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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 485
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Nervenscheide von Sehnerv verdickt bei Kleinkind. Man will

Diese Antwort wurde bewertet:

Nervenscheide von Sehnerv verdickt bei Kleinkind. Man will nun Nervenfaser unterhalb Rückenmark entnehmen. Ist das sinnvoll?
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Das Kind ist 3 Jahre alt. Männlich. Bisher keine Medikamente.
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Neurologe wissen sollte?
Customer: Kind hat schon immer - in allen Us - sehr deutlich erhöhten Kopfumfang und im MRT (vor 2 Wochen) wurde bisher nur der etwas verdickte Sehnerv entdeckt.

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragesteller,

es tut mir sehr leid, dass Sie solche Sorgen mit Ihrem Sohn haben. Ich kann gut verstehen, dass Sie gerne eine zweite Meinung zur Notwendigkeit einer Lumbalpunktion (Nervenwasser-Entnahme) haben. Ein starkes Kopfwachstum (Makrozephalie) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ich vermute mal, dass hier versucht wird den Druck im Kopf zu senken, indem man etwas Nervenwasser ablässt. Das kann durchaus Sinn machen und in bestimmten Fällen die Symptomatik deutlich verbessern. Ohne etwas nähere Hintergrundinformationen kann ich es Ihnen aber nicht genauer sagen. Haben Sie vielleicht einen Arztbrief oder andere Befunde (z.B. von der augenärztlichen Untersuchung), die Sie hier hochladen können? Beachten Sie beim Hochladen von Dokumenten bitte, dass JustAnswer ein öffentliches Forum ist und die Beiträge von jedermann gesehen werden können. Es sollten also keine persönlichen Details wie Anschrift oder Namen zu sehen sein (bitte ausblenden, schwärzen oder überdecken).

Folgende Details wären sehr hilfreich:

  • Wie groß und schwer ist Ihr Sohn? Wann wurde er geboren (Monat/Jahr)?
  • Wie groß ist der Kopfumfang aktuell? Wie groß war er vor ca. 12 Monaten (bitte Messdatum angeben)?
  • Wie hat er sich bisher entwickelt? War Ihr Kinderarzt bei den U-Untersuchungen zufrieden mit der Entwicklung?
  • Welche Diagnosen wurden bisher gestellt?
  • Wurde ein MRT durchgeführt? (Befund?)
  • Wurde eine augenärztliche Untersuchung mit Augenhintergrunduntersuchung durchgeführt? (Befund?)
  • Für wann ist die Lumbalpunktion geplant?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehr geehrter Herr Dr. Metzger, danke für Ihre Fragen. Ich versuche es mal: - Unser Sohn ist ein Frühchen und kam ca. 6 Wochen zu früh. - Er wurde am 20.05.16 geborgen, 105 cm, 17 kg - Er hat deutliche Verzögerungen in der sprachlichen Entwicklung und einen zu grossen Kopf;): Wie der Papa- auch ich liege ausserhalb. - Kopfumfang: er war schon immer ausserhalb des 97 % Percentils, fast 55 cm, im Augenblick verläuft es parallel (ausserhalb) - Ein MRT wurde durchgeführt. Venen scheinen in Ordnung zu sein. Mehr Befunde haben wir leider nicht. - O-Ton war: Auf den ersten Blick hat sich nichts deutlich verschlechtert (Optikus Nervenscheide) - Jetzt wurde überraschend ein Termin für die Punktion frei mit Druckmessung (bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe?)- Dienstag an der Kinderuniklinik in Tübingen. - Die Ärztin sagte, sollte es einen Befund geben könnte man dies ggfs. mit Diamox behandeln. Was ist das? Wird dies lebenslang sein? Ist dies ein Medikament das die Lebensqualität und Entwicklung einschränkt? - Wir sollen 2 Tage in der Klink bleiben, bei Medikamenteneinstellung 2 Tage länger? - Auf was deutet das aus Ihrer Sicht hin, was hier untersucht wird? - Ist die Behandlung schmerzhaft für den Kleinen? - Würden Sie in der jetzigen Zeit (Corona) den Krankenhausaufenthalt eher zurückstellen? Wir würden kein Einzelzimmer bekommen. -Übrigens unser Kleiner hat bisher keine Symptome wie Kopfschmerzen, erbrechen etc. und ist sehr lebhaft - bis auf das Sprechen. Er macht 3-4 Wortsätze nun zunehmen und er spricht jeden Tag deutlicher. Sorry für all die Fragen. Einen MRT Befund habe ich leider noch nicht in Schriftform. ****

