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RATraub
RATraub, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 17336
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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RATraub ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe folgendes Problem:

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe folgendes Problem: wir wohnen als zwei Parteien in einem Haus in getrennten Eigentumswohnungen. Meine Frau und mir gehören 70 % des Hauses, dem anderen Paar gehören 30 %. Ich bin als Verwalter benannt und nehme diese Aufgabe seit 1988 entsprechend deem WEG wahr. Aktuell haben wir einen Heizungswasserschaden. Es läuft - nicht viel aber stetig - Wasser aus der Wand im Keller. Der Schaden kann - nach dem Bericht einer von der Versicherung beauftragten Firnma - nur! in der Wohnung des anderen Ehepaaares genau lokalisiert und beseitigt werden. Dieses Paar weigert sich, in der aktuellen Corona-Situation einen Handwerker - egal ob mit oder ohne Maske - in die Wohnung zu lassen. Der Zutrritt werde erst im August gewährt, wenn beide 2x geimpft sind. Vorher wollen sie selbst versuchen (in deutlich längerer Zeit), den Schaden in Eigenarbeit zu finden und zu reparieren. 4 Fragen: 1. Kann ich als Verwalter den Zutritt "erzwingen"? 2. Was passiert, wenn durch die Verzögerung der Wasserschaden immer größer werden würde? 3. Müssen evtl. Mehrkosten von dem anderen Paar getragen werden oder ist in jedem Fall die WEG kostenpflichtig? 4. Was könnten meine nächsten Schritte sein, wenn ich Gefahr für das Gemeinschaftseigentum sehe? Danke für erste Antworten. MfG ***

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich habe den von Ihnen geschilderte Sachverhalt rechtlich geprüft.
Die Rechtslage ist aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt einzuschätzen.

Zu Ihren Fragen:

1. Kann ich als Verwalter den Zutritt "erzwingen"?

Ja, das können Sie. Als Verwalter sind Sie verpflichtet, Schaden von der Immobilie fern zu halten und schnellstmögliche Maßnahmen gegen einen Schaden bzw. einen sich vertiefenden Schaden einzuleiten.

Hilfsweise können Sie dies im Wege einer einstweiligen Verfügung durch das Gericht in die Wege leiten.

2. Was passiert, wenn durch die Verzögerung der Wasserschaden immer größer werden würde?

Dann haftet die Gegenseite für den Schaden. Und zwar alleine.

Hierauf sollten Sie die Gegenseite explizit hinweisen, namentlich dass diese haften.

3. Müssen evtl. Mehrkosten von dem anderen Paar getragen werden oder ist in jedem Fall die WEG kostenpflichtig?

Siehe unter 2. Die Kosten sind allein dann von der Gegenseite zu tragen.

4. Was könnten meine nächsten Schritte sein, wenn ich Gefahr für das Gemeinschaftseigentum sehe?

Ein Anschreiben unter Fristsetzung von 10 Tagen bzgl. Zugangsgewährung (unter Schilderung des Schadens und des drohenden Schadens). Reagiert die Gegenseite nicht können Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen als Hausverwalter beauftragen.

Die Kosten sind der Gegenseite nach § 286 BGB in Rechnung zu stellen.
Einfachere bzw. tiefergehendere Klärung kann über ein Telefonat erfolgen. Ein solches ist über den Telefon-Premium-Service-Button hinzubuchbar.
Wenn Ihnen die Ausführungen weitergeholfen haben, geben Sie bitte eine positive Bewertung ab (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen).
Selbstverständlich können Sie auch nach der Abgabe einer positiven Bewertung noch nachfragen.
Mit freundlichen Grüßen
-Kanzlei-fuer-Wirtschaftsrecht.de-

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Danke für die schnelle Antwort. Noch zwei Zusatzfragen zu 1: Bisher habe ich durch schriftliche, telefonische und persönliche "Überzeugungsarbeit" - und glauben Sie mir, es war Arbeit - versucht, daß ein Handwerker in die Wohnung kommt. Wenn ich nun in der von Ihnen beschriebenen Art den Zutritt "erzwingen" würde hätte ich noch 2 Fragen: 1a. Was wäre, wenn sich eine(r) des Paares (sie gehören zur Risikogruppe und haben deshalb auch die Angst) durch den Handwerker mit Covid 19 anstecken würde, könnte ich dann dafür haftbar gemacht werden? 1b. Was wäre, wenn ich den Zutritt um des Hausfriedens willen nicht "erzwinge" und bis August warte; könnte ich dann als Verwalter für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden auch wenn ich vorher wie von Ihnen unter 2 beschrieben vorgehe und warne? Danke für eine Antwort

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne.

Das Ehepaar muss ja nicht neben den Handwerker stehen.

Es kann sich in den Nachbarraum begeben und alle Fenster öffnen.

Ein Ansteckungsrisiko geht dann gegen null.

Weiter ja, Sie können haftbar gemacht werden, wenn Sie nicht nach dem Schaden schauen.

Dies wäre dann noch die Körnung, dass das Ehepaar Sie hier noch in die Haftung nimmt.

Alternativ müssten Sie, da es nur zwei Parteien sind, das Ehepaar schriftlich um einen Haftungsverzicht ggü. Ihnen bitten.

Mit freundlichen Grüßen
-Kanzlei-fuer-Wirtschaftsrecht.de-

RATraub und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.

Sehr geehrter Herr Traub, genau das - nicht neben dem Handwerker stehen, Wohnung verlassen, Folien spannen, Türen zu, ... - waren neben weiteren Ideen meie (erfolglosen) Vorschläge. Ich werde jetzt so vorgehen, wie von Ihnen bei der ersten Antwort geraten und informiere das Paar über die Konsequenzen ihres Verhaltens incl. Haftungsverzicht. Je nach Reaktion entscheide ich dann die baldige "Erzwingung" oder die vollständige Übergabe der Verantwortung für die Konsequenzen ihres Wartens bis August. Danke für die kompetente und schnelle Beratung. Mit freundlichen Grüßen ***

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Sorry, noch ein Nachschlag: Bin ich mit meinen beiden Alternativen - "Erzwingung" oder "Verantwortungsverlagerung" - des Vorgehens auf der "sicheren" Seite der Nicht-Haftung?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

das müsste abschließend im Streitfall ein Gericht entscheiden.

Aber prinzipiell ist es für die Gegenseite schwierig Ihnen zuzusichern, dass sie Sie als HV nicht in Anspruch nehmen und dies dann doch im Nachhinein tun.

Mit freundlichen Grüßen
-Kanzlei-fuer-Wirtschaftsrecht.de-

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Guten Morgen Herr RA Traub,
könnten Sie mir bitte noch einen Text für einen Haftungsverzicht schreiben, den ich an die Gegenseite schicken kann. Ich als Laie würde ggf. mißverständliche Formulierungen verwenden. Danke. MfG Werner Schneider.
PS: Zusatzberatungskosten übernehme ich selbstverständlich