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A Stein
A Stein, Facharzt für Neurologie
Kategorie: Neurologie
Zufriedene Kunden: 518
Erfahrung:  Angestellter Arzt
102819083
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A Stein ist jetzt online.

Meine Schwiegermutter, Mitte 60, klagt seit einiger Zeit

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Schwiegermutter, Mitte 60, klagt seit einiger Zeit über zunehmende Erinnerungslücken im Kurzzeitgedächtnis und zusätzlich Gleichgewichtsprobleme.
Im Herbst letzten Jahres wurde Ihr aufgrund eines sehr großen gutartigen Geschwulstes einer großer Teil einer Niere entfernt.
Mir ist klar, dass die Symptome ohne Untersuchung sehr unspezifisch sind, aber worauf kann das hindeuten?

Guten Morgen sehr geehrte Kundin/sehr geehrter Kunde von Justanswer!

Ich freue mich, Ihnen hier beratend zur Seite zu dürfen!

Vielleicht sind Sie so freundlich, mir detaillierter zu schildern ,wie sich die Gedächtnisstörungen Ihrer Mutter im Alltag bemerkbar machen!

Und wie sieht es mit Ihrem Erinnerungsvermögen hinsichtlich Ereignisses der entfernteren Vergangenheit aus?

Welchen Vorerkrankungen sind bei Ihrer Schwiegermutter bekannt und welche Medikamente nimmt Sie ein?

Ist Sie bereits neuroloigsch/psychiatrisch gesehen worden?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Rückfragen im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

A.Stein

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Gedächtnislücken in Form von:
Ohne Portemonnaie zum Einkaufen gefahren
Einkaufszettel verloren, und dann viele Artikel vergessen einzukaufen
Mehrfache Kontrolle, ob das Auto wirklich abgeschlossen ist
Schwierigkeiten Personen zuzuordnen, die man flüchtig kennt (Name sollte eigentlich bekannt sein. Nicht Freunde oder Familie)
Keine Probleme mit örtlicher Orientierung
Keine Probleme mit Ereignissen die länger als ein dreiviertel Jahr zurück liegenZwei Operationen unter Vollnarkose Ende Oktober 2018 (Entfernung gutartig le Tumor an der Niere), Anfang Juli 2019 (gyn. Eingriff)Eine Episode von transientee globaler Amnesie in 2017, 1 Tag "fehlt". Keine neurologische Evaluierung.Medikamente:
Mtx Hexal 15 (Rheuma)
Candesarten 32
Bezafibrat 400
Amitriptylinneuraxpharm 100 (nach der OP im November bekommen)
L-thyrox Jod 50
Hct dexcel 12,5
ASS 100
DekristolRheuma
Bluthochdruck
Cholesterin
Schlafstörungen
SchilddrüsenunterfunktionStolpern und stürzen ohne ersichtlichen Grund. 3 Mal in 3 MonatenDas Gefühl dass die Gedächtnisleistung in den letzten 4-5 Monaten massiv nachlässtAngst, weil Pflegeverantwortlich für Eltern (90 Jahre)
Mann (75 Jahre)
Enkel (1-8 Jahre)

Vielen herzlichen Dank für die detaillierten Informationen!

Sie helfen mir sehr, mir ein klares Bild machen zu können!

Da ich gerade mit der Vorbereitung des Mittagessens beschäftigt ist bitte ich um ein wenig Geduld bis ich Ihnen meine Antwort schreibe!

Mit freundlichen Grüßen

A.Stein

Hiermit melde ich mich bei Ihnen zurück!

Vielen Dank für die detaillierten Schilderungen bezüglich der Schwierigkeiten Ihrer Schwiegermutter!

Aus der Ferne lässt sich in der Tat keine Diagnose stellen, doch eine Eingrenzung sowie Empfehlung von diagnostischen Untersuchungen und ein Ausblick auf Therapieoptionen ist schon möglich !

Das das sogenannte "Altgedächtniss" erhalten ist ( also an weiter in der Vergangenheit liegende Ereignisse),weist auf eine Demenz vom Alzheimer Typus an. Auch das zügige Voranschreiten über nur wenige Monate. Das Verlegen von Gegenständen und das nachlassende Namensgedächniss passen auch ins Bild.

Örtliche und Zeitliche Orientierungsstörungen können bei Alzheimer vorkommen. Wenn diese nicht vorhanden sind, lässt sich diese Erkrankung allerdings dadurch nicht ausschließen.

Anders sieht es mit dem zusätzlichen Symptom Gleichgewichtsstörungen aus:

Diese treten wesentlich häufiger bei einer anderen Demenzform auf:

der sogenannten " vaskulären Demenz".

Bei dieser Form liegen den Leistungseinbussen Gefaesssschädigungen der das Gehirn versorgenden Schlagadern und der kleineren Gefässe vor.

Bei Ihrer Schwiegermutter liegen Risikofaktoren für die Entwicklung einer vaskulären Demenz vor: hierzu zählen der Bluthochdruck und die erhöhten Cholesterinwerte.

Die stattgehabte "transiente globale Amnesie" weist auch in die Richtung Durchblutungsstörung!

Auch noch zu erwähnen ist, dass im Rahmen von Depressionen schlechtere Gedächtnisleistungen zu messen sind als bei normal gestimmten Menschen!

Zusammenfassend halte ich ein Mischbild aus vaskulären Demenz und Alzheimer für am wahrscheinlichsten!

Falls noch nicht erfolgt, empfehle ich Ihnen, eine CT oder MRT Bildgebung des Gehirns! Danach eine Lumbalpunktion bei der sich Alzheimer abweisende Substanzen im Nervenwasser nachweisen lassen würden!

Eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Arterien ist wichtig,um die aktuelle Durchblutung des Gehirnes beurteilen zu können!

Nachdem all dieses geschehen ist ,steht die Frage nach therapeutischen Möglichkeiten an:

An erster Stelle steht das Verringern von Risikofaktoren: Blutdruck und Cholesterin sollten so gut wie möglich eingestellt werden!

Eine medikamentöse Verzögerung des Voranschreitens der Demenz besteht in der Gabe von Memantin Tabletten oder dem Exelon Pflaster ,welches alle 24 Stunden neu auf die Haut geklebt wird.

Und selbstverständlich ist körperliches und geistiges kontinuierliches Training unentbehrlich, um sich so lange wie möglich fit halten zu können!

Ich hoffe,ich konnte Ihnen Ihre Frage hiermit beantworten!

Falls Sie noch Rückfragen an mich haben so stehe ich Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung!

Wenn dem nicht so sein sollte würde ich mich über eine positive Bewertung meiner Antwort sehr freuen! Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

A.Stein

A Stein und weitere Experten für Neurologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Wie ist der zeitliche Faktor der Diagnostik zu sehen?
Ich frage, weil die Terminsituation bei niedergelassenen Neurologen sehr schwierig ist und sich dadurch die Diagnostik erheblich verzögern wird.
Sollte man ein neurologische Ambulanz in einem Krankenhaus aufsuchen?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Es ist bisher keinerlei Diagnostik erfolgt. Besteht eine Chance, dass auch die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnis durch eine mögliche vaskuläre Problematik hervor gerufen wird?

Sehr gerne geschehen!

Ja,bedauerlicherweise haben Sie völlig recht,was die Wartezeiten bezüglich eines Termines bei niedergelassenen Neurologen anbelangt!

Alternativ gebe es eine weitere mögliche Reihenfolge des weiteren Vorgehens:

Nach Vorstellung beim Hausarzt überweist dieser zur bildgebenden Diagnostik zu einem Radiologen.

Und bis diese Befunde vorliegen ist der Termin beim Neurologen, der diese Befunde mit Ihnen durchsprechen wird schon um einiges näher gerückt.

Eine weitere Möglichkeit wäre gleich die gesamte Abklärung stationär neurologisch oder neurogeriateisch durchführen zu lassen.

Auaführliches diagnostisches Gespräch, neuropsychlogische Testung, Nervenwassergewinnung ,Ultraschalluntersuchung,Bildgebung durch CT/MRT und Therapieeinleitung könnten dann innerhalb kurzer Zeit komplett und unter einem Dach durchgeführt werden.

Einweisung hierzu könnte ebenfalls Ihr Hausarzt ausstellen!

Was Ihre letzte Frage betrifft: Durchaus ! Eine ausgeprägte Gefässschädigung führt zu einer Gehirnkrankheit, die SAE ( subakute arteriosklerotische Encephalopathie) genannt wird. Dies geht mit zunehmender Funktionseinbussen gerade des Gedächtnisses einher!

Aufgrund der verschiedenen Symptome vermute ich aus der Ferne betrachtet jedoch ein Mischbild aus Morbzs Alzheimer und vaskulären Demenz und würde die Diagnostik daher auch in beide Richtungen betreiben!

Ich wünsche Ihrer Schwiegermutter und Ihnen alles Gute!

Herzlichen Dank auch für die freundliche Bewertung meiner Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

A.Stein

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Sie war nun heute morgen beim Hausarzt, welcher einen zurück liegenden ischämischen Schlaganfall diagnostizierte (unter Anderem, da beim Herausstrecken der Zunge sich diese nur in eine Richtung positionieren ließ) und sie direkt in ein Krankenhaus einwies.

Ich wünsche Ihrer Schwiegermutter eine gute Besserung !

Hier ist es natürlich fraglich, was ein "zurück liegendes" Ereignis hinsichtlich der zeitlichen Einordnung genauer heißt.

Die Sie die zunehmenden Gedächtnisleistungssteigerungen als einen über einen längeren Zeitraum voranschreitenden Prozess beschrieben haben ist von zwei unterschiedlichen Krankheiten auszugehen, die sich nun überlagern!

Ich hoffe,Ihre Schwiegermutter kommt schnell wieder auf die Beine!