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Ich werde mir mal alles genauer ansehen und Ihnen später ausführlich dazu schreiben.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Liebe Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Geduld. Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie viele Fragen haben und werde versuchen diese so gut es die mir verfügbaren Daten zulassen, zu beantworten.

Zuallererst: Ihr Kleiner hat ein gutes Gewicht und eine gute Größe für sein Alter. Das ist sehr gut. Der Kopfumfang liegt deutlich über der Norm, eine gewisse familiäre Neigung ist hier zu vermuten, da Sie als Eltern ja auch beide große Köpfe haben. Es ist ein gutes Zeichen, dass das Wachstum proportional, also parallel zur 97. Perzentile verläuft.

Eine wichtige Frage bei einem großen Kopf (Makrozephalus) ist immer: wie sieht es mit dem Hirndruck aus? Liegt das starke Kopfwachstum vielleicht an einem erhöhten Druck im Kopf? Das kann z.B. sein, wenn Nervenwasser nicht gut abfließen kann. Das würde man im MRT an vergrößerten Hirnwasser-Räumen (Ventrikel) im Gehirn sehen. Es gibt auch eine Art von erhöhtem Hirndruck, bei dem im MRT kaum Auffälligkeiten zu sehen sind. Es gibt aber trotzdem Zeichen für einen erhöhten Hirndruck, z.B. Auffälligkeiten bei der augenärztlichen Untersuchung (Papillenödem). Die Ursache dieser Art von erhöhtem Hirndruck ist nicht genau bekannt, es wird vermutet, dass es mit venösen Problemen im Zusammenhang stehen könnte, nicht immer kann man aber auch tatsächlich Auffälligkeiten an den Venen im MRT sehen (so wie bei Ihrem Kleinen ja z.B. auch mit den Venen alles “in Ordnung” zu sein scheint). Zumindest zeigt das MRT eindeutig, dass kein Tumor eine Rolle spielt, was auch schon eine sehr wichtige Information ist. Der Fachname für diese Erkrankung ist “Idiopathische Intrakraniale Hypertension” oder “Pseudotumor cerebri”.

Wenn die Augenärzte Zeichen für einen erhöhten Hirndruck gesehen haben, sollte eine Hirnwasseruntersuchung mit Druckmessung stattfinden, um den erhöhten Hirndruck direkt nachzuweisen. Unbehandelt kann diese Erkrankung voranschreiten und einige Probleme verursachen:

  • Gefürchtet ist die langsam fortschreitende Erblindung, da der Sehnerv durch den erhöhten Hirndruck langsam Schaden nimmt
  • Auch kann es zu zunehmenden Beschwerden wie Kopfschmerzen und Erbrechen kommen (bei Ihrem Sohn ist in dieser Richtung ja zum Glück noch nichts aufgetreten).
  • Andere Beschwerden wären Rückschmerzen, Augenschmerzen, Nervenlähmungen

Insofern macht die Untersuchung schon sehr viel Sinn. Wie dringend ist die Untersuchung? Es ist keine notfallmäßige Untersuchung, aber man sollte sie auch nicht auf die lange Bank schieben. Schließlich geht es um die Sehfähigkeit Ihres Sohnes. Wie ist die Untersuchung im Zusammenhang mit Corona zu sehen? Hier muss ich ein bisschen Prophet spielen: die Fälle werden in Deutschland sehr wahrscheinlich in den nächsten Wochen zunehmen. Falls Sie also für nächsten Dienstag einen Untersuchungstermin haben, würde ich eher dazu neigen, diesen Termin wahrzunehmen. Andernfalls kann es sein, dass es sehr lange dauern wird, bis wieder Kapazitäten für diese Untersuchung bereit stehen. Letztendlich liegt die Entscheidung hier natürlich bei Ihnen.

Jetzt noch zur Behandlung: Falls ein erhöhter Hirndruck nachgewiesen würde, wäre Acetazolamid (Diamox) eine gute Behandlungsoption. Dieses Medikament kann den Hirndruck senken und damit den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen. Die Behandlung müsste über längere Zeit durchgeführt werden, je nachdem, wie sich der Hirndruck weiter entwickelt.

Acetazolamid ist ein nebenwirkungsarmes Medikament, das die Entwicklung nicht beeinträchtigt. In seltenen Fällen können Kribbeln oder Empfindungsstörungen am Mund oder den Fingern auftreten, manche geben auch reduzierten Appetit, Übelkeit oder (extrem selten) Erbrechen an. Diese Beschwerden treten in der Regel erst bei recht hohen Dosen des Medikaments auf (also z.B. bei venöser Anwendung). In den meisten Fällen werden keine Beschwerden bei der Einnahme bemerkt.

Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen etwas weiter. Wenn Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie mir natürlich gerne hier schreiben.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehr geehrter Herr Dr. Metzger, vielen Dank. Das war sehr hilfreich. Wir konnten heute morgen mit dem Professor reden und er möchte nun die Messungen veranlassen, um zu sehen wie hoch der Druck wirklich ist (Ablassen des Nervenwassers und erneute Messung). Aufgrund der Corona Situation in Tübingen wissen wir aber noch nicht ob wir drankommen. Er war eher entspannt und sah keine unmittelbare Dringlichkeit, da unser Sohn keine Symptome zeigt. Halten Sie es denn für möglich, dass das auch etwas mit der Sprachentwicklungsstörung zusammenhängt? Ihre Kollegen in Tübingen schlossen das eher aus, was ich nicht verstehe und würden eher einen Trommelfellschnitt andenken. Das Thema Stauungspapille müssen wir auch noch abklären lassen. Viele Grüsse ******

Sehr geehrter Fragesteller,

es freut mich sehr, dass Ihnen meine Ausführungen schon etwas weitergeholfen haben. Einen Zusammenhang zur Sprachentwicklungsstörung halte ich hier auch für eher unwahrscheinlich. Zur Routine-Diagnostik bei einer Sprachentwicklungsstörung gehört natürlich auch das Hörvermögen zu untersuchen. Falls Ihr Sohn einen chronischen Paukenerguss hat, der sein Hörvermögen beeinträchtigt, könnte eine Parazentese (Trommelfellschnitt) eine Überlegung wert sein. Man müsste sich auch nochmal Geburt und Neugeborenenzeit ansehen, gab es Komplikationen außer der Frühgeburtlichkeit an sich? (z.B. Infektionen, Gelbsucht, Anämie, Hirnblutungen, Atemprobleme etc.)

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Sehr geehrter Herr Dr. Metzger, er lag 2 Tage unter blauem Licht, wie fast alle Frühchen auf der Station der Neugeborenen. Aber sonst war nichts. Was uns allerdings auffällt war, nachdem er laufen konnte, dass er sehr oft auf die Stirn viel. Teilweise sehr heftig - aber er hat es immer gut weggesteckt. Insgesamt neigt er weiter dazu. Viele Grüße

Vielen Dank für die Informationen. Das klingt nach einem recht unkomplizierten Verlauf in der Neugeborenenzeit. Die häufigen Stürze sehe ich nicht als Ursache für eine Sprachentwicklungsverzögerung; da dürften andere Faktoren eine Rolle spielen (zum Beispiel sollte eine Hörbehinderung ausgeschlossen werden). Wie sieht es bei ihm mit der Motorik aus? Die Stürze könnten für leichte Defizite in der motorischen Entwicklung sprechen.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Vielen Dank für die Informationen. Das klingt nach einem recht unkomplizierten Verlauf in der Neugeborenenzeit. Die häufigen Stürze sehe ich nicht als Ursache für eine Sprachentwicklungsverzögerung; da dürften andere Faktoren eine Rolle spielen (zum Beispiel sollte eine Hörbehinderung ausgeschlossen werden). Wie sieht es bei ihm mit der Motorik aus? Die Stürze könnten für leichte Defizite in der motorischen Entwicklung sprechen.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Sehr geehrter Herr Dr. Metzger, auch verzögert aber nichts zu auffälliges. Er klettert, fährt Roller und Laufrad und malt gerne. Wenn nur das Sprechen nicht so schleppend voranginge (Logopädie hat er seit Jahresanfang 1x die Woche, aktuell leider nicht w/Corona). Beste Grüsse

Ok, das klingt ja ganz gut. Die Corona-Krise hat uns alle überrascht und wird sich wohl auch länger hinziehen, als viele denken. Bei der Logopädie wäre vielleicht eine Übergangslösung Übungen per Videokonferenz anzufangen. Gut wäre auch, wenn Sie einige Übungen mit ihm regelmäßig zuhause machen.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Sehr geehrter Herr Dr Metzger, die Stauungspapille hat sich bestätigt. Aktuell findet die Druckmessung statt (Vor/nach ablassen des Nervenwassers). Welche Fragen sollen wir stellen? Dankeschön
Mich würde besonders interessieren:
- welche Auswirkungen hat der erhöhte Hirndruck auf die Sehfähigkeit?
- Was kann unternommen werden, um die Sehfähigkeit langfristig zu erhalten?
- Wie sehen die Ärzte die Prognose?
- Welche Therapieoptionen stehen zur Verfügung? Welche werden empfohlen?
- Welche Nebenwirkungen haben die Therapieoptionen?
- wie häufig sollte eine augenärztliche Untersuchung stattfinden?
- mögliche Zusammenhänge zur Entwicklungsverzögerung halte ich für eher unwahrscheinlich, aber eine Nachfrage diesbezüglich schadet sicher auch nicht.
Gerne können wir diese Fragen auch hier nach Vorliegen der Ergebnisse besprechen.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger
Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Sehr geehrter Herr Dr. Metzger,
danke. Die Ergebnisse sind nun da vor ablassen 18cm Wassersäule (?) danach 6 cm. Die Ärzte wären überrascht aufgrund der erhöhten aber geringen Werte, denn in der Position in der die Prozedur durchgeführt wird, kann man auch höhere Werte erwarten. Da der Augenarzt eine Drusenpapille ausschloss, scheint der Sehnervschwellung der Grund zu sein. Man möchte das nun mit Diamox behandeln und in 2-3 Monaten den Ultraschall beobachten, ob die Schwellung verschwindet. Macht das für Sie Sinn? Oder würden Sie noch weitere Tests vorschlagen. Danke für Ihre Hilfe.
Das beschriebene Vorgehen macht Sinn. Die Werte für den Hirndruck sind tatsächlich noch nicht dramatisch erhöht, aber wenn eine Stauungspapille auftritt wohl auf die Dauer zu hoch. Es ist also vernünftig eine medikamentöse Behandlung einzuleiten und zeitnah eine Kontrolle durchzuführen. (cm Wassersäule ist ein übliches Druckmaß in der Medizin).
Alle drei wichtigen Untersuchungen sind bei Ihrem Sohn erfolgt:
- MRT
- Augenarzt
- Lumbalpunktion
Die Diagnostik ist vollständig und jetzt darf eine Behandlung eingeleitet werden.
Manuel Metzger und weitere Experten für Neurologie sind bereit, Ihnen zu helfen.

Vielen Dank für die gute Bewertung und auch den Bonus! Ich wünsche Ihnen weiter alles Gute und hoffe, Sie bleiben gesund!

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger