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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Sehr geehrter Herr/Frau Doktor,ich bin 64 J. alt und leide

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrter Herr/Frau Doktor,
ich bin 64 J. alt und leide unter einer generalisierten Angststörung. Ich nehme seit über 30 Jahren Lexotanil. Habe viele unterschiedliche Therapien hinter mir , auch stationär.
Die Ärzte sagen, ich sei austherapiert.
Mein Neurologe hat nun seit einem Jahr einen Absetzplan für Lexotanil mit mir erarbeitet , ich hatte den Wunsch. Ich habe auf die Hälfte reduziert. Gegen Schlafstörungen nehme ich abends Insidon-Tropfen.

Seit einige Monaten fühle ich mich morgens schon vor dem Aufstehen nicht wohl, habe teilweise Herzrasen und niedrigen Blutdruck und Angst vor dem Tag.
Es wechselt zwischen Übelkeit, Schwindel und einer Lustlosigkeit.
Ich bemühe mich, meine Arbeiten zu verrichten - das schaffe ich auch meistens.
Ich habe Angst, eine Depression zu haben. Körperliche Untersuchung war o.B.
Ich habe immer gern mind. 4 mal wöchentlich Golf gespielt. Wir haben dieses Jahr den Club gewechselt und nun fühle ich mich dort auch nicht so wohl, weil ich niemanden kenne. Wenn man nicht hingeht, kann man das auch nicht. Ich spiele dort mein Hcp. nicht und das motiviert noch weniger, zu spielen.
Auch shoppen macht mir keinen Spaß mehr. Mein Mann, der viel mit mir durchgemacht hat, ist viel auf dem Golfplatz und kann mein Gejammer auch nicht mehr hören. Ich fühle mich so allein. Meine Eltern mit 89 u. 90 brauchen auch meine Unterstützung.
Ich habe in ganz Berlin nach einer Gruppe und Hilfe einer Einrichtung gesucht, es gibt nichts. Man muss clean sein, um in eine Frauengruppe aufgenommen zu werden und dann geht alles in erster Linie um Alkohol.
Was sollte ich tun??
Ich hoffe sehr auf Ihren Rat.
GrussCustomer
Guten Tag,

aus meiner Sicht benötigen sie ein wirksames Antidepressivum. Ein Entzug nach so langjähriger Einnahme hat häufig depressive Verstimmungen und eine erhöhte Ängstlichkeit zur Folge. Hierdurch zieht man sich zurück, nimmt nicht mehr am Leben teil, wodurch sich Ängste und Depressionen weiter verstärken.

Insidon wirt beruhigend und schlafanstoßend, hat aber keine stärkere angst- und depressionslösende Wirkung.

Ich würde ihnen einen SSRI (Serotoninwiederaufnahmehemmer) empfehlen. Hier kämen vor allem Citalopram oder Sertralin in Frage. Mit niedriger Dosis (Cita: 10 mg, Sertra 25 mg) beginnen, nach 10 Tagen verdoppeln, ggf. nach 14 Tagen bei unzureichender Wirkung nochmals verdoppeln, also Citalopram bis zu 40 mg, Sertralin bis zu 100 mg. Höhere Dosiserungen sind möglich, meist aber nicht mehr sinnvoll.

Es ist natürlich toll, wenn sie Lexotanil absetzen können. Es kann aber auch sein, dass ein völliges Absetzen nach so langen Jahren der Einnahme nicht toleriert wird. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, mit o.g. Medikamenten und einer kleinen Lexotanildosis (z.B. 2 x 1,5mg) zu arbeiten. Natürlich sollte eine Dosissteigerung vermieden werden. Eine nicht süchtig machende Alternative zum Lexotanil wäre im Übrigen Lyrica, ein Medikament, dass speziell zur Behandlung der gen. Angststörung zugelassen ist. Ich habe überwiegend gute Erfahrungen mit diesem Medikament gesammelt.
drwbischof und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.