Veränderung des Verhaltens und des Verstehens des Selbst ohne Angst vollzogen werden kann

 

HILFSMÖGLICHKEITEN VON ANGEHÖRIGEN

 

Akzeptanz des Borderliners wie er ist und nicht wie wir ihn sehen wollen

Mut mit dem Borderliners zur Veränderung und zum Teil auch mit paradoxen Methoden ( z.B. Einsatz von Methaphern )

Aufgabe der dichotomen Denkweise ( „entweder-oder" hin zu einem „sowohl-als auch" )==> Stärkung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit seiner Selbst und seiner Umgebung ==> Spiegelungstechnik

Vermittlung der Sinnhaftigkeit und der bestehenden Dysfunktionalität des eigenen Erlebens und Verhaltens auf dem Hintergrund der Vergangenheit wird durch eine beschriebene Situation im „ Hier und Jetzt " verdeutlicht ==> wesentlicher therapeutischer Fortschritt, da dadurch psychanalytische-tiefenpsychologisch Denkweisen und verhaltenstherapeutische Ansätze kombiniert werden

Erarbeitung neuer Problemlösungsstrategien durch eine sich ständig wiederholende Bedingungsanalyse ( Warum ) und dem Versuch mit dem Betroffenen neue Verhaltensweisen auszuprobieren

Respektlose Kommunikation ==> teilweise Unter- oder Übertreibung von falschen Affekten auf denen der Betroffene beharrt ==> d.h. authentisch und echt wirkende komplementäre Reaktionen die trotzdem frei von Ironie und Sarkasmus sind und Wärme und Sorge beinhalten

 

Leider ist es nach den allgemein gültigen Regeln so, dass der Betroffene selber seine Bereitschaft erklären muss und somit in die "Behandlung und HIlfe" einwilligen muss (auch sollte). Nur unter Berücksichtigung von gravierender Selbst- und Fremdgefährdung, kann eine Zwangseinweisung erfolgen z.b. bei Suizidandrohungen, Suizidhandlungen, massiven autoaggressiven (selbstverletzenden) Handlungen usw. Hierzu brauchen Sie nur den Notarzt verständigen und er wird nach seinem fachlichen Ermessen eine Einweisung nach PsychKG (in jedem Bundesland jedoch abweichende Regelungen) vollziehen.

Sie können also nur versuchen in einer "guten Phase" Ihre Tochter ständig aufs neue motivieren etwas zu tun und achten Sie dabei stets auf Ihre Grenzen der emotionalen und physischen Belastung.

 

Ich hoffe, mit meinen Ausführungen konnte ich Ihnen weiter helfen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichem Gruß

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

 

Ich möchte Sie bitten, so Ihnen die Antwort meinerseits, entsprechend Ihrer Vorstellungen zugesagt hat, nicht zu vergessen das fällige Honorar (durch Klick auf den Button "Akzeptieren") anzuweisen. Vielen Dank

diplompsychologe und weitere Experten für Psychologie sind bereit, Ihnen zu helfen.