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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 32816
Erfahrung:  Vertragsanwalt des BWE
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Wir haben ein Mehrfamilienhaus. Aus finanziellen Gründen

Diese Antwort wurde bewertet:

Wir haben ein Mehrfamilienhaus. Aus finanziellen Gründen wollen wir die Hälfte, in der wir wohnen verkaufen. In der anderen Hälfte sind zwei Einzimmerwohnungen. In einer wohnt seit 30 Jahren ein Frührentner. Wir wollen die beiden Wohnungen zusammen legen und selbst dort einziehen. Wie stehen unsere Chancen auf Eigenbedarf zu klagen, wenn wir die Hälfte die wir bisher bewohnen verkauft haben?
JA: Über welche Art von Klage sprechen wir genau?
Customer: Klage auf Eigenbedarf
JA: Vielen Dank. Gibt es noch weitere Details, die Sie dem Anwalt mitteilen wollen?
Customer: Nein

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

 

Rechtlich gesehen liegt ein Eigenbedarf nach § 573 BGB dann vor, wenn Sie tatsächlich in die Wohnung einziehen wollen und die Wohnung auch "benötigen".

 

Ein "benötigen" liegt dann vor, der Vermieter dafür vernünftige und nachvollziehbare Gründe hat (BGHZ 103, Seite 91).

 

Wenn Sie eine Haushälfte aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen müssen und in die verbleibenden beiden Wohnungen einziehen wollen, dann sind dies durchaus vernünftige Gründe. Eine Kündigung wegen Eigenbedarf hätte, daher durchaus Aussicht auf Erfolg.

 

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 25 Tagen.
Sehr geehrter Herr Schiessl,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Zu den genauen Umständen hätten wir gern noch Ihre Einschätzung. Hier die Faktenlage:

- das gesamte Haus ist noch mit ca. 170.000 EUR Bankdarlehen belastet
- Aktuell kommt eine Steuernachzahlung von ca. 20.000 EUR auf uns zu (beide Ehepartner selbstständig)
- Auftragslage geht aktuell zurück daher reicht das Jahreseinkommen nicht mehr aus, um die Darlehen zu bedienen
- Der Verkauf einer Haushälfte würde ca. 360.000 EUR bringen. Trennungskosten der beiden Haushälften ca. 50.000 EUR
- Wir sind eine dreiköpfige Familie (Sohn 16 Jahre alt) Sohn müsste bei Umzug Schule wechseln, mein Mann würde als Hufschmied ggf. seinen Kundenkreis verlieren und müsste seinen Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr Elstorf aufgeben.

- Der Mieter ist Frührentner, wohnt seit 30 Jahren dort. Wir haben ihn als Mieter beim Kauf vor 20 Jahren übernommen
- Mieter hat, obwohl er das sicher behaupten wird, keine direkte Verwurzelung im Ort. Freundschaften im Ort bestehen keine
- Mieter ist sehr mobil, ist täglich mit Bus und Bahn in ganz Hamburg unterwegs und fährt bis zu 20 Kilometer Fahrrad am Tag
- Mieter trägt im Nachbarort Zeitungen aus, um sein Einkommen aufzubessern
- Mieter hat einen Schufaeintrag von ca. 2000 EUR (hat er uns mündlich einmal mitgeteilt)
- Mieter ist 60 Jahre alt

Bitte geben Sie uns noch einmal Ihre Einschätzung.

Vielen Dank und viele Grüße
Anja Niekerken

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

haben Sie vielen Dank. Die von Ihnen genannten Beweggründe sind vernünftig und nachvollziehbar. Der Mietdauer und Verwurzelung Ihres Mieters wird durch eine entsprechend lange Kündigungsfrist Rechnung getragen.

 

Aufgrund seines Einkommens und der Wohnungssituation kann es natürlich dazu kommen, dass Ihr Mieter einen Härteeinwand bringen wird, also behaupten wird, dass er keine angemessene Ersatzwohnung findet. Dies kann allerdings nur zu einer befristeten Verlängerung des Mietvertrages führen und nicht zu einem Verbleib des Mieters auf Dauer.

 

Wenn Sie keine Nachfragen mehr haben geben Sie bitte eine Bewertung meiner anwaltlichen Beratung ab (bitte klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne 3-5).

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Rechtsanwalt

RASchiessl und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.