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RARobertWeber
RARobertWeber, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 3379
Erfahrung:  Zweites juristisches Staatsexamen
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Guten Abend, ich habe eine Frage zum Mietrecht. Im September

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend,

ich habe eine Frage zum Mietrecht. Im September 2012 habe ich eine kleine Einzimmerwohnung in einem alten Bauernhaus bezogen. Das Haus war zwar alt, machte aber einen gepflegten Eindruck. Bereits ein paar Tage nach dem Einzug fiel mir ein feuchter, unangenehmer Geruch auf, von dem mir Freunde berichteten, dass er „typisch nach Schimmel“ rieche. Ich hatte bislang keine Erfahrung mit Schimmel und die typischen Flecken waren auch nicht zu sehen.

Im November, also nur zwei Monate nach meinem Einzug, begann die Wand in der Küche pechschwarz zu werden. Klarer Fall von Schimmel. Die Vermieter waren einigermaßen kooperativ, belehrten mich wieder und wieder über richtiges Heizen und Lüften, und behoben den Schaden meines Erachtens mit der nötigen Sorgfalt. Die Innenwand wurde abgetragen, eine Dämmung eingebaut und verputzt. Ich hatte den Eindruck, dass die Vermieter mir die Schuld am Befall gaben (O-Ton: „Hier hat es noch nie Schimmel gehabt“), aber da sie sich kümmerten, verwies ich nur mit wenig Nachdruck darauf, dass der Befall vermutlich schon vor meinem Einzug existierte.

Trotz Beseitigung des Schimmels an zwei Wänden konnte ich den Schimmelgeruch nicht aus der Wohnung bekommen. Meine Kleidung, meine Möbel, meine Bücher, einfach an allem haftete dieser feuchte Geruch. Deshalb entschloss ich mich, nach genau 12 Monaten wieder aus der Wohnung auszuziehen. Gesagt getan, ich kündigte fristgerecht, zog aus und Übergab die Wohnung in einem einigermaßen guten Zustand. Einigermaßen deshalb, weil sich heraus stellte, dass sich hinter dem Bett auch kleine Schimmelflecken abzuzeichnen begannen. Der Vermieterin schien das egal zu sein und sie entließ mich aus dem Mietverhältnis mit den Worten „Alles ok“.

Nun zu meinem Problem: Die Vermieterin versprach mir beim Auszug, die Kaution zeitnah zurück zu überweisen. Dies geschah jedoch nicht. Auf mehrmaliges nachfragen versicherte sie mir jedes Mal, sie werde sich darum kümmern. In der vergangenen Woche, also fünf Monate nach meinem Auszug, eröffnete mir meine ehemalige Vermieterin, dass sie die Kaution nun doch einbehalten werde, weil sie mich an den Kosten für die Renovierung der vom Schimmel befallenen Wand beteiligen möchte.

Nun habe ich zwei Fragen: Ist dies Rechtens? Und, falls dies nicht Rechtens ist, wie kann ich die Kaution wieder einfordern?

Falls dies wichtig sein sollte: Es gab kein Wohnungsübergabeprotokoll. Weder beim Ein- noch beim Auszug. Der Schimmelschaden wurde weder von mir dokumentiert, noch vom Vermieter. Es existieren leider keine Fotos davon.

Vielen Dank XXXXX XXXXX Auskunft!
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

die Vermieterin kann die Kaution nur einbehalten, wenn sie beweisen kann, dass Sie den Schimmelbefall verschuldet haben. Wenn sie das nicht beweisen kann, muß sie Ihnen die Kaution ausbezahlen. Ohne ein Übergabeprotokoll und angesichts des Sachverhaltes wird es für die Vermieterin schwierig bis unmöglich, Ihre Schuld zu beweisen, so dass sie die Kaution dann zurückzahlen muß.

Die Kaution ist spätestens sechs Monate nach Ende des Mietvertrages abrechnungsreif, d.h. dann haben Sie einen Anspruch auf Abrechnung über die Kaution und die Auszahlung des aus der Abrechnung entstehenden Saldos.

Daher empfehle ich, spätestens in einem Monat der Vermieterin eine Frist (14 Tage) zur Abrechnung und Rückzahlung der Kaution zu setzen.

Bitte stellen Sie solange Nach- und/oder Verständnisfragen, bis Sie zufrieden sind. Es ist nicht notwendig, die Antwort mit "Habe Rückfragen" zu bewerten, es reicht aus, die Rückfragen einfach zu stellen.

Wenn Sie keine Nach-/Verständnisfragen mehr haben und mit der Antwort zufrieden sind, bitte ich um eine positive Bewertung, um die Vergütung zu ermöglichen.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.
RARobertWeber und 2 weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Super, Vielen Dank für Ihre Antwort! Ich hatte es mir beinahe schon so gedacht. Eine abschließende Frage noch: Was bedeutet "Abrechnung über die Kaution"? Verstehe ich Sie richtig, dass die Vermieterin mir eine Rechnung ausstellen muss, wenn sie die Kaution (oder einen Teil davon) einbehalten möchte?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

das ist korrekt. Die Vermieterin muß eine transparente und nachvollziehbare Abrechnung übersenden. Auf Anforderung muß sie die eventuell angeführten Kosten bzw. Rechnungsposten nachweisen.

Bitte stellen Sie solange Nach- und/oder Verständnisfragen, bis Sie zufrieden sind. Es ist nicht notwendig, die Antwort mit "Habe Rückfragen" zu bewerten, es reicht aus, die Rückfragen einfach zu stellen.

Wenn Sie keine Nach-/Verständnisfragen mehr haben und mit der Antwort zufrieden sind, bitte ich um eine positive Bewertung, um die Vergütung zu ermöglichen.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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