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Dr. Schürmann
Dr. Schürmann, Dr.med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 5272
Erfahrung:  Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin mit über 30 Jahren Berufserfahrung, davon 22 Jahre in eigener Praxis. Stetige Fortbildung um eine kompetente Beratung sicherzustellen.
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Dr. Schürmann ist jetzt online.

Bei mir wurde der Verdacht auf das QT-Syndrom nun leider

Diese Antwort wurde bewertet:

Bei mir wurde der Verdacht auf das Long QT-Syndrom nun leider durch einen Gentest gesichert. Ich habe LQTS Typ 3.

Bisher sind alle (Kardiologen) ausser mir ziemlich tiefenentspannt, da ich bislang noch keinen Herzstillstand erlitten habe. Aus diesem Grund, bin ich auch weiterhin ohne Behandlung/Medikamente oder was auch immer.

Ich selbst fühle mich nun, als hätte ich eine tickende Zeitbombe in meinem Körper.

Ich habe bald den nächsten Termin bei meinem Kardiologen und würde gerne gut vorbereitet in den Termin gehen, deshalb wende ich mich an Sie.

Mein Allgemeinmediziner hat mir schon verraten, dass Betablocker wohl das erste Mittel der Wahl wären, bei LQTS. Jedoch meint er, dass es bei mir schwierig werden könnte, da ich immer einen sehr niedrigen Blutdruck habe und auch meine Herzfrequenz während der Nacht ziemlich runter geht und BB den Blutdruck und die Herzfrequenz weiter drücken würden. Was wiederum schlecht wäre, da (soweit ich mich bis jetzt informieren konnte) eine niedrige Herzfrequenz wohl einer der Haupt-Trigger beim LQTS Typ3 ist.

Auch auf das Medikament Mexiletin bin ich während meiner Recherche zu LQTS
Typ 3 gestossen... Allerdings auch wieder in Verbindung mit Betablockern.

Bislang habe ich noch keine Synkope gehabt, bin aber schon wegen häufigem Schwindel und auch wegen dem Gefühl des Herzstolperns schon vor Jahren beim Arzt gewesen. Schwindel läge am niedrigen Blutdruck und Herzstolpern hätte man halt schonmal, waren damals die Aussagen.

Nun zu meinen Fragen: Welche Möglichkeit der Behandlung gibt es in dem geschilderten Fall? Worauf muss ich achten? Was sollte ich den Kardiologen unbedingt fragen und was könnte ich ihm sagen? Ist eine Behandlung wirklich unnötig?

Das klingt jetzt alles etwas panisch, aber über den Punkt bin ich schon hinweg. Das war ich am Anfang, als ich das Ergebnis des Gentest in der Post hatte. Ich möchte jetzt einfach nur vermeiden, dass mein erstes kardiales Ereignis auch mein letztes ist. ;)

Das aktuellste EKG finden Sie in der Anlage.

Vielen Dank!

Lieber Gruß

Guten Tag, ich freue mich dass ich für Sie noch einmal da sein darf.

Grundsätzlich ist es korrekt, dass bei den angeborenen Formen eines QT Syndroms eines BetaBlockers günstig ist. Dies gilt nicht für die erworbenen Formen ,die meistens durch Medikamenten Nebenwirkungen entstehen.

Um dem gefürchteten Herzstillstand vorzubeugen bliebe letztlich nur die vorsorgliche Implantation eines Defibrillators.

In der Regel warten die Kardiologen allerdings erst einmal ab ,ob sich aus dem QT Syndrom überhaupt etwas ergibt. In gewisser Weise eine paradoxe Situation.

Ich würde Ihnen empfehlen den Kardiologen sowohl auf die Möglichkeit einer vorsorglichen Beta Blocker Therapie als auch eine Defibrillator-Implantation anzusprechen. Weiterhin kann noch versucht werden mit Kalium und Magnesium Gaben die Situation zu entschärfen.

Gerne können Sie ohne Zusatzkosten weitere Fragen zum Thema an mich richten. Sollte ich Ihre Frage bereits zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet haben, bitte ich höflichst um eine freundliche Bewertung meiner Antwort. Freundlichst ihr Doktor Schürmann

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Vielen Dank für Ihre Antwort.Angesprochen habe ich beides schon. Bislang sieht man jedoch keine Notwendigkeit, da ein Herzstillstand noch nicht erfolgt ist und ich schon über 30 bin (man will sich jedoch nochmal beraten). Bei Typ 1 oder 2 würde mich das evtl. auch gar nicht so sehr beunruhigen, da die Trigger bei diesen Typen ja eher Stress/Belastung sind und weitestgehend vermieden werden können. Bei meinem Typ 3 ist jedoch eher die Ruhe/der Schlaf gefährlich, wenn ich mich soweit korrekt eingelesen habe. Schlafen ist irgendwie schlecht zu vermeiden ;) Vor allem hat das 24Std-EKG auch gezeigt, dass die QTc-Zeit Nachts deutlich höher ist (ü 500) als tagsüber. Über Tag ist die Zeit immer nur grenzwertig erhöht.Ein kardiales Ereignis abzuwarten, finde ich ehrlich gesagt nicht sonderlich erstrebenswert. Bin ich denn richtig informiert, dass bei Typ 3 Nachts die "heiße Phase" ist? Dann wäre ein erstes kardiales Ereignis (sofern es ein Stillstand ist) wohl auch mein letztes. Das ist eher unbefriedigend.Bei welchen Ereignissen würde man denn ansonsten noch reagieren und irgendwas machen?
Wäre es eine Idee den Kardiologen vorzuschlagen einen Eventrecorder zu implantieren? Damit kardiale Ereignisse auch tatsächlich nachgewiesen werden können?Die Herzbeschwerden die ich tatsächlich merke, sind "leider" so selten, dass es schwierig wird diese mit einem 24/72-Stunden-EKG zu erfassen.Das Ganze ist wirklich frustrierend. :(

Vielen Dank für Ihre weitere Rückmeldung.

Es ist richtig, dass beim Typ drei vor allen Dingen die Ruhephasen problematisch sind. Dies ist natürlich ein weiterer Grund zur Beunruhigung. Leider gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Erfassung eventueller gefährlicher Rhythmusstörungen in Langzeit Registrierungen des EKGs zum Beispiel auch mit einem Event Recorder die Wahrscheinlichkeit von ernsthaften Komplikationen vorhersagen kann. Es bleibt also dabei ,dass man die in jedem Fall nützlichen Beta Blocker verordnet und eventuelle Phasen von langsamen Puls mit einem vorsorglich eingepflanzten Schrittmacher auffängt .Die vorsorgliche Implantation eines Defibrillators bleibt tatsächlich eine ErmessensEntscheidung, wird nach allgemeiner ÜberEinkunft jedoch erst nach dem Auftreten erster Ohnmachtsanfälle durchgeführt.

Dr. Schürmann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Vielen Dank für Ihre Antworten. Ein Defibrilator ist auch nicht mein Wunsch. Wenn ich mit Betablockern (und falls notwendig Schrittmacher) geschützt werden kann, wäre das absolut beruhigend. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Jetzt fühle ich mich gut auf das Gespräch vorbereitet.

Vielen Dank für Ihre positive Bewertung und alles Gute für ihre Besprechung beim Kardiologen.