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ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
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Erfahrung:  Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

Meine Mutter 91 Jahre lebt in einem Heim und hat meinem Bruder

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Mutter 91 Jahre lebt in einem Heim und hat meinem Bruder über die Gemeine eine Vorsorgevollmacht für finanzielle und rechtsgeschäftliche Angelegenheiten, sowie eine Vorsorgevollmacht für gesundheitliche Angelegenheiten am 31.08 2010 erteilt ohne zu Wissen, was sie unteschrieben hat, zumal ihr der Inhalt nicht vorgelesen wurde. ( in Hessen macht das der Bürgermeister als ( Ortsgerichtsvorsteher ). Ein Vorlesen wie bei einem Notar ist hier anscheinend keine Pflicht. Nachdem sich mein Bruder nicht um die Mutter kümmert, ihr keine Besorgungen ( Wäsche oder unbedingt benötigte Kleider besorgt und sie bei den wenigen Besuchen nur beschimpft ( du kannst ja in den Mein gehen, dann brauch ich dich auch nicht beerdigen ) ist diese 91 jährige Frau mit den Nerven am Ende, zumal er sie jetzt drängt, mit zu einem Anwalt zu gehen, um eine monatliche Betreuungspauschale zu bescheinigen. Letztendlich will meine Mutter nunmehr nur noch in Frieden leben und kann keinerlei Aufregungen mit meinem Bruder
mehr durchstehen. Nachdem bei beiden Vollmachten unter " weitere Regelungen " steht, dass die Vollmachten frei widerruflich sind frage ich an, was in diesem Fall zu tun ist und wie die Vollmachten zu widerrufen wären. Eine Testierung durch einen Anwalt oder Notar kann anscheinend auf Grund des hohen Alters nicht mehr erfolgen.Mit einem gerichtlichen Betreuer wäre meine Mutter einverstanden. Am liebsten wäre es auch meiner Mutter, wenn ich als 2. Sohn die Betreuung übernehmen könnte. Nur, wie ist der Weg. Alle Haus und Bankunterlagen sind im Besitz meines Bruders und wie kommen wir an diese Unterlagen?

Ich freue mich auf Ihre Rückantwort und verbleibe

mit freundlichen grüßen XXXXX XXXXX

Ernst Ludwig
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich gern wie folgt Stellung nehme.

Zunächst einmal gilt, dass die Ihrem erteilten Vollamchten der freien Widerruflichkeit unterliegen. Ihres Mutter steht es daher selbstverständlich frei, die Vollmachten auch wieder zu widerrufen. Dies sollte - schon aus Beweiszwecken - schriftlich geschehen.

Sodann kann Ihre Mutter Ihnen schriftlich neue Vollmacht erteilen. Diese kann sich auf bestimmte Gebiete beschränken - etwa Gesundheitsvorsorge und/oder Regelung finanzieler Angelegenheiten -, es kann sich aber auch um eine Generalvollmacht handeln.

Eine notarielle Beurkundung dieser Vollmacht ist weder gesetzlich vorgeschrieben noch ist sie ansonsten zwingend. Sie empfiehlt sich allerdings dann, wenn der Bevollmächtigte sich gegenüber Behörden, medizinischen Einrichtungen oder Banken legitimieren muss. Dann kommt einer notariell beurkundeten Vollmacht in der Regel der höhere Beweiswert zu.

Sobal Sie bevollmächtigt sind, können Sie von Ihrem Bruder umfassend Rechenschaft verlangen. Er hat Ihnen sämtliche Unterlagen und Urkunden betreffend Haus und Bank auszuliefern. Dieses können Sie im Wiegerungsfall auch gerichtlich durchsetzen.

Soweit Sie bevollmächtigt wären, bedürfte es dann nicht mehr der Einrichtung einer rechtlichen Betreuung nach den §§ 1896 ff. BGB, denn wenn Betreuung ist gegenüber einer erteilten Vorsorgevollmacht stets nachrangig.

Sollten Sie gleichwohl die formale Rechtsstellung als Betreuer vorziehen, so wäre auch dies möglich, denn bei der Einrichtung einer Betreuung ist dem Wunsch der zu betreuenden Person zu entsprechen. Wünscht Ihre Mutter daher Sie als Betreuer, wird das Betreuungsgericht Sie auch als Betreuer einsetzen.



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Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
alles verstanden, aber an wen muss die Kündigung der Vollmachten gehen - an den jetzigen Vollmachtsnehmer ( mein Bruder ) per Einschreiben mit Rückschein und welcher Text- oder aber an den Testierer in diesem Fall den Bürgermeister und Ortsgerichtsvorteher der Gemeinde? Wie reagiert die Bank, wenn meine Mutter ( nach Auskunft eines Notars ) aufgrund ihres alters anscheinend nicht
mehr testierfähig ist ? und könnten Sie einen solchen Fall für den Raum Hanau/Main übernehmen oder aber einen geeigneten RA oder Notar empfehlen?
Richtig, der Widerruf der Vollmachten ist an den Vollmachtnehmer - also an Ihren Bruder - zu richten.

Versenden Sie diesen Widerruf als Einschreiben mit Rückschein, um sich gegen ein mögliches Bestreiten des Zugangs abzusichern. Heben Sie daher den roten Rückschein zu Beweissicherungszwecken gut auf.

Mit erfolgtem Widerruf erlischt sodann die Vollmacht ohne weiteres.

Der Text kann wie folgt gefasst werden:

"Hiermit widerrufe ich....(Daten Ihrer Mutter) die meinem Sohn...(Daten Ihres Bruders) am...(Datum der Ausstellung) erteilte(n) Vollamcht(en) mit sofortiger Wirkung."

Datum Unterschrift Ihrer Mutter


Eine Übersendung des Widerrufs an den Ortsvorsteher ist nicht nötig.

Sie müssen sich hier nicht sorgen: Die Bank ist verpflichtet, die neue Vollmacht zu akzeptieren. Die Bank ist nicht aufgrund von Behauptungen oder Gerüchten berechtigt, die neue Vollmacht zurückzuweisen.

Wenn Sie dies wünschen, kann ich Ihnen einen Rechtsanwalt für Ihren Raum empfehlen. Sie sollten aber zunächst den aufgezeigten Weg beschreiten, und Sie werden sehen, dass man Ihnen keine Schwierigkeiten machen kann.

Sind Sie dennoch unsicher, lassen Sie sich als rechtlicher Betreuer einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
wie und wo kann ich mich als rechtlicher Betreuer einsetzen lassen ? und wie kann und muss ich reagieren, wenn die Bank die Unterschrift meiner Mutter nicht akzeptiert ? und kann einen gegebene Vollmacht meiner Mutter über ihre Konten an meinen Bruder ebenfalls gekündigt werden ? Die Bank jedenfalls akzeptiert nur die Unterschrift meiner Mutter, wenn ich sie bei einem Amtsarzt " vorgeführt "
habe - ist die zulässig ? Auf jeden Fall wäre ich Ihnen verbunden, wenn Sie mir einen Anwalt oder Notar in Hanau benennen könnten.


mfg und schönes Wochenende

Ernst Ludwig
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
,wie und wo kann ich mich als rechtlicher Betreuer einsetzen lassen ? und wie kann und muss ich reagieren, wenn die Bank die Unterschrift meiner Mutter nicht akzeptiert ? und kann einen gegebene Vollmacht meiner Mutter über ihre Konten an meinen Bruder ebenfalls gekündigt werden ? Die Bank jedenfalls akzeptiert nur die Unterschrift meiner Mutter, wenn ich sie bei einem Amtsarzt " vorgeführt "
habe - ist die zulässig ? Auf jeden Fall wäre ich Ihnen verbunden, wenn Sie mir einen Anwalt oder Notar in Hanau benennen könnten.


mfg und schönes Wochenende  

Ernst Ludwig
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Sie können einen Antrag bei dem örtlich zuständigen Amtsgericht auf Einrichtung einer rechtlichen Betreuung stellen. Hierzu sollten Sie sich persönlich zu dem Amtsgericht begeben. Suchen Sie dort die Rechtsantragsstelle/Geschäftstelle auf. Dort wird man Ihnen weiterhelfen und Ihren Antrag zu Protokoll nehmen.

Die Bank muss die Unterschrift akzeptieren. Weigert sie sich, handelt sie rechtswidrig, ud Sie sollten dann einen Wechsel der Bank erwägen.

Die Behauptung der Bank, Sie müssten Ihre Mutter bei einem "Amtsarzt" vorführen ist völlig absurd und unverschämt! Die Bank hat dies gar nicht zu interessieren. Wenn Sie in der Vollmacht als neuer Bevollmächtigter stehen, hat die Bank das hinzunehmen. Tut sie es nicht, sollten Sie sich bei dem Vorstand beschweren oder aber die Bank wechseln. Weisen Sie derartige Bemerkungen von vornherein und mit Nachdruck zurück.

In Hanau kann ich Ihnen den Kollegen Hofmann mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Betreuungsrecht empfehlen:

http://www.experten-branchenbuch.de/rechtsanwalt/mike-hofmann-hanau

Eebenfalls empfehlen kann ich den Kollegn Böttcher in Hanau:

http://www.anwalt.de/boettcher-kollegen


Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Miet- & WEG-Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.