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Dr. med. St. Berghem
Dr. med. St. Berghem, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 559
Erfahrung:  15 Jahre Erfahrung in stationärer psychosomatischer Rehabilitation Erwachsene und Kinder
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Dr. med. St. Berghem ist jetzt online.

Liebe Fachärzte!Hier ein großer Hilfeschrei einer Oma im Namen

Diese Antwort wurde bewertet:

Liebe Fachärzte!Hier ein großer Hilfeschrei einer Oma im Namen aller Familienangehörigen. Mein Enkel Marvin ist seit Januar 2013 18 Jahre alt. Mit 15 Jahren wandte sich seine alleinerziehende Mutter um Hilfe an das Jugendamt. Marvin ging nicht mehr zur Schule und hatte so große Probleme, dass er teilweise nachts einkotete. Mit Einverständnis von Marvin wurde er in eine Wohngemeinschaft eingegliedert. Es fand eine Umschulung statt,leider auch ohne Erfolg. Das schlimmste war und ist, dass sich Marvin gegen jede Behandlung weigerte. Es wurde kein vereimbarter Termin bei einem Arzt, egal ob Zahnarzt oder Psychologe von ihm wahrgenommen. Um es kurz zu machen, seit einem Jahr lebt er wieder bei seiner Mutter, nachdem er zwischeinzeitlich bei der anderen Oma, seinem leiblichen Vater, seinem "Ziehvater" sowie bei seinem Lieblingsonkel aufgenommen wurde. Keiner konnte ihm helfen. Das Problem ist, dass Marvin ein ganz liebenswerter Junge ist. Nicht agressiv. Er trinkt nicht. Aber kifft wohl wenn die Möglichkeit besteht. Seine "kumpels" mit denen er sich früher traf verstehen ihn auch nicht mehr, nachdem fast alle eine Fortbildung bzw. Ausbildung machen. Seitdem er volljährig ist bleibt er fast nur noch zu Hause. Es ist unverändert so, dass wenn man mit ihm redet ist er sehr aufgeschlossen. Er versteht alles und möchte sich ändern aber leider hält er sich an keine Absprachen. Wir möchten ihm so gerne helfen aber er lässt es nicht zu. Muß erst etwas ganz schlimmes passieren dass ihm geholfen werden kann ? Inzwischen werden wir schon alle krank vor Sorge.
Bitte, bitte, geben Sie uns einen Tip was wir machen können.
Vielen Dank XXXXX XXXXX von Oma Gisela

Sehr geehrte besorgte Großmutter,

leider sind Sie völlig zu Recht verzweifelt.

Gegen seinen Willen kann ihm keiner helfen, er selber will keine Hilfe. Da kann man ihn nicht zwingen, wenn keine Selbst - oder Fremdgefährdung vorliegt (beispielsweise Selbstmordgefahr). Leider geht es wie ihm sehr vielen Drogenabhängigen (sein Verhalten spricht dafür, dass er das ist, vermutlich konsumiert er nicht nur Marihuana, sondern auch Haschisch, evtl. auch Anderes). Aus meiner Sicht gibt es nur wenig Möglichkeiten:

 

  1. Die Person, von deren Meinung er derzeit am meisten hält, schafft es, ihn zu einem freiwilligen Drogenverzicht oder zu einer Entziehung oder zu einer Psychotherapie zu überreden.
  2. Es findet sich ein Ziel in seinem Leben, für das er bereit ist, sich anzustrengen (eine Freundin, die Drogen nicht akzeptiert, ein Beruf, etc..)
  3. Seine Mutter erhöht den Druck: Wenn du hier leben willst, erwarte ich, dass du .... (wenn er das nicht macht, wird er vor die Tür gesetzt - hört sich sehr hart an, ist aber oft die einzige Möglichkeit).
  4. Sie warten, bis er so sehr abgestürzt ist, dass er Hilfe zulässt (das kann aber noch dauern und tut natürlich sehr weh).

Ich bin überzeugt, dass er eine Psychotherapie machen sollte. Möglicherweise wäre ein guter Anfang eine psychosomatische Kur. Das muss er aber auch mitmachen.

 

Sicher haben Sie noch Fragen - gerne antworte ich weiter.

Bitte bewerten Sie meine Antwort erst, wenn Sie wirklich zufrieden mit meiner Antwort sind.

Vorerst herzliche Grüße

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.


Sehr geehrter Herr Dr. Berghem,


danke für die Beantwortung meiner Frage. Leider ist sie genau so ausgefallen wie ich es befürchtet habe. Es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben als abzuwarten bis er seine Schmerzgrenze erreicht.Die von Ihnen angesprochenen Vorschläge haben wir alle schon ausprobiert, leider ohne Erfolg.


Als letzte Möglichkeit gibt es nur noch den Rausschmiß. Das haben wir seiner Mutter auch schon gesagt, ich kann aber auch verstehen, dass sie davor zurückschreckt.


Es grüßt Sie eine weiterhin verzweifelte Oma

Sehr geehrte verzweifelte Großmutter,

ja, leider ist das so.

Leider gibt es keine anderen Möglichkeiten (mal von der Möglichkeit der Anzeige wegen Drogenbesitz abgesehen, aber selbst eine Gefägnisstrafe hilft nicht, nirgendwo bekommt man so gut Drogen wie im Gefängnis).

Sosehr ich das Zögern verstehe - schließlich ist es ja der Sohn und man will nicht, dass er in der Gosse landet - habe ich schon mehrfach (aber nicht immer) erlebt, dass das geholfen hat.

Ich drücke Ihnen die Daumen und bedaure, keine einfache Lösung aufzeigen zu können,

herzlilche Grüße

Dr. med. St. Berghem und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.