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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 292
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Es geht um meinen Sohn. epstein bar virus-chronisch, Er ist

Diese Antwort wurde bewertet:

es geht um meinen Sohn.
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: epstein bar virus-chronisch
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte?
Customer: Er ist 21 Jahre alt und vor 5 Jahren am Pfeifferschen Drüsen Fieber und Angina erkrankt. Behandelt mit 4 x AB aus der Cipro Gruppe.Seitdem krank. Er wiegt nur noch 50 kg,hat alle 4-6 Wochen Übelkeit und Erbrechen und starke Darmkrämpfe und ununterbrochenem lauten Aufstoßen. Angeblich ist organisch alles gut. Ich denke mittlerweile es ist der EBV Virus chronisch

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit schon viele Patienten mit EBV behandelt. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Es tut mir wirklich leid, dass Ihr Sohn so schwere Probleme hat. Ich habe noch einige Fragen, um Ihre Situation besser zu verstehen:

  • Wissen Sie, warum wurde die EBV-Infektion mit Antibiotika behandelt? EBV ist eine Virusinfektion, Antibiotika haben keinerlei Wirkung gegen Viren. Eine Therapie mit Ciprofloxacin oder anderen Fluorchinolonen kann schwere Nebenwirkungen verursachen (z.B. auch im Magen-Darm-Bereich).
  • Körpergewicht: Sie beschreiben, dass Ihr Sohn nur noch 50 kg wiegt. Wie ist seine aktuelle Körpergröße? In welchem Zeitraum hat er Gewicht verloren? Wie groß war der Gewichtsverlust ingesamt? Hat er weniger bewusst weniger gegessen (z.B. wegen Übelkeit oder Erbrechen) oder war der Gewichtsverlust weitgehend unbewusst?
  • Hat Ihr Sohn neben Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen und Darmkrämpfen noch andere Beschwerden? z.B. Lymphknotenschwellungen oder Fieberschübe?
  • Sie beschreiben, dass laut den Ärzten angeblich "organisch alles gut" wäre. Was wurde bereits alles untersucht? Welche Diagnostik wurde durchgeführt? Wurde zum Beispiel gezielt nach Virus-DNA gesucht, um eine chronisch aktivierte EBV auszuschließen? Wurden Stuhlproben untersucht, Magen- oder Darmspiegelungen gemacht?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.

Erstmal Dankeschön für ihre Hilfe. AB bekam er 02. und 03. und 04.2014 wegen Scharlach Erregern. Zeitgleich mit Pfeifferschen Drüsenfieber wieder Scharlach Erreger. Abgenommen hat er ca.25 kg im Zeitraum von 1-1,5 Jahren. Er ist 176 cm.gross. Es wurden Magen Darm Spiegelungen,Sono,MRT und jede Menge Blut Untersuchungen gemacht. Zölliakie und Dünndarm Fehlbesiedlung sind negativ. Nahrungsmittel Allergie Test und DNA Stuhluntersuchung hat er auch gemacht vom Institut Dr.Runow in Kassel Allergie auf Karotten,Dinkel,Hafer,Roggen . Im DNA Test zeigten sich Auffälligkeiten bei:Bacteroidetes und Fluoroquinoles ,beide erhöht/positiv! Laut Arzt aber nicht ausschlaggebend. Viren Test wurde noch nicht gemacht. Ärzte/Heilpraktiker usw. sind alle ratlos. Es wird auf die Psyche geschoben. Aber die ist es nicht. Er hat soviel abgenommen,durch das viele Erbrechen. Seine Zähne sind aauch alle angegriffen,aber eine große Zahn OP schafft er grad nicht. Er hat wenig Appetit und immer Angst was falsches zu essen . Dr Runow hat ihm Digest verschrieben,damit ging es ihr eine zeitlang besser. Aktuell nimmt er Vitamin B12 und D. Digesterodon,Lycopodium und Schüssler Salz 7. Zink und Vitamin C. Eine Vergiftung durch die AB wären für mich logisch. EBV hatte ich immer im Verdacht,wurde aber stets nur belächelt ! Aus Ärzte Sicht würde uns nur signalisiert:Da kann man nichts machen. Fieberschübe hat er keine. Geschwollene Lymphen ist mir auch nicht bekannt. Diese Schübe mit Erbrechen und Krämpfen kommen Intervall artig. Dazwischen hat er immer viel Schleim in Hals und Rachen. Dieses starke ständige Aufstoßen und einen Druck im Magen! Er hat Probleme einzuschlafen und ist ziemlich schlapp. Meist ist er zu Hause. An Schule oder Ausbildung ist nicht zu denken. Er ist zwar 21 Jahre,sieht aber aus wie 16-17! Immer mal wieder sagt er,er hätte so kribbeln in Armen und Beinen. Ich könnte glaub noch ewig berichten,wir haben schon so viel versucht Ich hoffe sie können uns weiterhelfen. In der Zwischenzeit kann ich mal die Befunde durchgehen,ob ich was übersehen habe. Vielen Dank ******

