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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 25823
Erfahrung:  Vertiefte Kenntnisse im Miet- & WEG-Recht
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Schönen guten Tag, ich weiß leider nicht, ob meine Frage

Diese Antwort wurde bewertet:

Schönen guten Tag,
ich weiß leider nicht, ob meine Frage hier korrekt aufgehoben ist.
Leider habe ich ein Problem mit neu hinzu gezogenen Nachbarn, einem Pärchen, etwa 10 Jahre jünger als ich. Sie sind vor rund vier Monaten über mir eingezogen.
Vorher wohnte dort eine alte Dame, bis dahin war mir nicht sonderlich bewusst, das es im Haus so hellhörig ist. Das Haus selbst ist relativ neu, 2008 gebaut.
Ich selbst bin dort vor etwa eineinhalb Jahren eingezogen und kann denke ich behaupten, das ich mich gut integriert habe. Es war bisher ausgesprochen ruhig hier, es sind insgesamt 8 Parteien im Haus, davon 2 Eigentümer.
Lang***** *****egen bei mir die Nerven wirklich blank, deswegen schreibe ich Ihnen auch.
Der Einzug war Ende Januar, über etwa einen Zeitraum von drei Monaten wurde immer wieder gehämmert, gebohrt. Ich hörte sogar Ostern an Karfreitag die Bohrmaschine im Anschlag. Gegen das Hämmern an dem Tag habe ich nichts gesagt, aber ich wollte vermeiden das es Ärger im ganzen Haus gibt. Den bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich "Frau Lehrerin" und der Partner (ich bin ihm im Lift begegnet und hab die Initiative ergriffen, obwohl ich im Grunde erwartet hatte, das er sich vorstellt).
Ende April suchte ich bereits das Gespräch, da es seit dem Einzug um ein vielfaches lauter geworden ist - von wochenendlichen Partys bis etwa halb eins nachts oder - was mich im Grunde noch vielmehr stört - ständiges Getrampel oder Hackengang. Zum Teil regelrechtes Gerenne und Gehopse. Damals wirkte Sie relativ verständnisvoll - Auslöser war auch ein Torjubel beim Spiel von Liverpool im Champions League Spiel der mit lautem Gebrüll, Gerenne/ Getrampel zum TV und BOAH GEIL EYYYY!! kommentiert wurde! Aber auch häufiges - ich muss es leider so nennen - zuschmeißen der Wohnungstür kam vor und übertrug sich komplett auf die Wand.
Ich merkte, ich musste nach drei Monaten der Toleranz etwas zu den beiden sagen. Eine Eigentümerin begleitete mich. (Pluspunkte hatten die beiden nicht, da immer noch keine Vorstellung erfolgt war.. - offenkundig bei keinem im Hause). Mein bis dahin geführtes Lärmprotokoll brach ich bei der Besserung ab. Ein Fehler. Sie schien sehr verständnisvoll - wie bereits geschrieben - die Nerven lagen blank. Ich bin niemand der mit dem Besen sonst gegen die Decke klopft, aber bei einem erneuten Fussballspiel tat ich dies dann doch Abend gegen 22 Uhr. Sie öffnete ein Fenster und Pfiff hinaus (nach dem Motto: ***** ***** ja einen Vogel!).
Zunächst schien es auch sich insgesamt zu bessern.
Mittlerweile nahm es wieder sehr zu, Gerenne, Getrampel. Am 17.5. bat ich schließlich nochmals bei einem abendlichen Gespräch um Rücksichtnahme, normal zu laufen. "WIR LAUFEN GANZ NORMAL!" - "ER KÖNNE NICHT IMMER RÜCKSICHT NEHMEN."
Freitag Abend eine 3. Einweihungsparty - Ich konnte im Wohnzimmer das Gelächter und Gespräch regelrecht verfolgen! Ich hörte sogar (ich wohne alleine) nachdem ich das Gelächter "nachgeäfft" hatte, das oben von der nicht "ganz knusprigen Nachbarin" erzählt wurde. (Man sollte meinen, das hierbei der Groschen fallen könnte, das die Wohnung hellhörig ist, aber das war offenkundig wohl nicht der Fall, hier einen Zusammenhang festzustellen).
Ich habe sogar versucht, mit meiner Spiegelreflex und auch meinem Handy verwertbare Aufnahmen des Getrampels zu machen, jedoch ist das Eigenrauschen der Geräte so laut und die integrierten Mirkophone von so schlechter Qualität, das diese nicht wirklich zu verwerten sind.
Mittlerweile kriege ich regelrechte Hassgedanken und kann jeden Nachbarschaftskrach jetzt nachvollziehen... Sowas habe ich noch nicht erlebt. Impertinent und völlig ignorant. Passt aber dazu, dass keinerlei Vorstellung stattfand.
Als ich darum bat, sich das Getrampel mal anzuhören, lehnte er ab.
Die Eigentümerin (welche beim ersten Gespräch dabei war) habe ich nochmals davon erzhält, Sie hatte ebenfalls die Party jetzt am Wochenende mitbekommen, und wies mich an, meine Vermieterin zu informieren. Nur wenn der Vermieter der beiden eindeutig mal was sagen und mit Kündigung drohen würde, könne man dem beikommen. (Allerdings bin ich noch am führen des neuen Lärmprotokolls. (erst wieder neu begonnen, auch habe ich mit Bekannten telefoniert, da ich Zeugen benötige)).
Alle anderen Nachbarn sind nicht sonderlich glücklich mit der Situation, ich bin allerdings unmittelbar betroffen, da ich direkt darunter wohne.
Für meine Kamera habe ich bereits - auch aus einem anderen Grund -ein externes Mikrophon bestellt, um bessere Aufnahmen zu erhalten mit dem tiefen Trittschall.
Was können Sie mir den noch raten, ich bin ziemlich ratlos aktuell, wie ich weiter vorgehen soll. Jemand riet mir bereits, nochmals schriftlich ein Einschreiben anzufertigen.
Gestern Morgen, als die beiden lautstark den Beischlaf vollzogen (und vorhergehend Party feierten) habe ich bereits im Affekt die Decke lautstark angebrüllt, weil ich absolut genervt bin!
Herzlichen Dank,

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Die Ihnen erteilte Auskunft der Eigentümerin ist korrekt - Sie müssen sich an Ihre Vermieterin wenden.

Die geschilderten Lärmbelästigungen und Ruhestörungen, die von den Nachbarn ausgehen, müssen Sie rechtlich nämlich nicht hinnehmen!

Sie müssen sich hier an Ihre Vermieterin wenden: Ihre Vermieterin ist in der konkreten Rechts- und Handlungspflicht. Auf der Grundlage des mit Ihnen bestehenden Mietvertrages trifft Ihre Vermieterin nämlich eine mietvertragliche Schutz- und Fürsorgepflicht Ihnen gegenüber, die geschilderten Lärmbelästigungen wirksam zu unterbinden.

Kraft der erwähnten Schutz-und Fürsorgepflicht ist die Vermieterin daher verpflichtet, Ihnen hier zur Seite zu stehen und die Lärmbelästigungen nachhaltig und dauerhaft zu unterbinden.

Die Vermieterun hat hier alles zu unternehmen, um weitere Belästigungen wirksam abzustellen. Hierzu hat die Vermieterin Ihre Nachbarn anzuschreiben oder aufzusuchen und diesen mitzuteilen, dass sie weitere Beeinträchtigungen der Hausruhe nicht hinnehmen wird. Sie hat die Nachbarn aufzufordern, die Lautstärke ihrer Lebensäußerungen in Zukunft deutlich zu reduzieren.

Zugleich hat sie Ihren Nachbarn in Aussicht zu stellen, dass sie diese abmahnen wird, wenn weitere Belästigungen nicht unterbleiben.

Erfolgen dann ungeachtet der Abmahnung weitere Lärmbelästigungen, so ist die Vermieterin auf der Grundlage der oben erwähnten Schutz- und Fürsorgepflicht verpflichtet, die Nachbarnn abzumahnen.

In der Abmahnung hat sie die Nachbarn sodann darauf hinzuweisen, dass eine ordentliche Kündigung ausgesprochen wird für den Fall, dass die Nachbarn sich die Abmahnung nicht zur Warnung gereichen lassen.

Fordern Sie daher Ihre Vermieterin unter Berufung auf die vorstehend erläuterte Rechtslage und unter Hinweis auf deren mietvertragliche Schutzpflicht zu unverzüglichem Eingreifen auf. Teilen Sie der Vermieterin mit, dass Sie ansonsten Ihre Miete angemessen mindern werden, denn nachbarliche Lärmbelästigungen stellen einen Mangel der Mietsache dar, der zur Minderung der Miete berechtigt.

Leistet Ihre Vermieterin Ihrer Aufforderung daher nicht Folge, so können Sie beginnend mit dem kommennden Monat die Miete mindern. Diese Mietminderung können Sie sodann solange aufrecht erhalten, bis die Vermieterin einlenkt und die Lärmbelästigungen abstellt.

Geben Sie bitte abschließend Ihre Bewertung ab, indem Sie oben auf die Sterne (=3-5 Sterne) klicken, wenn Sie keine Nachfragen ("Dem Experten antworten") haben.
Sie können nach Ihrer jetzigen Bewertung jederzeit und beliebig oft nachfragen!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

ra-huettemann und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Monaten.
Sehr geehrter Herr Hüttemann,herzlichen Dank für Ihre prompte Antwort.Ich war immer der Meinung das ich bereits ein Lärmprotokoll angeben muss, um etwas zu erwirken - so entnahm ich es jeweils den Recherchen im Internet.Ihnen einen schönen Pfingstsonntag.Herzliche Grüße,S. Benneker

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Das ist nicht zwingend, denn Sie können die permanenten Lärmbelästigung acuh anhand der Zeugenaussagen der Eigentümerin problemlos unter Beweis stellen.

Ich wünsche Ihnen ebenfalls ein schönes Pflingstfest!

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt