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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 451
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Meine Tochter (9 Jahre). Berichtet seit heute morgen über

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Tochter (9 Jahre). Berichtet seit heute morgen über Sehstörungen, sie kann kleine Schrift nicht lesen. Desweiteren hat sie stark geweitete Pupillen die sich bei Lichtreiz nur ganz wenig schrumpfen. In ihrem Verhalten wirkt sie fähig und vergesslich, bricht mitten im Satz ab weil sie vergessen hat was sie sagen wollte und ist zeitlich nur teilweise orientiert, sie würfelt Ereignisse der letzten Tage durcheinander. Sollten wir in die Rettingsstelle fahren?
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: 9 Jahre, weibliche, keine Medikamente
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Nein

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragesteller,

Ich kann gut verstehen, dass Sie bei den beschriebenen Beschwerden Ihrer Tochter sehr besorgt sind. Ich fasse nochmal zusammen, was Sie beobachtet haben:

  • stark geweitete Pupillen, reagieren nur wenig auf Lichtreiz, damit zusammenhängende
  • Sehstörung, kann kleine Schrift nicht lesen
  • Verwirrtheit, Vergesslichkeit, wirkt fahrig, beendet Sätze nicht

Mir machen diese Beobachtungen auch Sorge. Ich empfehle Ihnen sich in einer Rettungsstelle ärztlich vorzustellen. Es sollte unbedingt eine Vergiftung ausgeschlossen werden. Gibt es Giftpflanzen im Haus oder könnte Ihre Tochter unbemerkt Medikamente eingenommen haben?

Ich schreibe Ihnen gleich noch mehr zu möglichen Ursachen.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 13 Tagen.
Nein sie hat keine Medikamente eingenommen, gestern abend war sie auch ganz normal. Der Bruder berichtete das er nachts zu ihr ins Zimmer gekommen ist weil er komische Geräusche gehört hat. Da hätte sie ziemlich an den Beinen gezittert. Als sie mich wecken hat sie viel unzusammenhängendes Geredet. Allerdings hab ich das auf die Müdigkeit geschoben, es war nachts um 2 Uhr. Heute morgen dann die Verwirrtheit und Vergesslichkeit. Teilweiser vergisst sie, wie gesagt in Satz was sie eigentlich erzählen wollte oder beendet den Satz mit etwas was inhaltlich gar nicht passt. Dazu die Pupillen. Sonst benimmt sie sich normal. Teilweise hab ich den Eindruck sie hätte Sinnestäuschungen. Sie kommt weil sie denkt ich habe sie gerufen oder schaute sich irritiert um. Sie verstehen sicher, dass ich aufgrund der sowieso schon bestehenden Situation bzgl. Corona sehr verunsichert bin.

Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Stark geweitete Pupillen treten durch Aktivierung des Sympathikus auf. Mögliche Ursachen sind:

  • Medikamente: z.B. trizyklische Antidepressiva, Atropin oder andere Anticholinergika
  • Drogen: z.B. Methamphetamin, Kokain
  • Pflanzliche Gifte: z.B. Tollkirsche, Fliegenpilze

Auch neurologische Ursachen wären denkbar. In jedem Fall sollte Ihre Tochter gründlich untersucht werden und muss gegebenenfalls auch im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben. Ich kann gut verstehen, dass Sie wegen der ganzen Corona-Geschichte etwas beunruhigt sind, aber hier sehe ich keine andere Alternative. Sie können auch die 112 anrufen und Ihre Tochter von einem Rettungssanitäter zuhause untersuchen lassen. Das wäre zumindest schon mal eine erste Einschätzung vor Ort.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Liebe Fragesteller,

jetzt wollte ich mich nochmal nach Ihrer Tochter erkundigen. Wie geht es ihr? Wie haben sich die Beschwerden entwickelt? Über eine kurze Nachricht freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Guten morgen Herr Metzger,

Wir sind gestern aus dem Klinikum entlassen worden. In der Rettingsstelle angekommen berichtete meine Tochter ein paar Bucheckern die sind fand gegessen zu haben. In der Schule lernten sie man könne sie essen. Es stellte sich nach einem Bildabgleich heraus, dass sie die Samen von Stechapfel aß und sich entsprechend auf einem "Horrortrip" befand. Sie wurde überwacht und sämtliche Symptome haben sich restlos zurück gebildet. Es wird ohne Folgeschäden bleiben und wir sind sehr froh, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist. Vielen Dank für Ihren Zuspruch und Ihre Aufforderung.

Liebe Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung, es freut mich sehr, dass es Ihrer Tochter jetzt wieder gut geht und Sie die notwendige Hilfe im Krankenhaus erhalten konnten. Stechapfel-Samen enthalten tatsächlich sehr hohe Konzentrationen von Giften, die genau die Beschwerden Ihrer Tochter verursachen (Scopalamin und Hyoscamin). Wie gut, dass Ihre Tochter, sich noch an den Verzehr erinnern und das Rätsel so geklärt werden konnte. Danke auch für die gute Bewertung! Alles Gute für Sie und Ihre Familie wünscht Ihnen,
Ihr Dr. med. M. Metzger

PS: Einen ganz besonderen Dank auch für den Bonus!