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Schiessl Claudia
Schiessl Claudia, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 23241
Erfahrung:  25 Jahre Anwaltserfahrung
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Schiessl Claudia ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir bilden eine WEG mit

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren, wir bilden eine WEG mit unseren Miteigentümern. Das Grundstück ist aufgeteilt in Sondernutzungsflächen und Sondereigentum, sowie Gemeinschaftsflächen für Hofzufahrt. Wir haben direkt hinter dem Carport der ME einen Garten (Sondernutzungsflächen)
Laut Vertrag darf jeder mit seinen Flächen so verfahren, als wäre er Alleineigentümer.
Der Carport ist zugebrettert ringsrum. Das Holz ist gammelig und unansehnlich.
Können wir einen großen Sichtschutz bauen (Steingabionenwand, oder Holzwand oder Ähnliches) oder müssen wir die Rückwand jederzeit zugänglich lassen für die Miteigentümer, falls sie diese mal streichen wollen? Aber kann ja nicht sein, sie hätten ja den Carport mit Abstand bauen können und nicht direkt auf Grenze zu unseren Sondernutzungsflächen. Wie ist hier die Rechtslage? Müssen wir die Carportrückwand jederzeit zugänglich lassen, oder können wir was aufstellen, damit wir den hässlichen Anblick nicht mehr haben müssen?
Sehratsuchende, vielen Dank ***** ***** freundliche Anfrage. Sehr gerne kann ich Ihnen die folgende erste rechtliche Orientierung geben:
Dies ist nicht klar zu beurteilen.Es gibt ja außer dem Wohnungseigentümergesetz auch noch nachbarrechtliche Vorschriften. Hier ist zum Beispiel an das Hammerschlag und Leiterrecht zu denken, wonach Sie über ihr Grundstück jederzeit Zugang zum Carport gewähren müssen, damit dieser repariert werden kannAuch gibt es bauordnungsrechtlichen und nachbarrechtliche Aspekte, die eine Sichtschutzwand entgegenstehen könnten.Eventuell gibt es Einfriedungssatzungen Ihree Gemeinde.Meines Erachtens muss die Rückseite des Carports zugänglich sein. Ich würde empfehlen, nichts eigenmächtig zu tun, sondern das ganze in der nächsten Wohnungseigentümerversammlung zur Diskussion zu stellen
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Das wäre aber auch unfair. Denn es kann ja nicht sein, auf Grenze zu bauen und wir sind dann verpflichtet Zugang zur Instandsetzung zu halten. Den Abstand hätten sie sich selber halten müssen, meiner Meinung nach. Wenn wir jetzt auch auf Grenze ein Carport bauen würden, (Rückseite Carport) kämen wir auch nicht an unsere Rückwand, hätten dann aber auch selber Schuld.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Reden können wir schon lange nicht mehr…. Die Fronten sind mehr als verhärtet….
Ja, aber es gibt nun mal leider das Hammerschlag und Leiterrecht, wonach Sie zur Reparaturzwecken Zugang über ihr Grundstück gewähren müssen.Baurechtlich ist der Carport an der Grenze natürlich zulässig.Ich würde eine Sichtschutzwand bauen, die man notfalls abbauen kann, um wenn es denn wirklich gewünscht sein sollte Zugang zu gewähren.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Hier in HH gibt es glaube kein Nachbarrecht. Und Nachbarrecht wäre auch falsch, weil wir halt einen WEG sind und nicht Nachbarn. im Notarvertrag steht, jeder kann mit seinen Flächen nach Belieben verfahren, so als wäre er Alleineigentümer.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Wenn wir jetzt auch ein Carport auf Grenze bauen, müssten wir dieses dann auch abreißen, nur damit die ME Ihren Carport streichen können?
Es müssen immer sämtliche Vorschriften beachtet werden, WEG und Nachbarrecht gelten gegebenenfalls nebeneinander.Sie müssen auch wenn Sie zu nah an den Carport bauen Aspekte des Brandschutzes beachten.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Ok, dann bauen wir halt eine Einfriedung. Diese darf gemäß Hamburger Bauordnung 2m hoch sein. Um Brandschutz einzuhalten, nehmen wir Steine, welche in den Gabionenzaun kommen. Die Pfosten werden einzementiert. Wenn der Zaun steht, dann steht der. Den würden wir nicht abbauen zum streichen. Das kann doch dann keiner verlangen. Das wäre unverhältnismäßig. Dann müssten es die Miteigentümer von einer Fachfirma abbauen lassen und wieder fachgerecht herstellen. Das könnte man ja dann argumentieren oder?
Ja, absolut. Denn das Hammerschlag und Leiterrecht erfasst, dass nichts beschädigt werden darf und wenn etwas beschädigt wird dann muss dieses wieder rückgebaut werden.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Ok, also können wir ruhig eine Gabionenwand bauen und wenn die ME einmal an Ihr Carport wollen, können wir argumentieren, dass wir die Wand aufgrund des Aufwands und der Unverhältnismäßigkeit nicht abbauen werden. Wir es aber erlauben, wenn sie diese durch eine Fachfirma abbauen lassen können und auch nur durch eine Fachfirma wiederhergestellt wird. Das können wir doch verlangen, oder? Ansonsten kriegen wir jedes Jahr ein Schreiben, dass sie daran müssen. Die sind nämlich nur auf Provokation aus und die würden sich nämlich freuen uns ständig zu beschäftigen… aber das würden wir nicht einsehen. Wenn wir uns einmal die Arbeit machen, weil wir es uns schön machen wollen. Bleibt es auch bei einem Mal. Wenn die Wand mehrmals wegen Instandsetzung abgebaut werden soll, müssen sie dies auf ihre Kosten machen lassen.
Das Recht hätten wir doch, oder? Denn dann sind wir uns sicher, fragen sie nur 1x und dann nie wieder, wenn wir antworten, dass wir es nicht machen werden, aber es durch eine Fachfirma auf deren Kosten gemacht werden darf.
Genau, ich würde damit argumentieren, dass sie ja auf ihrem Grundstück machen können was sie wollen, laut Teilungserklärung. Wenn instandgesetzt werden muss müssen Sie zwar Zutritt auf ihr Grundstück gewähren, allerdings muss alles wieder in Ordnung gebracht werden.Sie müssen nur darauf achten, alle sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften einzuhalten
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Ok. Dann bauen wir die Einfriedung gemäß Hamburger Bauordnung auf Grenze.
Wir gewähren Zutritt wenn der gewünscht ist.
Werden aber nichts abreißen und entfernen und stattdessen argumentieren, sie können zwecks Instandsetzung auf unser Grundstück, müssen aber die Demontage und im Anschluss wieder Herrichtung durch Fachfirma beauftragen. Wir erlauben nicht, dass sie die Demontage selber vornehmen, weil wir es fachmännisch wiederhergestellt haben wollen.
Das können wir doch so festlegen oder?
Ja, das können Sie
Schiessl Claudia und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Dankeschön
Gerne alles Gute