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Dr. G. Gleich
Dr. G. Gleich, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 191
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Hypnose, Paartherapie
61964095
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Dr. G. Gleich ist jetzt online.

Guten Morgen, ich bin Jahre alt, weiblich, im November

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Morgen,
ich bin 69 Jahre alt, weiblich, im November verschrieb mir meine Ärztin "Doxepin 50" wegen Schlafstörungen. Klappte gut, schlich Ende Januar aus, Schlaflosigkeit kam wieder bei der Dosis zweitäglich 1/2 Tablette. Auf Anraten der Ärztin wieder eine zur Nacht, weiter Schlafschwierigkeiten. Umstellung auf Escitalopram und 1 x abends Lorazepam 1 mg. Lorazeptam nahm ich über 3 Wochen, schlief besser. Lorazepam abgesetzt, weil Ärztin meinte Escitalopram müsse jetzt gegen Angst und Schlaflosigkeit allein wirken. Auch nach 5-6 Wochen Escitalopram war ich auch tagsüber unruhig gehetzt, Schlafstörungen (Einschlafen gelingt nicht). Überweisung Psychiater, 30.03. Termin, seine Diagnose: Falsches Medikament, da "antriebssteigernd", verschrieb mir Valdoxan 25 mg (1 x abends) und Atosil (2 x 1/2 + 1 abends). Die erste Nacht sehr gut ein- und durchgeschlafen, die übrigen Nächte jeweils erst gegen 1/2 5 Uhr oder später eingeschlafen. Will mit Enkeltochter am 7./8./9. nach London, habe noch kleinen Vorrat an Lorazepam, darf ich jetzt für diese Tage jeweils 1 Tabl. abends nehmen (dafür Atosil weglassen)?
Zweite Frage: Sind meine starken Schlafstörungen auf die abrupte Umstellung auf Valdoxan zurückzuführen? Über eine Antwort wäre ich sehr glücklich. Mit freundlichen Grüßen

Hallo,
Sie können vorübergehend wieder zum Schlafen Lorazepam nehmen (dafür Atosil weglassen). Die aktuellen Schlafstörungen sind wahrscheinlich auf die abrupte Umstellung von Lorazepam auf Valdoxan zurückzuführen. Günstig wäre gewesen, noch 2 Wochen 0,5 mg Lorazepam zu den 25 mg Valdoxan dazu zu nehmen, dann noch 4 Wochen 0,25 mg Lorazepam. Die Idee der Ärztin war im Prinzip nicht schlecht, tagsüber Escitalopram zu empfehlen, günstiger wäre vielleicht eine kleinere Dosis (z.B. 2,5-5 mg) oder Venlafaxin (retardiert 75- 150 mg, bis zu dieser Dosis wirkt es vor allem auf Serotonin verstärkend, erst darüber wird Noradrenalin und Dopamin verstärkt) tagsüber und Valdoxan (Leberwerte kontrollieren) oder Mirtazapin (7,5-15mg) abends gewesen, eine sogenannte 2 Zügel-Therapie: niedrig dosiertes nicht sedierendes Antidepressivum tagsüber und niedrig dosiertes schon sedierendes Antidepressivum abends. Durch die höhere Belastbarkeit tagsüber durch das nicht sedierende Antidepressivum (morgens nehmen) kann man dann abends ohnehin oft besser schlafen, man nimmt aber sicherheitshalber dann auch abends noch ein sedierendes Antidepressivum. Aber spart an der Dosis beider Medikamente.

Aber einstweilen für London Valdoxan 25 mg + 0,5 - 1mg Lorazepam. Dann Lorazepam langsam ausschleichen und eventuell nochmal eine 2 Zügel-Therapie mit dem Psychiater besprechen.

Schöne erholsame Ostern!

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Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort, irgendwie bin ich nun doch erleichtert und hoffe, dass ich heute nachts endlich Schlaf finde, bin ziemlich fertig (Sorgen, dass ich durch die vier fast wachen Nächte "verrückt" werde). Eine zusätzlich Frage, die mir niemand so richtig beantworten will: 1984 hatte ich starke Schlafstörungen, weil ich nach 11 Jahren "Kinderpause" wieder beruflich einstieg. Eine Berliner Nervenärztin verschrieb mir damals "Lexotanil forte", das ich fast ein Jahr regelmäßig einnahm, mich dann langsam wieder "rausschlich", was mir damals auch sehr gut gelang. Ich machte mir damals auch gar keine Sorgen wegen der Suchtgefahr, die Ärztin machte mich auch nicht darauf aufmerksam. Ist man heute vielleicht besonders vorsichtig? Ich schätze mich eigentlich als nicht suchtgefährdet ein, "musste" nie Alkohol trinken, war auch nur gelegentliche Raucherin, jetzt gar nicht mehr. Vielleicht können Sie mir noch einmal auf diese Fragen antworten, dann klicke ich auch sehr gern den "höchsten" Smiley an und freue mich, dass meine Ausgabe sich letztendlich gelohnt hat. Ach übrigens: Am 16. April habe ich ein erstes Therapiegespräch bei einer Psychiaterin, die jedoch nur noch ausschließlich Psychotherapien anbietet. Zum Schluss: Auch von mir "frohe Ostern" und im Voraus herzlichen Dank.

Mit der Vorsicht bei der Verschreibung von Lexotanil ist das eher individuell, der Arzt muss halt die Patientin gut einschätzen bzgl. Abhängigkeitsentwicklung, und mancheiner ist da übervorsichtig. War immer schon so, gerade in Deutschland, ist auch ein Problem bei Opiaten für Schmerzen, da waren deutsche Ärzte oft deutlich übervorsichtig, zum Schaden der Patienten. Sprechen Sie Ihren aktuellen Behandler doch darauf an, erzählen Sie ihm, dass es Ihnen gut getan hat und Sie es unproblematisch ausgeschlichen haben. Er verschreibt es Ihnen dann bestimmt als Notfallmedikation.
Bravo, eine Psychotherapie bei einer Psychiaterin, die hauptberuflich Psychotherapie macht, da halte ich sehr viel davon, eine gute Entscheidung.
Viel Erfolg!

Dr. G. Gleich und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.