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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 222
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
105603447
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Hallo, ich hätte eine Frage an einen Nephrologen: Es geht um

Kundenfrage

Hallo, ich hätte eine Frage an einen Nephrologen:
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Es geht um folgendes Problem: bin vor 1 Jahr NTX. Jetzt wurde eine Viruslast von 120000 BK Viren festgstellt. Meine gegenwärtige Medikation beträgt 2x 500 mg Cellsept, 2x 4 mg Tacorolimus und 2,5 mg Prednisolon. Ist es vertretbar, wie empfohlen, das Cellsept komplett wegzulassen, bis die Viruslast ausreichend gesunken ist, oder würden Sie ein anderes Vorgehen präferieren ?
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Mein Gewicht beträgt 45 kg; die gegenwäritgen Werte lagen zuletzt bei Krea 2,2, mg/dl, GFR bei 33 und Hanstoff bei 50 mg/dl
Gepostet: vor 27 Tagen.
Kategorie: Medizin
Experte:  kai-mod hat geantwortet vor 25 Tagen.
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage ohne zusätzliche Kosten unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.
Sollten Sie weiterhin keine Antwort erhalten, bitten wir Sie, sich mit uns über
***@******.*** oder telefonisch von Montags-Freitag von 10:00-18:00 unter
Deutschland: 0800(###) ###-####
Österreich: 0800 802136
Schweiz: 0800 820064
in Verbindung zu setzen.
Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team
Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 19 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Es tut mir leid, dass sich bisher kein Experte auf Ihr Anliegen gemeldet hat. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Ich bin zwar kein Nephrologe, habe aber Zugriff auf Fachliteratur zum Thema und kann Ihnen das aktuell wissenschaftsbasierte empfohlene Vorgehen in Ihrer Situation erläutern. Wenn Sie Interesse an einer Beratung haben, schreiben Sie mir bitte einfach eine kurze Nachricht.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 19 Tagen.
Hallo Frau Dr. Metzger, vielen Dank für Ihre Antwort. Normalerweise versuche ich mich auch selbst zu informieren; in der Tat kommt man an die Fachartikel als medizinischer Laie nicht ran. Im Moment würde mich v.a. interessieren , was als Vorgehen bei BK Virus Nephritis empfohlen ist. Die Diagnose ist noch nicht 100 Prozent gesichert, alles deutet aber darauf hin. Trotz Reduktion der Immunsuppressiva ist die Viruslast auf 130000 gestiegen und die Retentionswerte auch gestiegen . Was ich finden konnte, wird die Therapie mit antiviralen Mitteln keinesfalls pauschal empfohlen; ander Therapieansätze als die Reduktion der Immunsuppressiva sind mir nicht bekannt. Für jeden Hinweis wäre ich Ihnen dankbar, mit freundlichen Grüßen Martina Steckert
Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 19 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich freue mich, dass ich Sie beraten kann. Es ist in der Tat auch für Fachpersonal nicht so leicht an verlässliche medizinische Informationen zu gelangen, in der Regel ist es mit Kosten verbunden.

Es tut mir leid, dass Sie zur Zeit Sorgen mit dem Transplantat haben. Wenn Probleme festgestellt werden, schwebt natürlich auch immer die Befürchtung im Raum, das Transplantat zu verlieren. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr belastend für Sie ist.

Zunächst habe ich einige Informationen zu den BK-Viren: Das BK-Polyomavirus (BK steht für die Initialen des ersten Patienten von dem dieses Virus isoliert wurde) ist ein Virus, das eigentlich alle Menschen in sich tragen (Durchseuchung > 75%). Bei Gesunden ist die Infektion ohne jede Relevanz, es macht keinerlei Beschwerden. Das Virus ist vor allem in den Nieren zu finden. Durch die immunsuppressive Therapie kann bei Nierentransplantierten der Körper jedoch manchmal dieses Virus nicht mehr kontrollieren und es kann zu Problemen kommen. Die Probleme entwickeln sich dabei durch zunehmende Vermehrung der Viren schrittweise:

  1. Viren im Urin nachweisbar
  2. Viren im Blut nachweisbar
  3. Nierenschäden (bemerkbar durch ansteigendes Creatinin)

Da das Virus sehr häufig ist, wird bei allen Nierentransplantierten ein Screening durchgeführt. Wenn Probleme festgestellt werden, kann in der Regel durch die richtige Behandlung wieder eine Reduktion der Viruslast erreicht werden. Der Grundgedanke ***** ***** ist, die Immunsuppression so weit zu verringern, dass das Immunsystem die BK-Viren wieder kontrolliert, ohne dass es zu einer Abstoßung kommt. Das ist natürlich ein Balanceakt.

Folgende Empfehlungen gibt es dazu:

  • Bei dreifacher Immunsuppression (wie bei Ihnen: Tacrolimus, Mycophenolat/Cellsept und Prednison) wird zunächst das Mycophenolat auf die Hälfte reduziert. Wenn die Viruslast nach 2-4 Wochen nicht sinkt, wird das Mycophenolat komplett weggelassen (also ganz, wie bei Ihnen empfohlen).
  • Alternativ kann zuerst Tacrolimus auf die Hälfte reduziert werden, dann Mycophenolat auf 50 % und falls weiter keine Reaktion auftritt Mycophenolat absetzen.

Neben diesem Haupttherapieansatz gibt es noch begleitende Therapieansätze:

  • Intravenöse Immunglobuline. Wird eingesetzt bei Patienten, die auf die Reduktion der Immunsuppression alleine noch nicht angesprochen haben.
  • Leflunomid: ein immunsuppressives Medikament, das auch antivirale Wirksamkeit hat. Die Datenlage ist hier noch sehr wackelig und es gibt gravierende mögliche Nebenwirkungen (lebertoxisch, stört die Blutbildung). In Einzelfällen kann der Einsatz erwogen werden, wenn der erwartete Nutzen die Risiken überwiegt.
  • Cidofovir: dieses Medikament zeigt unter Laborbedingungen Wirksamkeit gegen BK-Viren. Es gibt Einzelberichte von Erfolgen, die Datenlage ist aber sehr dünn. Der Einsatz wird nur empfohlen, wenn andere Maßnahmen fehlgeschlagen sind.

Fluorchinolone wurden früher auch gelegentlich eingesetzt, es konnte aber keine Wirksamkeit gegen BK-Viren belegt werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass der von Ihren Ärzten verfolgte Therapieansatz durchaus den aktuellen Empfehlungen entspricht. Ich denke, Sie sind hier in guten Händen. Für weitere Fragen diesbezüglich stehe ich Ihnen gerne hier ohne weitere Kosten zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. Manuel Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 19 Tagen.
Hallo Frau Dr. Metzger,
vielen Dank für die Antwort. Es ist wirklich sehr freundlich, dass Sie sich des Problems annehmen .
Im Moment muß ich abwarten; aber zu einem späteren Zeitpunkt komme ich u. U. auf Ihr Angebot zurück.
Einen schönen Abend und freundliche Grüße
M. Steckert
Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 19 Tagen.

Sehr gern geschehen! Wenn Sie mit meiner Beratung zufrieden waren, freue ich mich auch über Ihre freundliche Bewertung. Weitere themenbezogene Nachfragen sind natürlich auch nach der Bewertung noch möglich.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 6 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich wollte mich nochmal nach Ihnen erkundigen. Wie geht es Ihnen aktuell? Wie hat sich die Situation entwickelt? Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 6 Tagen.
Hallo Frau Dr. Metzger,
das ist aber sehr nett, dass Sie noch mal nachfragen .
Am letzten Freitag wurde eine Nierenbiopsie gemacht und das Ergebnis ist, dass die Niere vom BK Virus befallen ist.
Habe nur die kurze Info auf meiner Mailbox gehabt; mehr habe ich noch nicht besprochen.
Nachdem aber die Therapieoptionen nicht sehr gut sind, wird das Ganze wohl früher oder später zum Verlust der Niere führen.
Viele liebe Grüße M. Steckert
Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 6 Tagen.
Liebe Fragestellerin,
es tut mir sehr leid, das zu hören. In vielen Fällen funktioniert die Taktik der Reduktion der Immunsuppression allerdings sehr gut und das Transplantat erholt sich wieder. Kam die Einschätzung, dass der Verlust der Niere unausweichlich ist von Ihren behandelnden Ärzten?
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. Manuel Metzger
Kunde: hat geantwortet vor 4 Tagen.
Nein, das wurde so nicht explizit gesagt. Die Möglichkeit zur Erholung der Niere wurde schon auch angesprochen. Bin hier sehr skeptisch; bisher gab es insgesamt nur Verschlechterungen ,keine Verbesserungen. Dies
Und die Viruslast hat sich verdoppelt auf 250000 , obwohl das Cellsept seit zwei Wochen komplett abgesetzt war.
Werde abwarten; richte mich mental aber eher auf den worst Case ein, um hier nicht zu enttäuscht zu sein.
Ein schönes Wochenende und viele Grüße M. Steckert
Experte:  Manuel Metzger hat geantwortet vor 3 Tagen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

das ist wirklich eine sehr unangenehme Situation. Ich kann verstehen, dass Sie sich hier lieber auf den schlimmsten Fall einstellen, so kann man mit der Enttäuschung besser fertig werden. Neben der Viruslast spielt ja auch die Nierenfunktion eine entscheidende Rolle bei der Bewertung. Wie sieht hier die Situation aus? Haben Ihre behandelnden Ärzte schon über zusätzliche Medikamente nachgedacht z.B. intravenöse Immunglobuline oder antivirale Medikamente?

Ich hoffe sehr, dass es bald auch wieder gute Nachrichten für Sie gibt.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger