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StB Rösner
StB Rösner, Steuerberater
Kategorie: Mehrwertsteuer
Zufriedene Kunden: 289
Erfahrung:  Diplom-Kaufmann
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Ich bin Selbstständig. Ist es richtig, dass ich nur bei Verkäufen

Kundenfrage

Ich bin Selbstständig.
Ist es richtig, dass ich nur bei Verkäufen innerhalb Deutschlands die MwSt auf die Rechung schreiben muss? Oder auch innerhalb der EU? Bei Verkäufen in Drittländer muss ich das nicht machen?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Mehrwertsteuer
Experte:  StB Rösner hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

umsatzsteuerliche Fragen hängen von vielen Details ab. Deshalb kann ich Ihre allgemeine Frage nur grundsätzlich beantworten:

1.

Wenn Sie eine umsatzsteuerpflichtige Lieferung ausführen, ist es irrelevant, ob Sie überhaupt eine Rechnung stellen. Der Umsatz unterliegt der Umsatzsteuer, wobei die Umsatzsteuer aus dem Bruttobetrag herauszurechnen ist. Wenn Sie also z.B. keine Rechnung schreiben, der Kunde Ihnen aber 100 Euro überweist, dann beträgt die abzuführende Regel-Umsatzsteuer: 100 / 119 x 19 = 15,97 Euro.

Wenn Sie eine Rechnung schreiben, was der Normalfall ist, dann sollten Sie auch die Umsatzsteuer gesondert ausweisen und nicht nur 100 Euro. Der Empfänger will ja "vielleicht" die Vorsteuer abziehen und das geht nur, wenn Ihre Rechnung alle notwendigen Angaben enthält.

2.

Lieferungen in andere EU-Staaten können, wenn die Voraussetzungen, insbesondere die buchmäßigen Voraussetzungen, erfüllt sind, steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen sein. Insbesondere geht das aber nur, wenn der Empfänger auch Unternehmer ist und dies mit seiner Umsatzsteuer-ID nachweist.

Dann schreiben Sie auf die Rechnung: "Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung" und stellen nur den Nettobetrag, im Beispiel also 84,03 Euro in Rechnung.

3.

Bei Lieferungen in Drittländer muss grundsätzlich geprüft werden, wo nach dem Umsatzsteuergesetz der Ort der Lieferung ist. Befindet sich dieser in Deutschland, ist die Lieferung umsatzsteuerpflichtig. Dann müssen Sie den Betrag zuzüglich Umsatzsteuer verlangen, wenn Sie keinen Nachteil erleiden wollen. Dann schreiben Sie auch eine Rechnung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis.

Befindet sich nach dem Umsatzsteuergesetz der Ort der Lieferung nicht in Deutschland, fällt zumindest keine deutsche Umsatzsteuer an. Dann könnte aber die ausländische Umsatzsteuer anfallen.

Diese Entscheidung steht und fällt mit den Verhältnissen im Einzelfall und ist auch abhängig davon, wie die Lieferung ausgeführt wird. Eine allgemeine Aussage lässt sich nicht treffen.

Ich empfehle Ihnen, sich einmalig von einem Steuerberater vor Ort hinsichtlich Ihrer konkreten Liefergeschäfte beraten lassen, damit Sie in der Folge richtig handeln.

Denn bei der Umsatzsteuer kumulieren sich Fehler über einen längeren Zeitraum und die böse Überraschung kommt dann hinterher.

Bitte handeln Sie nicht einfach nur aufgrund meiner obigen allgemeinen Ausführungen. Denn das geht bei der Umsatzsteuer mit Sicherheit schief.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie Ihre Buchführung von einem Steuerberater ausführen lassen. Dann unterliegt Ihre Buchführung einer fortwährenden Kontrolle und Sie können sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren.

Mit freundlichen Grüßen

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Zu Punkt 2.
Wenn der Empfänger kein Unternehmen ist sondern eine Privatperson- dann muss ich also keine Umsatzsteuer auf die Rechung schreiben?
Experte:  StB Rösner hat geantwortet vor 7 Jahren.

Zu Punkt 2:

Wenn der Empänger eine Privatperson ist und der Ort der Lieferung sich in Deutschland befindet, dann fällt deutsche Umsatzsteuer an.

Sie brauchen diese aber nicht unbedingt in der Rechnung ausweisen, denn der Empfänger kann dann mit der Umsatzsteuer eh nichts anfangen, weil er kein Unternehmer ist.

Der Empfänger wird wohl auch keine berichtigte Rechnung von Ihnen anfordern.

Wenn Sie also 100 Euro vereinbart haben, dann können Sie bei einem Privatkunden einfach 100 Euro in Rechnung stellen. Ob Sie aus den 100 Euro Umsatzsteuer abführen müssen, ist eine andere Frage.

Es empfiehlt sich aber, bei umsatzsteuerpflichtigen Lieferungen die Umsatzsteuer auszuweisen - schon aus Transparenzgründen gegenüber dem Kunden.

Aber - wie gesagt - die Umsatzsteuer ist ein heißes Eisen. Deshalb empfiehlt es sich für den steuerlich Unerfahrenen einen Steuerberater vor Ort zu beauftragen.

Auch ich muss mir bei der Umsatzsteuer die Sachverhalte jeweils einzeln anschauen. Pauschale Auskünfte über Steuerpflicht oder keine Steuerpflicht sind selten zielführend.

Experte:  StB Rösner hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben sich meine Antwort angesehen, die Frage aber nicht als "beantwortet" gekennzeichnet.

Ich denke, dass ich für den Einstieg ausreichend auf Ihre Fragen eingegangen bin. Mehr ist online nicht möglich, dafür ist die Materie zu komplex. Deshalb ja auch meine Empfehlung, in der Folge jetzt einen Steuerberater vor Ort zu konsultieren.

Mit freundlichen Grüßen

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