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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 225
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Mein Sohn, 8 Jahre, Asperger Autist mit

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Sohn, 8 Jahre, Asperger Autist mit konzentrationsschwierigkeiten und notorischer Unruhe. Ich habe gehört, dass die homöopathischen Mittel medorrhinum LM 6 und luesinum helfen könnten und würde es gerne mwi
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Ich wüsste gerne die Dosierung dieser homöopathischen Mittel für meinen Sohn, fast 9 Jahre alt, 1,40 m groß und 39 kg schwer
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Wir suchen eine Alternative zu Ritalin - welche die motorische und geistige Unruhe, die vielen, pausenlosen und Wirren Gedanken etwas dämpft und beruhigt

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Es tut mir leid, dass Ihr Sohn unter solchen gesundheitlichen Problemen zu leiden hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Konzentrationsschwierigkeiten und Unruhe für die ganze Familie eine gewisse Belastung sind. Da kann ich auch gut verstehen, dass Sie nach Lösungen suchen, damit es Ihrem Sohn und der ganzen Familie besser geht.

Zunächst hätte ich einige Fragen an Sie, damit ich Ihre Situation besser verstehen kann:

  • Mit welchen Medikamenten wird Ihr Sohn aktuell behandelt?
  • Wurde ein ADHS diagnostiziert?
  • Haben Sie über die Probleme schon mit Ihrem Kinderarzt gesprochen?
  • In welchen Situationen fallen die Konzentrationsschwierigkeiten und notorische Unruhe besonders auf?

Ein kurzes Wort zur Homöopathie: ich bevorzuge eine wissenschaftlichen und tatsachen-basierte Behandlung. Homöopathie gründet sich auf die Vorstellung, dass ein Wirkstoff um so stärker wirkt, je weniger davon im "Mittel" enhalten ist. Hochpotenzen wie LM 6 enthalten tatsächlich kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr und sind je nach Lösungssubstanz reiner Milchzucker oder Alkohol und hat damit eben auch nur das Wirkpotential der Lösungssubstanz. Ich würde Sie sehr gerne beraten, wenn Sie aber nur an einem homöopathischen Ansatz interessiert sind, gebe ich die Anfrage gerne wieder für andere Experten frei.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 20 Tagen.
Es ist wohl kein klassisches ADHS, denn Ein Versuch mit Ritalin ist leider fehlgeschlagen. Die Unruhe ist eigentlich immer da, vermehrt bei schulischem Stress und man kann die Impulse, hin-und herlaufen zu müssen förmlich sehen. Es ist wie kleine Blitze, die vom Gehirn, in den Körper schießen. Wir möchten keine Neuroleptika geben und auch kein Ritalin, haben aber auch keine andere Idee mehr. Wenn Sie auch keine haben, dann wäre es toll, wenn Sie die Anfrage an andere Experten weiterleiten könnten. Vielen Dank.,

Liebe Eltern,

vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Jetzt habe ich schon ein bisschen besseres Bild der Situation. Die Behandlung von Erkrankungen des Autismus-Spektrum ist wirklich eine Herausforderung. Ich freue mich, dass Sie auch einem wissenschaftlichen Ansatz gegenüber aufgeschlossen sind.

Haben Sie außer Medikamenten schon andere nicht-medikamentöse Maßnahmen z.B. aus der Verhaltenstherapie umgesetzt? Erhält Ihr Sohn zur Zeit irgendwelche Therapien oder nicht-medikamentöse Behandlungen?

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 20 Tagen.
Ja natürlich. Mein Sohn geht seit zwei Jahren ins ATZ und macht dort Therapie, wobei ich da kein wirkliches Konzept erkennen kann- es ist keine klassische VT. Er geht auch seit einem halben Jahr zur Dyskalkulietherapie. Von den Schulmedizinern gibt es immer nur den Vorschlag Ritalin oder Neuroleptika und die Therapeuten Zucken mit den Schultern und sind hilflos. Ich wäre also für jeden Vorschlag dankbar.

