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Verhaltenstherapeut
Verhaltenstherapeut, Dr. Med.
Kategorie: Psychiatrie
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Arzt und Psychotherapeut
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Verhaltenstherapeut ist jetzt online.

Guten Abend! Im Januar dieses Jahres ist mein Mann an Lungenkrebs

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend!
Im Januar dieses Jahres ist mein Mann an Lungenkrebs gestorben. Ich fange erst jetzt an zu realisieren, dass er nicht mehr da ist. Ich schlafe schlecht bis gar nicht. Mein Tinnitus ist ebenfalls in der Nacht sehr störend. Ich höre meinen Mann nachts mit mir sprechen und durch die Wohnung gehen. Ich habe das Gefühl, ich bin in mir selbst gefangen und weiss nicht, wie es mit mir weitergehen soll. Mein Hausarzt diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung und eine depressive Episode. Eine Kur wurde mir durch die Deutsche Rentenversicherung nicht genehmigt. Mein Hausarzt hat mir eine Hypnosetherapie angeboten, um mir bei der Trauerbewältigung zu helfen. Er verspricht mir eine 100%ige Besserung meiner Depression. Ich kann mich aber mit Hypnose nicht so richtig anfreunden. Welche Therapie würden Sie mir empfehlen?
Guten Abend !

Leider ist es ja so, dass eine so schreckliche Diagnose auch schon vor dem Tod sehr alarmierend und belastend ist. Es erzeugt wenig Möglichkeiten der Ruhe und positiven Gemeinsamkeit. Der Tod selber ist dann ein Ereignis, das nicht wirklich so gut betrauert werden kann. Häufig allein schon, weil das innere Alarmsystem quasi immer noch an ist. Die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung finde ich da durchaus richtig. Die Depressive Störung sicher auch, wobei vermutlich übliche Antidepressiva und Therapien wie Verhaltenstherapie wohl nur wenig bewirken werden.

Bedenklich finde ich das Versprechen einer 100 prozentige Besserung oder Heilung der Depression mit Hypnose. Schon allein deshalb würde ich es bei diesem Arzt nicht machen, weil das unseriös ist. Das erzielt keine Behandlung.

Grundsätzlich wäre eine Traumatherapie wie EMDR gut. Hypnose muss nicht schlecht sein, wobei ich selber eher hypnotherapeutische Verfahren bzw. eine Kombination mit EMDR anwenden würde (siehe www.emoflex.de). Dieses Verfahren ist aber längst nicht verbreitet.

Gut tun würde ihnen ein Trauerseminar bzw Trauerarbeit in einer Selbsthilfegruppe, ggf. auch speziell für Angehörige von Krebspatienten.

Was gibt ihnen denn sonst noch Halt ? Familienmitglieder ? Ggf. Kirchengemeinde ? Freunde ?
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Für meinen Mann habe ich im vergangenen Jahr meine Arbeit aufgegeben, dadurch haben sich auch leider alle meine Freunde zurückgezogen. Neue Freunde zu finden, hatte ich noch nicht die Gelegenheit und das ist ja auch nicht so einfach. Ich kann ja nicht einfach loslaufen und fragen, ob wer mein Freund sein will. Eigentlich bin ich so ziemlich auf mich allein angewiesen. Etwas Halt gibt mir meine Tochter, die mit mir im gleichen Ort wohnt. Allerdings kommt sie auch nicht wirklich klar. Ich habe schon versucht, eine Selbsthilfegruppe zu finden, allerdings ohne Erfolg. Ich wohne in einem ziemlich kleinen Ort und bin auf Bus und Bahn angewiesen.
Meine Schwägerin meint, ich soll unbedingt einen Facharzt für Psychiatrie konsultieren und mich dort in Behandlung begeben. Würden Sie als Facharzt das bestätigen?
Grundsätzlich ist die Empfehlung für einen Facharzt sehr richtig. Ich würde ggf. einen Facharzt für Psychotherapeutische Medizin empfehlen (wenn dieser wirklich die volle Ausbildung hat und nicht nur eine Schmalspurausbildung als Zusatzbezeichnung). Bei Psychiatern ist häufig das Problem, dass sie sehr kurze Termine vergeben und man sich "wie eine Nummer" fühlt. Eine Erfahrung, die sie so nicht brauchen können.

Besser wären ggf. psycho-onkologisch orientierte Kollegen, die ggf. an Kliniken oder eben Therapiezentren mitarbeiten oder kooperieren.
Verhaltenstherapeut und weitere Experten für Psychiatrie sind bereit, Ihnen zu helfen.