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Rechtsanwalt Krüger
Rechtsanwalt Krüger, Rechtsanwalt
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Zufriedene Kunden: 4664
Erfahrung:  Langjährige Praxis im Miet- & WEG-Recht
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Rechtsanwalt Krüger ist jetzt online.

In der Wohnung meiner Tochter gibt es eine Kalt- und Warmwasseruhr.

Kundenfrage

In der Wohnung meiner Tochter gibt es eine Kalt- und Warmwasseruhr. Die Kaltwasseruhr ist defekt und bewegt sich nicht. Darf der Kaltwasserverbrauch über die reine qm-Wohnfläche abgerechnet werden? Da dies eine Wohnung mit Komplettschräge ist, ist die Bodenfläche nämlich groß! Die tatsächlichen qm sind nirgendwo im Mietvertrag angegeben. Freue mich über eine Antwort
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Miet- & WEG-Recht
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 7 Jahren.

Besten Dank für Ihre Frage, zu der ich aufgrund Ihrer Schilderung gerne informatorisch Auskunft gebe wie folgt.

Wenn es keine Wasseruhr gibt, ist eine Umlage des Wasserverbrauchs nach Wohnfläche üblich. Bevor der Vermieter nach Wohnfläche umlegt, muss er diese aber ersteinmal ermitteln.

Bei der Wohnfläche werden nur tatsächlich nutzbare Raumabschnitte berücksichtigt. So gibt es Besonderheiten bei der Berechnung der Wohnfläche, wenn die Wohnung Dachschrägen hat.

Gar nicht berücksichtigt werden Raumabschnitte unter einem Meter Höhe. Zu 100% berücksichtigt werden Raumabschnitte mit Raumhöhen von mindestens 2 Meter. Liegt die Höhe zwischen einem und zwei Metern ist die Fläche mit 50% zu berücksichtigen.

Ich habe einen Link für Sie herausgesucht, der die Wohnflächenberechnung darstellt:

http://www.quadratmeter-rechner.de/fragen-antworten/berechnung-der-wohnflache-bei-dachschragen-dachschrage/

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Die Antwort ist für mich nicht hilfreich, da es für mich ungewöhnlich ist, dass nach qm abgerechnet wird. Es können auf 35 qm 1 Person mit Wasserverbrauch wohnen, aber auch 4 Personen mit Wasserverbrauch. Man kann doch nicht alleine an der qm der Wohnfläche dies festmachen.
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 7 Jahren.

Danke für Ihren Nachtrag.

Umlegen kann der Vermieter die Nebenkosten z.B. nach Verbrauch, Wohnfläche, Personenzahl oder auch pauschal. Dabei ist entscheidend, was vereinbart ist. Ist nichts vereinbart, ist die Umlage über Wohnfläche statthaft.

In § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB heißt es:

Haben die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen.

In § 3 BetrKostUV - Kosten der Wasserversorgung und Entwässerung - heißt es:

(1) Bei der Berechnung der Umlage für die Kosten der Wasserversorgung und der Entwässerung sind zunächst die Kosten des Wasserverbrauchs abzuziehen, der nicht mit der üblichen Benutzung der Wohnungen zusammenhängt.

 

(2) Die verbleibenden Kosten dürfen

1. nach dem Verhältnis der Wohnflächen oder

2. nach einem Maßstab, der dem unterschiedlichen Wasserverbrauch Rechnung trägt,

umgelegt werden. Wird der Wasserverbrauch, der mit der üblichen Benutzung der Wohnungen zusammenhängt, für alle Wohnungen eines Gebäudes durch Wasserzähler erfasst, sind die auf die Wohnungen entfallenden Kosten nach dem erfassten unterschiedlichen Wasserverbrauch der Wohnparteien umzulegen.

 

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ja, grundsätzlich verstehe ich ja was Sie schreiben. Nur kann ich nicht nachvollziehen, dass die Wohnungen (insgesamt 19 Wohnungen) mit Wasseruhren sowohl für Kalt- wie für Warmwasser ausgerüstet sind. Die kaputte Kalt-Wasseruhr aber nicht ersetzt werden soll und stattdessen die qm-Umlage zu Rate gezogen werden soll. Das hat doch nichts mehr mit korrekter Ableseumlage zu tun. Es gibt doch auch ein Eichgesetz und die Anforderung an einen Vermieter diese Uhren auch funktionstüchtig bzw. auswertbar zu halten.
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 7 Jahren.

Es gibt keine Pflicht für den Vermieter, eine Wasseruhr für Kaltwasser einzubauen, also auch keine, eine vorhandene funktionstüchtig zu halten, wenn es nicht vertraglich vereinbart ist.

Lediglich beim Warmwasser gibt es eine Regelung in § 5 HeizKostenVerordnung, dass Warmwasserzähler oder andere geeignete Ausstattungen zu verwenden sind.

Falls eine unangemessene Benachteiligung Ihrer Tochter vorliegt, könnte eventuell eine Anspruch auf Anpassung des Anteils Ihrer Tochter gegeben sein. Diese Benachteiligung müsste aber in einem etwaigen Rechtsstreit bewiesen werden.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Wenn die angegebenen 30 qm Wohnfläche nun grob die Grundfläche der Wohnung sind und gut 2/3 der Wohnfläche deutlich < 2,00 m sind, wie weise ich dem Vermieter denn nun nach dass es nun keine 30 qm nach ordnungsgemäßer Berechnung sind? Auf mehrfacher Nachfrage beim Vermieter gib es keine Wohnraumplan mit Angabe der Höhen der Zimmer und der Grundfläche. Nachgemessen haben wir selbst und daraus einen Plan gemacht. Wird der denn dann anerkannt?
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 7 Jahren.

Wenn der Vermieter eine Umlage nach Wohnfläche vornimmt, dann sollte er den Nachweis über die zu berücksichtigende Wohnfläche erbringen.

Sie sollten ihm Ihre Berechnungen zukommen lassen und um eine Stellungnahme bitten, falls die Wohnflächenberechnung des Vermieters abweicht. Er müsste dann eine geänderte Nebenkostenabrechnung erstellen und Ihrer Tochter zukommen lassen.

In diesem Zusammenhang könnten Sie Ihren Vermieter auch auf den Kaltwasserzähler ansprechen. Auch wenn im Mietvertrag möglicherweise der Kaltwasserzähler keine Erwähnung findet, so könnte man argumentieren, dass Ihre Tochter bei Bezug der Wohnung davon ausgegangen ist, dass der Zähler funktioniert, also auch eine Abrechnung nach Verbrauch erfolgen wird.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Muss man denn nicht bei der Anmietung der Wohnung und entsprechend bei der nachfolgenden Nebenkostenermittlung davon ausgehen: Es ist ein funktionsfähiger Kalt- und ein Warmwasserzähler vorhanden, so dass dies dann auch als Abrechnungsmaßstab eingesetzt wird. Ansonsten könnte ich ja überall Dummies hinsetzen und behaupten, dass ich sie nach Gesetzeslage gar nicht gebrauche. Irgend- wie verstehe ich z. Zt. gar nichts mehr. Der Mieter wird über den Tisch gezogen und darf noch nicht einmal schreien.
Experte:  Rechtsanwalt Krüger hat geantwortet vor 7 Jahren.

Wenn ein Kaltwasserzähler vorhanden ist, dann könnte davon ausgegangen werden, dass dieser funktioniert. Aber da er nun tatsächlich nicht funktioniert, kann der Verbrauch nicht ermittelt werden. Es kann aber darauf gedrängt werden, dass er instandgesetzt wird.

Es muss aber nicht unbedingt der Fall sein, dass die Abrechnung nach Verbrauch günstiger für Ihre Tochter wäre und wenn doch, um wieviel Euro es denn dabei geht.