Das ist wirklich keine leichte Situation für Sie. Eine Patentlösung habe ich hier leider auch nicht, ich kann Ihnen aber gerne die Grundzüge der Therapiemöglichkeiten auslegen, vielleicht finden Sie dabei etwas, wo Sie noch ansetzen können.

  • Schulische Interventionen: Ihr Sohn geht ja bereits in die Schule geht und Sie haben bemerkt, dass schulischer Stress die Beschwerden verschlimmert. Wie sieht hier das Betreuungsverhältnis aus? Wieviele Tage in der Woche ist er in der Schule? Was sagen die schulischen Betreuungspersonen zu den Problemen? Wenn im schulischen Rahmen Stress reduziert werden kann, sinkt die Notwendigkeit für eine medikamentöse Therapie.
  • Therapeutische Interventionen und Elternbeteiligung: Mit dem Autismustherapiezentrum arbeiten Sie ja schon mit einer Menge an Spezialisten zusammen. Hilfreich sind Elternschulungen, die Ihnen Maßnahmen zeigen, die Sie auch zuhause mit umsetzen können. Welche Empfehlungen haben die Therapeuten zum Umgang mit der motorischen Unruhe? Haben Sie selbst vielleicht schon Wege entwickelt, mit der Unruhe umzugehen? Was lindert die Beschwerden?
  • Medikamentöse Maßnahmen: Grundsätzlich gilt es gut zu überlegen, ob Medikamente notwendig sind. Vielleicht lassen sich die Beschwerden mit anderen Maßnahmen bereits gut unter Kontrolle bekommen oder soweit verringern, dass Sie nicht das Lernen und die täglichen Aktivitäten behindern. Es sollte klar definiert werden, was durch die Medikamente erreicht werden soll und ein Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Autismus Spektrum Störungen sollte die Therapie führen (um Nebenwirkungen nicht zu übersehen).

Möglichkeiten der medikamentösen Maßnahmen:

  • Stimulantien: z.B. Methylphenidat (Ritalin). Hilft in ca. 50% der Fälle. Bei Ihnen war ein Therapieversuch leider ohne Erfolg. Was war der ausschlaggebende Faktor? Half das Medikament nicht, oder sind unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten? Andere Optionen in dieser Medikamentenkategorie wären z.B. Amphetamine, die auch häufig erfolgreich eingesetzt werden.
  • Atomoxetin: Falls Methylphenidat keinen Erfolg gezeigt hat, kann Atomoxetin eingesetzt werden. Es ist ebenfalls ein Medikament, das zur Behandlung von ADHS eingesetzt wird und auch bei Autismus Spektrum Störungen erfolgreich verwendet werden kann. Mögliche Nebenwirkungen sind: Magen-Darm-Probleme, Schwindel, Stimmungsschwankungen, Appetitveränderungen, Leberbelastung (Kontrolle der Leberwerte), Suizidgedanken (sehr selten).
  • Alpha-Agonisten (Clonidin, Guanfacin). Diese Medikamente wirken ebenfalls im Gehirn und verbessern bei vielen betroffenen Kindern die Beschwerden. Auch hier gilt es auf Nebenwirkungen zu achten, dabei sind unter anderem zu erwähnen: Sedierung, niedriger Blutdruck, Mundtrockenheit, Schwindelgefühl, Schlafstörungen und Kopfschmerzen um die wichtigsten zu nennen. Wenn Methylphenidat oder Atomoxetin nicht vertragen wird, kann ein Versuch mit Alpha-Agonisten unternommen werden. Es ist allerdings eine Herausforderung, diese Medikamente richtig zu dosieren, um die Wirkung zu maximieren und die Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Risperidon: ein Neuroleptikum mit hoher Ansprechrate in der Therapie und einem recht guten Nebenwirkungsprofil. Zu den Nebenwirkungen gehören: Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Müdigkeit, Erschöpfungsgefühl, Schwindel, vermehrte Speichelproduktion und Tremor. Die Nebenwirkungen sind aber in der Regel nur mild ausgeprägt und verschwinden häufig nach einer Eingewöhnungsphase von mehreren Wochen.
  • Andere Medikamente: es gibt noch andere Medikamente, deren Einsatz man erwägen kann. Dazu gehören Neuroleptika (Clozapin, Quetiapin, Ziprasidon), Antiepileptika (z.B. Valproat), Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Antidepressiva und andere mehr.

