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BJnD8
BJnD8,
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1437
Erfahrung:  dasdasd
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haben gemeinsame Interessen, sind aber beide auch freiheitsl

Diese Antwort wurde bewertet:

ich bin seit ca. zwei Jahren mit einem Mann befreundet (ich selbst bin eine Frau) und ich würde mittlerweile sagen, dass wir eng befreundet sind;

Wir haben gemeinsame Interessen, sind aber beide auch freiheitsliebend und können über alles reden. Der Freundschaft ging eine kurze Affäre voraus, die aber nicht lange ging. Das hatte keinen besonderen Grund. Ich denke im Nachhinein, dass von Anfang an freundschaftliche Gefühle bei uns überwogen haben. Es gibt aber trotzdem eine Sache, um die ich mir manchmal Gedanken mache. Er ist ein Typ, der bei Frauen sehr auf das Äußere fixiert ist. Die Frau soll im Prinzip Modelmaße haben. Das ist ihm schon sehr sehr wichtig. Das bezieht sich auch nicht nur auf Frauen, mit denen er eine Beziehung eingeht. Ich würde viel mehr sagen, dabei geht es generell um sein Frauenbild. Ich selbst bin ein ganz anderer Typ. Ich mache mich zwar auch hübsch, bin sportlich und habe eine normale Figur. Aber ich jage keinen Schönheitsidealen hinterher, ich gehe nicht in's Solarium, lasse mir keine künstlichen Fingernägel machen. Ich gehe auch ungeschminkt und mit ungebürsteten Haaren aus dem Haus, wenn ich nur mal kurz in ein Geschäft muss. Ich lege auch selbst viel Wert auf Bildung. Obwohl wir in einigen Punkten so unterschiedlich sind, haben wir sehr gute Gespräche und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ihm unsere Freundschaft wichtig ist. Aber trotzdem beschäftigt mich manchmal die Frage, ob uns beide diese Freundschaft wirklich gleich wichtig ist. Ich frage mich, ob jemand mit so einem Frauenbild überhaupt eine ernsthafte Freundschaft mit einer Frau führen kann. Und v.a. frage ich mich, warum er eigentlich mit MIR befreundet ist, wo ich doch so anders bin. Manchmal ist es als würden zwei Persönlichkeiten in ihm wohnen: ab und an zieht er mich damit auf, dass ich eben gewisse körperliche Merkmale nicht habe. Dann empfinde ich ihn als oberflächlich, nehme das aber gar nicht ernst und ziehe es in's Lächerliche, weil ich mit mir zufrieden bin und mir das ehrlich gesagt egal ist, ob ihm manche Dinge an mir gefallen oder nicht. Andererseits kann er hilfsbereit und großzügig sein, er hört mir zu und nimmt mich auch ernst. Ich verstehe nicht, wie das zusammenpasst. Mir geht es einfach darum, dass ich ihm mittlerweile sehr viele persönliche Dinge anvertraue und nicht irgendwann feststellen will, dass ich eine Freundschaft gesehen habe, wo eigentlich keine ist, weil er vielleicht doch zu oberflächlich ist. Ich fühle mich sehr wohl mit ihm, aber ich verstehe einfach diese Widersprüche nicht. Können Sie mir hier weiterhelfen? Vielen Dank!

Guten Morgen,

Sie fragen, ob es Ihr Freund mit Ihrer Freundschaft wohl ernst meint, obwohl Sie nicht seinem Frauenbild entsprechen.

Ich kann nachvollziehen, dass Sie durch sein Verhalten, wie Sie es beschrieben haben, etwas irritiert sind. Aber möglicherweise gibt es da bei Ihnen auch ein Missverständnis. Ich möchte versuchen, es zu beschreiben.

Sie sagen, er habe ein Frauenbild, nach dem ihm Frauen gefallen, die "Modelmaße" haben, die also dem im Zeitgeist gängigen Schönheitsideal entsprechen. Sie gehen zugleich davon aus, dass dieses sein Frauenbild für seine Partnerwahl allein bestimmend ist.

Die an dem aktuellen Schönheitsideal angelehnten Vorstellungen und Wünsche für eine Partnerschaft bewegen sich auf der Ebene der vom Bewusstsein gesteuerten Vorstellungen und Wünsche. Bei der Partnerwahl oder Freundschaftswahl bewegen sich Menschen allerdings immer auf zwei verschiedenen Ebenen zugleich, auf der Ebene des Bewussten und der Ebene des Unbewussten. Das unbewusste Bild eines*r Partners*in entsteht bereits in der frühen Kindheit. Beide Ebenen haben Einfluss auf die Wahl des*r Partners*in. Langfristig stabil sind solche Liebes- und Freundschaftsbeziehungen, die den Bildern auf beiden Ebenen entsprechen.

Es ist nicht einfach, diese verschiedenen Bilder in Einklang zu bringen. Dann kann es geschehen, dass das Verhalten des Betreffenden auf andere widersprüchlich wirkt. Sie sprechen davon, dass Sie manchmal den Eindruck haben, dass er 2 Persönlichkeiten habe. Wahrscheinlich ist es nur der Widerspruch zwischen dem bewussten und dem unbewussten "Frauenbild", der Sie irritiert. Bei ihm scheinen diese Bilder beide sehr stark ausgeprägt zu sein, so dass es ihm schwer fällt, sie in einen harmonischen, widerspruchsfreien Einklang zu bringen.

Vielleicht ist es sein Weg, dass er für die beiden Bilder unterschiedliche, voneinander getrennte Realisierungen sucht. Für das bewusste Bild geht er Beziehungen mit "Models" ein, für sein unbewusstes Bild geht er die Freundschaft mit einer Frau wie Sie es sind ein.

Sie sollten nicht davon ausgehen, dass er oberflächlich ist. Er hat einen schwierigen inneren Widerspruch zu bewältigen und könnte auf diesem seinem Weg eine gute, tragfähige Lösung gefunden haben.

Ich meine auch, dass er Ihre Freundschaft sehr ernst nimmt. Sie ist ihm wahrscheinlich wichtig, weil er hier eine Beziehung zu einer Frau realisieren kann, die eher seinem unbewussten Bild entspricht. Dadurch ist diese Freundschaftsbeziehung sicher auch sehr stabil und langfristig.

Rückfragen beantworte ich selbstverständlich und gern.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

BJnD8 und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Sie haben mir bereits sehr weitergeholfen! Das klingt sehr einleuchtend für mich, weil Ihre Beschreibungen zu dem passen, wie er sich oft verhält. Wenn ich genauer drüber nachdenke, merke ich das ab und zu sogar, dass er einen inneren Konflikt hat, weil er sich bei mir manchmal über Dinge beschwert, die seine Beziehung betreffen und genau zu diesem Thema passen. Das wäre an dieser Stelle zu umfangreich, um weiter auszuholen. Auf jeden Fall bin ich erleichtert, dass ich es scheinbar doch nicht mit einem oberflächlichen Menschen zu tun habe. Vielen Dank für Ihre Hilfe!