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Erhöhter Zonulinwert habe ich vergessen zu erwähnen!

Das ist wirklich eine Vielzahl an Beschwerden, ich kann gut verstehen, dass Sie sehr um Ihren Sohn besorgt sind. Und all das in einem Alter, wo junge Menschen eigentlich voller Energie und Tatendrang sind. Es muss Ihnen als Eltern sehr weh tun, ihn so leiden zu sehen.

Es ist traurig, wenn man das Gefühl hat, ein Ärzte nehmen einen nicht ernst. Tatsache ist, dass fast alle Menschen im Laufe Ihres Lebens Kontakt mit EBV haben. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus im Körper, verursacht aber in der Regel keine Beschwerden mehr. In gewissem Sinne sind also fast alle Menschen chronisch mit EBV infiziert. Eine symptomatische, chronische EBV-Infektion ist zwar selten, wird aber durchaus in der Literatur beschrieben. Hier schafft es das Immunsystem nicht, die Viren zu kontrollieren. Bei folgenden Symptomen müsste man daran denken:

  • Wiederkehrende Fieberschübe mit Lymphknotenschwellungen und Halsschmerzen
  • Chronische Leber- und Milzentzündung
  • Nachweis erhöhter EB-Virus-DNA im Blut und Körpergewebe

Magen-Darm-Beschwerden wie bei Ihrem Sohn wären eher nicht typisch für eine chronische EBV-Infektion.

Zur bisherigen Diagnostik hätte ich noch einige Fragen:

  • Welche Ergebnisse hat die Magen-Darm-Spiegelung erbracht? Wurde nur eine Magen-/Dünndarm-Spiegelung gemacht oder auch eine Koloskopie?
  • Der erhöhte Zonulinwert spricht für eine gestörte Barrierefunktion des Darms. Die Ursachen sind vielfältig (chronische Entzündung, Infektionen etc.), der Wert spricht aber gegen eine rein psychosomatische Ursache der Beschwerden. Auch der Gewichtsverlust spricht für eine körperliche Ursache.
  • Sind irgendwelche Allergien festgestellt worden? Oder waren die Allergietests auf Karotten, Dinkel, Hafer und Roggen negativ?
  • Folgt Ihr Sohn einer speziellen Diät oder meidet er bestimmte Nahrungsmittel, um seinen Beschwerden zu verbessern?
  • Vielleicht können Sie mir auch die Befunde direkt hier hochladen. Bitte achten Sie beim Hochladen von Dateien darauf, dass keine persönlichen Details zu erkennen sind (Name, Geburtsdatum etc.), da JustAnswer ein öffentliches Forum ist, und die Beiträge auch von anderen angesehen werden können. Besonders interessant wären Laborwerte z.B. Blutbild, Leber-, Pankreas und Nierenwerte.

Nebenwirkungen, die mit der Behandlung mit Fluorchinolonen verbunden sind, wären zum Beispiel folgende:

  • Kribbeln im Gesicht und in den Händen
  • Taubheitserscheinungen, Schmerzen und Risse im Bereich der Sehnen
  • Muskelschmerzen
  • Angstzustände und Panikattacken
  • Leberschäden

Würde etwas aus dieser Liste zu den Beschwerden Ihres Sohnes passen?

Ich würde mir insgesamt also gerne mal ansehen, was bisher unternommen wurde und vielleicht können wir dann zusammen einen Plan zum weiteren Vorgehen erarbeiten.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.

Vielen Dank für Ihre einfühlsamen Worte,sie haben es sehr gut zusammen gefasst ! Die Sorgen sind wirklich schlimm und man fühlt sich absolut hilflos. Es wurde eine Koloskopie und eine Spiegelung gemacht. Die Ergebnisse waren negativ. Es wurde nichts gefunden! Mein Sohn hat absolut keine Lust mehr auf Fleisch. Backwaren auch eher selten Hülsenfrüchte und Süße Mittagessen wie Grießbrei oder Kaiserschmarren mag er auch nicht mehr bzw. verträgt er nicht. Besonders Linsen,da geht es ihm tagelang richtig schlecht. Er hat gerade großen Appetit auf Obst und Fruchtsäfte. Wurst und Käse gar nicht. Dafür liebt er Pommes und Mayo. Seine Leberwerte waren nicht immer gut. Vitamin B 12 und Vitamin D Mangel wurde auch festgestellt. Ich suche morgen Vormittag die Ergebnisse zusammen und melde mich dann. Vielen Dank ***** ***** Grüße ******

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Das habe ich noch vergessen:Er hat immer wieder so kleine weiße Teilchen in seinen Mandeln.
Wie so Steine!
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Laut Allergie Test reagiert er allergisch auf Karotten,Hafer,Dinkel und Roggen

Also die Allergien könnten zumindest einen Teil der Beschwerden erklären. Haben Sie jemals einen Termin zur Ernährungsberatung erhalten? Wichtig wäre natürlich auch zu wissen, mit welchem Verfahren die Allergien bestimmt wurden.

Die kleinen weißen Teilchen in den Mandeln klingen wie Mandelsteine und könnten für eine Besiedlung mit Bakterien sprechen. Meist machen diese Steinchen aber keine größeren Probleme und sind nur wenig lästig. Bedenklich wären stark vergrößerte Mandeln mit nächtlichen Atemproblemen (Schnarchen, Atempausen) oder immer wiederkehrende Mandelentzündungen.

Ich warte mal ab, bis Sie die Arzt- und Laborberichte hochgeladen haben, um eine Gesamteinschätzung vorzunehmen.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,

alle Befunde sind gut angekommen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, alles gründlich durchzusehen. Ich melde mich dann im Laufe des Montags. Herzliche Grüße!

Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,

jetzt habe ich mir alles gründlich durchsehen können. Der Übersicht halber und auch als spätere Referenz, schreibe ich hier mal eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Diagnostik und Therapie:

Bisherige Laborbefunde/Therapien:

  • Jan 2014 Cipro 500 mg
  • Feb 2014 Cipro 500 mg
  • Mrz 2014 Cipro 500 mg, Doxy 200 mg
  • Aug 2014: Genetischer Lactase-Mangel ausgeschlossen
  • Apr 2014: GOT, GPT, GGT, LIP, LDH, GLC, HBA1C, Krea, GFR, Harnsäure, Chol, Trig, Eisen, Ca 2,73 mmol/l (2.05-2.65), K, Na, Elektrophorese, TSH, Blutbild ok
  • Jan 2015: Koloskopie: unauffällig
  • Apr 2015: Elektrophorese: EG 7,8 g/dl; Alb 63,7%, A1 3,9% A2: 9,5%, B1 5,7%, B2 4,4%, GG 12,8%
  • Sep 2016: Energetisches Analyseverfahren: ohne wissenschaftlichen Wert
  • Okt 2016: Na, CRP, Blutbild ok (HB und HK leicht erhöht, Raucher), Na, EG (7,8), CRP, Alb, A1, A2, B1, Diff-BB ob
  • Dez 2016: Darmfloraanalyse: weitgehend unauffällig
  • Apr 2017: Zöliakie-AK/Genetische Diagnostik negativ, auch Ausschluss einer zellulären Reaktivität gegen Gliadin/Gluten
  • Apr 2017: Therapie Prednisolon 10 mg (Decortin H)
  • Okt 2017: Zonulin 40,9 ng/ml (normal bis 38), Vitamin D (25-OH) 17 mg/ml (normal 30-100), DAO 14,5 IU/ml (14-33), Histamin normal
  • Nov 2018: DNA Stuhl- und Verdauungsanalyse (GI-MAP): unauffällig