Zusammenfassend würde ich Ihnen empfehlen zunächst alle therapeutisch und schulisch möglichen Maßnahmen auszuschöpfen. Falls das nicht genügend Erfolg bringt, gibt es neben Ritalin auch andere Medikamente, deren Einsatz erwogen werden kann. Falls Stimulantien keinen Therapieerfolg bringen, wäre Risperidon eine Überlegung wert. Da handelt es sich zwar um ein Neuroleptikum, das Nebenwirkungsprofil ist jedoch günstig und häufig können sich die Kinder damit besser in den Alltag integrieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen etwas weiterhelfen und die Therapieoptionen übersichtlich darstellen. Für weitere Fragen diesbezüglich stehe ich Ihnen natürlich gerne ohne weitere Kosten hier zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 20 Tagen.
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Wir werden wohl weiter fleißig an der Lebens- und Alltagskompetenz arbeiten, vielleicht noch ein paar Aminosäuren und Omega 3 geben, weiterhin schwimmen gehen und für viel Bewegung sorgen. Damit erzielen wir bisher leider keine durchschlagenden Erfolge. Aber die genannten Medikamente kommen bisher für uns nicht in Frage. Unter Ritalin war mein Son körperlich ruhiger, aber geistig und gedanklich noch viel überdrehter - und am Nachmittag kamen dann noch heftige Entladungen in Form von Ausrastern, so dass er sich selbst erschrocken hat und danach erschöpft auf dem Boden gelegen hat. Und die anderen Medikamente sind ja noch deutlich heftiger. Ich danke ***** ***** sehr für Sachliche und zugleich einfühlsame Antwort.

Sehr gern geschehen. Ich bewundere Ihre Geduld und Ausdauer im Umgang mit Ihrem Sohn und wünsche Ihnen weiter viel Kraft als Eltern für die Betreuung. Ich wünschte, es gäbe noch bessere Medikamente oder Therapien, die ich Ihnen anbieten könnte. Falls ich noch etwas für Sie tun kann, lassen Sie es mich bitte gerne wissen.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich wollte mich nochmal erkundigen, wie es Ihrem Sohn gerade geht. Wie hat sich die Situation weiter entwickelt?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Vielen Dank ***** ***** So eine autistische Persönlichkeitsstruktur ändert sich nicht merklich in kurzer Zeit durch die Einnahme von etwas Magnesium oder Omega 3. Derzeit sind die Fenster leider wieder etwas mehr verschlossen und wir hoffen auf eine Phase, in der wir insgesamt besser zu ihm durchdringen können. Aber die geringe Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspanne sind unverändert und insbesondere in der Schule ein großes Problem. Kommt Zeit, kommt Rat. Wir werden sehen.

Ja, das stimmt eine schnelle Änderung ist hier sicher nicht zu erwarten. Ich finde es sehr bewundernswert, dass Sie hier viel Geduld im Umgang mit Ihrem Sohn mitbringen.

Waren Sie mit meiner Beratung soweit zufrieden? War alles gut verständlich?

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Ja, vielen Dank. Ihre Beratung war sehr gut. Vielen Dank ***** *****ür Ihre anerkennenden Worte - das tut auch mal gut, denn in der Regel kriegt man als Mutter eines autistischen Jungen meist nur Unverständnis und böse Worte, weil die Menschen denken, ich hätte mein Kind einfach nur schlecht erzogen und ihn nicht im Griff. Er ist ein wunderhübscher Junge und sieht eben vollkommen gesund aussieht, ist es aber leider nicht. Vielen Dank für Ihren Rat und Alles Gute Für Sie.

Herzlichen Dank für die gute Bewertung. Es ist wirklich ungerecht wie schnell von anderen ein Urteil gefällt wird, ohne die Situation zu kennen. Machen Sie weiter und lassen Sie sich nicht unterkriegen!

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger