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drwbischof
drwbischof, Dr.med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 379
Erfahrung:  Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
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drwbischof ist jetzt online.

Mein Ex-Freund, mit dem ich noch eine Wohnung teile, ist seit

Beantwortete Frage:

Mein Ex-Freund, mit dem ich noch eine Wohnung teile, ist seit ca. 9 Monaten im Burnout mit depressiven Symptomen. Er beschreibt sich selbst als emotional stumpf und depressiv verstimmt. Bauchschmerzen etc. waren der Anfang, der Karrieredruck zum Oberarztposten wurde immer größer. Er hat mit mir Schluß gemacht weil er mich nicht mehr liebt und keine Gefühle mehr hat. Er fühle sich in unserer Beziehung wie in einem Käfig. Die Spontanität würde ihm fehlen, er wäre froh wenn er ein WE frei hätte ob ich da bin oder nicht ist ihm egal. Meldet sich aber trotzdem ständig und sucht Zuneigung. Aktuell ist er 3 Mon. in Südafrika und dort ist er - wie zu erwarten war- wieder in ein Loch mit einwöchiger Krankheit (Grippe, Fieber, Durchfall etc) gestürzt. Wenn er zurückkommt werden wir auseinander ziehen. Nur habe ich - und seine Familie- das Gefühl dass er die Beziehung gar nicht beendet haben möchte und er gibt auch zu dass er Angst vor Konsequenzen hat, die er nicht kontrollieren kann, wenn er mir gesteht dass er mich noch lieb hat. Ich kämpfe um ihn und versuche die emotionale Kälte nicht persönlich zu nehmen. Auch ich als Ärztin weiß leider keinen Rat mehr. Wie soll ich damit umgehen, wie ihm gegenüber auftreten? Ich versuche immer liebevolle emails zu schreiben oder Gespräche zu führen.
Gepostet: vor 8 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  drwbischof hat geantwortet vor 8 Jahren.
Guten Tag,

ihr Partner neigt vermutlich dazu sich zu überfordern, um sich selbst wertvoll und anerkannt fühlen zu können. Leistung = Wertschätzung, ein typisches Muster bei Burnout und gerade in unserem Beruf nicht selten.

Üblicherweise fällt es den Betroffenen sehr schwer, sich dies einzugestehen, die eigenen Anteile zu akzeptieren und tatsächlich etwas zu verändern. Meist versuchen die Betroffenen, ihr Muster beizubehalten und die Belastung irgendwie halbherzig zu kompensieren oder die Verantwortung nach außen zu delegieren, ohne das eigentliche Problem anzupacken. Der Vorteil diese Verhaltens ist, dass man seine "internen Gesetze" nicht in Frage stellen muss, weil dies meist Angst bereitet.

Als Angehöriger, Freund, Partnerin usw. ... kann ich eine Zeit lang unterstützen, Verständnis aufbringen, einiges schlucken usw. .., aber irgendwann muss ich mich selbst schützen, zumal das "dauerhafte Verständnis und Akzeptieren" zu einer Aufrechterhaltung des alten Musters führt.

Es könnte also sein, dass ihre Zuneigung ihm hilft, noch etwas Kraft für seine Verhaltensmuster zu mobilisieren, wobei es ihm schon längst nicht mehr gelingt, ihnen etwas zurückzugeben.

Das heißt, wird nicht ersichtlich, dass meine Zuneigung und meine Hilfsangebote zu einer Veränderung führen, bleibt meist nichts anderes übrig, als mich selbst zurückzunehmen und den anderen "machen zu lassen".

Natürlich ist es sinnvoll, dem Partner mitzuteilen, dass man so nicht weitermachen kann, da man sonst selbst krank wird.

Das Motto könnte lauten, "ich bin für dich da, aber nur wenn ich erkennen kann, dass du sinnvolle Schritte machst und ich erkennen kann, dass du auf längere Sicht etwas verändern wirst. Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass du deine Probleme mit einem Psychologen besprichst und dich beraten lässt usw. ...."
drwbischof und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.