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rafozouni
rafozouni, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 650
Erfahrung:  Fachanwalt für Arbeitsrecht
60461484
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rafozouni ist jetzt online.

Guten Tag. Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag.
Fachassistent(in): In welchem Bundesland leben Sie?
Fragesteller(in): Ich bin Mieterin einer Praxiseinheit in einem Ärztehaus (§4 Nr. 14 UStG). Ich bin Psychotherapeutin und vermiete mehrere Räume unter.
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Fragesteller(in): Darf ich auch an einen Coach/Berater untervermieten, der nicht zu den Heilberufen zählt und damit selbst nicht von der Umsatzsteuer befreit ist?

Sehr geehrte Kundin,

es spricht sicher gar nichts dagegen, an einen nicht von der Umsatzsteuer befreiten Berater unterzuvermieten, doch stellt sich die Frage, wie dies "steuertechnisch" zu händeln ist.

Unternehmer, die für ihre gewerblich genutzten Räume Miete zu zahlen, können einen Vorsteuerabzug geltend machen, d.h. die auf die Miete zu zahlende Umsatzsteuer beim Finanzamt als Betriebsausgabe geltend machen. Das setzt aber voraus, dass in dem Mietvertrag die monatliche Miete plus Umsatzsteuer eingetragen, die Umsatzsteuer also gesondert ausgewiesen ist.

Was für den Berater dann also eine Umsatzsteuerausgabe ist, welche er sich vom Finanzamt wieder zurückholen kann, wäre es für Sie eine Umsatzsteuereinnahme, welche an das Finanzamt abzuführen ist. Gemäß § 4 Nr. 14 UstG sind Umsätze steuerfrei bei Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Ausübung der Tätigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder einer ähnlichen heilberuflichen Tätigkeit durchgeführt werden.

Die Mieteinnahme wäre aber kein Umsatz aus einer Heilbehandlung heraus, sondern eben aufgrund des Mietverhältnisses. Für diese Einnahme greift mithin die Befreiung nicht, so dass Sie die Umsatzsteuer meines Erachtens abführen müssen.

Näheres hierzu kann Ihnen Ihr/ein Steuerberater erläutern.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weiter geholfen zu haben und wäre für eine positive Bewertung (3-5 Sterne anklicken) dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

RA Fozouni

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Hallo Herr Fozouni,
in meinem Untermietvertrag weise ich direkt darauf hin, dass es sich um eine Mietpauschale handelt und weise keine Umsatzsteuer aus. Ginge das für den Coach trotzdem?Dir Frage ist, ob der Vermieter untersagen kann, an einen Coach/Berater zu vermieten?

Ob Ihnen dies der Vermieter untersagen kann, hängt davon ab, was im Mietvertrag gereglt ist. Wegen der "Steuerproblematik" kann er es aber jedenfalls nicht untersagen.

Wenn die Pauschale für den Coach okay ist und er eben gegenüber dem Finanzamt keine Umsatzsteuerausgabe geltend macht, geht das in Ordnung. Dann zahlt der Coach aber letztlich mehr.

Beispiel:

Die Pauschale beträgt 595,- €.

Wenn der Coach den in diesem Gesamtbetrag enthaltenen Betrag i.H.v. 19% bzw. 95,- € gegenüber dem Finanzamt geltend machen würde, würde er diese 95,- € vom Finanzamt zurück bekommen und letztlich nur 500,- € zahlen.

Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Auszug aus meinem Mietvertrag:
§ 12
UmsatzsteuerfreiheitDie Vermietung von Grundstücken ist nach §§ 1 Abs. 1 Nr. 1, 4 Nr. 12 a) UStG grundsätzlich umsatzsteuerfrei. Der Verzicht des Vermieters auf die Steuerfreiheit wäre nach § 9 Abs. 2 UStG nur möglich, wenn der Mieter die Mietsache ausschließlich für Umsätze verwendet oder zu verwenden beabsichtigt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Miete bei der vertraglich vereinbarten Nutzung einer ärztlichen Tätigkeit, die nach § 4 Nr. 14 UStG umsatzsteuerfrei ist und daher den Vorsteuerabzug ausschließt, umsatzsteuerfrei, selbst wenn im Rahmen dieser Tätigkeit auch z. B. nicht medizinisch indizierte Gutachten oder Behandlungen sowie iGeL-Leistungen erbracht werden, die der Umsatzsteuer unterliegen können, da solche steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG von dem Mieter nicht ausschließlich erbracht werden.
Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
167; 2
Mietzweck, Betriebspflicht und Konkurrenzschutz1. Das Mietobjekt wird ausschließlich zum Zwecke der Nutzung als Arztpraxis mit der Fachrichtung Psychotherapie, Psychiatrie und psychologische Beratung und Coaching vermietet (Mietzweck). Eine darüber hinausgehende ärztliche oder gewerbliche Tätigkeit ist ausdrücklich untersagt. Eine Änderung des Mietzwecks bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Vermieters.

Wegen der vom Coach zu zahlenden Miete bleibt es dabei, dass diese für Sie kein Umsatz aus Heilbehandlung etc. ist.

Da Coaching vom Mietzweck umfasst ist, wäre eine Untervermietung an den Coach vom Vertragszweck gedeckt. Es kommt aber darauf an, ob Ihnen generell eine Untervermietung gestattet ist oder der vorherigen Zustimmung des Vermieters bedarf

rafozouni und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 17 Tagen.
Ja, das ist vertraglich erlaubt.Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche.
MfG M. Schneider

Sehr gern! Ihnen auch eine schöne Woche und alles Gute!