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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 294
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Mein Sohn autist will nichts mehr essen seit Monaten hab ich

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Sohn autist will nichts mehr essen seit Monaten hab ich schon Probleme ihn zum Essen zu bekommen. Und jetzt lehnt er das essen komplett ab. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Er bekommt melperon zur Beruhigung und nexium mups weil er 1 Loch in der speißerröhre hat. Ich weiß nicht mehr weiter
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Mein Sohn ist 18 Jahre autist mit geistiger Behinderung
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Nein

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Zunächst mal möchte ich Ihnen meine Anerkennung aussprechen. Für ein Kind mit besonderen Anforderungen zu sorgen kostet viel Energie und Opferbereitschaft. Es tut mir sehr leid, dass es solche Probleme mit der Nahrungsaufnahme gibt. Die komplette Nahrungsverweigerung ist eine Eskalation, bei der zügig Lösungen gefunden werden müssen. Ich habe einige Fragen an Sie, um die Situation besser einschätzen zu können:

  • Was wurde bisher unternommen, um die Nahrungsaufnahme zu verbessern? Haben Sie Tipps von Therapeuten und/oder Ärzten erhalten, wie Sie damit umgehen können?
  • Wurden organische Probleme ausgeschlossen? Sie schreiben von einem Loch in der Speiseröhre. Können Sie mir mehr dazu sagen?
  • Welche Therapien bekommt Ihr Sohn? Wann waren Sie das letzte Mal mit ihm wegen dieser Sache bei seinem Arzt?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Bis jetzt wurde nichts unternommen. Hab morgen aber noch ein Termin beim Arzt.
Leon hat vor 5 Jahren schon mal nix gegessen da hab ich auf eine magenspiegelung gesetzt da wurde ein Loch in der speißerröhre festgestellt da wurde die speißerröhre erweitert das ging über ein halbes Jahr so. Unter narkose jedes mal. Zeit dem bekommt er morgens und abends nexium mups.
Er bekommt Autismus Therapie.
Ich kann aber ausschließlich das es wieder an der speißerröhre liegt. Er hat heute Nachmittag Pommes und Currywurst gegessen. Das war alles ansonsten nichts in den jungen rein bekommen. Hab einiges versucht zu geben. Keine Chance. Müllermilch trinkt er. Die gebe ich ihm auch damit überhaupt was an Kalorien zu sich nimmt.
Hab schon mal gedacht ob er irgend ein vitamin Mangel hat . Ob man davon auch kein appetit bekommen kann.
Ansonsten gibt es irgend ein Appetit anreger evtl das man ihm geben kann?

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie verlief der Termin heute beim Arzt?

Probleme mit dem Essen gibt es bei vielen Kindern mit Störungen aus dem Autismusspektrum. Die Ursachen können sehr vielschichtig sein. Im wesentlichen kann man zwischen folgenden Formenkreisen unterscheiden:

  • Organische Störungen: hier kann zum Beispiel ein Reflux oder eine Speiseröhrenverengung eine Rolle spielen. Zum Beispiel wurde vor 5 Jahren bei Ihrem Sohn ein Loch in der Speiseröhre festgestellt, die anscheinend auch verengt war und aufgeweitet werden musste.
  • Unverträglichkeiten und Allergien: die betroffenen Kinder finden häufig keine Möglichkeit, um mitzuteilen, wenn es ihnen nach einem Essen schlecht geht, sie zum Beispiel Symptome wie Übelkeit oder Völlegefühl haben.
  • Präferenzen für bestimmte Geschmäcker oder Texturen. Manche betroffene Kinder entwickeln mit der Zeit eine starke Vorliebe für bestimmte Arten von Gerichten. Dabei kann der Geschmack aber auch die Textur (also wie sich das Essen im Mund anfühlt) eine Rolle spielen.
  • Schließlich gibt es auch noch den weiten Formenkreis der Interaktionsstörungen. Vereinfacht gesagt, kann sich im Laufe der Zeit eine Art Machtkampf um das Essen entwickeln. Die Betroffenen merken, dass Essen den Betreuungspersonen sehr wichtig ist. Die Verweigerung der Nahrung erfüllt dann mehrere Ziele: sie erhalten vielleicht ein anderes, "leckereres" Essen. Sie erhalten vermehrte Aufmerksamkeit und Zuwendung (wenn auch nicht immer im positiven Sinn). Außerdem zeigen sie Autonomie, lösen sich also vom Willen der Eltern.

Um all diesen Möglichkeiten Rechnung zu tragen, wäre aus meiner Sicht ein schrittweises Vorgehen angezeigt.

  1. Eine Bestandsaufnahme: Wie schwer ist Leon und wie groß ist er? Hat er in letzter Zeit an Gewicht verloren? Hier geht es um eine Einschätzung, wie schwerwiegend die Nahrungsverweigerung ist.
  2. Welche Ursachen könnte es aus Ihrer Sicht für die aktuelle Entwicklung geben? Aus Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass Leon bis vor kurzem eigentlich recht gut gegessen hat. Was hat sich in den letzten Monaten geändert?
  3. Eine gründliche körperliche Untersuchung (hoffentlich heute beim Arzt erfolgt). Es muss auch abgewogen werden, ob vielleicht eine neue Magenspiegelung Sinn machen würde. Dass die Pommes und Currywurst gut vertragen wurden schließt nicht aus, dass sich doch wieder eine Verengung in der Speiseröhre bildet, die es ihm schwierig macht, Nahrung aufzunehmen. Auch sollte überlegt werden, ob ein Screening auf häufige Nahrungsmittelallergien sowie Laktose und Fruktose Malabsorption untersucht werden.
  4. Die Essenssituation sollte auch mit Ihren Therapeuten angesprochen werden. Ideal wäre es, wenn ein Außenstehender in der Essenssituation dabei ist und hinterher Tipps geben könnte. Haben Sie das Thema schon mal mit den Therapeuten Ihres Sohnes angesprochen?
  5. Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Texturen und Geschmäckern. Gibt es etwas, was Ihr Sohn bevorzugt? Hilft es ihm, wenn das Essen püriert ist? Gibt es außer Currywurst, Pommes und Müllermilch auch noch andere Gerichte, die ihm zusagen?

Je nach Schweregrad könnte es auch notwendig sein, Ihrem Sohn erst mal wieder aufzupäppeln. Dazu steht hochkalorische Trinknahrung zur Verfügung. Im Extremfall kann auch erwogen werden, Ihrem Sohn eine Magensonde zu legen und ihm die Nahrung über diesen Weg direkt zuzuführen. Das wäre allerdings nur bei starkem Untergewicht nötig.

Ich hoffe, diese Tipps helfen Ihnen erst mal ein bisschen. Für weitere Fragen diesbezüglich stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Lassen Sie mich auch bitte wissen, was der Termin beim Arzt heute ergeben hat. Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Hallo
Es wurde heute Ultraschall gemacht da war alles ok gewesen morgen Termin zur blutabnahme. Und soll alle zwei Tage Gewicht kontrollieren.
Die therapeutin weiß auch Bescheid.
Ich hab am Essen eigentlich nichts verändert.
Denke auch wenn hier jetzt nichts bei raus kommt noch mal eine magenspiegelung machen zu lassen.
Evtl dann auch auf die trinknahrung zu zu greifen wenn er abnimmt.
Lg

Sehr gut, das klingt nach einem guten Plan. Wenn er vorher gut gegessen hat und sie nichts am Essen geändert haben, sehe ich eine organische Ursache eher als wahrscheinlich an. Für die Verhaltensänderung muss es ja einen Grund geben, so wie es auch schon vor 5 Jahren einen konkreten Auslöser gab. Wie ist seine aktuelle Größe und sein aktuelles Gewicht?

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Genaue Größe weiß ich leider nicht aber so um die 175 cm Gewicht eben gewogen 54,6 kg

Ok, da fehlen ihm rein rechnerisch 2-3 kg zu einem größenentsprechenden Gewicht. Hat er denn in den letzten Monaten an Gewicht verloren?

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Er muss Gewicht verloren haben vor einem halben Jahr hätte etwas über 60 kg gehabt. Er wird in herborn halb jährlich gewogen. Hab da am 3 september wieder ein Termin. Ist Kinder und jugendpsychatrie

Also muss Ihr Sohn im letzten halben Jahr ca. 5-6 Kilo Gewicht verloren haben. Es ist sehr gut, dass Sie hier Hilfe suchen, der Gewichtsverlust zeigt, dass es schon etwas Ernsteres ist. Hat der Termin zur Blutentnahme heute gut geklappt? Unabhängig von den Ergebnissen wäre es aber aus meiner Sicht eine gute Idee, verschiedene Trinknahrungen auszuprobieren. Vielleicht gibt es eine, die ihm gut schmeckt und Ihnen hilft, wieder etwas mehr Kalorien in Ihn zu bekommen. Eventuell wären auch Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine und Spurenelemente) hilfreich, damit er wieder zu Kräften kommt. Haben Sie mal ein Ernährungsprotokoll über die letzten Tage geführt?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
In den letzten Tagen hat er nur Pommes und Currywurst gegessen. Und müllermilch getrunken so wie Apfelsaft
Wo bekomme ich solche trinks her für ihn. Und was kann ich ihm an Vitamin geben. Ich gebe ihm seit ein paar Tage sanostol.
Blut Abnahme hat zum Glück gut geklappt

Solche Drinks bekommen Sie in der Apotheke, fragen Sie nach therapeutischer Trinknahrung. Die Trinknahrung enthält auch die nötigen Vitamine und Spurenelemente, das würde ich also zuerst mal ausprobieren. Herzliche Grüße, Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,

jetzt habe ich gar nichts mehr von Ihnen gehört. Wie geht es Ihrem Sohn? Konnten Sie sich schon nach einer geeigneten Trinknahrung für ihn umsehen? Wissen Sie, wann die Blutergebnisse vorliegen werden?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich wollte mich nochmal nach Ihrem Sohn erkundigen. Wie hat sich die Situation weiter entwickelt? Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Hallo vielen lieben Dank für die Nachfrage
Wir hatten letzte Woche ein Termin in der Klinik und da wurde die speißerröhre nochmal untersucht da war alles super in Ordnung sogar so gut das die Tablette reduziert werden könnten. Also war es doch ein Kopf Problem hab sofort an dem gleichen Tag versucht das Problem an zu gehen. Es gab erst Milch Shake wenn er essen tut. Das war ein sehr hatter Kampf mit viel Geschrei und selbst verletzung usw. Aber nach 2 Std kampf habe ich gewonnen und seit dem isst mein Sohn wieder.
Vielen lieben dank nochmal für alles

Oh, das freut mich sehr zu hören! Vielen Dank für die Rückmeldung. Wenn Sie sich gut beraten gefühlt haben, freue ich mich auch sehr über Ihre freundliche Bewertung.

Alles Gute für Sie und Ihren Sohn und herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.