Außerdem durchgeführt: Sonographie, MRT und Allergietests -- hier habe ich noch keine Befunde erhalten

Dann wollte ich nochmal zusammenfassen, welche Hauptprobleme zur Zeit bei Ihrem Sohn bestehen:

  • 2014: häufige Probleme mit den Mandeln, mehrmals Therapie mit Ciprofloxacin, sowie Doxycyclin bei nachgewiesenen A-Streptokokken; In diesem Zeitraum dann auch Pfeiffersches Drüsenfieber.
  • Seitdem zunehmende Verdauungsprobleme, intervallartig alle 4-6 Wochen Übelkeit und Erbrechen, Darmkrämpfe, lautes Aufstoßen, Kribbeln in Armen und Beinen
  • 2018 bis heute: 25 kg Gewichtsverlust von damals 75 kg auf jetzt nur noch 50 kg
  • Fühlt sich schlapp, Schlafprobleme, nicht arbeitsfähig

Jetzt, da wir alles so sortiert haben habe ich auch noch ein paar Fragen:

  • Welcher Arzt betreut Sie zur Zeit? Haben Sie einen fähigen Hausarzt, der bereit ist, Sie weiter zu betreuen? Eine andere Möglichkeit wäre ein Internist mit Spezialisierung als Gastroenterologe.
  • Ich bräuchte noch ein paar mehr Informationen zu den Verdauungsproblemen: wie lange dauert ein "Anfall" mit Übelkeit, Darmkrämpfen und Erbrechen (also Stunden, Tage oder Wochen)? Wie häufig erbricht Ihr Sohn bei so einem Anfall? Tritt auch Durchfall auf, oder beschränken sich die Beschwerden auf den oberen Magen-Darm-Trakt? Hat Ihr Sohn andere Stuhlgangsprobleme, z.B. Verstopfung, häufiger Toilettengang oder das Gefühl "noch nicht fertig zu sein"? Braucht er sehr lange auf der Toilette?
  • Haben Sie schon angefangen ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch zu führen? So ein Tagebuch kann sehr wertvolle Informationen liefern welche Nahrungsmittel mit den Beschwerden verbunden sind und ob die Kalorienzufuhr ausreichend ist. Das Tagebuch sollte dann mit Ihre(r/m) Ärztin/Arzt und eine(r/m) Ernährungsberater(in) besprochen werden.
  • Können Sie mir noch die Befunde der Allergietests schicken? Das wäre für die Gesamtbeurteilung sehr wichtig.
  • Ich denke nicht, dass die Beschwerden rein durch die Psyche ausgelöst sind. Allerdings zeigt Ihr Sohn einige Zeichen einer Depression, z.B. Antriebslosigkeit und Schlafprobleme. Es ist ganz normal, dass sich solche schweren Gesundheitsprobleme auf die Psyche auswirken. Hier könnte Ihrem Sohn eine psychotherapeutische Betreuung durchaus helfen, mit seinen Gesundheitsproblemen besser umzugehen und vielleicht wieder neuen Lebensmut zu fassen. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht Hilfe in dieser Richtung für Ihren Sohn zu beanspruchen? Wäre Ihr Sohn bereit, solche Hilfe anzunehmen?

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Guten Abend ,danke für Ihre Nachricht.
Den Allergie Test habe ich wohl leider vergessen
Eine Psychotherapie hat mein Sohn schon vor 3 Jahren gemacht.
Da seine Gesundheitheits Probleme der Auslöser sind, war es laut Therapeut nicht sinnvoll,weiter zu machen.
Internist mit Gastroenterologie waren wir bei der ersten Spiegelung.
Ein zweites Mal,ein Jahr später bei einem anderen,um die Zölliakie abzuklären.
Da bekamen wir zur Antwort:Da kommt auch nichts dabei raus.Krebs wird es nicht sein,sonst würde er nicht mehr leben.
Wird wohl psychisch sein.
Hausarzt haben wir,aber auch da ist es schwierig.
Es gibt ja keine Diagnose!
Die Ärztin ist selber ratlos.
Wir waren immer parallel in einer homöopathischen Klinlik mit Gastroenterologie
Am Ende war es auch hier dasselbe.
Die Psyche!
Wobei es ihm zwischendurch mit den Homöopathischen Mitteln etwas besser ging.
Daher auch kein Attest oder ähnliches, dass wir wenigstens Kindergeld beantragen könnten.
Ich habe Tagebuch geführt über die "Anfälle "!
Ich schreibe es zusammen unsd sende es Ihnen morgen mit den restlichen Unterlagen.
Vom MRT habe ich keinen Bericht, der wurde uns nicht zugeschickt.Nur die CD und die Aussage des Arztes, alles ok, bis auf eine leichte Dickdarm Verdickung am Ende.Wir haben auch ein Ernährungstagebuch geführt, aber es ist nicht ersichtlich,was oder welche Nahrungsmittel der Auslöser sind.
Es ist vielmehr das Gefühl, jetzt war irgendwas zu viel.
Die Beschwerden sind mehr im oberen Magen Darm Trakt bei so einem Anfall.
Sonst muss mein Sohn öfters auf Toilette und er braucht lange.
Das Gefühl, nicht fertig zu sein , hat er immer mal wieder .
Das mit dem vermehrtem kalten Schleim ist ihm auch sehr unangenehm.
Wobei ich finde, es ist etwas besser geworden!
Früher tropfte es ihm zur Nase nur so heraus, wenn er so einen Anfall hatte.
Ich gehe jetzt morgen noch mal alles durch und sende Ihnen den Rest
Die Antriebslosigkeit hat er seit dem EBV.
Schlafstörungen schon früher, aber verstärkt seit dem Virus.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend

Da hat Ihr Sohn echt schon einen langen Leidensweg hinter sich. Etwas widersprüchlich ist, dass die Ärzte alle sagen, "es ist die Psyche" während der Psychotherapeut sagt "es ist der Körper"... hier kann Ihre Hausärztin vielleicht koordinierend tätig werden und zwischen den verschiedenen Fachleuten vermitteln, damit solche Widersprüche aufgeklärt werden können.

Ich warte dann mal auf die restlichen Befunde und überlege weiter, welches Vorgehen für Sie Sinn machen könnte. Besonders wichtig wären mir:

  • Sonographie
  • Magenspiegelung
  • Allergietests

Wurden eigentlich jemals Atemtests auf Laktose und Fruktose gemacht? Wurde schon mal in Richtung "Reizdarmsyndrom" überlegt? Wissen Sie, ob Ihr Sohn jemals Marihuana konsumiert hat? Gibt es andere mögliche Suchtprobleme, z.B. mit Alkohol? Ansonsten würde mir (soweit aus dem Tagebuch nicht ersichtlich) eine Beschreibung eines typischen Anfalls weiterhelfen:

  • Wie lange dauert ein Anfall?
  • Wie häufig wird erbrochen? Gibt es Tageszeiten, zu denen die Beschwerden schlimmer werden?
  • Gibt es Veränderungen im Stuhlgang (Häufigkeit oder Konsistenz oder andere Auffälligkeiten)?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Guten Tag,
Ich sende Ihnen nachher eine Zusammenfassung.
Zu ihren Fragen: Sono,laut Arzt immer gut.
Magenspiegelung auch,sende Ihnen noch mal die Kopie
Allergie Test,auch als Kopie.
Reizdarm Syndrom steht als Fragezeichen genau so im Raum wie Leaky Gut und AB Vergiftung.
Er trinkt manchmal am Wochenende Alkohol und Marihuana auch.
Aber nicht regelmäßig.
Anfälle fangen immer morgens an.
Er wacht mit Bauchkrämpfen Druck im Bauch und mit Übelkeit auf.
Ihm ist schlecht und er muss sich übergeben.
Vor 10 Tagen dauerte es nur 1 Tag und 1 Nacht.
Der letzte größere Anfall war im Februar und dauerte 5 Tage.
Die Abstände werden gerade bei den größeren länger.
Aber es ist immer noch wie beim ersten Mal beim EBV.
Rülpsen nach dem Essen ist unverändert!

Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Diese Aufstellung ist sehr hilfreich. Verlaufen die Anfälle immer recht ähnlich? Verschlimmert Stress oder Druck die Beschwerden?

Besonders wichtig wäre jetzt noch der Allergietest. Bei Sonographie und Magenspiegelung reicht mir die Information, dass alles in Ordnung war. Was ich auch noch vermisse ist ein Test auf okkultes (also nicht sichtbares) Blut im Stuhl. Wurde so ein Test schon mal durchgeführt?

Und noch eine Frage: hat jemand in der Familie Migräne? Leidet Ihr Sohn manchmal unter Kopfschmerzen?

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Ich habe Migräne,mein Sohn nicht.
Kopfschmerzen hat er manchmal.
Allergie Test haben wir nur den vom IFU.
Die Anfälle verlaufen immer gleich.
Druck oder Stress kann ich nur vermuten.
Wenn er sich aufregt,wird ihm schon mal leicht übel.
Es kommt auch oft aus heiterem Himmel .
Wie gesagt,es gibt kein erkennbares Schema/Nahrung oder ähnliches.
Es ist schon etwas besser geworden.
Früher hatte er wirklich sehr oft so Anfälle.
Fast wöchentlich!
Mir ist halt aufgefallen,dass er ganz schlimme Anfälle hatte ,nach den Cortison und AB Gaben.
Wir haben den großen Genetischen Bluttest gemacht
Ob da diese Blutuntersuchung dabei war,weiß ich jetzt nicht
Ich denke aber schon .

Ah, sehr gut. Das ist ein wichtiger Test, Blut im Stuhl sollte unbedingt ausgeschlossen sein. Jetzt fehlt mir nur noch der Allergietest. Könnten Sie mir den nochmal schicken?

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Oh je
Jetzt ist der Name drauf
Vor lauter schnell machen
Was machen wir jetzt?
Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Kann ich das noch mal löschen?

Das ist kein Problem, ich sage dem Moderator Bescheid, dass der Anhang gelöscht werden soll.

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Dankeschön
Soll ich es noch mal schicken mit abgedecktem Namen?

Ja, das wäre besser

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Hoffentlich ist mir das nicht schon bei den anderen Unterlagen passiert!

Soweit ich gesehen habe, hatten Sie den Namen überall abgedeckt.

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Ein paar Sachen sind mir beim durchlesen noch eingefallen.
Bei einem starken Anfall verträgt er wirklich gar nichts
Er muss alles ausspucken,auch Wasser.
Wärme tut ihm dann gut,z.B.ein Wärmekissen.
Er kann nichts enges am Bauch vertragen.
Seine U Hosen sind alle mindestens XL.
Er sagt,er verspürt oft einen großen Druck im Magen Darm und es geht ihm erst besser,wenn er dann Aufstoßen kann.
Vielleicht zu wenig Magensäure?
Ich glaube,dass war es jetzt.

Gut, jetzt habe ich schon ein recht umfassendes Bild. Ich habe auch schon einen konkreten Verdacht und ein weiteres Vorgehen im Sinn. Geben Sie mir noch etwas Zeit, alles zusammenzustellen. Ich denke spätestens morgen habe ich meine ausführliche Antwort fertig.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Es eilt nicht.
Dauert ja schon so viele Jahre!
Bin aber sehr gespannt .
Vielen Dank
Bis morgen

Sehr geehrte Fragestellerin,

nachdem ich die ganzen Informationen nochmal durchgesehen habe, habe ich mir einige Gedanken über Ihren Sohn gemacht. Es wurden ja schon sehr viel Krankheiten ausgeschlossen, hier eine (ich hoffe einigermaßen vollständige Liste):

  • Lactase-Mangel/Laktose-Intoleranz: genetischer Test und Atemtest unauffällig
  • Darmkrebs: Koloskopie unauffällig, kein okkultes Blut im Stuhl
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED): Koloskopie und Magenspiegelung unauffällig, Calprotectin negativ
  • Gastritis/Magengeschwür: Magenspiegelung unauffällig
  • Zöliakie/Glutenunverträglichkeit: Antikörper negativ, Dünndarmspiegelung unauffällig, genetische Diagnostik unauffällig
  • Probleme in der Darmflora: DNA Stuhl- und Verdauungsanalyse unauffällig, Darmfloraanalyse weitgehend unauffällig
  • Mastozytose: Histamin im Normalbereich
  • Darmverschlingung oder andere anatomische Probleme: Sonographie und MRT unauffällig
  • Leber, Nieren oder Gallenprobleme: Blutwerte unauffällig
  • Schilddrüsenfunktionsstörung: TSH unauffällig

Kommen wir nochmal zu den Werten und Laboruntersuchungen, die Auffälligkeiten gezeigt haben:

  • Oktober 2017: leicht erhöhtes Zonulin. Der Zonulinwert an sich hat nur eine sehr geringe Aussagekraft. Der Zusammenhang zum ebenfalls eher spekulativen Krankheitsbild des "leaky gut" ist nicht klar nachgewiesen und entbehrt derzeit noch einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage. Dazu kommt, dass der Wert nur minimal außerhalb des Normalbereichs liegt. Ich sehe hier also keinen diagnostischen Wert. Mehr Infos dazu hier: https://flexikon.doccheck.com/de/Zonulin
  • Oktober 2017: Lymphozytentransformationstest: Sensibilisierung gegen Roggen, Dinkel, Karotten und Hafer vermutet. Der Lymphozytentransformationstest ist ebenfalls noch nicht wissenschaftlich in der Allergiediagnostik etabliert. Die Ergebnisse würden allerdings aus meiner Sicht einen Auslassversuch rechtfertigen (also Roggen, Dinkel, Karotten und Hafer für 2-3 Monate meiden); wenn trotz dieser Maßnahme keine deutliche Besserung eintritt, hat eine Lebensmittelallergie anscheinend keine Auswirkungen auf die Beschwerden Ihres Sohnes und die Nahrungsmittelbeschränkung kann aufgehoben werden.

Alle Befunde zusammen genommen, sehe ich bei Ihrem Sohn die Diagnose "Zyklisches Erbrechen" als wahrscheinlich. Dieses Krankheitsbild wird auch als "abdominelle Migräne" bezeichnet und zeichnet sich durch folgende Charakteristika aus:

  • Regelmäßige Anfälle mit schwerer Übelkeit, Magenkrämpfen und Erbrechen. Diese Anfälle dauern zwischen 1-10 Tagen und sind sehr beeinträchtigend. Sie laufen in einer für die Person typischen Abfolge immer nach dem gleichen Schema ab. In der Zeit zwischen den Anfällen geht es den Betroffenen relativ gut, manche haben aber auch zwischen den Anfällen leichte Magen-Darm-Beschwerden (z.B. starkes Aufstoßen oder Übelkeit).
  • Die Anfälle beginnen üblicherweise morgens
  • Infektionen der oberen Luftwege können Anfälle begünstigen
  • Häufig leiden ein oder mehrere direkte Familienangehörige unter Migräne (Zyklisches Erbrechen gilt als verwandt mit Migräne)
  • Andere Ursachen für das Erbrechen wurden ausgeschlossen.

Ich würde Ihnen jetzt folgendes Vorgehen empfehlen:

  • Verzicht auf Marihuana für 3 Monate: Marihuana-Konsum kann eine Ursache für zyklisches Erbrechen sein. Besprechen Sie mit Ihrem Sohn, dass ein Verzicht eventuell eine Besserung der Symptome bringen kann. Wenn sich nach 3 Monaten aber keine Besserung eingestellt hat, ist ein Zusammenhang unwahrscheinlich.
  • Gehen Sie nochmal zu Ihrem Gastroenterologen und fragen Sie, ob die Beschwerden nicht auf eine abdominelle Migräne oder zyklisches Erbrechen passen könnten. Ihr Sohn erfüllt die diagnostischen Kriterien (nach Rom IV) und sehr wahrscheinlich kann dann endlich eine konkrete Diagnose gestellt werden. Wenn erst mal eine Diagnose steht, können Ihr Sohn gemeinsam mit seinem Gastroenterologen überlegen, welche Therapie für ihn am beste ist.
  • Wenn erst mal eine Diagnose steht, kann Ihr Sohn auch besser lernen, mit der Erkrankung umzugehen. Ärztliche Atteste dürften dann auch kein Problem mehr sein.

