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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 4878
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
59970358
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Hautaerztin ist jetzt online.

Hallo, ich arbeite in einem großem Milchviehbetrieb, habe

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo , ich arbeite in einem großem Milchviehbetrieb , habe seit Jahren sehr große Beschwerden , wenn dass Güllerührwerk läuft , durch das Einatmen der Gülleschadgase , die durch das Rühren der Gülle entstehen . Mein Arbeitgeber weiß das , doch er läßt alles so und weigert sich auch , mit mir darüber zu sprechen . Ich habe sehr heftige Magenkrämpfe und Schwindelgefühl , sowie Muskelschmerzen in den Armen im Rücken , Schmerzen auch im Unterleib . Ich weiß nicht weiter , sobald ich da raus bin , oder die Gülle nicht mehr gerührt wird , sind die Beschwerden auch weg . Aber das Problem dabei ist , dass sich das Rühren der Gülle über Stunden hinzieht . Ich bin fertig und am Ende , mir wird mit Konsequenzen gedroht und und und , weil ich mich nicht damit einverstanden erkläre , das so hinzunehmen . Was kann ich tun jetzt am Wochenende, bin gerade heim von der Schicht . ??
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): Ich bin 59 Jahre und weiblich , nehme Schmerzmittel Diclofenac gegen die Schmerzen in Armen und Schultern .
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Fragesteller(in): Nein

Guten Tag,

ich bin Hautärztin mit langjähriger Erfahrung und möchte Ihnen weiterhelfen. Das ist ein Thema, das mit Allergien, Unverträglichkeiten und möglicherweise Vergiftungen/Intoxikationen zu tun hat. Dazu muss eine Meldung an die Berufsgenossenschaft gemacht werden. Dies ist eine Art Versicherung für Erkrankungen, die durch die berufliche Tätigkeit entstehen. Hautärzte und Pulmologen (Lungenfachärzte) melden Erkrankungen, die mit diesem Bereich zu tun haben, an die Berufsgenossenschaft. Zuvor wird entsprechende Diagnostik gemacht. Dazu können auch Allergietestungen und Belastungstestungen gehören. Belastungstestung bedeutet, dass ein Arzt protokolliert, wie Sie auf die Gülleschaudgase reagieren. Die Berufsgenossenschaft ist dafür zuständig, dass Sie einen Arbeitsplatz erhalten, an dem Sie keine Beschwerden haben. Manchmal geht das durch Schutzmaßnahmen zu erreichen, manchmal durch Umsetzungen, manchmal auch durch Umschulung.

Das Verhalten Ihres Arbeitgebers ist nicht akzeptabel. Gibt es an Ihrem Arbeitsplatz einen Betriebsarzt? Diesem können Sie das auch melden. Der normale Weg ist, dass man sich krankschreiben lässt, wenn die Beschwerden nicht zu ertragen sind.

Weiter im nächsten Kästchen.

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ich habe das allerschönste mehrmals bei der betrieblichen Reihenuntersuchung dem Betriebsarzt geschildert , der versteht das auch nicht , warum nichts unternommen wird , hat aber selber auch nichts getan um sich mal zu informieren. Der Berufsgenossenschaft müßte das auch schon bekannt sein , da ich in der jährlichen Arbeitsschutzbelehrung darauf hingewiesen habe . Die Kollegin gab mir den Rat , mit dem Chef darüber zureden . Aber das tue ich doch seit vielen Jahren ! Es ist eine Situation, wo ich jetzt so massiv bedroht werde und mir eine Abmahnung in Aussicht gestellt wurde , wenn ichmich weiterhin so uneinsichtig zeige . Ich weiß , das hört sich nach größeren Problemen an , ich will einfach nur wissen , kann ich morgen zu einem Arzt gehen , sollte es wieder zu der Problematik kommen oder werde ich da auch nicht ernst genommen ?

Das ist die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft:

https://www.svlfg.de/

https://www.svlfg.de/beitrag-lbg

https://www.svlfg.de/berufsgenossenschaft-leistungen

https://www.svlfg.de/leistungen-der-unfallversicherung Sie können sich hier durchklicken zu allem, was zum Thema Berufskrankheit zu finden ist.

Hier ein Artikel zum Thema Gülle als Gefahrenstoff:

https://www.komnet.nrw.de/_sitetools/dialog/5295

Zitat:

"Zusammenfassend ist Gülle also unabhängig vom tatsächlichen Gehalt an gefährlichen Stoffen als ein Gefahrstoff im Sinne der GefStoffV einzustufen. Vor der Aufnahme von Tätigkeiten mit Gülle ist nach § 7 GefStoffV eine Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber vorgeschrieben. Anschließend sind nach §§ 8 bis 11 Schutzmaßnahmen gegenüber den toxischen Wirkungen und nach § 12 auch gegenüber den chemisch-physikalischen Wirkungen einschließlich Brand- und Explosionsgefahren festzulegen. Auf vergleichbare Weise ist auch nach BioStoffV eine Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen gegenüber den infektiösen, sensibilisierenden und toxischen Wirkungen der enthaltenen Mikroorganismen notwendig. Diese geschilderten Vorgehensweisen sind auch für Tätigkeiten mit anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie z. B. Faulgas, Klärschlamm, Biogas und Kuhmist, erforderlich."

Es geht also einerseits darum, dass Gülle ein Gefahrenstoff ist. Andererseits auch darum, dass bei Entwicklung von Unverträglichkeiten und Allergien die individuellen Reaktionen des Immunsystems eine Rolle spielen. Deswegen reagieren Menschen unterschiedlich auf Gülle. Bei Ihnen ist es offenbar nicht mehr verträglich. Die Tatsache, dass die Beschwerden aufhören, wenn Sie nicht an Ihrem Arbeitsplatz sind, ist schon der erste Nachweis für den Zusammenhang.

Bei Ihnen legen sich die Beschwerden offenbar vorwiegend auf die Muskeln. Das wird sicherlich dazu führen, dass Sie auch beim Rheumatologen vorstellig werden. Fangen Sie aber bitte beim Pulmologen an, da Sie ja die Gase einatmen.

Sie können bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nachfragen, ob man Ihnen in Ihrer näheren Umgebung Ärzte nennen kann, die auf Berufskrankheiten spezialisiert sind.

Weiter im nächsten Kästchen. Jetzt kommt Ihr Beitrag. Ich schreibe dazu gleich mehr.

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ich bin Ihnen so dankbar , endlich sagt mal jemand , dass das Problem individuell gelagert sein kann . Mir wird immer vorgehalten , dass sich keinanderer Mitarbeiter über derartige Beschwerden geäußert hätte und ich wollte mich nur wichtig machen oder wäre ein Querolant .

Es ist allerhöchste Zeit, dass Sie sich krankschreiben lassen, bis die Sache weiter geklärt ist. Wenn der Betriebsarzt nicht versteht, warum nichts unternommen wird, heißt das, dass etwas unternommen werden müsste. In vielen Betrieben kommt es leider vor, dass die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden. In dem Artikel, den ich Ihnen verlinkt habe (komnet) ist einiges dazu geschrieben. Es muss eine Behörde geben, der man das melden kann und die man beauftragt nachzuprüfen, ob die Schutzmaßnahmen eingehalten werden oder nicht. Auch die Berufsgenossenschaft macht solche Dinge. Wenn Sie krank sind und ein sog. BG Fall werden, kann es dazu kommen, da die BG eine Arbeitsplatzbegehung macht.

Ihr Arbeitgeber versucht mit Drohungen und Einschüchterung zu arbeiten. Verstehen Sie bitte, dass Sie dort nichts erreichen werden. Es ist an Ihnen, zu Ihrer eigenen Sicherheit sich dort hinaus zu begeben und woanders Hilfe zu holen. Dies hat möglicherweise schon die Dimension von Mobbing. ? Deswegen kann es gut sein, dass nicht nur von pulmologischer, sondern auch von Seiten der Psychosomatik/Psychotherapie auf Sie eingegangen und einiges beigetragen werden kann.

Wenn Sie sich an die Ärzte außerhalb des Betriebes wenden, dann kann etwas in Gang kommen, was Sie auf den richtigen Weg bringt. Wenn Sie länger krankgeschrieben sind, dann werden die Versicherungen etc. aufmerksam. Die Ärzte berichten dann, was bei Ihnen Sache ist. Es muss Diagnostik erfolgen, vielleicht psychotherapeutische Begleitung.

Wenn sich dann abzeichnet, dass Sie an diesen Arbeitsplatz nicht zurückkehren können, werden Sie wahrscheinlich noch zur Reha geschickt, damit man klärt, wie es am besten weitergehen kann. Während der Reha sind wiederum mehrere Ärzte da, die Sie einige Wochen beobachten, mit Ihnen ausführlich sprechen und dann eine Beurteilung abgeben.

Jetzt kommt Ihr Beitrag: es ist genauso, dass es individuelle gesundheitliche Probleme immunbedingt / allergiebedingt / toxisch geben kann. Wer Sie dann als Querulant bezeichnet, hat wirklich medizinisch keinen Sachverstand. Ein Arbeitgeber sollte sich mit solchen Urteilen zurückhalten. Da Sie das offenbar schon lange zu hörn bekommen, denke ich, dass es Sie psychisch inzwischen so beeinträchtigt hat, dass ein Termin beim Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie sinnvoll ist. Sie verlieren ja immer mehr Ihr Selbstbewusstsein, Ihren Selbstwert und die Fähigkeit sich zu wehren. Das ist dringend notwendig. Solche Probleme können auch körperliche Erkrankungen zusätzlich verschlechtern.

Informieren Sie sich bitte auch arbeitsrechtlich, was ein Arbeitgeber darf und was nicht. Das wird Ihr Selbstbewußtsein stärken.

Bei schwereren Problemen kann eine Krankschreibung bis zu 78 Wochen dauern. In dieser Zeit sollten die Verfahren (über die BG und über die Rentenversicherung (das sind zwei mögliche Schienen, auf denen das laufen kann, durchaus auch parallel) abgeschlossen sein, bevor Sie ausgesteuert werden.

Ähnliche Themen können übrigens in der Abfallwirtschaft auftreten, wo Speisereste entsorgt werden, die faulig und vergoren sind. Sie können in der Richtung gerne etwas googeln.

Unter den Berufserkrankungen ist das schon ein eher seltenes Thema. Aber Sie sind sicherlich nicht die einzige.

Ich rate Ihnen sehr, dass Sie sich aus der Gefahrenzone heraus begeben. Die Einflüsse auf Ihren Stoffwechsel können schädlich sein, und das kann sich weiter verstärken.

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Das Geld ist zwar bei Ihnen abgezogen, jedoch kommt die Hälfte davon erst bei den Experten durch eine Bewertung an. Es handelt sich um einen Verwaltungsvorgang, der Ihnen keine Kosten verursacht.

Vielen Dank.

Alles Gute für Sie !

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Hautaerztin und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Ich danke ***** ***** sehr ! Ich bin wirklich verzweifelt und nun weiß ich , dass ich nicht paranoid bin . Danke für Ihre ausführliche Antwort!

Sehr gute Antwort !!! Danke für das Feedback. Daran sehe ich, dass Sie wirklich psychisch schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen sind durch die Umgangsweise des Arbeitgebers mit Ihnen. Ab heute werden Sie besser für sich selbst sorgen. Von meiner Seite sehr gern geschehen. Bleiben Sie konsequent. MFG