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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 30063
Erfahrung:  Vertiefte Kenntnisse im Miet- & WEG-Recht
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, bei mir ist folgendes Problem: ich habe über zwei

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
bei mir ist folgendes Problem:
ich habe über zwei Jahre ein kleines Haus gemietet. In den Lohnnebenkosten waren auch immer schon die Abschlagszahlungen für den Strom drin. Ich hatte somit keine freie Wahl beim Stromanbieter sondern war automatisch beim selben Stromanbieter wie mein Vermieter (Er war gleichzeitig mein Nachbar).
Jetzt bin ich ausgezogen und wollte meine Kation zurück. Die Übergabe ist bereits erfolgt und von seiner Seite aus hieß es zu dem Zeitpunkt, alles wäre ok (habe ich auch schriftlich).
Nach 1 Monat ( Mietende war der 31 Juli) ist meinem alten Vermieter aufgefallen, daß wohl der Stromzähler des Hauses kaputt gegangen ist. Er ist wohl stehen geblieben, wann genau ist nicht nachzuvollziehen. Fakt ist, daß er wohl schon mindestens Ende letzten Jahres stehen geblieben sein muß, da ich dieses Jahr wohl Laut Zählerstand noch keinen Verbrauch hatte.
Leider ist mir das garnicht aufgefallen, daß er stehen geblieben ist, sonst hätte ich es ja gemeldet, weil Strom will ich ja auch nicht klauen.

Jetzt war seine Idee, von der letzten Mieterin einfach den mittleren Stromwert, den Sie monatlich verbraucht hat zu ermitteln und mir diesen dann in Rechnung stellen. Jetzt hatte Sie aber zu zweit in dem Haus gewohnt und ich nur alleine.

Meine Frage, geht das so einfach??
Wie kann denn bitte erechnet werden, wieviel ich genau verbraucht habe? Ich hab ja kein problem nachzuzahlen, aber dann auch nur soviel wie ich defakto verbraucht habe.
Hat er das Recht deshalb meine Kaution einzubehalten?

Besten Dank schonmal
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Nein, das geht so selbstverständlich nicht, denn die nachträgliche Kostenermittlung verstößt gegen klare gesetzliche Vorgaben.

Wie in derartigen Fällen ordnungsgemäß zu verfahren ist, ergibt sich aus § 9 a der Heizkostenverordnung. Nach dessen Absatz 1 gilt bei Gerätedefekt/Geräteausfall:

Kann der anteilige Wärme- oder Warmwasserverbrauch von Nutzern für einen Abrechnungszeitraum wegen Geräteausfalls oder aus anderen zwingenden Gründen nicht ordnungsgemäß erfasst werden, ist er vom Gebäudeeigentümer auf der Grundlage des Verbrauchs der betroffenen Räume in vergleichbaren Zeiträumen oder des Verbrauchs vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum oder des Durchschnittsverbrauchs des Gebäudes oder der Nutzergruppe zu ermitteln. Der so ermittelte anteilige Verbrauch ist bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zu Grunde zu legen.

Das bedeutet, dass der Vermieter hier Ihren bis zu dem Geräteausfall feststellbaren Durchschnittsverbrauch zugrunde zu legen hat. Der Vermieter hat sich also bei der Ermittlung des Verbrauchs daran zu orientieren, was Sie in den Verbrauchsperioden an Strom verbraucht haben, die zeitlich vor dem Geräteausfall liegen - hier also in der Zeit vor Ende letzten Jahres.

Diese Verbrauchsabrechnungen hat er nunmehr zur Grundlage für die rechnerische Ermittlung für die Zeit des Strmzählerausfalles zu nehmen. Keinesfalls aber ist er berechtigt, den Verbrauch der letzten Mieterin heranzuziehen und hieraus den mittleren Strom-/Verbrauchswert zu ermitteln. Vielmehr hat er den mittleren Verbrauchswert Ihrer letzten ordnungsgemäßen Abrechnungen (also vor Geräteausfall) heranzuziehen.

Weisen Sie den Vermieter auf diese klare gesetzliche Vorgabe hin, und verlangen Sie, dass er den Verbrauchswert ordnungsgemäß ermittelt. Teilen Sie mit, dass Sie nur bei ordnungsgemäßer Verbrauchsermittlung Nachzahlung leisten. Kündigen Sie an, dass Sie bei nicht ordnungsgemäßer Verbrauchsermittlung die Zahlungsklage auf Rückzahlung der vollständigen Kaution zum Amtsgericht führen werden.


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Kristian Hüttemann
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Kristian Hüttemann
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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

besten Dank erstmal für die Antwort,


 


also laut meinen Nebenkostenabrechnungen von 2011 und 2012 hat immer eine Differenz des Stromverbrauchs zum Vorjahr bestanden. Ich weiß natürlich nicht ob der Stromzühler im Dezember 2012 oder schon im Sommer 2012 stehengeblieben ist.


 


Mein Vermieter hat einen Stromzähler, welcher den Gesamtverbrauch für beide Häuser ermittelt ( Sein Haus und meins).


 


Er meinte nun, daß er ja letztes Jahr mehr Strom bezahlt hat als die Jahre davor und ich nun die Differenz zahlen sollte.


Aber das geht ja nicht so einfach, weil auch die Strompreise gestiegen sind.


 


Die Nebenkosten meiner Vormieterin waren auch in allen Abrechnungspunkten signifikant hgöher als meine ( Wasser, Strom, Heizung).


 


Laut Ihm bekomm ich nur einen Teil der Kaution wenn ich nicht bezahle.


 


Meinen mittleren Stromverbrauch könnte man wohl nicht ermitteln weil er ja nicht weiß, ab wann der Stromzähler stehen geblieben ist und ob er vorher nicht auch schon falsch gelaufen ist.


 


 

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Nein, die Differenz müssen Sie natürlich nicht zahlen - wie der Vermieter meint. Vielmehr muss der Vermieter Ihren Verbrauch anhand der aussagekräftigen Abrechnungen aus den Vorjahresabrechnungsperioden schätzen - also einen Mittelwert bilden. Er kann Ihnen aber nicht einfach einen Differenzwert aus dem Gesamtverbrauch beider Häuser in Rechnung stellen.

Dass die NK Ihrer Vormieterin in sämtlichen Abrechnungspunkten beträchtlich höher lagen ist erklärlich, da es sich um einen Zweipersonen-Haushalt gehandelt hat. Daher verbietet es sich auch für den Vermieter, deren Durchschnittsverbrauch hier zugrunde zu legen.

Wenn nicht zweifelsfrei zu klären ist, ob der Zähler nicht möglicherweise schon im Sommer 2012 stehen geblieben ist, so sind die davor anfallenden Verbrauchsabrechnungen heranzuziehen.

Ich rate Ihnen daher an, wie eingangs beschrieben vorzugehen und eine Abrechnung auf der Basis der hier erläuterten Rechnungsgrößen einzufordern. Kommt der Vermieter dem nicht nach, so sollten Sie ihn auf Auszahlung der gesamten Kaution in Anspruch nehmen.


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Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
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