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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 35168
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Laut STIKO-Empfehlung gibt es für den Impfstoff AstraZeneca

Diese Antwort wurde bewertet:

Laut STIKO-Empfehlung gibt es für den Impfstoff AstraZeneca nur die altersbedingte Einschränkung (in Deutschland keine Personen unter 60 J.). Es gibt keine Empfehlung für die Vorgehensweise für Patienten mit angeborenen Blutgerinnungsstörungen (z.B. Faktor-V) und erhöhtem Thromboserisiko
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Erst einmal guten Morgen ich habe nicht gewusst, dass das Drücken der Enter-Taste "Absenden" bedeutet. Laut STIKO-Empfehlung gibt es für den Impfstoff AstraZeneca nur die altersbedingte Einschränkung (in Deutschland keine Personen unter 60 J.). Es gibt keine Empfehlung für die Vorgehensweise für Patienten mit angeborenen Blutgerinnungsstörungen (z.B. Faktor-V) und erhöhtem Thromboserisiko. Patienten kommen immer wieder in die Impfzentren mit Bescheinigungen, dass eine Blutgerinnungsstörung vorliegt und daher kein AstraZeneca verabreicht werden darf, der Patient darf nur BionTech bekommen oder vom Onkologen wegen möglicher paraneoplastischer Symptome dürfe der Patient kein AstraZeneca bekommen sondern nur BionTech. Ich finde allerdings keinerlei Hinweise (insbesondere von der STIKO oder vom RKI) die eine solche Empfehlung von Gerinnungsexperten oder Onkologen untermauern würde. Gibt es irgendwo solche Hinweise von seriösen Quellen? Vielen Dank ***** ***** Michael Vieth
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Ich verstehe Ihre Frage nicht. Vielleicht zur Ergänzung: ich bin Internist und Impfarzt u.a. in Duisburg. Wir werden ständig konfrontiert mit oben angegebenen Bescheinigung und die Leitung empfiehlt uns die "Gefälligkeitsbescheinigungen von Onkologen, auch von Unikliniken" zu ignorieren, nicht auf BioTech umzuschwenken. Ich suche daher nach seriöser Argumentationshilfe, falls es die gibt oder nach einer Aussage von seriöser Seite, dass AstraZeneca auch bei Blutgerinngunsstörungen oder onkologischen Patienten gegeben werden darf. Michael Vieth

Guten Tag,

Ich bin Dr. Gehring, Ärztin für Innere- und Allgemeinmedizin mit 38 Jahren (notfall-)medizinischer Erfahrung. Gerne berate ich Sie heute.

Die Erklärung ist ganz einfach: Diese Atteste sind unsinnig, weil bei diesen Patienten keine erhöhte Gefährdung besteht, und weil die thromboembolischen Komplikationen nach Impfung auf einem ganz anderen Weg entstehen als die bei Paraneoplasie oder Gerinnungsstörungen.

Alle SV- Patienten nach Impfung mit AZ erlitten ein der HIT vergleichbares Syndrom (HIT mimicking disorder), also eine thromboseinduzierende Thrombozytopenie durch IgG- Antikörpern, die sich gegen den Plättchenfaktor4/Polyanion- Heparin- Antigenkomplex richten. Hierzu bedarf es einer vorherigen Exposition mit Polyanion, z. B. durch Oberflächen von Bakterien oder Nukleinsäuren.

Es ist vorstellbar, dass im AstraZeneca- Serum eine polyanionische Struktur enthalten ist, die bei ganz wenigen Menschen die Bildung von Autoimmun- Antikörpern induziert, die sich dann gegen den Komplex aus diesem Polyanion und dem PF4 richten. Die Bindung der AK an diesen Komplex löst eine Thrombozytenaktivierung aus, so dass es zu einer Verbrauchskoagulopathie mit Entwicklung von Sinusvenenthrombosen und anschließender Thrombozytopenie kommt.

Es bleiben ein paar Fragen: Welche Struktur genau induziert diese AK- Bildung, und kann man den Impfstoff so verändern, dass das ausbleibt? Gibt es Co- Faktoren (Medikamente, Hormone, Vorerkrankungen) die diesen Mechanismus begünstigen? Was genau ist dieses Polyanion? Ist es eine Struktur (ein Epitop) des Spikeproteins selber, oder eine Kombination aus dieser und einem unbekannten Faktor im Impfstoff selbst?

Klar aber ist, dass wir uns höchstens Sorgen um PatientInnen mit HIT in der Vorgeschichte machen müssen, aber nicht um die, die Ihnen die Atteste bringen.

Ich kürz das für meine PatientInnen (und die im Impfzentrum, das ich mitbetreue) so ab, dass es hier um eine seltene immunologische Antigen- Antikörperreaktion, vergleichbar mit einer Allergie, handelt, und nichts mit den Vorerkrankungen zu tun hat. Wenn man dann noch die Neuritiden von BioNTec nochmal erwähnt (habe ich schon gesehen!) und die derzeitige Myokarditisfallzahl in Israel, ist den Leuten zumindest klar, dass es hier nicht nur das "böse" AZ und das "gute" BioNTec gibt!

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Falls etwas unklar geblieben ist, stehe ich über den Button „Experten antworten" zur Verfügung. Über eine positive Bewertung Ihrerseits (Anklicken von 3-5 Bewertungssternen ) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen, denn nur dann erhalte ich einen Teil Ihres angezahlten Honorars für meine Hilfe. Ich wünsche Ihnen das Allerbeste!

Dr. Gehring und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.