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webpsychiater
webpsychiater, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 2325
Erfahrung:  Mehrjährige Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie (VT)
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Mein Mann hat einen fast 13-j hrigen Sohn aus einer vorgehenden

Kundenfrage

Mein Mann hat einen fast 13-jährigen Sohn aus einer vorgehenden Beziehung, der nich weit von uns wohnt und etwa jedes zweite Wochenende und ab und zu unter der Woche bei uns ist. Mein Stiefsohn ist wahnsinnig verschlossen, ich kann ihn gar nicht einschätzen, weil man an ihm meistens keine Gefühlsregungen ablesen kann. Wir haben ein distanziertes, freundliches Verhältnis, das sich aber seit unserem Kennenlernen vor 3 Jahren wenig verändert hat. Mein Mann und ich sind in der glücklichen Situation, dass wir mit seiner Mutter und ihrem Freund ein gutes Verhältnis haben.
Mein Mann ist wahnsinnig fürsorglich und hat meines Erachtens große Schuldgefühle, weil sein Sohn ein Trennungskind ist, er früher sich nicht in dem Maße gekümmert hat wie er es jetzt tut und sein Sohn bevor wir uns kennengelernt haben große psychische Probleme hatte und ein Jahr psychologisch Betreut wurde.
Mein Stiefsohn wird meines Erachtens nur mit Samthandschuhen angefasst (er ist zudem Legastheniker), ist für sein alter total unselbstständig und hat nicht gelernt auf andere Menschen zuzugehen. Wenn wir Besuch bekommen, isoliert er sich sofort und "wartet" richtig, bis mein Mann kommt, um sich nur mit ihm zu beschäftigen, was auch irgendwann immer passiert. Ansonsten kann es sein, dass er beispielsweise Bauchschmerzen bekommt. Er hat keinerlei Eigeninitiative oder ein Bewußtsein für seine eigenen Bedürfnisse gelernt. Er muss bei uns nie selbst gestalten, weil er auf Einfälle und Aktionen von meinem Mann wartet, was sie machen oder was er tun soll. Er wirkt stets gelangweilt, desinterresiert und kraftlos auf mich. Ich bin mir dessen bewusst, dass das Verhalten von meinem Stiefsohn durch das Verhalten meines Mannes hervorgerufen wird, weil er ihn unselbstständig und kraftlos hält, weil er nur das Beste möchte. Weil ich mit dem Verhältnis zu meinem Stiefsohn unzufrieden bin , sagt mein Mann mir immer wieder, dass ich diejenige bin, die das Verhältnis zu meinem Stiefsohn definiert. Ich bin da aber teilweise anderer Meinung. Ich denke, dass es höchste Zeit wird, dass mein Stiefsohn lernen muss, dass man auch selbst aktiv werden muss, dass man Verantwortung trägt und dass er mit seiner äußerst zurück haltenden Art auch Reaktionen bei Menschen hervorruft. Ich bin frustriert, weil mein Stiefsohn nie greifbar für mich ist und mein Bemühungen mehr zusammen zu wachsen öfter durch Aggressionen ersetzt werden, weil ich außen vor bin und wenn es so bleibt auch blieben werde. Ich weiß das der Schlüssel für Veränderung bei meinem MXXXXX XXXXXegt, hauptsächlich natürlich bei der Mutter, aber das wird nicht passieren. Mein Stiefsohn wird immer hilfsbedürftig bleiben, wenn nichts passiert. Trotzdem möchte ich gerne wissen, wenn ich es geschafft habe mit meinem Mann zu sprechen (es mündet immer wieder in Streitereien und er fühlt sich meistens angegriffen), was wir konkret tun können, um aus meinem Stiefsohn stärkere und eigenständigere Persönlichkeit zu machen, die selbst für sich einsteht.
Ich überlege immer wieder, ob es nicht sinnvoll wäre, dass er weiter eine Therapie macht, was mein Mann nicht möchte, weil er bevorzugt, dass er in einer guten Umgebung innerlich wächst und nicht in einer "Umgebung des Probleme wälzens" ist. Was kann ich tun?
Gepostet: vor 9 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  webpsychiater hat geantwortet vor 9 Jahren.
Guten Tag !

Sensible Kinder spüren Unsicherheit bzw. Uneinigkeit gerade in solchen Trennungs-Familien sehr genau. Wie soll er sich öffnen können, wenn er in eine von Schuldgefühlen bzw. Sorgen um ihn geprägten Umgebung ist. Er möchte da sicher nicht noch weitere Sorgen machen oder seine Gedanken und Gefühle zur Schau stellen.

Um einem solchen Jugendlichen zu helfen, müssen sich die leiblichen Eltern erstmal selber "vernünftig" benehmen können und untereinander sich einig sein. Das gilt dann auch für die neuen Partner. Jegliche Form von "Friede-Freude-Eierkuchen" wird ja gerade von einem Teenager nicht gerne gesehen. Entwicklungspsychologisch ist er eher in einer Phase der Abgrenzung , kann aber vielleicht aufgrund bestimmter Entwicklungsverzögerungen eben noch nicht so gut damit umgehen.

Sie formulieren ja mehr oder weniger versteckt Vorwürfe an ihren Mann. Schön und gut. Aber was genau soll er denn machen ?

Ich würde einen solchen Teenager damit unterstützen, dass ich ihm Aktivitäten und Gruppen ermögliche, die soziale Kompetenz unterstützen und fördern. Improvisationstheater, Artistik, ggf. auch Asiatische Kampfsportarten vielleicht. Da wird soziale Kompetenz auf eine sehr spielerische Art und Weise gefördert.