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Johann Schweißgut
Johann Schweißgut, Diplom-Psychologe
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2213
Erfahrung:  Psychotherapeut
75300426
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Johann Schweißgut ist jetzt online.

Ich hab keine Motivation für mein eigenes Leben. Ich stehe

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich hab keine Motivation für mein eigenes Leben. Ich stehe täglich nur auf, um in der Arbeit zu funktionieren. In jeder freien Minute bin ich traurig, weine ständig, fühl mich allein gelassen und bin ständig müde. Ich fühle mich überflüssig in dieser Welt und wäre wohl einer dieser Menschen, der in der eigenen Wohnung Monate verroten würde, bevor jemandem auffallen würde, dass ich nicht mehr da bin.
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Ich bin 33 Jahre, weiblich und nehme keinerlei Medikamente.
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Psychiater wissen sollte?
Customer: Vllt. dass ich in diesem Zustand jetzt seit über 5 Jahren lebe, soziale Kontakte meide ich, aus Angst mich bei ihnen wieder komisch, ausgegrenzt oder unangenommen zu fühlen. Ich bin es gewohnt, dass Menschen mich ablehen, nur zu mir stehen, solange es nicht öffentlich ist. Mein Feedback war und ist immer mehr der Rückzug.

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde, vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Frage justanswer anvertrauen. Mein Name ist Johann Schweißgut

Guten Tag,

Sie sehen offenbar nur den Rückzug als Möglichkeit für sich - zugleich sind Sie sehr, sehr unglücklich damit.

Sie sagen, das sei seit über 5 Jahren so. Was war vor 5 Jahren, das diesen Zustand ausgelöst hat?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Guten Tag Herr Schweißgut, vielen Dank für die Nachricht. Vor 5 Jahren musste ich feststellen, dass auch die einzigen Menschen, denen ich vertraut hatte, nicht auf meiner Seite standen. Von der Familie fallen gelassen, vom Partner über zwei Jahre klein gehalten, als wertlos bezeichnet, verleugnet... ich hatte diese Demütigungen über zwei Jahre ertragen, bis ich endgültig kein Gefühl mehr für mich selbst hatte. Identitätslos fühle ich mich.

Ja, Ihr damaligr Partner hat Sie wohl auf brutale Weise psychisch zerstört. Daran leiden Sie noch heute.

Wie war die Beziehung zu Ihrer Familie? In Ihrer Kindheit und später?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Mein Vater war hauptsächlich arbeiten, unser Verhältnis wurde erst im Jugendalter gut. Meine Mutter war meine beste Freundin, bis sie sich auch bei einer Entscheidung, die ich getroffen hatte für mein Leben, gegen mich gestellt hatte. Seit 10 Jahren ist unser Verhältnis daher auch nicht mehr vorbehaltslos. Ich hatte aber eine schöne Kindheit, mir hat es an nichts gefehlt. Ich fühl mich einfach verloren, ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, was man von mir möchte... ich suche ständig nur nach Hinweisen, wie ich mich geben darf, was man von mir erwartet, wie ich sein soll. Bei jeder Kleinigkeit schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf, was darf ich, soll ich, ist das zu viel zu wenig, etc... Es fühlt sich an als explodiert mein Kopf bei den kleinsten und normalsten Dingen. Selbst wenn ich Mittags nur in unsere Arbeitsküche gehe... soll ich was sagen, oder nicht. Ist es das Falsche, hab ich´s mit der falschen Mimink gesagt, getan... ich suche nach Zeichen in den Gesichtern, aber hab das Gefühl, alles was ich tue, kommt bei meinen Gegenübern nicht an.

Bei welcher Entscheidung von Ihnen hat sich Ihre Mutter gegen Sie gestellt?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Ich war immer mit Männern zusammen, eine Beziehung führte ich aber mit einer Frau. Mitunter die längste "normale" Beziehung, in der ich auch mal gut behandelt wurde. Gerade deshalb tat es umso mehr weh, dass es meiner Mutter nicht wichtig war, dass ich endlich mal glücklich war.

Sie konnte es wohl nicht ertragen, dass Sie eine erwachsene Entscheidung getroffen haben und damit Ihren eigenen Weg für Ihr Leben gefunden haben. Und ja, damals waren Sie damit glücklich.

Könnten Sie sich immer noch vorstellen, mit einer Frau eher "glücklich" zu werden als mit einem Mann?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Mir geht´s nicht ums Geschlecht, mir ging´s damals um den Menschen. Ich wollte immer nur jemandem, dem man vertrauen kann. Aber ich am Ende ist keiner übrig geblieben und so fühl ich mich einfach verloren auf dieser Welt. Ich definiere mich nur noch durch Leistung, Überstunden, Kostensenkungen... Anerkennung dafür vom Chef und sobald ich dort aus der Tür gehe, bricht die Fassade ein.

Sie sind damit offenbar sehr unglücklich.

Haben Sie schon einmal etwas unternommen, um aus diesem Zustand heraus zu kommen?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Ich hab versucht offen auf Leute zuzugehen, mich auch mal ab und zu mit den Kollegen zu treffen. Aber ich bin angespannt, ich fühl mich dabei unwohl, es fühlt sich nahezu an wie eine Qual, da ich mich permanent verstelle, um vllt zu gefallen. Für mich ist der erlösendste Moment dabei der, der Verabschiedung, wenn ich wieder zurück kann in meine Wohnung. Rollos runter und unter die Bettdecke. Aber ich habe eine Möglichkeit darin gesehen, mit jemandem darüber zu reden.

Ja, es ist wichtig, dass Sie jemanden haben, mit dem Sie darüber reden können.

Vielleicht sollten Sie außerdem etwas machen, das generell zu Ihrer Entspannung beiträgt. Manchmal hilft dabei Sport, vor allem Joggen. Das könnten Sie zunächst auch allein machen, ohne Leistungsanspruch, aber so viel, dass Sie ins Schwitzen können, und am besten im Grünen.

Können Sie sich das vorstellen?

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Gibt mir das wieder Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen? Ohne permanent das Gefühl zu haben, alles was man tut ist falsch? Generell mochte ich Sport mal recht gerne, hab aber über die Jahre mit allem aufgehört.

Speziell Jogging führt zu mehr emotionaler Stabilität und Stress-Resistenz. Dadurch können Sie für jede Lebenssituation mehr Sicherheit gewinnen.

Außerdem möchte ich Ihnen empfehlen, sich vor Ort einen Ansprechpartner zu suchen, mit dem/der Sie regelmäßig sprechen können. Sie könnten sich an eine Psychotherapeutische Praxis wenden, dann bezahlt das auch die Krankenkasse.

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Okay, danke für den Hinweis und das Zuhören. Dann werd ich mir hier jemanden suchen. Danke Ihnen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Johann Schweißgut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.