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Ortho-Doc Nowak
Ortho-Doc Nowak, Dr. Med.
Kategorie: Orthopädie
Zufriedene Kunden: 2382
Erfahrung:  Facharzt für Orthopädie; Sportmedizin, SG-Gutachten, 30 J. Praxis, Unfallchir., Reha, Chiroth. Akup.
48582017
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Ortho-Doc Nowak ist jetzt online.

Ich leide z.Zt. unter einem akuten Bandscheibenvorfall

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich leide z.Zt. unter einem akuten Bandscheibenvorfall L4/5 (Nachweis über MRT);

Es ist der zweite Vorfall nach ca. 15 Jahren (damals L3/4). Ich bin 42 Jahre alt, sportlich, Krankenpfleger. Der Neurologe ist skeptisch, ob konservativ therapiert werden kann, weil soviel Bandscheibenmasse ausgetreten ist. Ich interessiere mich für das ADCT- Verfahren. Wird die Behandlung von den gesetzlichen Kassen übernommen, wo wird sie durchgeführt (mein Wohnort 66540), wie sind die Erfahrungswerte heute? Assistentin: Vielen Dank. Können Sie mir noch ein paar weitere Informationen geben, damit ich den passenden Experten für Sie finden kann? Kunde: ja

Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
anlagen
Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
Therapie bisher: KG (vorwiegend Dehnübungen), bisher 2x
Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
es gibt keine weiteren Unterlagen. Die Einschätzung des Neurologen erfolgte informell (CA- Neurologe der Klinik, in der ich arbeite)
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage kostenlos unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen. Sollten Sie in den nächsten Tagen keine Antwort erhalten, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung über:
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Deutschland: 0800(###) ###-####
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Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Willkommen bei Justanswer. Ich bin Orthopäde und möchte Ihre Frage beantworten.

1.) Wenn es sich um einen großen Bandscheibenvorfall handelt, entstehen die Schmerzen durch Druck des Bandscheibenvorfalles auf die Nervenwurzeln. Daher gibt es nur die Möglichkeit durch einen operativen Eingriff die Nervenwurzel zu dekomprimieren und das vorgefallene Bandscheibenmaterial (nucleus pulposus) zu entfernen. Ein Bandscheibenvorfall entsteht nur dann, wenn der zirkuläre Faserring (anulus fibrosus) gerissen ist und daher Bandscheibengewebe austreten kann. Daher empfehle ich Ihnen, auf den Rat Ihres Neurologen zu hören. Wenn zu lange mit der OP gewartet wird, droht eine bleibend Muskellähmung.

2.) Die in der Anlage beigefügten Bilder sind nicht zu verwerten. Entweder handelt es sich um Übersichtsbilder in schlechter Auflösung oder die Schnittebene liegt daneben. Es handelt sich durchweg um Bilder in der Sagittalebene. Ein Bandscheibenvorfall ist darauf nicht zu diagnostizieren.

3.) Bei dem ADCT-Verfahren handelt es sich um ein neueres Verfahren, bei dem körpereigene Bandscheibenzellen entnommen werden, in vitro vermehrt werden und wieder eingespritzt werden, sog. autologe Zelltransplantation. Durchgeführt wird das von s. hier:

https://ruecken-hilfe.de/therapie-bei-rueckenschmerzen/operation/bandscheibe-durch-autologe-zelltransplantation-adct-wieder-regenerieren.html

Da es sich um ein neueres Verfahren handelt, sind m.E. noch keine relevanten statistischen Ergebnisse zu erwarten.

Ich gebe zu bedenken, dass durch das Verfahren der zerrissene Faserring ja nicht wieder hergestellt wird, weswegen das Material ja erneut wie bei einem Bandscheibenvorfall schon geschehen austreten kann und die Nervenwurzeln schädigen kann. Außerdem muss ja zuerst einmal das bereits ausgetretene Material entfernt werden und die Nervenwurzel vom Druck befreit werden. Das Verfahren kommt daher m.E. bei einem bereits eingetretenen Bandscheibenvorfall nicht in Frage. Allenfalls hätte es seine Berechtigung bei einem noch intakten Faserring. Die Drücke, die auf de eBandscheibe einwirken, werden erheblich unterschätzt. Sie können ein mehrfaches des eigenen Körpergewichts betragen beim Sitzen, Bücken, Anheben u.s.w. durch die Hebelwirkung. Eine Bandscheibe ohne intakten Faserring nützt daher nichts mehr und kann auch theoretisch nicht durch Einspritzen von hygrophilem Material irgendwelcher Art wiederhergestellt werden.

4.) Ob die Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse selbst erfahren. Ich glaube aber in Ihrem Fall sollte sie nicht übernommen werden, da ja die Indikation nicht stimmt. Mit einem Erfolg wäre bei falscher Indikation ja nicht zu rechnen.

5.) Es tut mir leid, ich halte das Verfahren für Sie ja nicht für geeignet. Ich habe zwar keine eigenen Erfahrungen mit dieser Methode, jedoch ist rein theoretisch aus den vorgenannten Gründen nicht mit einem Erfolg dieses aufwändigen Verfahrens zu rechnen. Ich weiß, wovon ich rede, bin ich doch selbst an der Bandscheibe operiert worden.

Ich hoffe, Ihnen hiermit behilflich gewesen zu sein und würde mich über eine positive Bewertung mit 3-5 Sternen freuen. Bei Bedarf helfe ich gerne weiter und antworte nochmals oder Sie wählen den Premium-Service, womit wir miteinander telefonieren könnten.

Alles Gute, Dr. Nowak

Ortho-Doc Nowak, Dr. Med.
Kategorie: Orthopädie
Zufriedene Kunden: 2382
Erfahrung: Facharzt für Orthopädie; Sportmedizin, SG-Gutachten, 30 J. Praxis, Unfallchir., Reha, Chiroth. Akup.
Ortho-Doc Nowak und weitere Experten für Orthopädie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 8 Monaten.
Vielen Dank. Die Empfehlung des Neurologen war noch nicht die der sofortigen OP. Seine Meinung ist eher die, daß ich alarmiert sein soll, und bei Fortschreiten der temporären Nervenirritationen in den Zehen, bzw. bei Eintreten von Lähmungserscheinungen oder gar ausbleibender Kontinenz, sofort als neurologischer Notfall das Krankenhaus aufsuchen muss. Er ist aber tatsächlich skeptisch, ob mir eine konservative Behandlung helfen wird, ich solle noch abwarten. Ihre Antwort dient mir als wichtige Informationsstütze, sollte die OP- Indikation unmittelbar eintreten. Nach heutiger Rücksprache mit meinem (erfahrenen) Hausarzt werden konservative Therapiemöglichkeiten (KG, Rehasport, evtl. Reha) zuerst ausgeschöpft und die Situation dann neu bewertet. Ich danke ***** *****!

Vielen Dank für die positive Bewertung. Es besteht zwar noch keine absolute OP-Indikation, solange noch keine Lähmung eingetreten ist, jedoch sind die Erfolge bei einer möglichst frühen OP statistisch besser, als eine zu spät durchgeführte OP. Alles Gute, Dr. Nowak