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Dr. med. St. Berghem
Dr. med. St. Berghem, Arzt
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 159
Erfahrung:  15 Jahre Erfahrung in stationärer psychosomatischer Rehabilitation Erwachsene und Kinder
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Dr. med. St. Berghem ist jetzt online.

Hallo, vielleicht k nnen Sie mir Helfen. Meine Tochter ist

Beantwortete Frage:

Hallo, vielleicht können Sie mir Helfen. Meine Tochter ist 21 Jahre alt. Ich weiß, dass sie sich seit Jahren schneidet. Es ist schon weniger geworden, aber ich komm an sie nicht ran. Könnte sie Selbstmordgefährdet sein? lg
Gepostet: vor 9 Jahren.
Kategorie: Psychiatrie
Experte:  Guests hat geantwortet vor 9 Jahren.
Hallo,
bei dem, was Sie beschreiben, könnte es sich um eine Borderline-Störung bei Ihrer Tochter handeln. Dieser Erkrankung liegt meist ein komplexer psychischer Konflikt zugrunde. Das ist auch der Grund, weshalb Sie schwer an Ihre Tochter herankommen. Patienten mit dieser Erkrankung sind, obwohl sie sich selbst verletzen, selten wirklich suizidgefährdet. Allerdings ist es schwierig, eine verbindliche Aussage treffen zu können, da ich Ihre Tochter nicht näher kenne und Sie leider nur sehr wenige Angaben gemacht haben.
Wenn Sie an sie herankommen wollen, können Sie versuchen, vorsichtigen (!!) Kontakt zu ihren Freunden aufzubauen. Nur geben Sie ihr nicht das Gefühl, irgendetwas hinter ihrem Rücken auszuhecken. Borderline Patienten sind häufig sehr mißtrauisch und weisen ein gestörtes Urvertrauen auf, weshalb dieser Weg der Kontaktaufnahme recht heikel ist, aber manchmal der einzige, um zu den Betroffenen durchzudringen.
Letztlich sollte Ihre Tochter sich in psychotherapeutische Behandlung begeben, da nur dort die zugrundeliegenden Konflikte aufgearbeitet und bewältigt werden können.
Alles Gute für Sie und Ihre Tochter!
Kunde: hat geantwortet vor 9 Jahren.
Ich sage schon mal danke. Es ist für mich das erste mal, dass ich zur ärztliche Unterstützung greife. Es liegt sicher daran, dass sie und ich früher von ihren vater (meinen Exmann) geschlagen wurde. Sie war damals 10 Jahre alt, als ich mich scheiden hab lassen. Sie wuchs dann leider bei ihren Vater auf. Damals als sie 13 Jahre alt war, habe ich von meinen Ex erfahren, dass sie Drogen nimmt und viel Alkohol trinkt. Ich weiß auch, dass es mein Fehler war, dass ich nicht um das Sorgerecht für sie gekämpft habe. Nur die Umstände ließen es damals nicht zu und ich durfte sie nicht sehen. Mit 15 kam sie in ein Heim für schwererziehbare Kinder und ab dem Zeitpunkt hatte ich keine Chance mehr an sie heran zu kommen. Sie brach den Kontakt ab. Vor zwei Jahren tauchte sie wieder auf und eine Zeit lang lief es wieder gut. Sie erzählte mir was sie damals empfunden hatte und was ihr Vater ihr so eingeredet hatte. Leider vor kurzem ist mein Bruder (ihr Onkel) den sie über alles liebte gestorben. Ich merke, dass es ihr schwer fällt darüber zu reden. Sie gibt sich hart, aber ich weiß, dass es nicht so ist.
Experte:  Guests hat geantwortet vor 9 Jahren.
Hallo,
also hat sie sich Ihnen ein Stück weit geöffnet, als sie mit Ihnen über ihren Vater sprach. Selbst wenn der Kontakt jetzt wieder etwas spärlicher geworden sein könnte: bleiben Sie an ihr dran! Was Sie erzählen über die Scheidung und die schwierige Ehe, bestätigt den Verdacht auf den Verlust des Urvertrauens. Versuchen Sie, für sie da zu sein, ihr so viel Geborgenheit zu geben, wie sie es zuläßt. Verlorenes Urvertrauen läßt sich später nicht wieder herstellen, aber es ist mit viel Kraft und Geduld möglich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, das Ihrer Tochter soviel Stabilität gibt, dass sie mit der Zeit vielleicht sogar davon wegkommt, sich selbst zu verletzen. Möglicherweise schaffen Sie es auch, sie von psychotherapeutischer Hilfe zu überzeugen, denn das alles allein zu tragen, schaffen weder Sie noch Ihre Tochter.
Ich wünsche Ihnen viel Glück, Kraft und Mut dabei!