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DocHollywood281
DocHollywood281, Apothekerin
Kategorie: Pharmazie
Zufriedene Kunden: 49
Erfahrung:  Abitur; Approbierte Apothekerin (Staatsexamen Pharmazie)
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DocHollywood281 ist jetzt online.

Habe Schlafstörungen. Wache nachts 3 - 4 mal auf, alle 2 Stunden

Diese Antwort wurde bewertet:

Habe Schlafstörungen. Wache nachts 3 - 4 mal auf, alle 2 Stunden etwa. Muß dann aber auf Toilette gehen und kann dann schlecht wieder einschlafen. Bin 55 Jahre - mußte schon immer oft auf die Toilette gehen - Blase ist aber okay. Uruloge schlug mir vor vom Hausarzt ein leichtes Sedativum zum Abend aufschrieben zu lassen, um länger durchzuschlafen. Hausartzt hat mir jetzt Opipramol rationpharm 50 mg Filmtabletten abends 1 x aufgeschrieben. Ist aber doch ein P´sychopharmakon. Soll ich das nehmen - ich hab doch nur Schlafstörungen. Was raten Sie mir?

Liebe Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre aktuelle Anfrage bei "justanswer" zum Thema Schlafschwierigkeiten.

Ich bin approbierte Apothekerin mit Berufserfahrung und hoffe Ihnen durch meine Zeilen mit ersten Anhaltspunkten weiterhelfen zu können:

Zunächst die Frage, ob es sich bei den nächtlichen Toilettengängen jedesmal um richtigen Harndrang handelt, von dem Sie aufwachen. Müssen Sie bei jedem Gang definitv eine größere Menge Harn lassen, oder sind es nur ein paar Tropfen? Je nachdem müssten die abendlichen Trinkgewohnheiten und Trinkmengen betrachtet werden. Eventuell auch einmal die Trinkmengen und -zeitpunkte, sowie die Toilettengänge in einem "Miktionstagebuch" notieren. Solche Tagebücher erhalten Sie bspw. kostenlos in Ihrer Apotheke und können ersten Aufschluss geben.

 

Auch eine Herzinsuffizienz, die sich mit vermehrtem nächtlichen Harndrang ("Wasser in den Beinen") äußert, müsste ausgeschlossen werden.

 

 

Außerdem sollte das Augenmerk weiterhin darauf gerichtet werden, was nun primär ausschlaggebend für Ihr häufiges Aufwachen ist. Anders ausgedrückt: Würden Sie sagen, dass Sie ohne den Harndrang durchschlafen würden? Resultiert Ihr häufiges Aufwachen nur vom Harndrang her?

 

Zur Frage nach dem speziellen Wirkstoff Opipramol:

Opipramol ist mir durchaus im Einsatz bei Schlafstörungen sowie somatoformen Störungen aller Art bekannt. Sprechen Sie dennoch ruhig Ihren verordnenden Arzt an, wenn Sie Zweifel an der Richtigkeit der Medikation oder weitere Fragen in Ihrem speziellen Fall haben.

 

Schlaftabletten mit Wirkstoffen wie Doxylamin wirken wie Sie wissen nur symptomatisch und lösen nicht die Ursache der Beschwerden.

 

Hier wäre auch als nächster Schritt ein auf Schlafmedizin spezialisierter Mediziner sowie ein Psychologe der richtige Ansprechpartner für einen persönlichen Termin.


Ich hoffe Ihnen ein Stück weitergeholfen zu haben. Sie dürfen mich gerne bei weiteren Fragen erneut kontaktieren!

Die erste Antwort stellt immer eine primäre Eingrenzung und Interpretation des Falles dar und ersetzt keineswegs eine persönliche ärztliche Beratung.


Freundliche Grüße und alles Gute für Sie und Ihre Gesundheit

Kunde: hat geantwortet vor 8 Jahren.

Doch ich bin zufrieden. Sorry falsch gedrückt. Habe beim Hausarzt ein EKG gemacht, alles okay, Kein Wasser in den Beinen. Trinke abends noch Wasser bis ca. 20 - 21 Uhr. Kann auch daran liegen. Sollte wohl eher damit aufhören. Muß in der Nacht nicht immer viel Wasser lassen, nur das Gefühl hat man, auf die Toilette gehen zu müssen. Urologe sagt, daß kann in meinem Alter mit der Blase so sein.


Das opiramol kann ich ja abends 1 Tablette mal probieren, sicher besser als Schlaftabletten. Kann man damit jederzeit wieder aufhören, wenn es besser geht. Viele Grüße

Liebe Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre weiteren Informationen.

Es ist meines Erachtens sehr wichtig, dass immer nach der primären Ursache gesucht wird, bevor nur rein symptomatisch behandelt wird. Daher ist es gut, dass Sie organische Ursachen (wie Herzinsuffizienz, Blasenschwäche etc.) soweit ärztlich ausschließen lassen konnten.

Wie Sie schon selber schreiben, könnten Sie nun den Versuch machen, den Wasserkonsum nach 19 - 20 Uhr etwas einzuschränken, je nachdem wie spät sie zu Bett gehen. Es ließe sich dann beobachten, wie Sie in diesen Nächten schlafen und wie stark der Drang oder das Gefühl, auf die Toilette gehen zu müssen, ist.

Als nächsten Punkt möchte ich noch anmerken, dass es ein nicht seltenes Phänomen ist, das Gefühl zu haben, zur Toilette zu müssen und vorher nicht einschlafen zu können. Es ist also kein richtig stark begründeter Drang, definitiv eine große Menge Wasser lassen zu müssen, sondern eher das "Gefühl", wenn man wach liegt, nicht eher wieder einschlafen zu können, bevor man nicht noch einmal auf der Toilette war.

Sind also eher die Ein- und Durchschlafschwierigkeiten der primäre Grund für das Wachliegen und die häufigen Toilettengänge eher die Folge, macht es durchaus Sinn es mit dem Wirkstoff Opipramol zu versuchen.

Wie bei den meisten Medikameten dieser Klasse kann es ein paar Wochen dauern, bis sich Ihr Körper an die Einnahme "gewöhnt" hat und Sie sich wohlfühlen. "Gewöhnt" deshalb in Anführungsstrichen, da ich es keinesfalls im Sinne von Abhängigkeit/Gewöhnung benutzen will.
Dies wäre vielmehr Ihre nächste Frage: Opipramol hat den Vorteil vor sämtlichen reinen, chemischen Schlaftabletten, dass es nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit führt. Die ersten Tage/Nächte der Einnahme und ebenso die ersten Tage/Nächte nach Absetzen kann es schon sein, dass Ihr Körper etwas Zeit braucht, sich darauf einzustellen. Aber eine echte Abhängigkeit oder Probleme wieder davon loszukommen, werden bei Ihnen nicht auftreten.
Einen Testzeitraum von einem Monat, um eine Aussage machen zu können, würde ich Ihnen allerdings schon empfehlen. Danach können Sie das weitere Vorgehen je nach Erfolg gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden.
Das Absetzen dürfte in Ihrem Fall jedoch wie gesagt kein Problem darstellen. Sie starten ja auch mit der schwächsten Dosierung, wie ich gesehen habe.

Noch ein Hinweis: Hat sich nach 2 Wochen der abendlichen Einnahme überhaupt keine Verbesserung gezeigt - was eigentlich nach 2 Wochen schon zu erwarten wäre - würde ich Sie auch bitten nochmals Ihren Arzt aufzussuchen, um nach einer Alternative zu schauen.

Und noch ein abschließender Tipp zur Stärkung der Blasenfunktion:
Präparate mit hochdosiertem Arzneikürbis, Hopfen und Gewürzsumach stärken und kräftigen als pflanzliche Arzneimittel die Blasenfunktion, vermindern den Harndrang, lindern auch Reizzustände und beruhigen eine nervöse Blase. Sie können bedenkenlos kurmäßig über einen längeren Zeitraum angewandt werden.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema?

Herzliche Grüße und alles Gute!
DocHollywood281 und weitere Experten für Pharmazie sind bereit, Ihnen zu helfen.