Es gibt einige therapeutische Möglichkeiten, um die Beschwerden zu verbessern:

  • Das Trizyklische Antidepressivum Amitryptilin hat in einer größeren Untersuchung gute Ergebnisse gezeigt. Das heißt natürlich nicht, dass die Beschwerden psychisch sind; Amitryptilin hat einfach auch Auswirkungen auf diese Erkrankungen obwohl es sonst oft bei Depressionen eingesetzt wird.
  • Falls Ihr Sohn ein deutliches sogenanntes "Prodrom" vor seinen Anfällen bemerkt (also "Vorboten", dass jetzt bald ein Anfall kommt), kann überlegt werden, ob Medikamente eingesetzt werden, die den Anfall stoppen, bevor er beginnt. Das geht z.B. mit einem Triptan (anti-Migräne-Medikament).
  • Meiden sollten Sie Medikamente, die sonst üblicherweise für Erbrechen eingesetzt werden: Metoclopramid (MCP), Ondansetron oder Naloxon haben als orale Medikation keinen nachgewiesenen Effekt auf die Beschwerden.
  • Einige Patienten reagieren sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel. Häufige Auslöser sind z.B. Schokolade, Käse oder Glutamat. Das Ernährungstagebuch Ihres Sohnes kann hier mehr Aufschluss geben und klären, ob es Sinn macht, solche Nahrungsmittel zu meiden. Andere häufige Auslöser sind Schlafmangel und psychischer Stress (sowohl positiv als auch negativ). Auch hier kann ein Tagebuch helfen, auslösende Faktoren zu identifizieren.
  • Da ein Zusammenhang mit leichten mitochondrialen Problemen vermutet wird, helfen einigen Patienten Nahrungsergänzungsmittel wie Coenzym Q10 und L-Carnitin. Diese Nahrungsergänzungsmittel sind frei verkäuflich erhältlich. Ich denke Sie können hier in Rücksprache mit Ihrem Gastroenterologen einen Versuch starten.

Ich hoffe, diese Überlegungen helfen Ihnen weiter und stehe natürlich für weitere Fragen hier gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 3 Monaten.
Guten Tag Hr.Metzger.
Erst mal ganz herzlichen Dank für die umfangreiche Unterhaltung,auch für die tolle Zusammenfassung .
Ich werde ihre Vermutung beim Gastroenterologen äußern und bin mal gespannt was passiert.
Für mich klingt es sehr logisch und die ganzen Symptome passen auch.
Es stimmt schon,wenn das „Ding“ endlich einen Namen/Diagnose hat,dann ist es bestimmt einfacher.
So muss er sich ja auch immer rechtfertigen und weiß selbst nicht genau für was.
Q 10 und L Carnitin hab ich hier,warte aber damit bis wir beim Arzt waren.
Kann den jetzt eine AB Vergiftung ausgeschlossen werden und eine chronische EBV?
Die 4 Lebensmittel haben wir schon mal lange Zeit weggelassen.
Da hat sich nichts verändert/verbessert.
Manchmal nimmt mein Sohn noch Iberogast,das ist ja jetzt auch in der Kritik.
Soll er denn erstmal seine Medikamente weiter nehmen?
Ich weiß nicht wie schnell wir in den Ferien einen Termin bekommen!
Ganz herzlichen Dank
Das freut mich sehr! Eine chronische EBV würde typische Symptome machen (siehe oben, also z. B. Lymphknotenschwellungen, Fieberschübe und starke Halsschmerzen). Das passt nicht zu den Beschwerden, die Ihr Sohn hat. Für Antibiotika-Nebenwirkungen spricht auch nichts, da wären bei Fluorchinolonen typischerweise Muskelschmerzen, Nerven- oder Sehnenprobleme zu erwähnen. Liebe Grüße, Ihr Dr. med. M. Metzger
Manuel Metzger und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.