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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 860
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Guten Tag. Mein Sohn 11 Jahre alt hat seit 4 Jahren eine

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag. Mein Sohn 11 Jahre alt hat seit 4 Jahren eine Absencen Epilepsie. Ein Medikament konnte bisher ausgeschlichen werden. Aktuell nimmt er noch 1 in recht hoher Dosis. ( Pednidan ) Nun sind seit einem halben Jahr nächtliche Krampf Anfälle dazugekommen. Das EEG ist sauber. Es wurde ein Schlaf Entzugs EEG gemacht, ohne ersichtlichen Befund.
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): 11, männlich, Pednidan
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Neurologe wissen sollte?
Fragesteller(in): Nur nächtliche Anfälle, fast keine Absencen mehr.
Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Die Ärzte geben mir das Gefühl als würde ich die Anfälle erfinden. Laut ihnen ist im EEG nichts ersichtlich. Gerade letzte Nacht hatte er wieder einen krampfanfall. Fast 2 Minuten lang…Was kann das sein?

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits mehr als 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragesteller,
es tut mir sehr leid, dass Ihr Sohn unter einer Absencen-Epilepsie leidet. Es ist zwar eine gute Nachricht, dass die Medikamente bereits etwas reduziert werden konnten, aber ich kann gut verstehen, dass Ihnen die neu aufgetretenen nächtlichen Krampfanfälle große Sorgen machen. Um so schlimmer ist das Gefühl, wenn einem Ärzte nicht so ganz glauben wollen. Ihre Beobachtungen sollten auf jeden Fall ernst genommen werden und medizinisch aufgearbeitet werden. Jetzt habe ich einige Fragen, die mir helfen die Situation besser einzuschätzen:

  • wie groß und schwer ist Ihr Sohn aktuell? Wann wurde er geboren (Monat/Jahr)?
  • welches Medikament wurde ausgeschlichen?
  • in welcher Dosis nimmt er das Ethoxuximid (Pednidan ®) aktuell?
  • wie laufen die nächtlichen Krampfanfälle ab? Was bemerken Sie?
  • Konnten Sie die Anfälle bereits per Video dokumentieren?
  • wie häufig traten Absencen vor der Behandlung auf?
  • wie häufig treten aktuell noch Absencen auf?
  • welche Diagnostik wurde bisher durchgeführt?
  • haben Sie für die nächtlichen Krampfanfälle Notfall-Medikamente erhalten?

Ihre Angaben helfen mir, Sie besser zu beraten.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde versuchen nach Stichpunkten zu antworten.1.55cm groß, 57 kg schwer. 25.12.2009 geboren.Ausgeschlichen wurde Orforil Long 150 mg Kapseln.Pednidan 250 mg Kapseln 3 morgens und 3 abends.Er verkrampft, schmatzt, der Kopf ist zur Seite, krampft, Augen offen und Zucken. Beine versteift und Zucken…Video Dokumentation vorhanden.Absencen vor der Behandlung sehr viele. 25 Minuten EEG bis zu 12 Absencen. Die längste von 23 Sekunden.Aktuell 3-4 Absencen die Woche, die ich wahrnehme. EEG aber sauber.Diagnostik bisher wach EEG. Erst monatlich dann halbjährig, nach erfolgreicher Medikamenten Dosierung. Dieses Jahr Schlafentzugs EEG.
Auch das unauffällig. Laut Arzt würde er vorausgegangene krampfanfälle im EEG ersehen,
Auch hält er keine weitere Gabe von Medis notwendig.Das Orforil möchte er ungern wieder geben, da mein Sohn erhebliche Nebenwirkungen hatte. Zum Beispiel starke Gewichtszunahme.
Nächstes EEG erst im Oktober wieder.Mein Sohn schläft generell mittlerweile sehr sehr schlecht, manchmal nur 5-6 Stunden und das nun schon fast 1 Jahr…Keine Medis für die Anfälle in der Nacht notwendig, laut Arzt,Ich hoffe ich habe alles verständlich erklärt und hoffe auf Ihre Rückmeldung. Lg
Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Das Orforil wurde mit morgens 2 und abends 2 eingenommen.
Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Anmerken möchte ich noch das der Kinderarzt von meinem Sohn sich gewundert hat, dass im April im Krankenhaus kein MRT oder CT gemacht worden ist.

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Ich werde mir alles genau durchlesen und melde mich noch heute mit einer ausführlicheren Antwort.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre Geduld. Ihr Sohn ist recht groß und schwer für sein Alter, aber noch im Normalbereich. Er erhält zur Zeit Ethosuximid in recht hoher Dosierung. Die Krampfanfälle, die Sie beschreiben klingen nach typischen generalisierten epileptischen Krampfanfällen. Es ist sehr gut, dass Sie dazu bereits eine Videodokumentation begonnen haben. Folgende Fakten helfen Ihnen vielleicht weiter:

  • Nicht jeder Krampfanfall hinterlässt auch Spuren im EEG. In vielen Fällen sieht das EEG normal aus oder zeigt nur leichte Auffälligkeiten. Das schließt nicht aus, dass es zwischenzeitlich doch zu Krampfanfällen gekommen ist. Sie bilden sich die Anfälle ja nicht ein.
  • Ein CT wird bei Kindern und Jugendlichen nur im absoluten Notfall gemacht (schneller verfügbar). Falls nötig, wird ein MRT bei Kindern bevorzugt. Zur Diagnostik einer typischen Absencen-Epilepsie ist in der Regel kein MRT notwendig. Bei ungewöhnlichen Befunden kann es manchmal aber doch nötig sein, z.B. wenn es im EEG so wirkt, als ob es eine Stelle im Gehirn gibt, von der die Anfälle ausgehen (sogenannte "fokale" Auffälligkeiten). Wenn die Untersuchungsbefunde bei Ihrem Sohn bisher mit einer klassischen Absencen-Epilepsie vereinbar waren, war also auch kein MRT angezeigt.
  • Ziel der Therapie ist ein möglichst reibungsloser Alltag, der nicht durch häufige Absencen eingeschränkt wird. Wichtige Teilbereiche des Alltags wären die Schule, die sozialen Kontakte und die allgemeine Lebensqualität. Hier sollte sich durch die Medikamente eine deutliche Besserung zeigen. Komplette Anfallsfreiheit kann allerdings nicht immer erreicht werden. Falls Ihr Sohn durch die 3-4 Absencen pro Woche nicht nennenswert eingeschränkt ist, wäre das durchaus ein zufriedenstellender Zustand. Anders sieht die Lage aus, wenn er sich dadurch belastet fühlt.

Ich würde in Ihrem Fall folgendes Vorgehen vorschlagen:

  • führen Sie ein genaues Tagebuch über die Anfälle (sowohl Absencen als auch generalisierte Anfälle)
  • wann immer möglich, dokumentieren Sie die Anfälle per Video
  • achten Sie auf andere Beschwerden, z.B. Tagesmüdigkeit, abfallende Leistung, schlechte Konzentrationsfähigkeit, Reizbarkeit etc.
  • vereinbaren Sie einen Termin bei seinem betreuenden Kinderneurologen innerhalb der nächsten Wochen, um diese Punkte zu besprechen
  • fragen Sie nach weiterer Diagnostik. Möglich sind z.B. Langzeit-EEG-Ableitungen über Nacht oder länger. Dazu ist natürlich eine Aufnahme im Krankenhaus nötig.
  • fragen Sie auch nochmal gezielt nach einer Notfall-Medikation, um einen solchen generalisierten Krampfanfall zu durchbrechen.

Bis zum Beweis des Gegenteils sind die von Ihnen beobachteten Krampfepisoden als generalisierte epileptische Krampfanfälle zu bewerten. Lassen Sie sich nicht verunsichern, Sie als Eltern haben die Krampfanfälle aus erster Hand beobachtet! Es ist durchaus möglich, dass die Medikamente noch angepasst werden müssen.
Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen etwas weiter. Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, können Sie mir gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Neurologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Die Anfälle finden ausschließlich im Schlaf statt, mache mir eben Sorgen. Vor allem weil das so abgetan wird:
abwarten und Tee trinken…
Das Pednidsn hat nun mal auch so erhebliche Nebenwirkungen, vor allem bei Langzeiteinnahme. Die Dosis ist auch hoch.Ich danke ***** *****ür Ihre ausführliche Beratung. Werde noch mal nach einem früheren Termin, als im Oktober, anfragen. Auch werde ich weiterhin alles dokumentieren.

Vielen Dank für die Sterne! Ich möchte Sie etwas beruhigen: die Dosis ist zwar recht hoch, aber es wäre noch Luft nach oben. Insgesamt sollten bei der Behandlung die Vorteile (weniger Absencen im Tagesablauf, besser Alltagsfunktion) für die Kinder die möglichen Nachteile bei Weitem aufwiegen. In aller Regel wird das Medikament aber recht gut vertragen und die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen. Ich hoffe in jedem Fall, es klappt mit dem früheren Termin und dass die Ärzte Sie diesmal etwas ernster nehmen.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger